Mascha Kaléko: „Liebst du mich eigentlich?“

24. Januar 2015

Hinweis: Diese Rezension ist auch als podcast im literatur RADIO bayern erschienen: https://radio.blm.de/radiobeitrag/fda-rezensionen….html

Mascha Kaléko wurde 1907 im damaligen Österreich-Ungarn (heute Polen), in Galizien, geboren. Um Progromen zu entgehen, floh die Familie 1914 nach Deutschland. Mascha war, da die Eltern nur nach jüdischen Ritus verheiratet waren, offiziell als uneheliches Kind zur Welt gekommen, die Eltern heirateten standesamtlich erst 1922. Über Frankfurt und Marburg kam die Familie Engel (es gab noch einige Geschwister) schließlich nach Berlin, ins Scheunenviertel, damals das Viertel der ärmeren Juden.

Mit 21 Jahren heiratete Mascha den Hebräischlehrer Saul Kaléko, in diesen Jahren gehörte sie bald dem Kreis der künstlerischen Bohème der Hauptstadt an, die sich Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre im „Romanisches Café“ [6] trafen, Literaten wie Tucholsky, Klabund, Else-Lasker Schüler, Erich Kästner, Walter Mehring, Ringelnatz- nicht alle von ihnen sind heute noch bekannt.

Erste Gedichtveröffentlichungen folgten, 1933 publizierte sie ihr Lyrisches Stenogrammheft [5], von dem Heidegger so begeistert war: Ihr Stenogrammheft zeigt, dass Sie alles wissen, was Sterblichen zu wissen gegeben ist. Die Ehe mit Saul Kaléko war nicht von langer Dauer, Mascha lernte den Musiker Chemjo Vinaver kennen, sie beschreibt es in einem Gedichtfragment: Ich kannte ihn vom Sehen und Hörensagen, (ehe mir selbst das Hören und Sehen verging)/Er aber liebte mich schon/Sieben Jahre/Sieben Jahre suchte er mich…. Sieben Jahre, die mythischen sieben Jahre, warb Chemjo um Mascha, wie einst Jakob und Rahel.. und dann….

Als wir zu dritt
Die Straße überquerten
…..
Ergriff ich den Arm des einen,
Der rechts von mir ging.
Nicht den des anderen,
Dessen Ring ich trug.
“ [2]

Mascha und Chemjo bekamen einen Sohn, den sie später in den USA Steven nannten, und schließlich willigte Saul Kaléko in die Scheidung ein, 1938 konnten die beiden Liebenden heiraten.

Gedenktafel an der alten Adresse Mascha  Kalékos in der Bleibtreustr. 10/11 Bildquelle: [B]

Gedenktafel an der alten Adresse Mascha Kalékos in der Bleibtreustr. 10/11
Bildquelle: [B]

„Hier war mein Glück zu Hause. Und meine Not.
Hier kam mein Kind zur Welt. Und mußte fort.
Hier besuchten mich meine Freunde
Und die Gestapo“.
[2]

Die paar leuchtenden Jahre in Berlin (wie Mascha diese Zeit nannte) waren bald vorbei und wurden durch die große Verdunklung abgelöst. Bei Rowohlt erschien noch ein weiterer Gedichtband und Mascha Kaléko hatte mittlerweile einen Namen als Großstadtdichterin. Dann merkten die Machthaber aber doch, daß sie Jüdin war, 1935 wurde sie  aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und stand unter Publikationsverbot. Eine zeitlang konnte sie noch unter einem Pseudonym zum Familieneinkommen beitragen. Im September 1938 schließlich mussten sie die Bleibtreustraße 10/11, in der sie lebten, endgültig verlassen, über Hamburg und Paris emigrierten sie nach New York. Das letzte Gedicht, das sie in ihrem Leben schrieb, war dieser Straße gewidmet.

