Wein, Weib und Gesang… ob der Geheimrat seinerzeit gesungen hat, das weiß ich nicht, das Internet ist in dieser Hinsicht nicht sehr ergiebig mit Aussagen. Daß Goethe Wein und Weib aber genossen hat, ist bekannt, man muss nur einmal die Briefe lesen, die er mit seiner Gefährtin und späteren Ehefrau Christiane wechselte. Nicht nur die Vorräte im Weinkeller waren hier Thema, auch die Bestellung des Schreiners, der das mal wieder zusammengebrochene Bett zu richten hatte… [4]. Möglicherweise wurde dabei ja gesungen (womit ich mit dem ‚dabei‘ jetzt nicht das Richten des Betten meine…) genauso, wie ja auch der Wein die Stimme zum Singen beflügelt (was ich mehrfach im Selbstversuch verifiziert habe.). Sei’s drum, in diesem kleinen, liebevoll aufgemachten Büchlein geht es jedenfalls um das Weib und die Freuden, die sich Männlein und Weiblein gegenseitig bereiten können.

Entstanden sind die Verslein (mit wenigen Ausnahmen) in der Reihe der venezianischen Epigramme im Zusammenhang mit der zweiten Reise Goethes nach Italien, auf der er der heimkehrenden Herzogin Anna Amalie entgegenreiste. Diese zweite Italienreise entfaltete beim Dichter nicht den Zauber der ersten (1786-88), der wir den Spruch vom Land, in dem die Zitronen blühen, verdanken. Goethe kam nur bis Venedig, die Eindrücke des Landes auf ihn mäßig bis schleicht. So notiert er über seinen Veronaaufenthalt (25.-28. März 1790):

….. Campanò heißt das unerträgliche Gebimmele, das sie drey Tage zu verschiedenen Zeiten von den Thürmen der Kirche hören lassen, welcher ein Fest bevorsteht.

De Monti Colonnari e altri fenomeni vulcanici dello Stato Veneto. Memoria di Giov. Strange. 1778.

In der Baukunst in Verona außer an den ältesten Gebäuden eine unschickliche Nachahmung der Rustica, welche an der noch stehenden Außenseite des alten Amphitheaters mit großem Verstand gebraucht ist. Die Gebäude des M. Sanmicheli verdienen alle Achtung und ein besonder Studium.

Die Architektur des neuen Hospitals ist nicht glücklich. Es scheint mir kein Theil derselben wohl räsonnirt zu sein, überhaupt in denen neuern Gebäuden scheint nur noch ein Gespenst der alten Kunst nachzuspuken. Beyspiele von dem schlimmsten Geschmack der mittlern Zeiten, ….. [1]


… aber im Grunde ist dies ja auch nicht das Thema im Büchleins, mit dessen Inhalt der Dichter sich möglicherweise die eigene Befindlichkeit verbessern wollte. Auf Venedig bezogen und des Dichters Impression von der Stadt wird man in den Eprigrammen ebenalls fündig. So heißt es z.B. …. Hättest du Mädchen wie deine Kanäle, Venedig und Vötzchen / Wie die Gäßchen in dir, wärst du die herrlichste Stadt.

Als Motto stellt Goethe seiner Sammlung folgende Spruch voran, datiert auf das Jahr 1790, geschrieben in der Lagunenstadt:

Wie man Zeit und Geld verthan,
Zeigt das Büchlein lustig an.

Daß uns Nachkommen die Verslein überhaupt erhalten geblieben sind, ist nicht selbstverständlich. Im erläuternden Nachwort des Markuskreises, der 1924 die Erstausgabe verantwortete [3] wird festgehalten, daß Goethe die Verse versiegelt an seinen Sohn August reichte, damit dieser sie prüfte (oder prüfen lasse) und sie ggf. vernichte oder auch publiziere. Publiziert wurden sie nicht, aber eben auch nicht vernichtet, letztlich sorgte die Großherzogin Sophie dafür, daß diese Epigramme zum einen zensiert und entschärft, zum andern auch nicht in die ihren Namen tragende Gesamtausgabe aufgenommen wurden. Erst auf Betreiben späterer wurden die Verse in den letzten Bänden der Ausgabe sozusagen ‚vergraben‘.

Dem ‚Markuskreis‘ (zu dem ich keine Informationen finden konnte) kommt jedenfalls der Verdienst zu, die Epigramme 1924 in konzentrierter Form und illustriert zusammengestellt zu haben, wenngleich auch in einer limitierten Privatausgabe [3]. Heute gibt es natürlich eine Reihe von Publikationen, die mehr oder weniger schön sind, zu den schönen, repräsentativen rechne ich diese Ausgabe von Walde+Graf, die in diesem Jahr als Sonderausgabe erschienen ist [s.u.].

Die Illustrationen sind wie auch der Text in einem gedämpften Blau gehalten, die Radierungen stammen von Walter Günteritz (i.e. Carl Heinz Roon), einem 1888 in Neubrandenburg geborenen Maler, der Jahre nach dieser Arbeit in der SA dienen sollte [2]. Einige wenige der Illustrationen findet man über die Google-Bildersuche, so daß man einen Eindruck von ihrer Art gewinnen kann.

