Elisabeth de Waal: Donnerstags bei Kanakis

26. Juni 2016

Die Familiengeschichte der Ephrussis, die Edmund de Waal 2010 in seinem Buch The Hare with Amber Eyes (deutscher Titel: Der Hase mit den Bernsteinaugen) beschrieben hat, war und ist ein sehr bewegendes Buch, bei dem man spürt, wie der Autor mit dieser Geschichte und diesem Erbe gekämpft hat. Elisabeth de Waal, die Autorin des vorliegenden Romans, war seine Großmutter. Sie war geboren und groß geworden in dem prachtvollen Palais der (jüdischen Familie der) Ephrussis an der Wiener Ringstraße, sie setzte durch, daß auch sie als Mädchen eine exzellente Ausbildung bekam, sie studierte die ‚jüdischen‘ Fächer Jus, Philosophie und Wirtschaft – bis die Herrenmenschen 1938 ins Land gelassen wurden und Mord, Raub und Totschlag begannen. Der resoluten Tochter Elisabeth, die mittlerweile den Niederländer Hendrik de Waal geheiratet hatte, war es zu verdanken, daß die Eltern aus Wien fliehen konnten – leider in die falsche Richtung, nach Osten, die Nazis rücken hinterher.

Nach dem Krieg wurde zwar in diversen zögerlichen Anläufen die Restitution, i.e. die Rückgabe z.B. gestohlenen, enteigneten oder arisierten jüdischen Eigentums aus dem Besitz der jetzigen Besitzer an die tatsächlichen Eigentümer, aber auch die Wiedereinsetzung von Juden, die aus ihren Berufen oder Stellungen vertrieben worden waren, beschlossen. Aber Papier ist bekanntlich geduldig und ‚entscheidend ist auff´m Platz’…. und in der Realität … tja…. wie formuliert es die Wiki [2] so lakonisch: „…Sie [i.e. die Restitution] ist deshalb bis heute nicht abgeschlossen.“ Was in Deutschland nicht ganz unbekannt sein sollte, der Begriff und das Problem der ‚Beutekunst‘ ist wohl jedem bekannt….

Dies ist eins der Grundthemen in Elisabeth de Waals Roman Donnerstags bei Kanakis, der sehr stark von den persönlichen Erfahrungen der Autorin und damit auch biographischen Elementen geprägt ist.

kanakis


Im Zentrum des Buches stehen drei sehr unterschiedliche Figuren, die wenige Jahre nach dem Krieg wieder zurück nach Österreich kommen bzw Remigrieren. Als erster wäre Kuno Adler zu nennen, ein Mediziner, der aus naheliegenden Gründen mit seiner Frau nach 1938 in die USA gegangen war: sie waren Juden. Jetzt, nach gut fünfzehn Jahren im Exil will er wieder zurück nach Österreich, in seine Heimat. Etwas anders liegt die Sache bei Theophil Kanakis. Dieser entstammt einer wohlhabenden Familie aus der seinerzeit einflussreichen griechischen Gemeinde Wiens. Zwar war er daher nicht unmittelbar von den wechselnden politischen Umständen betroffen, doch da er einen Krieg als unausweichlich ansah, ging er nach dem Tod des Vaters in die USA, wo er großen geschäftlichen Erfolg hatte. Nach dem Krieg kehrt er als reicher Mann nach Wien zurück, um hier, in seiner Vaterstadt, sein Geld und das Leben zu geniessen. Die dritte zentrale Person ist Marie-Theres Jansen, genannt Resi. Sie ist eine junge Amerikanerin, ihre Mutter stammt aus einer der alten Adelsfamilien, die gleichwohl nach dem Ersten Weltkrieg unter den ärmlichen Verhältnissen zu leiden hatte und die die Tochter nach Dänemark schickten, wo sie auf dem Bauernhof  der Jansens unterkam. Dies war für ihr weiteres Leben entscheidend, sie heiratete später gegen den Willen der Familie Peter Jansen, einen Wissenschaftler und ging mit ihm in die USA. Da die achtzehnjährige Resi, eins von drei Kindern, zu Hause etwas problematisch ist, schicken die Eltern sie zu den Tanten nach Wien, um sie auf andere Gedanken zu bringen und ihr andere Eindrücke vom Leben zu vermitteln.