Die (erste) Zeit in New York muss schwierig gewesen sein: in Deutschland war sie die bekannte Dichterin Mascha Kaléko, hier die fremde jüdische Emigrantin Mrs. Vinaver. Zwar lernte Mascha gut und schnell Englisch, so daß sie über Werbetextung (u.a. für Büstenhalter) zum Unterhalt beitragen konnte. Ihr Mann tat sich schwerer mit der Sprache und dem Einleben, er leitete Chöre und dirigierte, aber dies waren Auftragsarbeiten und kein gesichertes Einkommen. Mascha musste viele der Wege zu Ämtern und Behörden erledigen, auch in New York gehörten Emigranten nicht zu den bevorzugten Einwohnergruppen. Aus einigen Briefpassagen kann herausgelesen werden, daß die Kontakte zu anderen Menschen in der Stadt nicht groß waren. Die fremde Sprache, die vielen Pflichten, Mascha fand kaum Ruhe für ihre eigene Arbeit.

Kaléko/Vinaver blieben in New York, ein anderer, großer Teil der aus Deutschland emigrierten Künstler dagegen siedelte sich in Kalifornien an, Lion Feuchtwanger [3] und Thomas Mann waren für diese Kreise so etwas wie Kristallisationspunkte. Dieser geographische Abstand dürfte die relative Abschottung für Kaléko/Vinaver zementiert haben, ich gehe davon aus, daß ein Hauptmotiv, in NY zu bleiben, die beruflichen Möglichkeiten für Chemjo waren, die er sich dort aufgebaut hatte. Dieser Ablauf sollte sich im späteren Leben der beiden noch einmal wiederholen: Chemjo zuliebe verließ Mascha nach über 20 Jahren in den USA dieses Land, um nach Israel zu gehen: noch eine Entwurzelung für sie, die seit ihrer Kindheit in der Welt umherirrte.

Was das Leben der beiden weiter belastete, waren die gesundheitlichen Probleme des Mannes, der unter Atembeschwerden, Asthma und auch Herzbeschwerden litt. Die Sorge um das Befinden des geliebten Mannes ist einer der immer wieder, in jedem Brief auftauchenden Punkte, auf die Mascha eingeht.


Ihre engsten Freunde hatten den Holocaust überlebt, die Eltern lebten mit den beiden jüngsten Geschwistern in Tel Aviv, nur von der jüngern Schwester Lea gab es kein Lebenszeichen, die beiden sollten sich während dieses Berlinbesuches Maschas wieder finden. Dagegen waren zwei Brüder des Mannes in Konzentrationslagern ermordert worden. 1956 schließlich war Mascha Kaléko innerlich bereit und in der Lage, wieder nach Deutschland zu reisen. Von dieser Reise, die ein Jahr dauern sollte und Silvester 1955 begann, berichtete sie ihrem Mann fast täglich in ausführlichen Briefen und Postkarten. In dem vorliegenden kleinen Bändchen aus dem dtv ist hierzu eine Sammlung herausgegeben. Die Antwortbriefe ihres Mannes sind nicht erhalten noch weiß man, warum Mascha Kaléko sie vernichtet hat.

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Sie kommt mit dem Schiff am 8. Januar 1956 in Hamburg an. Ihre Briefe berichten ausführlich von den Erfahrungen und Eindrücken, die sie in den Städten, die sie besucht, gemacht hat bzw. macht. Es sind natürlich widersprüchliche Eindrücke, insbesondere die in Berlin erlebten. Berlin war ihre Heimat, hier spielte sie die Großstadtklaviatur aus den Eff-Eff – und von hier musste sie fliehen, um zu überleben. Die Stadt selbst war noch ein Trümmerfeld, der Ku-Damm dagegen schon glamourös, Mascha vergleicht ihn mit den Prachtstraßen New Yorks. In Deutschland war das Wirtschaftswunder in Schwung gekommen, es gab Reiche und Reichtum zu sehen. Aber es gab eben auch die Trümmer, die Versehrten in den Straßen, die Armen im Schatten des Wachstums.

Dabei trauerte Mascha Kaléko weniger um die materiellen Schäden in den Straßen (die sie gleichwohl erschüttern), sondern mehr um die verloren gegangene Atmosphäre. Sie vermisste den Humor, den Esprit, die Feinsinnigkeit – die Juden eben. Was sie bei den Deutschen erlebte, war eher derb und platt, die Witze im Radio sind viel gröber geworden, auch in erotischer Beziehung, intelligentere Witze musste man erklären.