Die Qualität der Verse… wer bin ich, daß ich dazu was sagen könnte? Goethe selbst scheint sich jedenfalls des Pikanten seiner dichterischen Ergüsse bewusst gewesen zu sein, brachte er sie ja selbst nicht an die Öffentlichkeit, es findet sich auch ein Vers, in dem es gefragt wird: Wagst du deutsch zu schreiben unziemliche Sachen? worauf er die folgende Antwort gibt: Mein Guter / Deutsch dem kleinen Bezirk, leider ist griechisch die Welt …. Man sieht, es bleibt genug Anregung, das eine oder andere auszudeuten. Eine gewisse Grundkenntnis der antiken Mythologie schadet ebenfalls nicht, sondern erleichtert das Verständnis wenn etwa Priapus angerufen wird, der Fruchtbarkeitsgott der Lampsaken, was andererseits der Römer mit ‚mentula‘ bezeichnet, läßt sich leicht aus dem Zusammenhang erschließen…

Goethes geheime erotische Epigramme gehören für mich zu den Büchlein, die man einfach mal aufschlägt, in denen man blättert und sich für ein paar Minuten erfreuen kann. Für den einen oder anderen mag es ebenso als schönes Geschenk geeignet sein, ein kleines, pikantes Mitbringsel aus Venedig….

Links und Anmerkungen:

[1] http://www.zeno.org/Literatur….Reise
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Günteritz
[3] die Beschreibung des Büchleins: 29,3 x 19,8 cm. Blaue Halbleinenkassette, seitlich in Silber gefasst, mit Extra-Abdeckungspappe für die Kassette und Pergamentschnalle. Inliegend: 1 w. Bl., Titelblatt, 77 (1) Seiten, 1 w. Blatt. Die Seiten sind einseitig bedruckt mit insgesamt 36 Versen und einem 2seitigen Nachwort. Des Weiteren 37 Blätter mit jeweils einer handsignierten Radierung (7×5 bzw. 4×5 cm groß), diese liegen jeweils zwischen zwei Versen. Texte und Radierungen in Blaudruck. …. Begleittext: Von diesem Werke wurden 30 Exemplare in Venedig im Jahre 1924 als Privat-Ausgabe für den Markuskreis auf der Manutius-Presse gedruckt. Carl Heinz Roon radierte die Platten und druckte und signierte eigenhändig die Abzüge. …[entnommen aus einen Antiquariatsangebot bei ZVAB (Wegner, Berlin)]
[4] vgl hier: Sigrid Damm: Christiane und Goethes Ehebriefe;  https://radiergummi.wordpress.com/…ehebriefe/

Goethes geheime erotische Epigramme
Mit 37 Radierungen von Carl Heinz Roon
Originalausgabe: Venedig, Privat-Druck für den Markuskreis, 1924
diese Ausgabe: Frölich&Kaufmann (Sonderausgabe), HC, ca. 40 S., 2017

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>Mit wem habe ich die Ehre<
>Prinz Jussuf.<
>Sie sind Else Lasker-Schüler?<
>So nannte man mich einst, jetzt aber bin ich Prinz Jussuf und heiße dich willkommen in Theben, der Stadt, deren Prinz ich bin. Ringsum herrschen die Perversen von Sodom, um meinen Tisch aber hat sich ein Lichthof gebildet, den ich zu meinem Reich gemacht habe: Theben. …<

Der da so begrüßt wird und mit der reifen Frau für eine Zeitlang unzertrennlich wurde, ist Uri-Zwi Greenberg, der rothaarige Rabbi aus Galizien, der nach dem 1. Weltkrieg der Progrome im Osten floh und u.a. in Berlin lebte. Dieses Kennenlernen zwischen ihm und ‚einer der größten Begabungen der deutschen Literatur‘, das Rozier in seinem „Palast der Erinnerung“ schildert [1], findet im ‚Romanisches Cafè‘ in Berlin statt, zwar ein paar Jahre und einen Weltkrieg später als die Briefe, die Brigitte Landes für dieses vorliegende Bändchen aus dem Insel-Verlag ausgesucht hat, aber dennoch immer noch die Else Lasker-Schüler, die sich auch in diesen Briefen zeigt: ‚verrückt‘, spontan und impulsiv.