Kuno Adler also, Doktor, Wissenschaftler und ehemals Professor… er hatte sich im Lauf der Zeit in den USA eine bescheidene Karriere aufgebaut, finanziell jedoch überflügelte seine Frau ihn bei weitem. Mit dem Anfertigen maßgeschneiderter Unterwäsche für die Vermögenden in New York verdiente sie sehr, sehr gut…. und das notwendige Abnehmen der Maße, in dem sich ihr die Kundinnen in schutzlosem, weil unbekleidetem Zustand präsentieren mussten, nutzte sie gehässig dazu, die körperlichen Unzulänglichkeiten der meist schon in die Jahre gekommenen Figuren zu benennen.

Zwar ist sich auch Adler selbst nicht völlig sicher und von Zweifeln erfüllt, doch im Gegensatz zu ihm, der sich in die alte Heimat gezogen fühlt, lehnt seine Frau es kategorisch ab, mit ihm nach Österreich zurück zu kehren. Sie und die Tochter haben sich eingelebt in den USA, undenkbar für sie, alles, was dort erreicht worden ist, aufzugeben….

Beim Anblick der Zerstörungen in Wien kommen Kuno Adler die Tränen, die Bäume der einst prachtvollen Ringstraße sind nicht mehr da, dieses an sich nebensächliche Details löst die Tränen bei ihm aus.

Durch die Restitution wird den Rückkehrern die Einsetzung in denselben oder einen vergleichbaren Stand verbürgt – im Prinzip. In der Praxis dagegen…  zwar ist Adler als Jude ein typischer Emigrant, jedoch… er ist ja damals – beispielsweise – quasi aus eigenem Entschluss gegangen, hat sozusagen freiwillig gekündigt, noch bevor er zwangsweise deportiert wurde… und der Professorentitel war ja nur ein Titel ohne Funktion und Amt.. In der Form durchaus höflich, in der Sache läßt man Adler jedoch spüren, wie unwillkommen er ist, wie wenig er gebraucht wird. In seinem alten Institut trennt man ihm gezwungenermaßen eine Ecke ab, in der er sich einrichten kann,  eingesetzt wird er für Routinearbeiten (womit er durchaus einverstanden ist, er stellt keine besonderen Ansprüche) mit der Möglichkeit, eigene Projekte zu verfolgen.

Ich bin einer von denen, Dr. Krieger, die sie nicht losgeworden sind.

Mit Dr. Krieger, der das Institut leitet, trifft er einen weißgewaschenen, reinen Nazi, der noch in seiner Gegenwart von den unvergleichbaren Forschungsmöglichkeiten für Mediziner unter den Nazis schwärmt. Man musste nicht auf Mäuse ausweichen oder anderes Getier, man konnte am Objekt, dem Menschen, forschen. Einige meiner Kollegen, das möchte ich nicht leugnen, überschritten manchmal die Grenze dessen, was absolut notwendig war, um ein objektives Resultat zu erzielen. Ich habe genau darauf geachtet, dies nie zu tun, und man hat mir wie gesagt [vor Gericht] keinerlei Schuld nachgewiesen. …. Aber Ihnen zum Trost, kann ich sagen, dass unser Material – ich meine, das Material meiner Kollegen – keine Juden waren. Es waren Zigeuner. . erklärt Krieger seinem ungeliebten Rückkehrer, von dem er sich zunehmend verunsichert fühlt – weil dieser seine Arbeit qualifiziert erledigt, keine Ansprüche stellt, keine Kontakte eingeht und auf dieser Ebene unter den Kollegen im Labor langsam, aber sicher Autorität und Ansehen gewinnt.

Es ist eine brutale Szene, die de Waal hier beschrieben hat. Ein immer noch bekennender Nazi, der noch nicht einmal pro forma Reue zeigt. Doch für Adler ist es in gewisser Weise eine Befreiung, endlich einmal einen reuelosen Nazi zu treffen, der dies auch zugibt. Es muss viele davon geben. Wo sind die alle hin? Sie scheinen sämtlich verschwunden zu sein. … Es ist so irritierend, immer verdächtigen zu müssen, Anzeichen zu suchen… vielleicht unfair gegenüber Leuten zu sein, die man möglicherweise zu Unrecht verdächtigt...

