John Vermeulen: Der Garten der Lüste

16. April 2013

hie klein

… writing anything at all about Hieronymus Bosch – even the single paragraph that will fairly summerarize what we truly know of his life – is like going to sea in a leaky boat. It will float, after a fashion, or at least not sink completeley; but waves of Speculation will flood over its decks, the galley slaves of Logic, Deduction and Evidende will be overworked to the point of mutiny, and the happy port of Certainity will be very little closer. We will, at best, merely habve been for a picnic outing in the good Ship of Fools. [3]

Was also ist das wenige, welches man gesichert weiß über diesen Maler, dessen Bilder wohl niemanden, der sie sieht, unberührt lassen?

Geboren 1450 in s´Hertogenbosch als eins von fünf Kindern des Malers Anthonius von Aken (aus Aachen) verstarb Bosch 1516 mit 66 Jahren. s´Hertogenbosch, in Brabant gelegen, war schon zu dieser Zeit eine quirlige Stadt mit ca. 25.000 Einwohnern [5]. Die van Akens waren eine traditionsreiche Malerfamilie, Großvater, Vater und Onkels des Hieronymus, der mit richtigem Namen Jeroen Anthoniszoon von Aken hieß und sich später (wahrscheinlich) nach seiner Heimatstadt benannte, waren ebenfalls Maler. 1481 heiratete der junge Mann die begüterte Aleyt van der Meervenne, die Ehe blieb kinderlos. 1486 wurde er Mitglied der religiösen „Bruderschaft Unseren Lieben Frau“, er übernahm einige Arbeiten im Auftrag der Bruderschaft. Um 1500 reiste er für einige Zeit nach Italien, da sich da Vinci um diese Zeit ebenfalls in Venetien aufhielt, kann von einem Treffen der beiden ausgegangen werden. Schon zu Lebzeiten war Bosch ein bekannter Künstler, der für viele, auch noble Auftraggeber arbeitete, bei seinem Tod im August 1516 wurde er als „seer vermaerd schilder“ (ein sehr bekannter Maler) bezeichnet. [1, 3, 4].

hieronimus_Bosch port

Aus dem wenigen einen „Roman über Leben und Werk“ des Künstlers zu schreiben, kann nicht bedeuten, daß wir eine wirklich belastbare Biographie lesen, das nebenstehende Portraits des Künstlers zum Beispiel entstand ca. 35 Jahre nach (!) seinem Tod [4], wie realistisch es daher überhaupt sein kann, mag jeder für sich abschätzen. So bleiben quasi als Eckpunkte der Geschichte die wenigen bekannten Fakten und das Werk des Meisters, das, nimmt man es als Werk, als Wirkung, dem Grundsatz der Kausalität folgend, eine Ursache haben muss, eine Ursache, die in der Person des Künstlers, in seinen Lebensverhältnissen, in seiner Psyche zu suchen ist.

Es geht also um die Interpretation eines Werkes sowie um die Frage, wie eine Persönlichkeit geschaffen sein muss, die solche Werke malt, sich in solchen phantastischen Szenerien ausdrückt. Gerade dieser Phantastik wegen, die oft losgelöst ist von den Gegebenheiten alltäglicher Erfahrung, sind die Interpretationsmöglichkeiten zahlreich, Kriterien, zu entscheiden, mit welchen Wahrscheinlichkeiten welche Deutung zutreffen mag, gibt es wohl nicht… schauen wir uns an, für was für eine Lebensgeschichte sich Vermeulen, der in seinem Vorwort bekennt, daß die Person Bosch, deren mögliches Leben er literarisch gestaltete, im Prozess des Schreibens eine eigene Dynamik entwickelte, entschieden hat.

