Joan Didion: Blaue Stunden

26. April 2015

Ich habe bei den beiden Büchern der amerikanischen Essayisten, Schriftstellerin und Intellektuellen Joan Didion, nämlich: Das Jahr magischen Denkens und Blaue Stunden die falsche Reihenfolge gewählt, die Chronologie des Lebens damit nicht eingehalten. Joan Didion [1] hat den ersten Titel  nach dem Tod ihres Mannes 2003, des Drehbuchautoren John Gregory Dunne, geschrieben. Nur zwei Jahre später verstarb auch ihre Tochter Quintana Roo nach einer Leidenszeit von 20 Monaten, ein weiteres, lebenserschütterndes Ereignis, das in den Blauen Stunden Niederschlag findet.

Die Blauen Stunden, dies zur Erklärung sind ein Phänomen, das – nicht überall – in den Frühlingsmonaten einsetzt und in dem „das Licht selbst blau ist und sich im Lauf einer Stunde vertieft, intensiviert und dunkler wird….“. Aber diese Zeit des blauen Lichts währt nicht ewig, gegen Ende des Herbstes, wenn ein Frösteln schon einsetzt, endet sie…. Joan Didion, die dieses vorliegende Buch in New York schreibt, wo diese „Blauen Stunden“ zu erleben sind (im Gegensatz zu Kalifornien, wo sie geboren wurde und lange lebte und wo es sie nicht gibt) wähnt sich selbst im übertragenen Sinn am Ende dieser Phase, am beginnenden Verfall, gedanklich schon den Krankheiten, dem Alter verbunden: Dieses Buch heißt Blaue Stunden, weil ich mich in der Zeit, als ich es zu schreiben begann, gedanklich immer stärker der Krankheit zugewandt habe, dem Ende des Versprechens, den kürzer werdenden Tagen, der Unausweichlichkeit des Vergehens….

didion blau cover

Was bleibt, wenn ein Mensch gestorben ist und einen anderen zurückgelassen hat in dieser Welt der realen Dinge? Die Erinnerung bleibt und ob sie willkommen ist oder nicht, sie läßt sich nicht verscheuchen. So geht es auch Didion, die in diesem Erinnerungsbuch (das in der Mitte umschlägt, als folge es einer plötzlichen Erkenntnis und zum Text wird, in dem die Autorin über sich selbst und über ihre Endlichkeit und ihr Altern reflektiert) Bilder sammelt, reale Bilder und solche aus dem Gedächtnis, die zurückdenkt und bei der immer wieder zu beobachten ist, daß die Frage nach der Verantwortung (in diesem Sinne auch nach einer „Schuld“) im Raum steht, nach der Frage, ob sie der Rolle der Mutter, der Anforderung einer „gelungenen“ Erziehung gerecht geworden ist.

Didion und ihr Mann hatten keine biologischen Kinder. Anfang 1966 kam bei einem geselligen Treffen mit Freunden die Sprache auf das Thema Adoption und schon kurz danach bekamen sie die Nachricht von einem Freund, im Krankenhaus wäre ein wunderschönes Baby, ein Mädchen, das sie adoptieren könnten. Es war ein wunderschönes Mädchen, sie adoptieren es und es bekam den Namen Quintana Roo und vervollständigte von nun an die Familie. Im Unterschied zu einem biologischen Kind, bei dem sich die Eltern normalerweise monatelang mental vorbereiten können, dessen Heranwachsen im Mutterleib auch eine Zeit der Vorbereitung für die Eltern ist, ist eine Adoption, so wie sie bei Didion stattfand, ein plötzliches Ereignis, das noch garnicht in die Lebensplanung einbezogen worden war. Im ersten Impuls wollte Didion seinerzeit ihre Pläne auch wie getroffen, durchführen, das Kind eben mitnehmen. So wurde beispielsweise für die vorbereitete Reise nach Vietnam (die letztlich dann doch nicht stattfand) für das Kind schon ein Sonnenschirm gekauft…

Das Buch setzt am 26. Juli 2010 ein, mit dem 7. Hochzeitstag ihrer Tochter, die ihre eigene Hochzeit gestaltet hat mit Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend, die Feier ist voller sentimentaler Reminiszenzen. Auch Didion erinnert sich, ihr Mann hatte zu dieser Zeit schon Herzprobleme, sie selbst wenige Tage vor der Feier einen körperlichen Zusammenbruch…. noch ehe das Jahr 2003 endete, war ihr Mann John tot und ihre Tochter Quintana schwebte mit einer Gehirnblutung auf der Intensivstation zwischen Leben und Tod. Wie lebt man als Frau und Mutter damit? Wie kann man das überstehen?