Adler merkt schnell, daß „Rückkehren“ nicht bedeutet, alte Kontakte wieder aufleben zu lassen, daß es nicht möglich ist, einfach dort wieder anzuknüpfen, wo Jahrzehnte zuvor der Faden abgeschnitten worden ist. Es ist die normative Kraft des Faktischen: die Lücken, die die Emigranten (und die Ermordeten) hinterlassen haben, sind aufgefüllt – möglicherweise mehr schlecht als recht, aber sie sind de facto nicht mehr da. So reift im Lauf der Wochen und Monate in Adler die Erkenntnis, daß er, um wieder anzukommen, seine Wurzeln finden muss, daß also, was damals gekappt worden ist. Zwar ist er remigriert, also zurückgekehrt in seine Heimat, aber er muss, um wirklich anzukommen, einen Neuanfang finden.

Ganz anders Kanakis, der knapp vierzigjährige Junggeselle, der im Geld schwimmt, der sich amüsieren will, wie man sich nur in Wien amüsieren kann. Der sich ein prachtvolles Palais ausbauen läßt und donnerstags Gäste zu sich einlädt. Sie müssen intelligent sein, interessant sein, schön sein – viele Künstler sind darunter, natürlich…. Es ist eine Ehre, bei Kanakis eingeladen zu werden, eine Auszeichnung, was nicht bedeutet, daß man keine Gäste mitbringen kann, so wie eines Abends auch Resi von Bekannten zu Kanakis mitgenommen wird.

Resi…. die dritte Hauptperson des Romans. Das junge Mädchen von großer Schönheit wird an einer Stelle des Buches als ‚hohlköpfig‘ bezeichnet – was wohl zutreffend ist. Nicht, daß sie dumm wäre, aber sie ist gelangweilt, uninteressiert und borniert. Es ist ihr lästig, daß sie ihrer Schönheit wegen angehimmelt wird; die Briefe, die Budd, von dem zu Hause die Meinung ist, daß es ihr Freund ist, ihr nach Europa schreibt, stapelt sie ungeöffnet in einer Schublade. Ja, die Eltern haben das Mädchen zu den Verwandten nach Östereich geschickt, Graf und Gräfin Lensveldt, die Gräfin ist Resis Tante. Und tatsächlich fühlt sich Resi auf dem Schloss ihrer Tante wohl, sie verbringt die Tage in wohligem Müßiggang, Tante Franzi ist eine Person, die sie mit ihrer bodenständigen, ruhigen Art bewundert und respektiert. Mit Hanni, ihrer Cousine versteht sie sich gut, ihr Cousin Franz nimmt sie sogar mit auf die Pirsch und in Lukas findet sie einen unerwünschten Verehrer. Lukas, gehört nicht zu den Lensveldts, er ist Abkömmlung der seinerzeit im Dienst des Hauses stehenden Förster, für Franzi ist dieser Standesunterschied kein Problem, dem Grafen dagegen erscheint das ungenierte Erscheinen Lukas´, des ehemaligen Spielkameraden seiner Kinder, im Schloss ungebührlich… daß Lukas zudem ein ‚Roter‘ ist, kommt hinzu….

Mit Hanni kommt Resi nach Wien, Hanni arbeitet dort. Und in Wien schließlich wird sie bei Kanakis eingeführt und trifft „Bimbo“, den jungen, adonishaften und verarmten Grafen Grein-Lauterbach, der bei Kanakis arbeitet – und diesen auch in anderer Hinsicht entzückt. Und nicht nur diesen – sondern auch Resi, der Bimbo allerdings mit ironischer Desinteresse begegnet. Ist es das, was Resi anzieht, daß zum ersten Mal jemand kein Interesse an ihr zeigt? … Jedenfalls geht Resi dennoch als Partnerin Graf Grein-Lauterbachs zum Ball, mit dem kurz vor dem Abschluss des Staatsvertrages sozusagen die Völkerfreundschaft zwischen Östereich und den Amerikanern gefeiert werden soll. Ein Ball – das natürliche Habitat der alten österreichischen Adelsfamilien, die sich – im Gegensatz zu allen anderen – hier wieder in völliger Ungezwungenheit und Eleganz bewegen – und mitten unter ihnen in gleiche Weise Resi: hier gehört sie hin, hier fühlt sie sich wohl. Und an diesem Abend, sie ist sehr fest entschlossen, wird sie ihren Tanzpartner Bimbo nicht gehen lassen…

So geht ein perfider, ausgeklügelter Plan auf – und gibt gleichzeitig den Startschuss für eine Tragödie, eine Tragödie, die von allen Beteiligten unter den Teppich gekehrt wird, um Verwicklungen zu vermeiden.