Vermeulens Roman überstreicht eine Zeitdauer von gut einem Vierteljahrhundert, von ca 1463 bis 1485, das letzte, abschließende Kapitel macht noch einmal einen Zeitsprung von knapp 15 Jahren hin zum 50. Geburtstag des Künstlers. Die Eingangsszene schildert den Jungen Jeroen, wie er zusammen mit den anderen Familienmitgliedern die große Feuersbrunst in s´Hertogenbosch 1463 beobachten, die brennenden Häuser, die Qualmwolken, die lodernden Flammen, die schreienden, weinenden Menschen, die voller Panik versuchen, zu retten, was zu retten ist. Ein prägendes Kindheitserlebnis? … Zu dieser Zeit ist die leibliche Mutter der fünf Geschwister schon tot, die Stiefmutter Mechtheld ob der eigenen Kinderlosigkeit verbittert. Sie ist (und wird es im Lauf der Jahre immer mehr) eine bösartige, keifende Frau geworden, der Wärme oder gar Liebe zu empfinden oder zu spenden, fremd geworden ist. Der empfindsame, etwas ängstliche und introvertierte Jeroen sucht diese Wärme bei seiner einige Jahre älteren Schwester Herberta, die für ihn zur Vertrauten wird, bei der er Zuflucht findet. Zudem sind die beiden sich ähnlich in ihrer Unzufriedenheit mit den äußeren Verhältnisse, Herberta ist als Mädchen von vielem wie z.B. Schulbildung ausgeschlossen, daß sie ihr Talent zum Malen ausleben kann, ist unmöglich. Eine Anklage als Hexe wäre ihr gewiss, würde sie ihr Können zeigen, das Malen aber lehrt sie Jeroen…..

Ihr freches Mundwerk führt dazu, daß sie tatsächlich als Hexe denunziert wird. Sie wird eingekerkert, jedoch kann der Vater seine Beziehungen zu hochmögenden Auftragsgebern einsetzen, um sie aus dem Gefängnis herauszuholen, bevor sie der hochnotpeinlichen Befragung unterzogen wird.

Vermeulen spinnt dieses Vertrauensverhältnis der beiden Geschwister in eine inzestuöse Verbindung weiter, die sich im Lauf der Zeit und mit der Pubertät bei Jeroen ergibt. Treibende Kraft ist die renitente, aufbegehrende Schwester, die mit ihrer Ansicht, daß das, was Freude macht und gut tut, nicht schlecht sein kann, bei dem Jungen, der ansonsten niemanden hat, mit dem er Gefühle teilen kann, leichtes Spiel hat. Die beiden werden jedoch beobachtet und misstrauisch beäugt, es ist auffällig, wie gut sie sich verstehen. Trotz oder wegen dieser verbotenen Liebe heiratet Jeroen, der sich mittlerweile Hieronymus Bosch nennt, Aleyt van der Meervenne, einer unabhängige, stolze Frau mit einigem Wohlstand. So schafft er sich nach außen hin eine ehrsame Fassade….

Bosch spielt ein gefährliches Spiel. Mittlerweile schon zu einem gewissen Ruhm als Maler gekommen, malt er sehr provozierende Gemälde, die insbesondere Fragen von Seiten der Kirche hervorrufen, der nach s´Hertogenbosch ausgesandte Inquisitor Sprenger wird auf ihn aufmerksam. Die von ihm verwendete Symbolik, die Ikonographie, die Profanisierung der Szenen – er, der das malt, was hinter der Oberfläche der Menschen, des Geschehens für ihn sichtbar wird, kann sie denjenigen gegenüber, die diesem Blick gegenüber blind sind, so deuten und erklären, daß er sich immer wieder aus aufkeimendem Verdacht herausreden kann.

Bosch wird durch Veranlagung und die Widrigkeit der Umstände immer mehr zu einem sich selbst vernachlässigenden Misanthropen, zu einem Menschen, der zur Selbstzerstörung neigt, zum Depressiven, zum Dunklen, seine Gemälde drücken dies immer stärker aus. Immer wahnwitziger werden die Figuren, immer phantastischer die Szenerien. Mit dem Tod seiner Schwester Herberta, die von einem Bruder und der Stiefmutter als Hexe denunziert worden war und die Sprenger auf der Streckbank zu Tode foltern ließ, kann er kaum weiter leben. Immer exzessiver wird auch sein Konsum an Hanf, auch Alkohol verschmäht er nicht…. Die Ehe mit Aleyt, die ihn weiterhin liebt, obwohl sie weiß, daß sein bischen Liebe jemand anderen gehört, besteht noch fort, weil Aleyt sie aushält.

