Franz Kafka: Die Verwandlung

20. April 2013

kafka verwDie Verwandlung ist eine der bekanntesten Erzählungen Kafkas, vllt auch eine der verstörenderen. Geschrieben wurde sie 1912, die Erstveröffentlichung war 1915: Die Hauptperson, Gregor Samsa, wacht eines Morgens auf und nimmt sich als in ein „ungeheures Ungeziefer“ mit einem Rückenpanzer und vielen hin und her wackelnden Beinchen verwandelt im Bett liegend wahr. Dies scheint ihn aber nicht sonderlich zu stören, viel mehr ist er erschrocken darüber, daß er, der ansonsten sehr pflichtbewusste Handlungsreisende, den Frühzug, den er für seine Geschäfte nehmen wollte, versäumt hat.

Im Bett liegend denkt er über sein Leben nach und über seine Arbeit, die ihn, nach dem geschäftlichen Misserfolg des Vaters, zum Ernährer der Familie gemacht hat. Er liebt diesen Job nicht, fühlt aber die Machtposition, die er ihm im Rahmen der Familie gibt. Die Familie nimmt das Geld von Gregor und lebt offensichtlich gut damit, es ist ihr eine Selbstverständlichkeit, besonderen Dank erhält der Sohn nicht.

Während sich Gregor noch aus dem Bette bemüht, kommt auch schon der Prokurist der Firma, um nach seinem Verbleib zu sehen. Mit Mühe kommt Gregor aus dem Bett und kann schließlich sogar die Tür öffnen; der menschlichen Sprache ist er nicht mehr mächtig, obwohl er sie noch verstehen kann. Der Prokurist ist so wie auch die Familienmitglieder aufs Höchste erschrocken und ergreift die Flucht. Gregor, dem klar ist, daß das Geschehen betrieblich für ihn sehr ungünstige Auswirkungen hätte, versucht, ihn daran zu hindern, was verständlicherweise misslingt. Der Vater fasst sich dagegen ein Herz und attackiert Gregor, der nur langsam wieder in Richtung seines Zimmers zurück krabbeln kann. Er bleibt in der Türöffnung hängen und wird vom Vater mit einem kräftigen Tritt ins Zimmer befördert. War dieses zuvor von ihm von innen versperrt, wird es ab jetzt durch die Familie von aussen abgeschlossen.

In der Folge kümmert sich Grete, die Schwester, um Gregor, füttert ihn und reinigt das Zimmer, was ihr einen gewissen Alleinvertretungsanspruch, was ihren Bruder angeht, verschafft. Da der Ernährer der Familie ausgefallen ist, müssen jetzt alle Samsas anfassen: der Vater nimmt eine Stellung als Diener in einer Bank an, Grete lernt Französisch und arbeitet in einem Geschäft und die Mutter untervermietet Zimmer an Herrn. Der Kassensturz hat ergeben, daß noch gewisse Ersparnisse vorhanden sind (was Gregor mit Erstaunen hört), die Wohnung kann aber nicht auf Dauer gehalten werden. Nur scheint ein Umzug in eine kleinere Wohnung mit Gregor nicht machbar.

Die Versorgung Gregors durch Grete wird immer nachlässiger, eines Tages entdeckt die Schwester, daß Gregor es liebt, auch an den Wänden und der Decke entlang zu kriechen. Logisch denkend will sie daraufhin mit Hilfe der Mutter das Zimmer vom Mobiliar befreien, was jener eine Bemerkung entlockt, auf Grund der Gregor merkt, daß mit dem Entfernen der Möbel auch sein Wunsch, sich wieder in einen Menschen zurückzuverwandeln, in weite Ferne rückt. Tapfer verteidigt er ein letztes Relikt der früheren Einrichtung, so daß ihn jetzt die Mutter sieht, die daraufhin einen Anfall bekommt und aus dem Zimmer rennt, Gregor „eilt“ hinter ihr her – zum Helfen – er weiß es selber nicht. Es gibt einen Tumult, ein Fläschchen mit Riechsalz zerbirst auf den Boden, die Splitter verletzen Gregor und justament jetzt kehrt der Vater zurück. „Gregor ist ausgebrochen“ bekommt er von Grete Bescheid.