Letztlich, so läßt sich festhalten, gönnt die Autorin nur ihrem Dr. Adler ein wirkliches (privates) Glück, Kanakis – nun ja, er, der die Schönheit liebt und den Glanz, der mit Hilfe seines Geldes einfach nur sein Leben geniessen will, wird sich über seinen Verlust hinweg trösten können und Resi, sie ist die tragische der Figuren, die, zum ersten Mal aus ihrer Lethargie erwacht, sofort an falscher Stelle die Initiative ergreift und zum Spielball der Interessen wird: verschachert wie ein schöner, aber mit einem untilgbaren Makel behafteter Ausstellungsgegenstand.


Elisabeth de Waals Donnerstag bei Kanakis ist ein Gesellschaftsroman des nachkrieglichen Wiens vor dem Abschluss des Staatsvertrags im Mai 1955. Er ist geprägt von den eigenen Erfahrungen der Autorin, deren Familie vor dem großen Willkommen an die Berliner Horden zu den Mächtigen und Einflussreichen Wiens gehörte, und danach in kürzester Zeit zu den Flüchtigen. Sie, die nach dem Krieg versuchte, das Familienpalais an der Ringstraße wieder zurück zu erhalten, wusste aus eigener Erfahrung, wie erfindungs- und fintenreich der Ansatz der Restition in der Praxis sabotiert wurde, die Entschädigungshöhe für das riesige Gebäude war letztlich vor lächerlichster Absurdität. Niemand wollte es in diesen Nachkriegsjahren gewesen sein, nachvollziehbar die geradezu Erleichterung Adlers, in der Person seines Chefs endlich eins dieser Schweine zu treffen, das sich dazu bekannte. Denn wenn sich niemand bekennt, sind alle verdächtig und wie kann man leben, sich die Heimat wieder heimisch wachen, wenn man sich bei jedem, den man trifft, fragt oder fragen muss, was er damals gemacht hat….

Es sind Zeiten der Trümmer, aber auch goldene Zeiten. Viele Besitzer von Kunstwerken sind verstorben oder nicht mehr auffindbar, die Werke oftmals für wenig Geld zu ersteigern. Ja, Trautmann, der Immobilienmakler hat auch gesteigert, wenn es alle machen, so kann man doch nicht ins Hintertreffen geraten, nur weil man sich da vielleicht skupulöse Gedanken macht…. sicher, die Frage Kanakis´ nach den Bildern ist etwas unangenehm, aber auch (und gerade) Kanankis weiß, daß man den Mantel der Geschichte greifen muss, wenn er zu greifen ist….

Bimbo, Fini, Franzi, Resi… die alten Wiener Gesellschaft, die Adligen, die ‚von’s…. sie tragen ihren Titel noch, haben im ‚Volk‘ auch meist noch das Ansehen wie früher, jedoch sind sie vielerlei verlustig gegangen…. Tante Fini ist verarmt, nimmt gerne das Kostgeld für die Nichte Resi, das aus Amerika kommt, Graf Lensveldt dagegen ist noch wohlhabend genug, es stolz ablehnen zu können. Seine Frau, die Gräfin, genannt Franzi, ist bodenständig, sorgt sich um Haus und Garten, trägt Loden und praktische Kleidung, scheint angekommen in der neuen Zeit. Ihre Nichte Resi dagegen, von der man meinen könnte, sie, als Amerikanerin hätte von vornherein eine andere Weltsicht, Resi also ist träge, weiß mit sich nichts anzufangen, sich langweilen, herumtrödeln, das ist ihre Passion – bis sie ihr Habitat endlich entdeckt: die alte fürstliche Welt, die sich im Ballsaal für sie auftat und bei der sie den Stein ihres Untergangs legen sollte.