Berliner Gedenktafel, Else Lasker-Schüler, Katharinenstraße 2, Berlin-Halensee, Deutschland Bildquelle: siehe Anmerkungen

Berliner Gedenktafel, Else Lasker-Schüler, Katharinenstraße 2, Berlin-Halensee, Deutschland
Bildquelle: siehe Anmerkungen

Zwischen den Briefen, die in einer (von Bändchen der Insel-Bücher gewohnt) schönen Ausstattung wiedergegeben werden und der Begegnung des Prinzen Jussuf mit ihrem rothaarigen Rabbi liegt nicht nur der 1. Weltkrieg, ein Wechsel des Lokals (wir sind jetzt, vor dem 1. WK im ‚Cafè des Westens‘ [8], das zu dieser Zeit Treffpunkt des literarischen und künstlerischen Berlins war und diese Funktion nach dem Krieg an das Romanische Cafè verlor), sondern auch eine Scheidung: so wie schon die erste Ehe Else Schülers mit Berthold Lasker nicht glücklich endete, so zerbrach 1911 auch die Ehe mit Herwarth Walden, ihrem zweiten Mann. Dieser heiratete noch im Jahr der Scheidung (1912) die Schwedin Nell Rosslund, die Briefe Elses liegen zeitlich  vor dieser Hochzeit (?). Lasker-Schüler nennt sie ‚Norwegische Briefe‘, sie sind 1913 in der literarischen Zeitschrift Sturm veröffentlicht worden [2]. Nach Norwegen, dorthin ist Walden nach der Trennung von Lasker-Schüler zusammen mit seinem Freund Kurt Neimann gefahren.

Viele der Künstler, die im Cafè des Westens verkehrten, tauchen in den (ausgewählten) Briefen Lasker-Schülers auf: Döblin zum Beispiel, der Schriftsteller und enge Vertraute Peter Baum, Benn oder auch der Maler Schmitt-Rottluff, der die Künstlerin porträtierte:  “Schmidt-Rottluff hat mich als Mandrill gemalt. … Mein Mund ist rot wie eine Dickichtbeere, in meiner Wange schmückt sich der Himmel zum blauen Tanz, aber meine Nase weht nach Osten, eine Kriegsfahne, und meine Kinn ist Speer, ein vergifteter Speer…” (zum Bild [3]). Oft sind die Personen nicht erkennbar, mit Fantasienamen versehen, der Kalif, der Papst…. auch Else unterschreibt ihre Briefe als Prinz, als Tino von Bagdad, als Odysseus….. wie die Personen verfremdet Lasker-Schüler auch die Orte, Theben eben….

Die Auswahl der Briefe und eingefügten Gedichte Lasker-Schülers las/liest Angela Winkler unter dem Titel: Ich bin die Else Lasker-Schüler – leider [4]. Es sind Briefe aus dem Jahr 1912, diesen für Else Lasker-Schüler sicherlich persönlich schlimmen Jahr mit der Trennung von ihrem Mann, inwieweit sie chronologisch sind, ist nicht erkennbar. In einem der Texte ist sogar unter „Neuigkeiten“ davon die Rede, daß Dr. Alfred Döblin sich als Geburtshelfer … niedergelassen hat, was (soweit die Wiki recht hat) schon 1911 war. Aber ob chronologisch oder auch nicht, es ist nicht entscheidend für die Atmosphäre dieses kleinen, schmalen Bändchens, in und mit dem die Dichterin ihren Gefühlen Platz gibt.

Womit schreibe ich eigentlich meine Gedichte? …
Die schreib ich mit meiner unsichtbarsten Gestaltung,
mit der Hand der Seele, – mit dem Flügel.
Ob er vorhanden ist – Sicher!
Aber gestutzt vom böswilligen Leben.

Else Lasker-Schüler schreibt ihrem Mann, der sie für eine andere verlassen hat. Ob sie Antwort bekommt – es wird nicht gesagt. Die Briefe berichten von Berlin, vom Cafè, wer dort war, wen Else dort getroffen hat, mit wem geredet. Immer wieder die Sorge um das Geld, das sie nicht hat (Daß Sie mir nicht den Preis der Kleiststiftung gegeben haben, ist direkt das größter Unrecht der Erde. Wo ich so nötig Geld hab – bin allein. …. Ich arbeite, ich raube Tag und Nacht – also ich kann bald nicht mehr. … an Richard Dehmel, der 1912 für die Preisvergabe verantwortlich war [5]), um Schulden, die sie machen muss (.. beim Ober vom Mittag: ein Paradeishuhn mit Reis und Apfelkompott, beim Ober von Mitternacht: ein Schnitzel mit Bratkartoffeln und Preisselbeeren und ein Vanilleeins ….).. immer wieder scheint auch der Verlust durch, den der Weggang des Mannes ihr bedeutet, ja, auch die Eifersucht auf die Frau, zu der er geht: Herwarth Walden hat sich in eine blödsinnige Lockenundame verliebt mit langen, bangen Perlengehängen in den Ohren. Ich bin seit 14 Tagen geschieden.

Ich habe alles abgegeben der Zeit, wie ein voreiliger Asket,
nun nimmt der Wind noch meine letzten
herbstgefärbten Worte mit sich.
Bald bin ich ganz leer, ganz weiß, ….