Der Vater treibt Gregor im Wohnzimmer um den Tisch, bewirft ihn mit Obst und ein Apfel verletzt Gregor schwer, er durchschlägt den Rückenpanzer und dringt in das zarte Fleisch darunter ein. Mit letzter Kraft schleppt er sich ins Zimmer, wieder wird er eingeschlossen. Doch jetzt erinnert man sich daran, daß er ja der Sohn/Bruder ist: am Abend, wenn die Familie um den Tisch sitzt, öffnet man die Tür zu seinem Zimmer und Gregor kann aus der Dunkelheit die Familie sehen.

Eines Abends hören die drei Zimmerherren, an die die Mutter vermietet hat, im Wohnzimmer sitzend Grete nebenan auf ihrer Violine spielen und bitten sie, ihnen doch hier, im Wohnzimmer, aufzuspielen. Ausgerechnet an diesem Abend ist die Tür zu Gregors Zimmer nicht verschlossen (wie sonst immer, wenn die Herren am Tisch sitzen), so daß Gregor sich anfänglich unbemerkt in das Zimmer schleichen kann. Doch dann erblickt man ihn, es kommt zu gehöriger Aufregung und Auseinandersetzung, die Zimmerherren kündigen stante pede und Gregor wird erneut in sein Zimmer getrieben.

Es ist Grete, die jetzt dafür plädiert, sich von dem Gedanken, daß „es“ Gregor sei, zu lösen. Und auch Gregor, der dies hört, und der sowieso schon sehr schwach ist, da er in der letzten Zeit nur noch selten aß und dessen Verletzung im Rücken schwärt und schwärt, stimmt Grete innerlich zu. Und in dieser Nacht hört er auf zu atmen.

Samsas sind erleichtert, die Trauergefühle halten sich in Grenzen. Man macht in gegenseitigem Einverständnis an den jeweiligen Arbeitsstätten „blau“, auch die Zimmerherren, die das mit der Kündigung wohl doch nicht so ernst gemeint hatte, will man nicht mehr. Endlich kann man in eine kleinere Wohnung! Und man beschließt, den Tag mit einem Ausflug, bei dem den Eltern auffällt, was für ein ansehnliches Frauenzimmer Grete doch geworden ist….

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Kafka schreibt diese Erzählung 1912, im Alter von 29 Jahren. Es ist eine kritische Zeit für ihn, 1911 drängt ihn die Familie, d.h. wohl der Vater, daß er sich um die Asbestfabrik seines Schwagers kümmern solle. Dies belastet den jungen Kafka derart, daß er sich sogar mir Suizidgedanken trägt. Andererseits lernt er in dieser Zeit zwei Frauen kennen: zum einen Felice Bauer, eine junge Berlinerin, mit der er vor allem zwar brieflichen Kontakt hat, mit der er aber auch insgesamt zweimal ver- und wieder entlobt. Im Jahr 1913 lernt Kafka eine Freundin von Felice, Grete Bloch, kennenlernt. Dieser gegenüber äußert er brieflich Bedenken gegen die Ehe mit Felice, was Grete Bloch dieser verrät, worauf Felice die Verlobung (das erste Mal) löst. Der Briefkontakt zwischen Kafka und Bloch bricht ab.

Für das Verständnis von „Die Verwandlung“ ist auch ein später entstandenes Werk des Dichters wichtig, nämlich der 1919 verfasste „Brief an den Vater„. Schon aus der kurzen Inhaltsangabe von mir läßt sich ja schließen, daß „Die Verwandlung“ nicht nur ein Stück ist, welches sich um die innere/äußere Identität des Gregor Samsa kümmert, sondern auch eine Darstellung eines Familiensystems und damit auch eine Anspielung auf Kafkas eigene Erfahrungen, da dieser bekannterweise ein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater hatte.

