Jacques Berndorf: Mond über der Eifel

eifel

In der Eifel, dieser beschaulichen, etwas rauen, westlichsten der deutschen Landschaften, spielen die Krimis von Berndorf, die dieser seit 1989 dort ansiedelt, als (glaubt man dem Buchcover: „…beste Serie im zeitgenössischen deutschen Kriminalroman (FAZ)“ Ich jedenfalls bekam diesen Band geschenkt und für mich war es der erste dieser Eifel-Krimis von Berndorf.

Ich habe eine zeitlang gebraucht, bis ich die Personen zuordnen konnte, insbesondere den Ich-Erzähler, aber das liegt einfach daran, daß ich Vorgänger dieses Bandes nicht kenne. Gut gelesen hat er sich, der Krimi, kurzweilig geschrieben, interessant und durchaus spannend. Zumindest in der ersten Hälfte, in der zweiten dagegen scheint der Faden irgendwie verloren zu gehen, einiges an Ungereimten, Nichterklärlichem liest man dort. Und zum Schluss löst sich dann alles auf – schwuppdiwupp und der Mörder war zwar kein Gärtner, hat aber nach seinem Geständnis doch jetzt viel Zeit, sich die Radieschen von unten anzuschauen.

Worum geht es in dem Buch? Es ist recht exotisch, die Handlung ist im Milieu von Gothics, Satansanbetern, Hexen und Schamanen angesiedelt, die im Nationalpark Eifel und drumherum ihr (Un)Wesen treiben. Zumindest solange, bis sie ermordet werden. Denn genau dies passiert einem selbsternannten Schamanen, der im Grunde eher als Kräuterhexer anzusehen ist und der mit Partnern in das große Geschäft mit Esoterik und Kräutern einsteigen will. Mit dieser Fährte, die sich aber im Verlauf des Buches kaum klarer ausbildet, hält Berndorf den Leser über 7/8 des Buches bei der Stange, bis dann gegen Ende doch alles ganz anders ist.

Ich habe zwischendurch bei amazon mal die Kundenrezensionen gelesen und war erstaunt darüber, wie schlecht das Buch beurteilt wird, während es mir im Gegensatz dazu anfänglich gut gefiel, gelesen hat es sich allemal gut. Aber wie schon erwähnt, geht ein Gutteil dessen darauf zurück, daß ich nicht mit Vorläufern der Serie vergleichen kann und das Buch als solches be“werten“ muss. Und da war es recht gute Unterhaltung, nur „recht“ gut, weil das Milieu, in der er spielt, mir zu weit hergeholt scheint, damit kann ich nicht so viel anfangen. Ebenso scheint mir die Auflösung des Falles zu ad-hoc, als Fremdkörper, wenn man sich die bis dato gelaufenen Ermittlungen vergegenwärtlicht. Und warum Rodenstock krank wird, einfach so, aus heiterem Himmel.. ich weiß es nicht, zum Buch trägt es kaum bei, vielleicht fügt es sich in den Gang der Serie der Eifel-Krimis ein, den ich nicht kenne…..

Facit: ein gut lesbarer Krimi, bei dem einem mittendrin die Befürchtung befällt, der Autor hat ebenso wie man selbst nicht so die Ahnung, wie es weitergeht/en soll.

Jacques Berndorf
Mond über der Eifel
KbV; 2008
ISBN-10: 3940077224
ISBN-13: 978-3940077226

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