Jalid Sehouli: Von der Kunst, schlechte Nachrichten gut zu überbringen

Ich habe  auf Instragram ein Bild zu diesem Buch gepostet, das geht eigentlich gar nicht: neben dem Buch liegt ein Telefon [https://www.instagram.com/p/ByNkE7uCGt2/?utm_source=ig_web_copy_link]. Und per Telefon sollten schlechte Nachrichten prinzipiell nicht überbracht werden, man weiß nie, was am anderen Ende der Leitung geschehen wird oder geschieht. Aber dieser Aspekt spielt in den Ausführungen von Jalid Sehouli … Weiterlesen Jalid Sehouli: Von der Kunst, schlechte Nachrichten gut zu überbringen

Harald-Alexander Korp: Dem ruhigen Geist ist alles möglich

Mit dem Titel Dem ruhigen Geist ist alles möglich legt der Autor Harald-Alexander Korp ein Werk über einen der bedeutendsten deutschen Mystiker, Meister Eckhart, vor und - deswegen ist der Titel auch für 'Normalsterbliche' interessant - er bricht dessen Einsichten herunter auf das normale Leben und die Frage: Wie kann ich im Alltag nach Eckharts … Weiterlesen Harald-Alexander Korp: Dem ruhigen Geist ist alles möglich

Machado de Assis: Der geheime Grund

Der brasilianische Autor Joaquim Maria Machado de Assis war mir zur Gänze unbekannt, ich vermute einfach, es wird mehreren so gehen. Was allerdings, das ist schon mal ein vorweg genommenes Facit, nach der Lektüre dieser Sammlung von Erzählungen, die 1996 in der Reihe Die Andere Bibliothek erschienen ist, schade ist. Um nichts zu Verschlimmbessern mache … Weiterlesen Machado de Assis: Der geheime Grund

Frank McCourt: Tag und Nacht und auch im Sommer

Vor einigen Jahren, es ist genauer gesagt, schon fast ein Jahrzehnt her, habe ich von Frank McCourt dessen Erinnerungen an seine irische Kindheit hier vorgestellt, ein Buch, das mich erschütterte... ich will nur einen einleitenden Absatz von damals hier wiederholen, weil er auch den Autoren selbst ein wenig vorstellt: Frank McCourt ist das erste von … Weiterlesen Frank McCourt: Tag und Nacht und auch im Sommer

Eric Wrede: The End

Der Weg des Autoren Eric Wredes, Bestatter zu werden, war nicht unbedingt vorgezeichnet. Im "ersten Leben" arbeitete er in der Musikindustrie als Manager, in einer der "was-mach-ich-hier-eigentlich"-Sinnkrisen, die ihn immer mal wieder packten, hörte er zufällig einen Radiobeitrag des bekannten Bestatters Fritz Roth, der ihm einen Aha-Moment bescherte und aus dieser Krisen erlöste: Wredes Beschluss, … Weiterlesen Eric Wrede: The End

Hilde Schmölzer: A schöne Leich

Hilde Schmölzer ist hier auf dem Blog schon vertreten, mit ihrem Buch zur Pest in Wien [https://radiergummi.wordpress.com/2015/11/19/hilde-schmoelzer-die-pest-in-wien/], als Autorin widmet sie sich nicht nur diesen Wiener Themen, ein anderer Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Themen zur Frauenemanzipation [http://www.hilde-schmoelzer.com]. Hier aber führt sie uns nach Wien, nach dessen dunkler Seite, die der Maler Kurt Regschek in seinem … Weiterlesen Hilde Schmölzer: A schöne Leich

Milena Agus: Die Frau im Mond

Es ist ein schmales Büchlein der sardischen Autorin, die ich kürzlich hier mit ihrer Geschichten von den Flügeln ihres Vaters vorgestellt habe (https://radiergummi.wordpress.com/2019/03/17/milena-agus-die-fluegel-meines-vaters/). Der Roman über Die Frau im Mond ist ebenfalls eine Geschichte, die auf Sardinien spielt, die Geschichte einer lebenslangen Suche nach der Liebe, nach Erfüllung, nach dem Glück, leben zu dürfen... Als … Weiterlesen Milena Agus: Die Frau im Mond

Luise Rinser: Bruder Feuer

Die deutschen Autorin Luise Rinser (1911 - 2002; http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/luise-rinser/) gehört zu der Generation der nach dem Krieg politisch aktiven und engagierten Schriftsteller/-innen. Zugleich umfasst ihr eigenes Leben einen tragischen Zug, denn ihre Vergangenheit im Dritten Reich war alles andere als vom Widerstand geprägt, in der vorstehend zitierten Biografie wird ein Bekannter Rinsers dazu zitiert: Der … Weiterlesen Luise Rinser: Bruder Feuer

Anna Gien / Marlene Stark: M

Mit ihrer Interpretation, "M" stünde in Erinnerung an Catherine Millets Ausführungen über ihr sexuelles Leben [https://radiergummi.wordpress.com/2008/07/06/catherine-millet-das-sexuelle-leben-der-catherine-m/] steht Iris Radisch ziemlich allein da [Iris Radisch: Lieber peinlich als männlich; in: ZEIT-Literatur, Beilage zur Leipziger Buchmesse, März 2019]. Die meisten derjenigen, die über das vorliegende Buch des Autorinnenpaares Gien/Stark schreiben, betonen eher, daß das "M" auch der … Weiterlesen Anna Gien / Marlene Stark: M