Schon der Name „Samsa“ ist von Kafka mit Bedacht gewählt, er ist in mancherlei Hinsicht deutbar. Wie Krenicky ausführt, kann er u.a. als Kryptogramm auf Kafka gelesen werden (Kafka – Samsa: ein sehr ähnlicher Wortaufbau), aber Kafka selbst äußerte sich dazu wie folgt: „Es ist kein Kryptogramm, Samsa ist nicht restlos Kafka. Die Verwandlung ist kein Bekenntnis, obwohl es – in gewissem Sinne – eine Indiskretion ist.“ [2, siehe dort auch weitere Interpretationsmöglichkeiten]

Wenn ich jetzt schon bei Namen bin.. vllt ist es kein Zufall, daß in der Erzählung die Schwester „Grete“ heißt und sich das Verhältnis von Gregor/Franz zu ihr im Lauf der Geschichte verschlechtert, es würde damit Parallelen aufweisen zu der oben erwähnten Beziehung zu Grete Bloch. Es wäre interessant zu erfahren, ob das mehr ist als eine Spekulation, aber das müsste man mehr über diese Frau (die 1944 in Auschwitz ermordet worden war) erfahren können… es fiel mir jedenfalls auf, daß um diese Zeit sowohl im realen als auch im literarischen Leben von Franz Kafka eine „Grete“ eine Rolle spielte….

Vllt – auch das reine Spekulation – sind Grete/Gregor auch nur zwei Gesichter einer Persönlichkeit. Grete (anfänglich ein junges Mädchen ohne große Initiative, das in den Tag hinein lebt) wird mit Gregors Verwandlung zu einem Menschen, wie Gregor es vllt selber sein wollte: energisch, bestimmt, aktiv, ergebnis-/zielorientiert. Das war nur möglich, indem der passive, zurückgezogene, reagierende, sich anpassende Gregor sich endgültig zurückzieht, letztlich also stirbt. Daß sich Gregor gegen das Sterben nicht auflehnt, es akzeptiert, passt einerseits zu seinem Charakter, andererseits ist dies notwendig, wenn er – in diesem Bild – als Grete, prall und ansehnlich, ins Leben hinaus will.

Nabokov, der sich in seinen Vorlesungen zu Kafka auch über die Identität des vom Autoren selbst nie näher bezeichneten „Ungeziefers“, in das sich Gregor verwandelt hat, ausläßt, ist der sogar der Meinung, daß Grete die größere Verwandlung erfährt als Gregor [1], denn bei letzterem manifestiert sich im käfergleichen Äußeren „nur“ das Wesen, das Gregor im Inneren immer schon war, in diesem Sinne also keine Verwandlung, sondern eine „Sichtbarmachung“: Gregor sieht sich selbst als Ungeziefer, als kriecherisches, krabbelndes, von anderen abhängiges Wesen, das möglichst nicht auffallen darf und sich verstecken muss. In diesem Zusammenhang bezeichnend ist, daß letztlich nur die Mutter, selbst als schwaches, krankes Mensch beschrieben, bis zuletzt an die Identität ihres Sohnes im Insekt festhält.

Was mir ebenfalls bemerkenswert erscheint, ist die Tatsache, daß Franz Kafka, der ja seinen ersten Blutsturz 1916 erleidet und wieder zu seinen Eltern zieht, schon – als hätte er eine Vorahnung – der Mutter Georgs auch eine schwache Lunge zuschreibt. Noch makaberer wirkt die Tatsache, daß er seinen Gregor einen Hungertod sterben läßt, also die Todesart, die er selber einmal erleiden wird, da er aufgrund seiner Kehlkopftuberkulose (1924)  nicht mehr in der Lage sein wird, zu essen.

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Die Ausdeutungen der Werke Kafkas und gerade auch „Der Verwandlung“ sind Legionen, der Autor ist ein Meister des sowohl/als auch und der Überspitzung. Das Verlagern seiner Geschichten in surreale Kontexte macht es leicht, aber auch faszinierend, sie zu interpretieren. Ohne Zweifel läßt sich natürlich festhalten, daß der Vater/Sohn-Konflikt immer eine Rolle spielt, entweder direkt, so wie hier in dieser Erzählung oder indirekt, wenn der kafkasche Protagonist sich einer höheren Macht, die nicht nachvollziehbar über ihn bestimmt, ausgeliefert fühlt. Entsprechende Hinweise auf diese Empfindung Kafkas zu den Handlungen seines Vaters sind dem „Brief…“ [7] entnehmbar.