Zwanzig Monate sollte der Kampf um Quintana dauern, in diversen Krankenhäusern, immer auf der Intensivstation. Schläuche, Kabel, Monitore, Infusionen, Piepen, Notfallwagen, eilige, laufende Ärzte und Schwestern. Man müsse den Handbeatmer einsetzen, die Tochter habe mittlerweile für schon eine Stunde eine Sauerstoffunterversorgung, so teilt man es der Mutter eines Tages mit. Man weiß, was das heißt: selbst wenn die Tochter noch einmal wach würde, wäre die Gefahr einer Gehirnschädigung sehr groß…..

Wenn wir über Sterblichkeit reden, reden wir über Kinder.

Es ist ein Satz Didions, der am Anfang ihrer Gedanken steht. Verbunden mit der Frage: „… aber was heißt das?“, die sie für sich selber nicht schlüssig beantworten kann, weil diese Frage immer weiter nach sich zieht: Didion ist (fast) ausschließlich kopfgesteuert, eine Frage intuitiv oder auf Gefühlsebene zu beantworten, scheint ihr nicht gegeben: „Ich schreibe ausschließlich, um herauszufinden, was ich denke, was ich betrachte, was ich sehe und was es bedeutet. Was ich will und was ich fürchte.“ [5]:  denken, betrachten, sehen, interpretieren… das einzige Gefühl, das sie erwähnt, ist die Furcht.

Vielleicht ist der oben zitierte Ausspruch für Didion zu invertieren: „Wenn wir über Kinder reden, reden wir über die Sterblichkeit“. Hier ganz konkret über das Sterben, bzw. die verstorbene Tochter, aber auch darüber, daß die Kinder das sind, was Eltern der Welt hinterlassen, ihr Beitrag dazu, daß sich die Reihen des (menschlichen) Lebens fortsetzt nach dem eigenen Tod….

Die Aufzeichnungen Didions sind nicht chronologisch. Sie knüpfen sich vielmehr an Erinnerungen, hervorgerufen durch Fotos, durch Bilder, durch Gegenstände.. durch Momente auch, die einfach da sind. Immer die Frage im Hintergrund, ob die Elternschaft gelungen ist… als sei ein Kind ein Werkstück, das zu bearbeiten sei zu einem Produkt mit bestimmten Eigenschaften.

Quintana – ein wunderschönes Baby, aber auch ein seltsames Kind, ein Kind, das mit fünf Jahren in der Klinik anruft, um zu erfahren, was sie machen müsse, wenn sie verrückt würde. Die im gleichen Alter bei einer Filmgesellschaft anruft, was sie machen müsse, ein Star zu werden. Der zerbrochene Mann, die Alptraumfigur des Kindes: Hallo Quintana, ich werde dich hier in der Garage einsperren, der später (die Alpträume hatten schon längst aufgehört) in ihrem Romanfragment wieder auftaucht, das sie geschrieben hat, um es euch zu zeigen. Die „Handlung“ des Fragments endet mit ihren eigenen Tod…. Ein Kind, das wenige Jahre nach diesen Telefonaten des Abends auf der Treppe sitzend und auf die Eltern wartend, diesen nüchtern mitteilt, sie habe Krebs (es sind Windpocken)…. Ein Kind, das Erwachsene spielt…. in die Erwachsenenrolle hineingedrängt wird? Eine Selbsterkenntnis Didions: …dass ich sie wie eine Puppe groß gezogen hatte: 60 Kleidchen hängen im Schrank des kleinen Mädchens…

Nicht in den Blauen Stunden erwähnt, aber sehr bezeichnend folgende Episode, die Boris Kachka in seinem sehr lesenswerten Beitrag zu Joan Didion [3] erzählt: „Es machte sie früher verrückt, dass ihre Eltern alles so im Griff hatten“, sagt Traylor. Sie erinnert sich an eine Autofahrt zur Schule mit Dunne und Quintana: Quintana zeigte ihm eine Hausarbeit, die sie abgeben wollte. Er fragte sie, ob sie sie schon Didion zum Korrekturlesen gegeben habe. Als sie verneinte, warf er die Arbeit aus dem Fenster. 