Thomas Achenbach: Männer trauern anders

Männer sind anders und Frauen auch - dieser lockere Spruch hat ja auch irgendwo seine Berechtigung und er bezieht sich auf alle Lebensbereiche. Daß sie auch in der Trauer, der Reaktion also auf eine Verlusterfahrung, anders sind, gehört dazu und ist, wenn man dies einmal durchlebt oder mit erlebt hat, nicht fremd. Thomas Achenbach [https://trauer-ist-leben.blogspot.com/p/uber-mich.html], … Weiterlesen Thomas Achenbach: Männer trauern anders

Joseph Conrad: Herz der Finsternis

Joseph Conrads Roman "Das Herz der Finsternis" wurde 1899 veröffentlicht. Er führt uns historisch gesehen in eine Epoche zurück, in der viele der heute noch in Afrika schwelenden oder offenen Konflikte ihren Grundstein haben: es ist die Zeit der Kolonisation Afrikas durch europäische Mächte. Der 1899 erstveröffentlichte Roman spielt im Kongo, im Herzen Afrikas, Conrad … Weiterlesen Joseph Conrad: Herz der Finsternis

Rosamund Young: Das geheime Leben der Kühe

Rosamund Young gehört zu den Pionierinnen der britischen Ökoszene, schon seit Jahrzehnten betreibt sie in den Cotswolds im Herzen Englands eine Farm, viel Zeit und Erfahrung also für den Umgang mit Nutztieren. Die da sind ihre Rinder, Schafe, Schweine und auch Kühe. In diesem Buch hält Young ihre Beobachtungen fest und erzählt uns davon. Young … Weiterlesen Rosamund Young: Das geheime Leben der Kühe

Milena Agus: Die Flügel meines Vaters

Der Roman der sardischen Autorin beginnt mit einer genauen Positionsangabe, die uns in den Süden der Insel, an dessen Ostküste führt (https://goo.gl/maps/yrS8Y76NRfk). Die in der Bildmitte zu sehende längliche Insel spielt eine kleine Rolle im Roman, der Hauptschauplatz der Handlung liegt dieser Insel namens Serpentara gegenüber. Es ist eine unwirtliche Gegend, von Macchia überwuchert, von … Weiterlesen Milena Agus: Die Flügel meines Vaters

Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit

Der Mensch ist überfordert. Seit in Urzeiten eine Affenmutter Zwillingstöchter geworfen hatte, aus denen eine zur Stammmutter der Schimpansen wurde und die andere zu der der Menschen (so ein plakatives Bild in Hararis Text) hat dieser Zweig der Hominiden (Gattung Homo) eine erstaunliche Entwicklung hingelegt. Millionen Jahre lang ein Tier unter Tieren, ein Jäger und … Weiterlesen Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit

Oskar Maria Graf: Das Leben meiner Mutter

Oskar Maria Graf (http://www.oskarmariagraf.de/biographie-lebensdaten.html) war noch nie ein Autor, von dem ich etwas lesen wollte. Ich gebe zu, seine äußere Erscheinung mit diesem urbayrischem Habitus und der offenbar unvermeidlichen Lederhose schreckte mich ab - ein Vorurteil, ich weiß. So brauchte es schon den Geiz, mich zur Lektüre eines seiner Bücher, es wird als Hauptwerk bezeichnet, … Weiterlesen Oskar Maria Graf: Das Leben meiner Mutter

Julien Green: Leviathan

Es ist interessant, googelt man nach diesem Titel des französischen Autoren Julien Green, so findet man kaum Besprechungen, obwohl der Roman zu denjenigen gezählt wird, die bleiben werden bzw. denen die Chance zugesprochen wird, "... vor der Ewigkeit Bestand ..." zu haben [Iris Radisch, https://www.zeit.de/1998/35/Kind_Gottes ]. Dieser Leviathan, um den es geht, ist ein düsterer Roman … Weiterlesen Julien Green: Leviathan

Irmgard Keun: Kind aller Länder

Es ist ein wenig schade um diesen 1938 erschienen Roman der deutschen Schriftstellerin Irmgard Keun (1905 - 1982). Diese gehörte zu den vielen, die nach 1933 aus Deutschland vertrieben wurden, sie gehörte zu den wenigen, die nach Holland ins Exil gingen. Ich selbst bin durch das sehr empfehlenswerte Buch  von Bettina Baltschev über diesen Exilort: Hölle … Weiterlesen Irmgard Keun: Kind aller Länder

Anne Gesthuysen: Sei mir ein Vater

Die Journalisten und Autorin Anne Gesthuysen legt mit Sei mir ein Vater ihren zweiten Roman vor. Es ist ein Roman, der sich jedoch in Teilen am Leben der Autorin orientiert, wie sie ihrem Nachwort ausführt. Sei mir ein Vater ist zum einen eine Detektivgeschichte, zum anderen eine Familiengeschichte, in der unterschiedliche Themenkreise auszumachen sind. Ohne … Weiterlesen Anne Gesthuysen: Sei mir ein Vater

T Cooper: Lipshitz

Der vorliegende Roman Lipshitz ist der dritte Roman T Coopers [http://t-cooper.com/]. Lipshitz ist eine Familiensaga der besonderen Art, sie ist nicht dokumentarisch, sondern fiktional an plausiblen Erklärungen und Darstellungen des Schicksals der einzelnen Familienmitglieder orientiert: The New York Times: „Ist das alles wahr?“ - T Cooper: „Nicht ein Fitzel ist wahr, auch wenn einige Vorfälle stimmen, und … Weiterlesen T Cooper: Lipshitz

Fischl Schneersohn: Grenadierstraße

So grob weiß man ja Bescheid (oder glaubt es zumindest) über die Verhältnisse der Juden in Deutschland am Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts. Da gab es zum einen die assimilierten Juden z.B. in Berlin, die geschäftlich erfolgreich waren und die irgendwie von oben und etwas fremdverschämt auf die immer zahlreicher aus dem … Weiterlesen Fischl Schneersohn: Grenadierstraße