Adler ist der Exilant, der wieder zurückkehrt und Rechte für sich einfordert. Er ist Bild eines Teils des Schicksals der Autorin und ihrer Familie. Der übrige Teil der Handlung (und auch Adler wird letztlich lose mit ihr verknüpft) spielt im adligen Milieu, sei es der alte Blutadel oder der neue Geldadel. Der Lebensstil dieser Gesellschaftsschicht, bedroht von den Roten, die Lukas, dem Abkömmlung der Förster der Familie personifiziert werden (und der vergeblich versucht, die von ihm angehimmelte Resi von seinen revolutionären Thesen zu überzeugen), mit seinen Jagden, seinen Schlössern, seinem gesellschaftlichen Umgang – den Roman durchzieht in den entsprechenden Passagen eine gewisse Wehmut über deren Untergang. Kanakis kann mit seinem Geld eine Ahnung davon mit seinen Donnerstagseinladungen im restaurierten Rokoko-Pavillon restaurieren, mancher Familie ist noch die Jagd geblieben – aber viele Adelshäuser sind am Ende, müssen das Verbliebene verhökern und sich mit normaler Arbeit über Wasser halten – so wie die Grein-Lauterbachs des Romans.

Zusammenfassend läßt sich aus Donnerstags bei Kanakis ein biographisch gefärbtes Bild Wiens in der Zeit des Übergangs, zwischen Kapitulation und Staatsvertrag herauslesen, geprägt von einer zornigen Resignation über das Gegenwärtige und einer wehmütigen Erinnerung an das Vergangene.


Der vorliegenden Buchausgabe, des Romans, der zu Lebzeiten der Autorin unveröffentlicht geblieben und der erst von ihrem Enkel Edmund de Waal publiziert worden ist, ist ein Nachwort von Sigrid Löffler angehängt. Die Einleitung in die Thematik des Buches übernimmt Edmund de Waal persönlich in seinem Vorwort, hier gibt er auch ein paar biographische Angaben zu einer Großmutter wieder.

Der Roman jedenfalls – um diese Besprechung abzuschließen – besticht nicht so sehr durch eine wie auch immer geartete dramatische Handlung (gleichwohl enthält er spannend zu lesende Passagen), sondern durch seine genauen und detaillierten Schilderungen und Charakterbeschreibungen. Aus ihnen formt sich ein Bild des Wiens der Nachkriegszeit zwischen Zerstörung und Neufindung, an dem die Autorin selbst gelitten hat und an das sie mit Wehmut ob des Vergangenen zu denken scheint.

Links und Anmerkungen:

[1] Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen (Besprechung hier im Blog)
[2] Wiki-Beitrag zur Restitution in Österreich: https://de.wikipedia.org/wiki/Restitution_(Österreich)

Elisabeth de Waal
Donnerstags bei Kanakis
Übersetzt aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
mit einem Vorwort von Edmund de Waal
und einem Nachwort von Sigrid Löffler
Originalausgabe: The Exiles Return, London, 2013
diese Ausgabe: dtv, TB, ca. 336 S., 2015

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3 Responses to “Elisabeth de Waal: Donnerstags bei Kanakis”


  1. Eine Frage, was meinst du mit „die Lücken, die die Emigranten (und die Ermordeten) hinterlassen haben, sind aufgefüllt“? Die Lücken können doch niemals aufgefüllt werden.
    Danke für eine Erklärung und einen herzlichen Gruß.

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    • flattersatz Says:

      an dieser stelle meinte ich das ganz praktisch: die arbeit des kuno adlers hat schon lange ein anderer übernommen… und so ist es ja mit vielen anderen berufen auch gegangen. das, was früher juden gemacht haben, haben danach nicht-juden gemacht (ich meine jetzt nicht die arisierung von läden und geschäften), ob es nun die arbeit von ärzten oder schneidern waren – es ist nichts freigehalten worden für rückkehrer.

      natürlich waren und blieben die „lücken“ in menschlicher, künstlerischer etc pp hinsicht vorhanden, die ganze atmosphäre und das ganze lebensgefühl (vor allem wohl in den städten?) hatte sich gewandelt. ganz abgesehen davon, daß kein mensch als individuum ersetzbar ist.

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