Carmen Korn: Zeiten des Aufbruchs

Carmen Korns Romantrilogie um die vier Hamburger Frauen Henny Lühr, Else Godhusen, Lina Peters und Ida Yan wird vom Verlag etwas doppeldeutig als "Jahrhundert-Trilogie" beworben. Daß diese drei Romane ein Jahrhundert überstreichen sei unbestritten (auch wenn der dritte Band noch aussteht), ob sie aber auch eine Trilogie sind, die vom Niveau her so anspruchsvoll ist, … Weiterlesen Carmen Korn: Zeiten des Aufbruchs

Carmen Korn: Töchter einer neuen Zeit

Die gelernte Journalistin Carmen Korn ist als Schriftstellerin recht produktiv, Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen im Bereich der Kriminal- und der Jugendliteratur (siehe hier die Werkliste: https://de.wikipedia.org/wiki/Carmen_Korn). Der vorliebende Roman Töchter einer Neuen Zeit ist der Auftakt einer Trilogie, die zum Ende des Ersten Weltkrieges einsetzt und vier Frauen in den Mittelpunkt stellt. Zugleich ist der … Weiterlesen Carmen Korn: Töchter einer neuen Zeit

Ursula Krechel: Landgericht

Die in Trier geborene Ursula Krechel (heute lebt sie in Berlin [1b]) hat 2012 für diesen Roman um den Juristen Richard Kornitzer den Deutschen Buchpreis verliehen bekommen [1]. Kornitzers Leben, das dadurch tragisch geprägt wurde, daß es eine Zeit gab, in der er in seinem Geburtsland gezwungen war, den Mittelnamen 'Israel' zu führen, wurde von … Weiterlesen Ursula Krechel: Landgericht

Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

Dieser Beitrag ist auch als podcast im literaturRADIObayern  anzuhören. Die italienische Autorin Elena Ferrante ist eine Geheimnisvolle, man weiß nicht, wer sich hinter diesem Namen verbirgt [1]. Zwar gibt es plausible Spekulationen - die NZZ [5] hat darüber berichtet, aber auch der Spiegel [3] -  die aber nicht bestätigt sind. Im Ausland ist das Werk Ferrantes, auch … Weiterlesen Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

Einar Kárason: Die Teufelsinsel

Der Autor dieses Romans, Einar Kárason, gehört zu den wichtigen Gegenwartsliteraten Islands. Geboren wurde er 1955 in Reykjavik, er studierte Literaturwissenschaft und veröffentlichte früh Gedichte. Seine Durchbruch als Romanautor hatte er mit diesem 1983 erschienen Buch Die Teufelsinsel, dem zwei weitere Teile (Die Goldinsel, 1986 und Das Gelobte Land, 1989) folgten, die zusammen die Barackentrilogie bilden. … Weiterlesen Einar Kárason: Die Teufelsinsel

Elisabeth de Waal: Donnerstags bei Kanakis

Die Familiengeschichte der Ephrussis, die Edmund de Waal 2010 in seinem Buch The Hare with Amber Eyes (deutscher Titel: Der Hase mit den Bernsteinaugen) beschrieben hat, war und ist ein sehr bewegendes Buch, bei dem man spürt, wie der Autor mit dieser Geschichte und diesem Erbe gekämpft hat. Elisabeth de Waal, die Autorin des vorliegenden Romans, … Weiterlesen Elisabeth de Waal: Donnerstags bei Kanakis

Pierre Lemaitre: Wir sehen uns dort oben

Das ganze Land war von einem Gedenkfieber befallen, und je mehr es seiner Toten gedachte, desto weniger kümmerte es sich um die, die diesen Krieg überlebt hatten. Der Erste Weltkrieg, ein menschenfressendes Monstrum, das nach vier Jahren Dauer Millionen von jungen Männern an der Front und Menschen allen Alters im übrigen Land das Leben kostete, … Weiterlesen Pierre Lemaitre: Wir sehen uns dort oben