Ich sagte weiter oben, daß mir Didion völlig verkopft erscheint. Dazu passt die Episode, daß Didion beim Blättern in alten Hausaufgabe automatisch anfängt, zu korrigieren. Liegt es daran, daß sie die Augen verschließen will vor dem, was dort in der zitierten Gedichtzeile steht: Es gibt eine Zeile, die von meiner gegenwärtigen Lebensangst zu erzählen scheint: Ins Nichts vergehn. Nur langsam versteht Didion, daß meine Beschäftigung mit den Worten, die sie verwendet, jede Möglichkeit ausblendet, zu verstehen, was sie mit ihrem Eintrag von jenem Tag im März 1^984 wirklich sagen will.

Stimmungsschwankungen, das auf dem Boden liegende Kind, das in die Erde gelassen werden will… Borderline, der Begriff fällt …. Depressionen, suizidale Gedanken, später dann Alkoholmissbrauch und auch Therapieversuche. Das wunderschöne Baby…. die Puppe, von der Mutter nicht ins Leben entlassen: „Ich habe Quintana wie ein Baby und nicht wie ein menschliches Wesen behandelt.“ [3]

Didion wird von den Erinnerungen erschlagen, sie mag sie nicht mehr, sie weisen sie permanent auf das hin, was vergangen ist. Ich kann keine Schublade öffen, ohne etwas zu sehen, … was ich nicht sehen möchte…. es gibt keinen Schrank, in dem Platz wäre für Kleidung, die ich veilleicht noch tragen möchte…. Es muss, treffen diese Beschreibungen zu, ein exzessives Aufheben von Memorabilien (gewesen) sein…

Wenn wir über Kinder reden, reden wir über die Sterblichkeit: die Umkehrung des Satzes von Didion. Die Sterblichkeit der Kinder, des Kindes – und die eigene. Didion ist eine sehr schmale, zerbrechliche Frau.. in den Blauen Stunden beschreibt sie, wie die Erkenntnis, daß auch sie altert, daß auch sie den Tod als reale Möglichkeit in Betracht zu ziehen hat, in ihr Raum einnimmt. Bis dato hat sie dieses Faktum verdrängt. Didion fällt, wacht in Blutlachen vor dem Bett liegend auf, hat Angst, vom Stuhl aufzustehen, weil sie nicht weiß, was dann geschieht. Welche Angst verbirgt sich wirklich hinter dieser?

Nach dem Tod Quintanas stürzt sie sich in Arbeit, verdrängt sie: sie inszeniert ein Theaterstück. Hinter der Bühne wird ein provisorischer Esstisch aufgebaut, an dem das Team nach den Proben noch zusammensitzt und isst und trinkt. Was in Didions Diktion wie eine normale Gruppenaktivität klingt, beschreibt Kachka [3] als Aktion des Teams, sicherzustellen, daß Didion, die kaum noch 40 Kilogramm wog, auch aß…. Medizinische Untersuchungen können keinen Befund liefern, auch was ihre neurologischen Ausfälle angeht. Die Physiotherapie dagegen macht ihr überraschenderweise Spaß….  das Alter jedenfalls klopft heftig an ihre Tür eines Menschen, der sich davor gefeit fühlte…

Die Angst kommt von dem, was noch verloren gehen kann.

Noch einmal kehrt sie zu ihrer Tochter zurück. Didion/Dunne hatten ihrer Tochter gegenüber aus der Adoption kein Geheimnis gemacht. Für Quintana war dies kein Problem, aber immer herrschte in ihr die retrospektive Angst, das Erschrecken darüber, das alles hätte anders kommen können, das Erstarren vor der Macht des Zufalls: „Was, wenn du nicht zu Hause gewesen wärst, als Dr. Watson anrief?“  [i.e. bei der Nachricht, daß ein wunderschönes Baby zur Adoption stünde]… Was, wenn es auf dem Freeway einen Unfall gegeben hätte – was wäre dann aus mir geworden?