Über Aylet lernt Bosch einen Adepten der Alchemie kennen und wird dessen Schüler, über Almaengien, einen Juden, lernt er eine geheime Organisation kennen, die eine der von Dogmatik freie Form des Lebens propagiert. Lebensfreude und Natürlichkeit sind hier hohe Werte, in einem geheimen Naturrefugium leben sie ihre Philosphie aus. Hier fühlt sich Bosch seit langem mal wieder Ruhe in sich einkehren, diese reinigende und wohltuende Erfahrung des Natürlichen, Angstfreien findet sich nach Vermeulen  im Mittelteil seines Gartens dargestellt..

Doch gleichzeitig spürt er immer deutlicher den heißen Atem vom „Hund des Herrn“, von Sprenger nämlich, im Nacken. Die ganze Geschichte, so wie sie Vermeulen uns erzählt, läuft immer mehr auf ein Duell zwischen dem Inquisitor und dem Künstler hinaus. Das Ergebnis ist nicht unbekannt, schließlich wissen wir, daß Bosch nicht als Hexer verbrannt worden ist. So gelingt es Sprenger zwar, vieles zu zerstören, was Bosch wichtig ist, aber den letzten, entscheidenden Schlag gegen ihn kann er nicht führen….

********

Die Schwierigkeit bei einem solchen Roman, der historisch Persönlichkeiten einbaut, ist für mich immer die Frage, was ist belegt, was ist fiktiv. Die große Rolle, die Vermeulen z.B. der Inquisition in s´Hertogenbosch zuschreibt, dürfte wohl nicht der realen Bedeutung entsprechen. Die Vorstellung jeden Tag brennender Scheiterhaufen widerspricht dem Faktum, daß die Inquisition auf dem Gebiet der heutigen Niederlande nicht sehr mächtig war. Bei Hagen z.B. [5] ist zu lesen, daß in Gent beispielsweise kurzerhand der Inquisitor selbst, nachdem er angesehende Bürger zu Ketzern erklärte, ins Gefängnis geworfen wurde. Der Widerstand gegen die von den Dominikanern überwachte Verfolgung der Ketzer grenzte oft an Hysterie, Denunziation und Gier (das Vermögen der der Ketzerei überführten wurde konfisziert und der Kirche zugeschlagen, dem Denunzianten stand ein Teil davon ebenfalls zu) bildeten eine abartige Interessengemeinschaft. Auch die Figur des Inquisitors Sprenger, den Vermeulen als sadistischen, von Hass getriebenen Menschen darstellt, ist unklar. War er über Jahrhunderte als (Mit-)Autor des berüchtigten Hexenhammers bekannt, wird mittlerweile diese Autorenschaft angezweifelt, lt Wiki war er noch nicht einmal aktiv bei der Verfolgung der Ketzerei beteiligt. Vllt wäre es bei diesen Zweifeln angebrachter gewesen, die Figur eines Inquisitors zu erfinden, als einen historischen offensichtlich verfälschend darzustellen. Vllt tue ich Vermeulen aber auch unrecht, diese „Freisprechung“ Sprengers scheint noch recht aktuell zu sein….

Auch wenn im Roman immer wieder historisch belegbare Persönlichkeiten auftauchen (Erasmus von Rotterdam oder auch Jacob de Almaengien z.B.), scheint mir, daß die Geschichte im zeitlichen Verlauf doch immer fiktiver wird, sich immer weiter von historisch belegbaren entfernt, bis es ein rein (wenngleich durchaus spannender) historischer Roman geworden ist. Er zeichnet das Bild einer von Angst geprägten Gesellschaft, die durch die Unerbittlichkeit und Willkür der Hexenverfolgung die Lebensfreude aller vernichtet. Jeder konnte jederzeit zum Opfer werden und da nach der damaligen Rechtssprechung [6] der/die Angeklagte seine Unschuld zu beweisen hatte und der Beweis der Unschuld meist der Tod war, war ein Entkommen kaum möglich. Die einzige Chance war im Grunde auf der „politischen“ Ebene einflussreiche Fürsprecher zu finden, über die man sich loskaufen konnte.