Die Scheidung schlägt sich nieder in den Briefen. Waren sie bis dahin trotz Geldmangel und Einsamkeit von einer Lebenslust geprägt, möglicherweise auch von Hoffnung, so werden offenbaren sie jetzt des öfteren größere Niedergeschlagenheit: Ich gehe jetzt oft allein in die Stadt. Fahre mit all den Maulwürfen Untergrundbahn. Ich habe schon eine Erdfarbe bekommen. Ich soll schlecht aussehen…. bin allen Ernstes krank … mit meiner Schwermut. …. oder auch: … Wir können uns beide kaum mehr sehen, Herwarth; all die Leute, die uns wieder zusammenbringen wollen, sind nichts weiter als Oelschmierer oder Terpentinwäscher, uns auffrischen wollen sie, … man sollte lieber die Menschen, über die die Nacht kam, einbalsamieren. …

Ich habe bald nichts mehr zu sagen, Herwarth und Kurt.
Uebrigens seid ihr ja so lange wieder in Berlin schon,
und meine norwegischen Briefe neigen sich dem Ende zu.
Ich habe bald überhaupt nichts mehr zu sagen, dünkt mich. …

So lange schon wieder in Berlin – es klingt nicht so, als hätten sie sich gesehen. Und doch… es taucht ganz leise ein anderer auf am Horizont ihrer Gefühle, Dr. Benn, der Zyklop, der ‚dichtende Kokoschka‘, eine sich ab Sommer 1912 entwickelnde intensive Freundschaft, die sich literarisch in vielen Liebesgedichten niederschlug.

So tragisch und berührend dieses Einzelschicksal für Else Lasker-Schüler auch gewesen sein mag, angesichts dessen, was noch auf sie zukommen sollte, zählt es kaum. 1933 flog die Jüdin Lasker-Schüler in die Schweiz, sie war arm, musste in Zürich auf Parkbänken übernachten, wurde als unerwünschte Person aufgegriffen und erhielt nur befristete Aufenthaltsgenehmigungen. Sie wurde zur Verscheuchten [Gedicht aus 2a entnommen],


Die Verscheuchte

Es ist der Tag in Nebel völlig eingehüllt,
Entseelt begegnen alle Welten sich –
Kaum hingezeichnet wie auf einem Schattenbild.

Wie lange war kein Herz zu meinem mild ….
Die Welt erkaltete, der Mensch verblich.
– Komm, bete mit mir – denn Gott tröstet mich.

Wo weilt der Odem, der aus meinem Leben wich? –
Ich streife heimatlos zusammen mit dem Wild
Durch bleiche Zeiten träumend – ja, ich liebte dich.

Wo soll ich hin, wenn kalt der Nordsturm brüllt –?
– Die scheuen Tiere aus der Landschaft wagen sich –
Und ich – vor deine Tür, ein Bündel Wegerich.

Bald haben Tränen alle Himmel weggespült,
An deren Kelchen Dichter ihren Durst gestillt,
Auch du und ich.

Und deine Lippe, die der meinen glich,
Ist wie ein Pfeil nun blind auf mich gezielt –.


die letztlich ihr geliebtes Hebräerland [7] noch erreichte und auch dort letztlich bitterlich enttäuscht wurde, ihr Traum von diesem Land hielt der Realität nicht stand. 1939 reiste sie wiederum nach Palästina, da die Schweiz ihr die Rückreise verweigerte, blieb sie dort. 1944 erkrankte sie schwer, nach einem Herzanfall starb Else Lasker-Schüler im Januar 1945 in Jerusalem. ‚Nachdem der Ölberg bei der Teilung Jerusalems 1948 unter jordanische Verwaltung gekommen war, wurde Lasker-Schülers Grab, wie viele andere historische Gräber auch, zerstört. Ihr Grabstein wurde nach der israelischen Eroberung Ostjerusalems im Sechstagekrieg versetzt neben einer Schnellstraße gefunden, welche die jordanische Verwaltung 1960 quer durch den jahrtausendealten jüdischen Friedhof bauen ließ. 1975 wurde der Grabstein an seinem heutigen Ort aufgestellt [entnommen: 6]‘.

Denk dir ein Wunder aus liegt vor dieser schweren Zeit. Hier tritt uns die lebensfrohe, lebensgefüllte, fantasievolle, quirlige und farbige Dichterin entgegen, die bekannt ist wie ein bunter Hund, die anerkannt ist und ihre Verehrer hat. Es ist eine persönlich schwere Zeit für sie, das gebrochene Herz, die armseligen materiellen Verhältnisse: sehr schön zeigt die Sammlung der Briefe, wie sich diese Nöte  in ihr auswirken, wie sie ihre Lebensfreude dämpfen und wie man gleichzeitig spürt, daß dies aber nur vorübergehend sein wird….

Ein schmales Büchlein für einen besinnlichen Nachmittag voller anrührender Momente, eine verdiente Erinnerung an eine große deutsche und jüdische Schriftstellerin und Künstlerin.