1998 meldet sich die biologische Familie tatsächlich bei Quintana, die Schwester per Brief, aber auch die Mutter. Letztere ruft viel an, stört Quintana bei der Arbeit und reagiert dann extrem, als Quintana ihr das sagt: sie stellt nicht nur die Anrufe ein, sie meldet ihr Telefon ganz ab. Auch zum Vater gibt es Kontakte, Fehler in den Akten (nicht gelöschte Daten sind lesbar) machen dies möglich….

Die Möglichkeit, daß es solche Kontakte zu den biologischen Eltern geben könne, war Didion/Dunne immer bewusst, aber sie zu akzeptieren, war etwas anderes.


Didions Aufzeichnungen Blaue Stunden sind ein Buch über die Trauer: die unermessliche Trauer über den Tod der Tochter, deren Sterben sich kontinuierlich in die Trauer über den verstorbenen Mann einfügt, die Trauer aber auch angesichts der Erkenntnis der eigenen Endlichkeit, der eigenen Schwäche, die spürbar wird in, mit und durch dieses Ereignis.

Trauer ist Schmerz und aus diesem Grund bleibt der Eindruck beim Lesen der Blauen Stunden seltsam unbeteiligt und mit dieser Unbeteiligung, dem dadurch herrschenden Abstand zur Autorin auch verstört: Didion berichtet, erzählt kühl, mit großem Abstand zum Ganzen, ihre Trauer äußert sich in Fragen, in Zweifeln, in Feststellungen. Selbst die Ängste, die sie spürt, scheinen nicht aus dem Bauch zu kommen: bei Didion geht alles über den Kopf, die Ratio, den Intellekt. Wo andere schreiben würden: „Wie hat sie nur glauben/meinen können…“ schreibt Didion: „Wie hat sie nur denken können….“

Selbst die Beobachtungen, mit denen sie ihren eigenen Verfall wahrnimmt und dokumentiert, klingen seltsam neutral und unbeteiligt, sie lesen sich irritierend ob der Bedeutung, die sie haben. Und wieder schwört Didion den Gefühle ab: Nicht jammern hängt als Zettel an der Pinwand.

Didions Buch ist inhaltsschwer, man könnte über jede Seite darin, jeden Absatz nachdenken und diskutieren. Man empfindet beim Lesen und Nachdenken über das Gelesene ein gewisses Mitleid mit der Autorin, der man mehr Gefühle gegönnt hätte, mehr Herzenswärme, ein anderes Ventil, um jetzt mit dem, was sie loslassen musste und – bezogen auf sich selbst – loslassen muss, umgehen zu können. Die Fragen aber, die sie sich stellt, können eines Tages auch unsere Fragen an das Leben sein. Ob wir dann Antworten finden werden oder ob wir – wenn wir keine finden – die Kraft haben, die Fragen einfach im Raum stehen zu lassen?

Links und Anmerkungen:

[1] Wiki-Beitrag zur Autorin: http://de.wikipedia.org/wiki/Joan_Didion
[2] Ulrich Rüdenauer: Altwerden ist keine Bagatelle;   http://www.zeit.de/kultur/literatur/2012-02/joan-didion-blaue-stunden
[3] ein muss: Boris Kachka: Blaue Nächte; http://dreizehn-magazin.de/blaue-naechte/
[4] Gabriele von Arnim: Radikales Tagebuch des eigenen Zerfalls;  http://www.deutschlandradiokultur.de/radikales-tagebuch-des-eigenen-zerfalls.950.de.html?dram:article_id=141286
[5] Thomas David: Ist der Tod ihre einzige Realität, Mrs Didion? (Interview)  http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/joan-didion-im-gespraech-ist-der-tod-ihre-einzige-realitaet-mrs-didion-11661176.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

ferner möchte ich noch auf diese beiden Bücher der Niederländerin Connie Palmen hinweisen, die ihre zwei Männer verloren hat und diese Lebenskatastrophen ebenfalls in sehr beeindruckender Weise literarisch festhielt:

I. M., Ischa Meijer, In Margine, In Memoriam:  https://radiergummi.wordpress.com/2013/05/01/connie-palmen-i-m-ischa-meijer-in-margine-in-memoriam/
Logbuch eines unbarmherzigen Jahres:  https://radiergummi.wordpress.com/2013/05/05/connie-palmen-logbuch-eines-unbarmherzigen-jahres/