Geradezu manichäisch stellt Vermeulen dieser dunklen Welt das helle Licht des „Ecce homo“ entgegen, der Natürlichkeit, der gegenseitigen Achtung und Liebe unter den Menschen. Diese helle Welt ist stetig bedroht vom Dunklen und so wie Bosch es auf der rechten Tafel des Tryptichons darstellte, wird sie von den Flammen verzehrt. Wir haben nur diese eine Welt und wir müssen die Dunkelheit in dieser einen Welt bekämpfen, eine andere Welt ausserhalb zu bauen, ist keine Lösung.

************

Ob Bosch so ein an seiner Umwelt und an sich verzweifelnder Mensch war, wie ihn Vermeulen beschreibt, ob er so gewesen sein muss, wie es eventuell seine Bilder nahelegen oder ob dies einfach unberechtigte Rückschlüsse auf einen genialen Künstler sind, man kann es wohl aus heutiger Sicht kaum beurteilen. Boschs Bilder sind rätselhaft, sind fantastisch, sind irreal, sind voller Symbolik und voller Zitate. Letztere können wir als Normalseher kaum noch erkennen, uns ist die mittelalterliche Ikonographie so fremd wie die Bibel, deren Geschichten Bosch immer wieder zitiert. An ein paar Beispielen erläutert der Autor den Hintersinn des Gemalten, aber im Allgemeinen gilt, daß wir heutzutage die Bilder mit der Oberlfächlichkeit schauen, die Bosch schon damals bei seinen Zeitgenossen voraussetzte, die das subversive Element der Gemälde nicht erkannten. Ein Spiel mit dem Feuer – er hat es wohl gut gespielt.

So ist „Der Garten der Lüste“ ein spannender Historienroman mit einem faszinierenden Protagonisten, der es einem aber nicht leicht macht, ihn zu mögen. Aber das Lesen, die Geschichte weckt Neugier: auf Bosch und seine Bilder sowieso, auf  die Geschichte der Inquisition, auf die der Alchemie, auf so vieles.. nicht allem wird man nachgehen können, aber allein aus diesem Grund ist es der Roman wert, gelesen zu werden.

Links und Anmerkungen:

[1] Biographie des Künstlers: http://www.hieronymus-bosch.net/
[2] Wiki-Artikel zu Jakob Sprenger: http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Sprenger_(Inquisitor)
[3] Peter S. Beagle: The Garden of Earthly Delights, London, 1982
[4] Wiki-Artikel zu H. Bosch
[5] Rose-Marie & Rainer Hagen: Bildbefragungen Bd. 11: Der Gaukler (H. Bosch), Taschen-Verlag, Köln, 1995, S. 25 ff
[6] das Inquisitionsverfahren war kein beileibe rechtsfreier Raum. Der schon erwähnte „Hexenhammer“ legte die Prozess- und Verfahrenweise genau fest, nur eben in praktisch jedem Punkt zum Nachteil des Eingekerkerten. Ein Zeichen der Unschuld war es z.B. bei der Wasserprobe zu ertrinken, denn Hexen würden nicht ertrinken… man konnte ruhig alles gestehen, was einem vorgeworfen wurde, der Folter entging man nicht: es musste ja sichergestellt werden, daß die Geständnisse nicht vorgetäuscht waren… Interessanterweise war das Verfahren ein weltliches, das aber von der Kirche in Personam Inquisitor zu überwachen und zu begleiten war. Daß man die überführten Hexen verbrannte, war übrigens begründet, daß die Kirche kein Blut vergiessen darf, wie es z.B. beim Dekapitieren der Fall wäre…

Die Bilder sind dem Wiki-Artikeln „Garten der Lüste“ bzw.“Hieronymus Bosch“ entnommen.