Links und Anmerkungen:

[1] Wiki-Beitrag zu Else Lasker-Schüler:  https://de.wikipedia.org/wiki/Else_Lasker-Schüler
Seite der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft: http://www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de
[2] http://www.kj-skrodzki.de/Dokumente/Text_044.htm
[2a] http://www.kj-skrodzki.de/Dokumente/Text_020.htm
[3] http://lezenindekunst.blogspot.de/2011/02/else.html (Bild von schmitt-rottluff)
[4] siehe z.B. hier: http://www.wn.de/Welt/Kultur/1740251-Angela-Winkler-liest-Else-Lasker-Schueler-Man-muss-Clown-sein
[5] – Richard Dehmel war ein deutscher Dichter und Schriftsteller: https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Dehmel
– https://de.wikipedia.org/wiki/Kleist-Preis 1932 erst, ein Jahr vor der Vertreibung aus Deutschland, sollte ihr der Preis endlich zuerkannt werden
[6] http://www.wikiwand.com/de/Else_Lasker-Schüler
[7] die Besprechung dieses Büchlein ist hier zu finden:  https://radiergummi.wordpress.com/2016/08/17/else-lasker-schueler-das-hebraeerland/
[8] hier irrt der Suhrkamp-Verlag auf seiner Webseite zum Büchlein (s.u.: ‚diese Ausgabe‘) offensichtlich, wenn er vom Romanischen Café spricht, das ja erst 1916 eröffnet wurde… (https://de.wikipedia.org/wiki/Romanisches_Café)

else

Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/…Lasker-Schüler.jpg; von OTFW, Berlin (Eigenes Werk) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Else Lasker-Schüler
Denk dir ein Wunder aus
Hrsg: Brigitte Landes
mit einem Nachwort der Herausgeberin
diese Ausgabe
: Insel-Bücherei Bd. 1394, HC, ca. 80 S., 2014

Der Eckhaus-Verlag aus Weimar [1] ist ein noch junges Unternehmen, eine Verlagsgründung in den Zeiten, in denen das e-Book den Markt durcheinanderwirbelt – eine mutige Entscheidung und der Ehrgeiz, ein angesehener deutscher Verlag zu werden: ein löbliches Vorhaben. Thema des Verlages ist das Wahren der Erinnerung, denn geht die Erinnerung verloren, kann Zukunft nicht gestaltet werden.

Diesem Motto gehorcht auch das Buch von Ulrich Völkel, Cheflektor des Verlages, mit dem Titel Das ferne Grab. Der Inhalt des Buches ist weitgehend (auto)biographisch, die Ausgestaltung eine Fiktion. Völkel nennt seinen Text „Novelle“, was sich mir nicht erschließt, denn die „unerhörte Begebenheit“, das „seltsame, unerhörte Ereignis“ , welches einer Novelle zugrunde liegen sollte – sie ist nicht erkennbar. Denn leider geht es um ein Schicksal, daß viele, Hunderttausende, vielleicht sogar Millionen Frauen teilen bzw. geteilt haben: ihre Männer sind auf den Schlachtfeldern des 2. Weltkrieges geblieben, ohne daß sie Abschied nehmen konnten und/oder daß sie – insbesondere bei den toten Soldaten in Russland/der Sowjetunion – das Grab besuchen konnten.

voelkel

Völkel [2], Jahrgang 1940, erzählt in seinem Buch seine Familiengeschichte, besonders die Geschichte seiner Mutter, die er im Buch als Elisabeth („Li“) Thal auftreten läßt. Es ist keine aussergewöhnliche Geschichte für die damaligen Zeiten, es ist die Zeit nach dem 1. Weltkrieg, die beiden Verliebten waren arm wie die Kirchenmäuse, als sie 1938 heirateten. Ihr Vater war nicht begeistert, er hätte lieber einen Mann mit einem handfesten Beruf an der Seite seiner Tochter gesehen als einen arbeitslosen kaufmännischen Angestellten. Aber die Mutter stand auf der Seite ihrer Tochter…. daß diese schon ihr erstes Kind unter dem Herzen trug, verschwieg Li allerdings wohlweislich….

Arm, arbeitslos, die Versicherung Lis aufgelöst, um halbwegs einen Hausstand gründen zu können – der Mann Robert verpflichtete sich bei der Wehrmacht auf 12 Jahre. Die wollte er auf einer Arschbacke abreißen und von dem Entlassungsgeld dann eine Farm in Afrika kaufen. Wärme, unendliche Weite.. das lockte ihn und Li wäre mitgegangen. Probleme mit den Losungen und Plänen der Nationalsozialisten hatte er nicht, natürlich saugten die Plutokraten und Juden Deutschland aus…. auch darin unterschied sich Robert kaum von vielen, den meisten anderen Deutschen.

Doch es kam anders als geplant… Robert machte den Feldzug nach Russland mit (.. ein längerer Aufenthalt in Russland… so steht es in einem seiner Briefe an Li), unendliche Weiten, unendlicher Schmutz, ein unangenehmer Gegner. Trotzdem wich das Überlegenheitsgefühl Roberts nicht, der Optimismus, den Feind bald besiegt zu haben: Seit den frühen Morgenstunden greifen wir an, um den Bolschewiken den Rest zu geben. Und daß es diesmal nach meiner Meinung nicht allzu lange gehen kann, davon bin ich überzeugt, weil deren Kampfmoral und vor allem das Menschenmaterial sehr mies ist. …. schreibt er im Mai 1942 nach Hause.