Mehr zum Themenkreis „Krankheit, Sterben, Tod und Trauer“ in meinem Themenblog:
https://mynfs.wordpress.com und auf meiner facebook-Seite: https://www.facebook.com/SterbenTrauerTod

Joan Didion
Blaue Stunden
Übersetzt aus dem Amerikanischen von Antje Rávic Strubel

Originalausgabe: Blue Nights, NY, 2011
diese Ausgabe: List, TB, ca. 210 S., 2013

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6 Responses to “Joan Didion: Blaue Stunden”

  1. Xeniana Says:

    eine wunderbare Rezension! Mich hat das Buch damals irritiert, wahrscheinlich deshalb weil ich die Beziehung der Mutter zu ihrer Tochter nicht verstand. Vielleicht hatte ich mich auch zu sehr darauf verlassen, dass es dem „Das jahr des magischen Denkens“ gleichkommen würde. Verkopft damit hast du es gut getroffen, aber auch merkwürdig unnahbar, zersplittert und man fragt sich tatsächlich beim Lesen ob das Kind sein musste, weil man eben ein Kind hat oder weil man es als Verlängerung seiner selbst wünscht, Deine Rezension hat für dieses für mich nicht greifbare Buch ,ein Bild geschaffen.

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    • flattersatz Says:

      ohh.. dein lob macht mich ganz verlegen… ;-), liebe xeniana, ganz lieben dank dafür…

      ja, es stimmt, didion bleibt unnahbar, unzugänglich, man hat tatsächlich probleme, sie und ihre handlungsweisen zu verstehen. sie stellt viele fragen, auch viel in frage, diese selbsterforschung ist an sich ja sehr sinnvoll, aber sie kommt offensichtlich ein wenig spät, um sich zu verändern und noch etwas zu ändern. und amputiert kam sie mir vor, die emotionale seite, das herausfallen aus raum und zeit vor lauter trauerschmerz (wie bei palmen oder auch grossmann, der fällt mir gerade noch ein, eigentlich bei praktisch allen eltern, die ein kind verlieren…), habe ich nirgends finden können.

      oder sind wir nur so auf abstand, weil didion unseren erwartugnen an eine trauernden nicht entspricht? auch das ist möglich, trauer ist immer auch individuell und prinzipiell so, wie sie ist, auch gut und richtig (solange sie in ihrer erscheinung nicht von aussen aufgezwungen ist): bei didion ist sie eben so wie sie sie schildert…

      liebe grüße
      fs

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      • Xeniana Says:

        Ja da gebe ich dir recht. natürlich ist Trauer individuell, irritiert haben mich vielmehr die Rückblenden die die Beziehung zu ihrer Tochter beleucht.

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        • flattersatz Says:

          … genau das ist ja ihre trauer, zurück zu denken, sich zu erinnern – und in frage zu stellen. und diese fragen aber münden in erinnerungen und/oder allgemeinen betrachtungen, selten aber in konkreten antworten über das eigene damalige verhalten, die eignen entscheidungen etc pp (z.b. die ausführungen über „gelungene“ elternschaften…). ich denke, die beiden eltern waren mit der elternschaft eines sicher nicht einfachen kindes schlicht und einfach auch überfordert….

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      • Xeniana Says:

        Danke für den Link!

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  2. Karin Says:

    Didion möchte wahrscheinlich allein bleiben in ihrer Trauer, deswegen die Distanz und das Verkopfte.
    Danke für die weiterführenden Links, von denen ich einige nicht kannte.
    Das ganze Gegenteil Connie Palmen: mit ihr habe ich in den beiden erwähnten Büchern mitgeheult.
    Ihre Bemerkung an Xenia
    „oder sind wir nur so auf abstand, weil didion unseren erwartugnen an eine trauernden nicht entspricht? auch das ist möglich, trauer ist immer auch individuell und prinzipiell so, wie sie ist, auch gut und richtig (solange sie in ihrer erscheinung nicht von aussen aufgezwungen ist): bei didion ist sie eben so wie sie sie schildert…“

    trifft es, wir können niemandem vorschreiben , wie er zu trauern hat.
    Mit herzlichen Grüßen in Ihren Abend, lieber Flattersatz,
    Karin

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