Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz

"Blutsbrüder", sagte er, ohne zu lächeln. "Was heißt das jetzt?", fragte Moritz. "Das wir jetzt mehr sind als Freunde. Wie verwandt", sagte Raf und schaute ihn immer noch an. "Dass du mir gehörst." "Dass wir zusammengehören", berichtigte Motz. "Ja", sagte Raf, aber Motz wusste, dass er es nicht so gemeint hatte. Die junge österreichische Autorin … Weiterlesen Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz

Gerhard Jäger: Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

Der Winter des Jahres 1951 ist in den Alpen als 'Lawinenwinter' in die Annalen eingegangen [2], ein Winter, der aufgrund zweier Extremwetterereignisse mit sehr viel Schneefall und anschließend verheerenden Lawinenabgängen zu vielen Opfern und Verlusten führte. Zu den Menschen, die - obwohl man seinen Leichnam nicht fand - in diesem Winter verschwanden, gehörte auch die … Weiterlesen Gerhard Jäger: Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

Sepp Mall: Wundränder

Ich kann mich noch ganz dunkel daran erinnern, an die Nachrichten, daß dort im Norden Italiens, im Süden Tirols, Männer unterwegs waren, die Strommasten und anderes gesprengt haben. Es war ja auch seltsam, daß in Italien ein ganzer Landstrich im Grunde und eigentlich deutsch gesprochen hat, auch wenn jetzt natürlich viele Italiener dort lebten, woran … Weiterlesen Sepp Mall: Wundränder

Jürgen Bauer: Ein guter Mensch

Jürgen Bauer ist ein junger österreichischer Autor, der mit Ein guter Mensch seinen mittlerweile dritten Roman vorgelegt hat [1, 2]. Es ist ein dystopischer Roman, der in einer nahen (?) Zukunft spielt (es werden noch fossile Betriebsmittel verwendet), in einem von Trockenheit gepeinigten Mitteleuropa, in dem Wasser ein kostbares Gut geworden ist, das rationiert und nach einem … Weiterlesen Jürgen Bauer: Ein guter Mensch

Robert Seethaler: Ein ganzes Leben

Robert Seethaler, dieser 1966 in Wien geborene Österreicher, ist ein Meister des unaufgeregten, einfachen Stils - zumindest habe ich ihn in seinem famosen Trafikanten so kennengelernt [1]. Mit diesem vorliegende Roman (einhundertvierundachtzig locker gesetzte Taschenbuchseiten - ein schmaler Roman also) bestätigt sich dieser Eindruck: ein Stil, der unprätentiös einfach beschreibt, was ist und was geschieht … Weiterlesen Robert Seethaler: Ein ganzes Leben

Doris Knecht: Gruber geht

Gruber ist Wiener, so um die Mitte Dreißig und, eh klar, ein Mover-and-Shaker, einer, der alles im Griff hat, der mit Luschen nichts anfangen und dem Idylle gestohlen sein kann. Erfahren wir. In Gruber geht, dem Debütroman der Wiener Kolumnisten, Journalistin und jetzt auch Autorin Doris Knecht, deren aktuelle Buch Wald ich hier vor einigen Wochen vorgestellt … Weiterlesen Doris Knecht: Gruber geht

Stefan Zweig: Buchmendel & Die unsichtbare Sammlung

TOPALIAN & MILANI - der 'Verlag für schöne Bücher' mit Firmensitz in Oberelchingen (ja, da habe ich auch erst einmal google maps gefragt, liegt also ganz nah bei Ulm) ist eine der engagierten Neugründungen (2015) im Verlagswesen, drei Buchbegeisterte, die das Wagnis eingehen, schöne Bücher herzustellen, die nicht nur vom Inhalt, sondern auch von der … Weiterlesen Stefan Zweig: Buchmendel & Die unsichtbare Sammlung

Anna Mitgutsch: Die Annäherung

Von der österreichischen Autorin Anna Mitgutsch habe ich vor einigen Jahren an dieser Stelle schon den Roman Wenn du wiederkommst vorgestellt [2]. Es war ein gedankenschweres Buch (ist es natürlich immer noch), zu dem ich seinerzeit schrieb: "Das Buch verlangt hohe Aufmerksamkeit, zu differenziert und tiefgründig sind die Gedankenwelten, die Mitgutsch schildert." Wenn ich mich jetzt also ihren neuesten … Weiterlesen Anna Mitgutsch: Die Annäherung