Auch zu Hause wird es immer schwieriger für Li. Zwei Kinder hat sie, das dritte ist unterwegs. Die Nahrungsmittel werden knapp, im Winter fehlt Heizmaterial, Medikamente gegen die Erkrankung der Kinder auch. Sorgen, Angst, Enttäuschungen, und immer wieder Hoffnungen, daß der Papa, der Mann Urlaub bekommt und wieder einmal, endlich, nach Hause kann….

Im September 1942 bekommt Li das letzte Lebenszeichen von Robert, der Brief vom 20. trifft eine Woche vor der Geburt ihres dritten Sohnes ein. Erst im Juni 1943 bekommt sie die offizielle Nachricht vom Wehrkreiskommando, daß Robert am 7. Dezember 1942 durch einen Kopfschuss in der Nähe von Stalingragd gefallen ist.


Elisabeth Thal und ihre drei Kinder haben den Krieg überlebt, Li hat jedoch viele der Verwandten verloren. Nach dem Krieg lebte sie mit ihren Kindern in der damaligen DDR. Die „Wende“ 1989 in Deutschland und die „Perestoika“ in der ehemaligen UdSSR ermöglichten etwas, woran sie vielleicht nicht mehr geglaubt hatte: sie hatte jetzt die Möglichkeit, Abschied zu nehmen, das Grab ihres Mannes zu besuchen, eine Blume dort niederzulegen, den tief in ihr – auch nach Jahrzehnten noch – nagenden Zweifel, ob er wirklich tot sei, auszuräumen.

Denn dieser Zweifel war da, die widersinnige Hoffnung, daß Robert vielleicht doch noch leben würde, in Russland, ohne Gedächtnis möglicherweise wo er eigentlich herkäme… Innere Ruhe würde sie erst finden, wenn sie durch das Grab die Gewissheit seines Todes hätte, wenn sie buchstäblich „begreifen“ könnte, daß er tot ist.


In der Wirklichkeit ist die hochbetagte Elisabeth Thal nicht mehr in der Lage, eine Reise zum großen Soldatenfriedhof bei Wolgograd [3]. Dies übernimmt ihr Sohn Ulrich: Sie hatte die Kraft nicht mehr, eine Reise nach Wolgograd zu unternehmen. Ich habe diese Reise für sie in meinem Gedanken gemacht. …. der ihr aber von ihrer fiktiven, als Novelle festgehaltenen Reise, nichts erzählt, um sie nicht unnötig aufzuregen.

Völkel läßt die „fiktive“ Li mit einer Gruppe von Kriegerwitwen nach Wolgograd fliegen. Auf dieser Reise werden bei Li noch einmal die Erinnerung wach an diese Zeiten, an ihre Hochzeit, die Kinder, die Kriegsjahre, auch die Jahre in der DDR… ihren größten Schatz hatte Li retten können, auch als alles in Schutt und Asche gebombt worden war: Briefe von Robert und auch von ihr, die als unzustellbar zurückgekommen waren. Diese Briefe hat Völkel in seinen Text eingefügt, sie sind neben den Erinnerung ein wesentlicher, vielleicht sogar der aussagekräftigere Teil des Buches.

Völkel beschreibt, wie schwierig es für ihn war, diese Briefe des zu DDR-Zeiten als „faschistischer Soldat“ bezeichneten Robert Völkels zu lesen. Den Briefen ist kein Zweifel zu entnehmen – gab es wirklich keine? -, ungebrochener Optimismus und Glaube an den Sieg herrschen vor, auch wenn es Klagen gibt über die mangelhafte Versorgung und die schlechten hygienischen Verhältnisse. Aber Russland ist ein riesiges Land, der Vormarsch war schnell, man kam in der Etappe nicht nach. Ja, Kameraden starben, aber das ist so im Krieg und man stellt die Toten dem Russen ordentlich in Rechnung. Sehnsucht nach der Frau, den Kindern, nach gutem Essen, Hoffnungen.. Anweisungen und Bitten um Pakete… alles ist Willkommen. Vielleicht sind diese Bitten ein Zeichen dafür, daß an der Front doch nicht alles kritiklos gesehen wurde…

Von ihrer Seite aus immer wieder die Hoffnung, ihren Mann endlich wieder zu sehen, die Enttäuschen, zu Weihnachten allein zu bleiben wie auch zu Silvester. Schilderungen über die Probleme in der Heimat: Knappheit an Nahrung, Medikamenten, Spielzeug, Heizmaterial…. und gleich wieder die Beschwichtigung: man will dem geliebten Mann an der Front ja nicht die Seele schwer machen….. die Kinder, die ohne den Vater aufwuchsen, sich nach ihm sehnten.. auch sie immer wieder enttäuscht.