„Jeder Sturmbannführer ein Pazifist,
So lautet das liebliche Märchen,
Und wieder leben Jude und Christ
Wie Turteltaubenpärchen…“

Die Menschen, die sie in den Straßen sieht, sind die gleichen, die sie wenige Jahre zuvor aus dem Land trieben – es ist ein stetes Misstrauen zu spüren. Es ist Winter, als sie ankommt: die langen Mäntel, die die Menschen tragen, erinnern sie an die der SS, verbreiten für sie eine düstere Atmosphäre in den Straßen. Am 19. Januar beschreibt sie, daß sie aber auch vielen Menschen begegnet, die einen so ordentlichen und menschlich anständigen Eindruck [machen], daß ich manchmal ganz verwirrt bin. … die jungen Leute, die in den Redaktionen sitzen, betrachten die als „altes Eisen“ und sind von ganz anderer Art. Die sind meistens noch sehr nazi-infiziert, im Gegensatz zu den 50jährigen, die klarer sehen.

Das Geld, sie gehört nicht zu den Reichen. Für jede Nacht muss sie sich Unterkunft mieten, mehr als einmal kommt sie in die vorbestellte Pension, um zu hören, daß das fest zugesagte Zimmer doch anderweitig vergeben wurde. Jede Nacht reißt ein Loch in ihrem Geldbeutel, ebenso das Essen, die notwendige Fahrerei. Minutiös beschreibt sie dies (und auch ihren Tagesablauf) in den Briefen, die so in der Gesamtschau eine Beschreibung sind westdeutscher und berliner Zustände im Jahr 1956: 1/4 Heringssalat à 40 Pfg, Brot mit Lachsschinken Mk. 1,50, eine große Flasche Apfelsaft 1,– Mk., 1 Pfd dunkle Trauben 3,90 Mk. Ein Zimmer kam zwischen 5 und 10 Mk., Frühstück um die 2,50 Mk (war aber oft obligatorisch)….

Sceenshot der ZEIT-Ausgabe vom 12. April 1956

Sceenshot der ZEIT-Ausgabe vom 12. April 1956

„Beruflich“ ist ihr Besuch in Deutschland ein voller Erfolg. Viele Menschen erinnern sich noch an sie [4], ihre Radiointerviews, ihre Lesungen sind gut besucht und begeisternd, in den Buchhandlungen sind wieder – so wie vor zwanzig Jahren – ihre Gedichtbände in der Auslage zu sehen – und (wichtig für sie) zu kaufen [5]….. Teilweise gibt es schöne Honorare, die ihr für ein paar Tage die Geldsorgen etwas erleichtern, sie wird oft eingeladen und ist viel unterwegs.

Immer natürlich enthalten die Briefe ausser diesen Berichten und Eindrücken auch die besorgten Fragen nach dem Befinden des Mannes und dem des wohl flügge gewordenen und selbstständig werdenden Sohnes. Für den Sommer ist geplant, daß Chemjo nach Deutschland kommt, beide hoffen, daß hier in einem Kurbad oder prinzipiell das Asthma des Mannes geheilt oder gemindert werden kann. Der Aufenthalt von Chemjo Vinaver läuft übrigens nicht ohne Probleme ab, Mascha macht den Fehler, für sie beide, die seit vielen Jahren in getrennten Zimmer schlafen, ein Doppelzimmer zu mieten. Es führt wohl zu Reibereien und Unstimmigkeiten, die Briefe, die Mascha nach der Rückkehr ihres Mannes in die USA schreibt, sind durchzogen von vielen (Selbst)vorwürfen darüber.

Interessant ist ferner, daß sich Mascha Kaléko wohl intensiver mit dem Zen-Weg des Buddhismus beschäftigt, sie kommt häufig darauf zurück, erwähnt auch einen Besuch in einer buddhistischen Stätte in Berlin, wo sie einen Zen Praktizierenden trifft. Dazu sollte man wissen, daß (zwar auch schon vor aber besonders) nach dem Zweiten Weltkrieg Zen in den USA durch den Meister Teitaro Suzuki bekannt gemacht worden ist. Offensichtlich hat Mascha Kaléko sich dafür sehr interessiert, sie äußert sich ganz begeistert über die Begegnung mit dem „Zen-Mann“ in dem buddhistischen Kloster in Berlin. Da sie nirgends davon schreibt, daß sie selbst „gesessen“ hätte, gehe ich davon aus, daß die Auseinandersetzung mit dem Zen eher intellektueller Natur war.