Uwe Timm: Am Beispiel meines Bruders

Der Schriftsteller Uwe Timm wurde 1940 geboren, er war der Nachzügler der Familie, bezeichnet sich selbst in seiner kurzen Schrift mit diesem Begriff. Sein Bruder Karl-Heinz war sechzehn Jahre älter, noch drei Jahre früher als dieser war die Schwester Hanne Lore geboren worden. Über den Bruder zu schreiben, heißt auch, über ihn zu schreiben, den … Weiterlesen Uwe Timm: Am Beispiel meines Bruders

Michel Bergmann: Die Teilacher

Michel Bergmanns Roman "Die Teilacher" führt uns in den matschigen Winter des Jahres 1972. Alfred Landau stapft zu leicht bekleidet durch das Wetter, um im Jüdischen Altenheim das Zimmer seines "Onkels" David Bermanns auszuräumen. David Bermann, der Freund seiner Mutter, mit dem er Zeit seines Lebens ein gutes Verhältnis hatte, auch wenn der Kontakt in … Weiterlesen Michel Bergmann: Die Teilacher

Gina Mayer: Das Maikäfermädchen

Gina Mayer, die selbst erst 1965 geboren worden ist, legt hier einen Roman aus dem Düsseldorf der direkten Nachkriegszeit, dem Winter 1945/46 [2], vor. Das Buch enthält also keine biographischen Elemente, keine selbsterlebten oder -durchlittenen Erfahrungen, es fusst auf Recherche und Verarbeitung von Erzähltem derjenigen, die damals "dabei" waren [vgl. 7]... Vergegenwärtigen wir uns die … Weiterlesen Gina Mayer: Das Maikäfermädchen

Hermann Schulz: Sonnennebel

Brieftaubenzüchter sprechen von Sonnennebel, wenn im Frühjahr oder im Sommer die Sonne aufgeht, während die Erde noch nebelbedeckt ist. Dann fürchten sie um ihre Tiere, die sich auf Reisen befinden. Im Sonnennebel verlieren Tauben leicht die Orientierung und finden erst spät oder niemals den heimatlichen Schlag. "Sonnennebel" ist ein Bild, das sich geradezu aufdrängt für … Weiterlesen Hermann Schulz: Sonnennebel

Maarten t´Hart: Das Wüten der ganzen Welt

Die Niederlande kurz nach dem Weltkrieg, die Region um Leiden herum [siehe 1]. Der Ich-Erzähler Alexander Goudevyl erinnert sich an seine Kindheit und Jugend in dieser engen, feindlichen Welt. Er ist als Kind eines Lumpenhändlers in einem Viertel aufgewachsen, dessen Bewohner nicht über die Gleise auf der einen und das Wasser auf der anderen Seite … Weiterlesen Maarten t´Hart: Das Wüten der ganzen Welt

Maarten t´Hart: Der Schneeflockenbaum

Dieser Roman ´t Harts setzt im Nachkriegsholland mit der Geschichte des namenlosen Ich-Erzählers ein, der sich an seine Kindheit, die Jugend und vor allem an seine Freundschaft mit Jouri zurückerinnert. Es ist eine Geschichte, für die sich der Autor Zeit nimmt, sie rast nicht am Leser vorüber, gemächlich breitet er das, was er schildern will, … Weiterlesen Maarten t´Hart: Der Schneeflockenbaum

Karl Richard Tschon: Kiefern hinter der Baracke

Diese Erzählung von Tschon [2] hat was von einem Kammerspiel. Der überwiegende Teil des Geschehens spielt in einem Zimmer in einer Baracke eines Flüchtlingslagers, etwas außerhalb der Stadt, an einer Brache gelegen. Es wird Nacht, die Dunkelheit bricht herein, der Mond wandert am Firmament, das alte Ehepaar, schon über 40 Jahre zusammen, kann wie schon … Weiterlesen Karl Richard Tschon: Kiefern hinter der Baracke

Nachkriegsdeutschland bis Wirtschaftswunder

Normalerweise gilt ja bei mir "One book - one entry", aber heute mach ich doch eine Ausnahme, denn ich will zwei Fotobücher vorstellen, die sich auf´s trefflichste ergänzen. Zum einen ist dies "Entering Germany" des amerikanischen Fotografen Tony Vaccaro [3], der schon als GI vor dem Ende des Krieges in Deutschland war und als Soldat … Weiterlesen Nachkriegsdeutschland bis Wirtschaftswunder