In Russland dann die direkte Auseinandersetzung mit dem fremden Land, dem einst unverbrüchliche Freundschaft geschworen, mit dem Friedhof für die deutschen Gefallenen, der von den Russen keineswegs mit Freuden begrüßt wurde, dann aber dazu führte, daß auch für russische Gefallene ein Friedhof angelegt wurde – in der Schilderung dieser Vorgänge durch eine junge Russin werden auch die unterschiedlichen Mentalitäten und der Umgang mit der Vergangenheit deutlich…


So ist Völkes schmales Büchlein, das durch einen Gedichtzyklus schöne kindheit gewesen ergänzt wird, ein sehr privates Buch, eine späte Aufarbeitung auch des Verlustes des Vaters, der Zerstörung der Familie, es ist ein Dank auch an die Mutter dafür, wie sie ihr Schicksal getragen hat. Die Mutter, die ein Leben lang die Trauer nicht wirklich in ihr Leben integrieren konnte, weil die Ungewissheit an ihr nagte, nicht nur ob Robert wirklich tot sei, sondern auch die, ob die Aussage, er habe einen schnellen, schmerzlosen Tod gehabt, stimmt…. es bleibt die Hoffnung, daß sie, die taggenau 70 Jahre  nach ihrem Mann, kurz vor ihrem 99. Geburtstag gestorben, ist, in Frieden gegangen ist. Insofern ist es auch ein Buch über die Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen.

Das Buch ist mit Familenfotos illustriert, die in den Text eingestreuten Briefe strukturieren die Erinnerungen der Mutter zu jeweils weitgehend abgeschlossenen Abschnitten. Ich denke, für jede, der nicht nur an der großen Weltpolitik interessiert ist, sondern auch am Schicksal einzelner, das unter Umständen genommen werden kann als stellvertretend für viele Schicksale, ist Das ferne Grab in seiner unaufgeregten, nachdenklichen Art eine lohnende Lektüre.

Links und Anmerkungen:

[1] Homepage des Verlages: http://www.eckhaus-verlag.de
[
2] Homepages des Autoren: http://www.ulrichvoelkel.de
[3] auf einem dieser Granitwürfel ist der Name „Robert Ludwig Völkel“ eingraviert:  http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kriegsgräberstätte_Rossoschka


Ulrich Völkel
Das ferne Grab

mit dem Gedichtzyklus: schöne kindheit gewesen
diese Ausgabe: Eckhaus-Verlag, brosch., 135 S., 2014

Ich danke dem Verlag für die Überlassung eines Rezensionsexemplars.

Rabenvögel titel

Der Vogel, von je her ein mythisches Wesen, das keine Grenzen kennt. Wo das Landtier und das Wassertier gebunden sind an ihr Element (vergessen wir die raren Schauspiele fliegender Fische,schwimmender Tiger oder fliegender Schlangen [1]), überwindet der Vogel das seinige schwerelos, elegant und auf wunderbare Weise. Denn allein schon die Tatsache, sich in der Luft halten zu können, grenzt ans Wunderbare – allen Erklärungen, die uns die Wissenschaft zur Verfügung stellt, zum Trotz. Wer hätte sich noch nie der Magie des Kranichzugs hingegeben oder dem majestätischen Kreisen eines Greifs? Zugegeben, auch andere Tier können fliegen, sich in der Luft halten, denken wir nur an den Flug von Insekten, doch kommt allenfalls noch dem flatternden Flug der Schmetterlinge eine Faszination zu, die der von Vögeln gleicht. Und welches Krabbeltier, ausser vllt dem Skrarabäus (in einem Land, in dem es nicht so viele Vögel gibt?), hätte es zu göttlichen Ehren gebracht?

Doch taugen die ubiquitären Schmetterlinge nicht zum mythischen Tier, allenfalls zum romantischen. Das mythische Tier sollte etwas „darstellen“ oder kann sich jemand Prometheus vorstellen, an dem ein Marienkäfer nagt? Nein, da muss es schon ein Adler sein mit herrischem Blick, der sich nur Göttern unterordnen mag. Und sowieso, diese Götter…. Wen sollten sie sich als Boten [6] aussuchen, wenn nicht Vögel? Und nehmen sie dann doch einen anderen in Dienst, so statten sie ihn doch wenigstens mit dem vogelschen Attribut der Schwingen aus, wie weiland Merkur/Hermes sie trug [2].