Natürlich darf man auch die Zeit, in der die Werke Kafkas entstanden sind, nicht ausser Acht lassen. Die vom Land in die Stadt gezogenen Juden zeichneten sich häufig durch großen Ehrgeiz, viel Fleiß aus, mit dem sie sich eine respektable Existenz aufbauten. Kafkas Vater zum Beispiel fing selbst als Handlungsreisender an und baute dann ein Geschäft für Galanteriewaren auf. Natürlich erwarteten in dieser patriarchalischen Gesellschaftsstruktur die Väter/Eltern, daß die Söhne dies übernahmen und weiterführten. Diese waren jedoch häufig durch das neue soziale Umfeld anders geprägt und lehnten dies rundweg ab, Franz K. beispielsweise testete nach dem Abitur einige Fächer aus, bevor er endgültig Jurisprudenz studierte (Kunstgeschichte wäre ihm wahrscheinlich noch lieber gewesen…). Daß in solchen Konstellationen, immerhin der Zusammenbruch (spätestens ab 1918) althergebrachter Familienmodelle, Konflikte auftraten, ist nachvollziehbar und kein singuläres Phänomen. Dies spiegelt sich dann natürlich auch in dieser „Verwandlung“ wieder: die Unzufriedenheit mit dem Beruf, die leidige Abhängigkeit vom ungeliebten Chef, die Erwartung der Familie, die nicht mit Anerkennung vergolten wird… all das, was Gregor empfindet.

So ist diese recht kurze, nur ca. 70 Seiten lange Erzählung Kafkas, in vielerlei Hinsicht interpretierbar, entsprechend zahlreich sind – wie schon erwähnt – die Fundstellen im Internet, deswegen will ich hier an dieser Stelle auch nichts weiter dazu schreiben. Ich habe „Die Verwandlung“ vor einigen Wochen in meinem Lesekreis gelesen, wir waren uns einig, daß im Grunde niemand der auftretenden Personen wirklich „sympathisch“ war, auch war die Geschichte nicht im eigentlichen Sinne schön. Ihre Faszination liegt eher in der Gelegenheit, die Kafka dem Leser bietet, in eine völlig absurde, irreale („kafkaeske“) Welt einzutauchen, die man sich selbst wahrscheinlich so nicht ausdenken würde. Kafka setzt das wütende, enttäuschte, frustrierte: „Für euch bin ich doch nur ein….“ in ein Bild um und führt die Geschichte angefüllt mit eigenen Erfahrungen zu einem in sich „logischen“ Ende, das natürlich auch anders hätte lauten können, aber so war Kafka eben nicht. Schicksalsergebenheit und Resignation, ja, Einsicht in die Notwendigkeit des jetzt Geschehenmüssenden kennzeichnen ja nicht nur hier das Wesen der Hauptperson. Eine deprimierende, resignierende Weltsicht, von Auflehnung, dem Willen, etwas zu ändern keine Spur.

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Geschrieben ist das Stück in fast unbeteiligt anmutender Sprache, die neutral und sachlich von höherer Warte aus das Geschehen überblickt und festhält.  So ähnelt der Text in weiten Teilen einem Bericht, der aber durchaus, z.B. in den Szenen, in denen Gregor vor dem Vater flieht, Dynamik und Tempo gewinnt. Dabei nimmt der Erzähler (es ist keine Ich-Erzählung) zumeist den Standpunkt Gregors ein, so daß man das Geschehen meist aus dessen Sicht erlebt. Daß Kafka keine „Alltagssprache“ schreibt, ist bekannt, man muss sich also ein wenig einlesen in den Text, der präzise, alles Für und Wider abwägend, das ungeheure Ereignis und dessen Folgen in Worte fasst.

Mehr von Kafka bei aus.gelesen:
In der Strafkolonie
Der Prozess

Links und Anmerkungen:

die nachfolgende Liste ist weder repräsentativ noch sonstwie selektiert, es sind einfach nur die Fundstellen, die ich selbst gelesen habe, um diese Erzählung besser einordnen zu können:

[1] Wiki-Artikel zu Kafkas „Die Verwandlung„. Diesem Artikel ist auch das Bild entnommen.
[2] Katja Kreznicky: Die Bedeutung von Franz Kafkas Sprachbiografie und Schreibverhalten für „Die Verwandlung“, Grin-Verlag, 2008 / vgl. Google Books
[3] Franz Kafka: Die Verwandlung, http://www.cdrnet.net/kb/data/DE_kafka.asp
[4] Fabian Everding: „Die Verwandlung“: Widerspiegelung von Biographie und Weltanschauung des Autors, www.day-dreamer.de/osk/verwandlung.pdf
[5a] Sarah Möwes, Paula Kriewet und Bruno Freyer: Franz Kafka – Krankheiten und sein Tod, http://prague09.wordpress.com/2009/07/06/franz-kafka-krankheiten-und-sein-tod/
[5b] Sarah Möwes, Paula Kriewet und Bruno Freyer: Franz Kafka – Beziehungen zu Frauen, http://prague09.wordpress.com/2009/07/06/franz-kafka-beziehungen-zu-frauen/
[6] kafkaesk.de: Das Verhältnis Vater-Sohn, http://www.kafkaesk.de/franz-kafka/kafka-familie-freunde/hermann-kafka/verhaeltnis-kafka-vater.html
[7] Franz Kafka: Brief an den Vater, Projekt Gutenberg
[8] ohne weiteren Kommentar gebe ich hier den Auszug aus einer Pathographie Kafkas wieder, in der mir vor allem der (von mir) kursiv herausgehobene Absatz im Zusammenhang mit der Verwandlung aufgefallen ist:
„… Sein Leben lang im Schatten eines robusten, der Wirklichkeit zugewandten Vaters stehend, von dem er glaubte, in seinen wesentlichen Impulsen verkannt und gehemmt geworden zu sein.. Die Beamten, die in seinen Büchern ihr Unwesen treiben, sind als Gestalt gewordene Selbstvorwürfe anzusehen. Er war in vielfachem Sinne ein Fremder. Er gehörte nicht zur christlichen Welt, aber als indifferenter Jude auch nicht zum Judentum.

Für ihn als Versicherungsbeamten machte es weiterhin etwas aus, dass er als Deutschsprechender nicht zu den Tschechen, als Jude aber auch nicht zu den böhmischen Deutschen gehörte. Zum Büro gehörte er auch nicht, weil er sich als Schriftsteller fühlte. Aber da begann erst recht seine interne Misere: Er weiß sich als Schriftsteller in der Familie, der er seine ganze Kraft widmete, nicht anerkannt. Er lebt nach seinen eigenen Worten aus einem seiner Briefe zwar in der Familie, aber fremder als ein Fremder.

Kafka war eine Persönlichkeit, bei der die starke Empfindsamkeit von Seiten des Auges und Ohres mit ihrer Koppelung an die Thalamus-Erregbarkeit (Hirnteil) und an die Sympathikusfunktionen eine Voraussetzung für die Beweglichkeit ihres Seelenlebens bildet.
Persönlichkeiten mit der Anlage neigen zu Projektionen des eigenen Körperschemas im Sinne des Doppelgängererlebnisses und des Gliedmaßen-Phantomerlebnisses. (Lange-Eichbaum)

Ödipuskomplex und Kastrationskomplex, verbunden mit anal-masochistischen Tendenzen*. Mit 34 an Tuberkolose erkrankt. Tod mit 41 Jahren an Kehlkopftuberkulose.

*Aus: »Franz Kafkas Inferno« – Hellmuth Kaiser“, gefunden bei „Sätze&Schätze

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5 Responses to “Franz Kafka: Die Verwandlung”

  1. Xeniana Says:

    Diese Rezension hat mich “ Die Verwandlung“ aus einem anderen Blickwinkel sehen lassen.Besonders die biographischen Zusammenhänge waren mir neu. Eine Rezension aus der ich viel mitnehmen kann.

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    • flattersatz Says:

      liebe xeniana, danke für deine anmerkungen und es freut mich, daß dir der text ein paar neue anregungen vermittelt hat. kafka ist so vieldeutig und interpretierbar, man muss aufpassen, daß man sich da nicht verliert…

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  2. Wow, das ist sicher eine der besten und ausführlichsten Rezensionen, die ich in letzter Zeit online gelesen habe. Ich muss mich da Xeniana anschließen, auch für mich waren die biographischen Zusammenhänge Neuland und sie werfen für mich ein neues Licht auf Kafkas Erzählung, auch wenn es schon einige Zeit her ist, dass ich „die Verwandlung“ gelesen habe. Vielen Dank also! :)

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