Doris Knecht: Wald

Marian Malin, Anfang Vierzig, alleinstehend, Mutter einer mittlerweile erwachsenen und in London studierenden Tochter, wohnt (?) / haust (?) / lebt (?) in einem alten Häuschen im Voralpischen. Daß sie dort überhaupt wohnen/hausen/leben kann, verdankt sie einer seinerzeit und wie sich jetzt erwiesen hat glücklichen Entscheidung: sie hatte das Haus, welches sie von der Tante … Weiterlesen Doris Knecht: Wald

Elisabeth de Waal: Donnerstags bei Kanakis

Die Familiengeschichte der Ephrussis, die Edmund de Waal 2010 in seinem Buch The Hare with Amber Eyes (deutscher Titel: Der Hase mit den Bernsteinaugen) beschrieben hat, war und ist ein sehr bewegendes Buch, bei dem man spürt, wie der Autor mit dieser Geschichte und diesem Erbe gekämpft hat. Elisabeth de Waal, die Autorin des vorliegenden Romans, … Weiterlesen Elisabeth de Waal: Donnerstags bei Kanakis

Katharina Winkler: Blauschmuck

Diese Buchvorstellung ist auch als podcast im literaturRADIObayern zu hören. Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns, so hat Kafka seinerzeit an seinen Freund Oskar Pollak geschrieben. Nimmt man diesen Ausspruch "wörtlich", dieses Buch erfüllt ihn: mit der Wucht einer weit über den Kopf geschwungenen Axt zerschlägt es beim Lesen jegliche Illusion … Weiterlesen Katharina Winkler: Blauschmuck

August Schmölzer: Der arme Ritter

August Schmölzer, der Autor dieses schmalen, aber leicht pikanten Werks, ist Fernseh- und Filmschauern vielleicht eher als Schauspieler bekannt, am Anfang seiner Karriere findet sich in der Filmographie ein Auftritt in Spielbergs Film "Schindlers Liste" [1]. Aber Schmölzer ist auch Autor, wenngleich dieses Büchlein in der Liste seiner Veröffentlichungen nicht mehr aufgeführt ist. Zugegeben, es ist … Weiterlesen August Schmölzer: Der arme Ritter

Robert Seethaler: Der Trafikant

"Ach so ist das", sagte Franz nach einer Weile. Anezka blinzelte träge. "Ja, so ist das", antwortete sie. Was ein schönes, was ein trauriges Buch! Und irgendwie stoße ich, ohne daß ich das beabsichtige, in den letzten Wochen immer wieder auf diese Zeit, Ende der 30er des letzten Jahrhunderts in Österreich... Der Trafikant des österreichischen Schriftstellers … Weiterlesen Robert Seethaler: Der Trafikant

Rosemarie Marschner: Das Jagdhaus

Von Rosemarie Marschner habe ich neulich hier im Blog schon ihren Roman Das Bücherzimmer (https://radiergummi.wordpress.com/...buecherzimmer/) vorgestellt, in dem sie einen Zeitraum von sechs Jahren im Leben ihrer Protagonisten Marie Zweisam schildert. Diese - das sei zur Überleitung und Einstimmung hier kurz repetiert - ist als uneheliches Kind in deinem Dorf geboren. Mit vierzehn Jahren wurde sie als … Weiterlesen Rosemarie Marschner: Das Jagdhaus

Rosemarie Marschner: Das Bücherzimmer

Marie ist ein Bankert, ein uneheliches Kind auf dem Dorf. Ein geliebtes Kind einer selbstbewussten Mutter Mira, die sich der nachträglichen Legitimierung durch Heirat verweigerte, die sich den Lebensunterhalt für sich und ihre Tochter auf dem Bauernhof des Bruders verdient und dort trotz ihrer Schande gut gelitten ist - das ist nicht wenig in diesen … Weiterlesen Rosemarie Marschner: Das Bücherzimmer

Jürgen Bauer: Was wir fürchten

Der junge österreichische Schriftsteller Jürgen Bauer [1] präsentiert mit Was wir fürchten einen schmalen Roman, eine Art Kammerspiel. Es findet statt auf einer Terrasse, auf der sich zwei Männer gegenüber sitzen, sie spielen Schach. Einer von ihnen ist Georg, der vor kurzem vierzig Jahre alt geworden ist, er ist der Erzähler, der den Hauptteil der … Weiterlesen Jürgen Bauer: Was wir fürchten