Natürlich bedient sich auch die christliche Ikonographie der Vögel und ihrer Attribute. „Der Flügel bedeutet die Schnelligkeit des geistigen Emporführens, das Himmlische… das Entrücktsein von allem, was an der Erde haftete …Die Leichtigkeit der Flügel aber bedeutet, dass das Wesen in keiner Hinsicht erdhaft ist .. der Schwere nicht unterzogen“. Folgerichtig ist mit der Taube als Symbol für den Heiligen Geist die höchstmögliche Steigerung dieser Symbolik erreicht [3]

rabenvögel-selbst

Nun also der Rabe bzw. die Rabenvögel, die ungeachtet ihres enervierenden Krächzens zu den Singvögeln zählen, dort aber gleich zu den größten. Sie sind schwarz (Krähen und Raben, die Häher nicht unbedingt), das war nicht immer so, wie wir erfahren, dereinst waren sie als Angestellte des Apoll weiß, aber sie verärgerten den Schönen und strafte er sie mit der neuen Farbe. Die beiden Boten des Wotans, auch sie Raben…. Raben sind, wie das oft bei Symbolen der Fall ist, ambivalent: im Christlichen Attribut des Elia und des Hlg. Benedict von Nursia werden so meist aber doch mit Tod und Unglück in Verbindung gebracht, wie es dieser Refrain des Eingangsgedichts im vorliegenden Lyrikbändchen aus dem Conte-Verlag deutlich macht:

Weiter als die Blicke reichen
Liegen Tote unbegraben;
Riesenschwärme alter Raben
Nähren sich mit Fleisch von Leichen!
Seht, wie überm Ghetto heute
Schwärme alter Raben fliegen,
Denn in unsern Todeszügen
Wittern sie schon neue Beute!

aus: Herman Adler: Raben

… womit ich endlich beim Büchlein bin….

Rabenvögel“ ist eine Anthologie von Gedichten, in denen Raben und Krähen entweder das Thema bilden oder auch nur erwähnt werden. Das berühmteste der Rabengedichte, natürlich, es ist das vom Raben Nevermore, es ist das von Edgar Allen Poe über den am Tod seiner Geliebten verzweifelnden Mann mit aufgepeitschten Sinnen von einem Raben besucht wird… Außer Poe sind noch eine Vielzahl anderer „Poe“ten (beim Thema „Raben“ passt das so schön….) vertreten: Bachmann, Heym, Fontane, Hebbel, Heine, Kirsch, Morgenstern, Nietzsche u.a.m.

Immer wieder ist von Tod die Rede, von Leichen, von ausgehackten Augen… der Rabe ist kein Glücksvogel mehr, kein Überbringer guter Nachrichten: er ist ein Galgenvogel im Sinne des Wortes und auch die, die an diesen Ort gehören (nun ja.. ) sind es: Galgenvögel.. auch wenn hier unterschwellig eine Art stillen Respekts mitschwingen mag, nicht nur der Zorn und der Ärger spürbar sind.

Das Büchlein wird durch ein Zwiegespräch abgerundet zwischen dem Herausgeber B. Phillipi und einem Vertreter, nicht Hans Huckebein, sondern einfach nur Rabe R., das viel Wissenswertes über den Vogel und seine Verwandten enthält. Das die Illustrationen im Buch von einer Künstlerin sind, die Raber heißt [4], fast zu viel Zufall, um zufällig zu sein…

howevermore… das Büchlein „Galgenvögel“ ist ein nettes, ein empfehlenswertes, es ist kurzweilig und auch wenn man ihm meist Fröhlichkeit und Lebensfreude absprechen muss, wirkt es doch gerade durch die durchgängige Melancholie der Gedichte lange nach….

Links und Anmerkungen:

[1] ja, die gibt es: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ungewoehnliches-flugobjekt-video-zeigt-wie-schlangen-durch-die-luft-gleiten-a-730498.html und hier: http://www.spektrum.de/alias/biologie/wie-schlangen-fliegen/1241314
[2] merkur man sieht die kleinen Flügelchen am Fuß des Götterboten, ein Symbol für seine Aufgabe
[3] das Zitat ist von Dionysius Aeropagita, zitiert nach: Sachs, Badstübner, Neumann: Christliche Ikonographie in Stichworten, Berlin, Leipzig 1991
[4] … und die hier ihre Homepage hat: http://www.catrin-raber.de
[5] hinweisen möchte ich dann noch auf die Besprechung bei W. Schiffer: Rabenvögel – Eine Lyrikanthologie wider den schlechten Ruf…; http://wolfgangschiffer.wordpress.com/2014/01/05/rabenvogel/
und ein Buch zum Thema „Raben“ kann nicht ohne den Hinweis auf das bibliophile Bändchen von Riechelmann „Krähen“ eingestellt werden, beide Büchlein ergänzen sich ganz wunderbar! https://radiergummi.wordpress.com/2013/07/05/cord-riechelmann-krahen/
rabe-theodor
[6] .. was ich gestern durch Zufall fand: noch immer ist der Rabe als Bote unterwegs, hier der Herr Theodor

Bernd Phillipi (Hrsg)
Rabenvögel
mit Illustrationen von Catrin Raber
diese Ausgabe: Conte-Verlag, TB, ca. 98 S., 2013

Ich danke dem Verlag für die Überlassung eines Rezensionsexemplars

Ihr schönstes Gedicht

1. Januar 2014

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Mein schönstes Gedicht? 
Ich schrieb es nicht. 
Aus tiefsten Tiefen stieg es. 
Ich schwieg es. 

Mascha Kaléko

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