John Vermeulen
Der Garten der Lüste
Roman über das Leben und Werk des Hieronymus Bosch
Übersetzt aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
Erstausgabe: Utrecht, 2001
diese Ausgabe: Diogenes, HC, ca. 590 S. 2002

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9 Responses to “John Vermeulen: Der Garten der Lüste”

  1. Susanne Haun Says:

    Danke, Flattersatz, ich habe die Biografie auf meine Wunschliste bei Amazon gesetzt.
    Es ist schwer zu ergründen, was ein Maler im einzelnen sich denkt. Und wie du schon richtig geschrieben hast, die Ikonografie ist für uns nicht mehr so einfach zu entschlüsseln. Wissen geht auch verloren.
    Ich frage mich dann immer, wie wertvoll das Wissen für die Menschheit war und wie sich auch Wissen verändern kann.
    Einen schönen Tag wünscht dir Susanne

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    • flattersatz Says:

      liebe susanne, herzlichen dank für deine anmerkung(en zu diesem beitrag)!

      du fragst dich nach dem wert des wissens der damaligen zeit… eine gute frage.. ich glaube, daß man einfach auch unterscheiden muss nach dem „wert des wissens“ an sich, der meiner meinung nach nach wie vor hoch ist und der wichtigkeit, der bedeutung solchen wissens in zeiten, in denen ganz andere kontexte herrschen. nach diesem kriterium sind kenntnisse über mittelalterliche ikonographie sicherlich nicht nötig, heute ist es vllt wichtiger, icons u.ä. entschlüsseln zu können…. ich habe vor geraumer zeit, weil ich einen entsprechend begeisterten fachmann kennen gelernt habe, mal einige vorträge über buchmalerei im mittelalter gehört (die alten stundenbücher, du weißt), das ist toll, was da alles herauszulesen ist, wenn man diese alte „bilder“sprache beherrscht und deuten kann… aber es ist spezialwissen, unbedeutend geworden für den alltag, auch wenn es wichtig ist, daß das wissen an sich nicht verloren geht…
      herzliche grüße
      fs

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    • flattersatz Says:

      manchmal, liebe susanne, muss man garnicht so weit zurück. ich lese im moment kästners „fabian“ und habe einige verständnisschwierigkeiten, da ich viele der situationen, die kästner dort schildert, nicht deuten kann, weil mir die – seinerzeit sicherlich vorhandenen – sinnzusammenhänge fehlen. der (im übertragenen sinn) zeichen- und bildervorrat der weimarer zeit im übergang zum 3. reich unterscheidet sich doch deutlich von dem unseren….

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      • Susanne Haun Says:

        Das Buch ist auch in der Buchhandlung des Kulturforums Berlin zu kaufen…. ich habe es gleich erkannt und mich gefreut, es zu sehen.
        Der Wert des Wissens …. ich glaube fast, wir können gar nicht einschätzen, was unser Wissen wert ist. Jedenfalls nicht auf die Zukunft gesehen… ich habe vor 30 Jahren eine Programmiersprache gelernt, die jetzt kein Computer mehr versteht. Kann ich hier nicht sagen, der Wert dieses Wissens ist gleich null?
        Gibt es vergängliches und unvergängliches Wissen….
        Ich beschäftige mich zur Zeit sehr mit der Ikonographie … auf die Vergangenheit bezogen ist es Kunstgeschichte auf die Gegenwart Kunstkritik…..
        In dem Sinne wünsche ich dir einen schönen Freitag, lg Susanne

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  2. Karin Says:

    Guten Morgen, lieber Flattersatz,

    diesen ROMAN habe ich mir gleich nach Erscheinen 2002 gekauft und mit großem Interesse gelesen, zumal ich Bosch’s Bilder alle liebe, seine Fantasie, seine Malweise, seine Zartheit im Malen der Menschen, der Figuren. Das, was sie als Symbole, Aussagen, Anspielungen ikonographisch enthalten, werden wir nie mehr ganz entschlüsseln, aber so geht es uns ja mit vielen Kunstwerken aus vergangenen Epochen.
    Ich habe diese Geschichte von Anfang an nicht als Biographie, sondern als Roman gelesen ähnlich dem Parfüm oder dem Namen der Rose…. er will uns eine Zeit anschaulicher machen….sie nicht historisch wahr belegen.
    (Einen ähnlich aufgezogenen Roman gibt es von Anthony Bailey über Vermeer, den ich auch empfehle zu lesen).
    Ich möchte noch den Satz auf dem Vorsatzblatt zitieren:

    Wir betrachten ein Bild – oder irgendein anderes Kunstwerk – nicht nur mit unseren Sinnen und unserem Auffassungsvermögen, sondern auch mit unserer mehr oder minder großen Unkenntnis. Und darin liegt klar unser aller Antel an Mißverständnissen.
    R.H. Marijnissen

    Mit lieben Wünschen für einen sonnigen Frühlingstag
    Karin

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    • Susanne Haun Says:

      Guten Morgen, Karin,

      das Zitat gefällt mir sehr gut. Wenige nur wissen überhaupt von ihrer Unkenntnis, mit der sie betrachten. Ich finde, das wäre etwas, was man in der Schule leeren könnte. Spielerisch schon bei Kindern.

      Viele Grüße von Susanne

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    • flattersatz Says:

      liebe karin,

      sicher haben sie recht und ich habe dieses buch auch als roman gelesen, trotzdem – und dies ist allgemein bei mir – habe ich immer das problem, daß ich die grenze zwischen fiktion und fakten gerne wüsste. wahrscheinlich liegt sie, wegen der schlechten faktenlage bei bosch, hier weit im bereich der fiktion, aber es würde mich schon interessieren, ob die begegnung zwischen bosch und z.b. erasmus historisch ist oder erfunden…. und eine historische person wie sprenger sollte meiner meinung nach auch halbwegs korrekt dargestellt oder durch eine fiktive person in dieser funktion ersetzt werden…

      kunstwerke lassen sich (denke ich) nie entschlüsseln im sinne von: die „wahre“ bedeutung herausfinden, weil eine entschlüsslung immer auch die person des „entschlüsslers“ mit seinen kenntnissen, seiner prägung, seiner individualität einschließt. es mag wahrscheinliche und unwahrscheinliche deutungen geben, aber es gibt kein kriterium über richtig und falsch (ok, die vernunft muss gewahrt bleiben, die deutung im rahmen das seinerzeit herrschenden wissenshorizonts bleiben), damit ähneln sie dem wesen von begriffsdefinitionen, die ja auch nie richtig oder falsch sind (weil sie einfach zuordnungen darstellen, die nach „belieben“ erfolgen können), sondern eher unpraktisch oder praktisch….

      … und u.a. dieses geheimnis, und das ist auch anderen ob- und subjekten, die schönheit auf sich vereinigen, zu eigen, macht ja den besonderen reiz aus und fordert den betrachter, den bewunderer heraus…

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  3. Karin Says:

    Liebe Susanne,
    ich bin eine große Verfechterin, Kindern schon in ganz jungen Jahren an Kunst heranzuführen, es gelingt nämlich spielend, wenn wir Erwachsenen spielend an das Thema herangehen.Inzwischen gibt es zum Glück auch schon wunderbare Kinderbücher vom Prestelverlag u.a. und mein Lieblingsbuch ist „Das kleine Museum“ aus dem Moritzverlag, in dem das ABC bzw. Worte dem ABC folgend, mit Kunstwerken erklärt werden. Das Wort Äpfel mit einem Ausschnitt aus einem van Dyck Gemälde, Flasche bei Morandi und nie ist das ganze Bild zu sehen, immer nur der Begriff, um den es hier geht. Es schult den Blick und man kann mit Kindern im Museum dann auf die Suche gehen. Es hat auch meinen Blick als erwachsenes Kind geschult -:)))

    einen lieben Gruß zurück
    Karin

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    • Susanne Haun Says:

      Liebe Karin,
      danke für deinen Hinweis, ich habe das Buch schon gekauft.
      Ich benutze für Kinder auch gerne das Buch „Weiß weiß Bescheid“ von Paul Köntopp.
      Ich werde im Mai in einer Weddinger Grundschule unterrichten. Es ist eine Aktion vom Verein zur Förderung von Kindern durch Kunst. Ich freue mich schon sehr darauf. Du findest bei Interesse den WordPress Blog des Vereins durch googeln.
      Kinder sind noch so frei von Vorurteilen und saugen alles auf wie ein Schwamm….
      Viele Grüße sendet dir
      Susanne

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