Hamburg, München und Berlin waren die Hauptstationen Kalékos, daneben gab es natürlich noch andere Veranstaltungsorte. Den Spätherbst dann verbrachte sie in Ascona am Nordufer des Lago Maggiore, sie genoß die Spätsommersonne, traf auch hier Kollegen, u.a. Remarque. Den letzten Brief, der im Büchlein widergegeben ist, sandte sie aus Rom in die USA, er erzählt von Menschen, die sie dort traf, Sehenswürdigkeiten, die sie besuchte….


Ich habe beim Lesen solcher Briefwechsel (auch wenn hier ein Partner stumm geblieben ist) immer ein zwiespältiges Gefühl: wo ist die Grenze zwischen Indiskretion und berechtigtem Interesse beim Leser, sprich: hier bei mir? Gehen mich die Atembeschwerden von Chemjo Vinaver wirklich etwas an? Ist es nicht zu privat, wenn ich lese, daß sie ihren Mann dringend bittet, die Korresponenz wegzuschließen, daß kein Fremder, auch nicht der Sohn, sie lesen kann? Andererseits ist es natürlich so, daß durch solche Einblicke in das Private und Persönliche der bloße Name, der unter einen Gedicht steht heruntergebrochen wird auf einen konkreten Menschen mit Wünschen, Vorstellungen, Gefühlen, Neigungen….

Dazu kommt, daß speziell die expliziten und genauen Details in Kalékos Briefen ein Bild dieser Zeit ergeben, in der die kollektive Verdrängung des Grauens der Nazi-Zeit noch in vollem Gang war. Kaléko schreibt es an einer Stelle, als Besucherin aus Amerika hat man mehr Sympathien denn als „Re-Migrant“, wie man die Rückkehrer hier nennt. Ein Re-Migrant war damals sicherlich ein steter Stachel im Fleisch, der bohrte und erinnerte, vllt sogar das Geraubte von damals wieder beanspruchen würde….

So ist dieses schmale Bändchen mit den Briefen Mascha Kalékos zu lesen trotz der Bedenken ein Gewinn und ein beglückendes Erlebnis, zumal mich persönlich kaum jemand so schnell und direkt im Innersten berühren kann wie Kaléko mit ihrem Gedichten. Hier ist sie nicht nur Dichterin, hier ist sie auch Frau, Mutter, Liebende – ein Mensch eben in all seinen Facetten.

Links und Anmerkungen:

[1] Wiki-Beitrag zu Mascha Kaléko: http://de.wikipedia.org/wiki/Mascha_Kaléko, vgl aber auch hier ein Interview des Deutschlandradios mit Gisela Zoch-Westphal, die das literarische Erbe von Mascha Kaléko verwaltet:  http://www.deutschlandradiokultur.de/…id=224164
[2] die Textauszüge sind aus den Gedichten „Signal“, „Bleibtreu heißt die Straße“ und „Deutschland – ein Kindermärchen“
[3] zu Feuchtwanger und seinem Emigrantenschicksal sind ein paar Infos hier im Blog unter: https://radiergummi.wordpress.com/?s=Feuchtwanger zu finden
[4] vgl. z.B. hier den Beitrag in der ZEIT vom Februar 1956: Die Dichterin und der Gelehrte; http://www.zeit.de/1956/07/die-dichterin-und-der-gelehrte/komplettansicht   (die Suche in der ZEIT ergibt noch mehr Fundstellen zu Kalèko)
[5] z.b. das Lyrische Stenogrammheft: http://www.literaturundkunst.net/mascha-kaleko-das-lyrische-stenogrammheft/
[6] Wiki-Beitrag zum „Romanisches Cafe“:  http://de.wikipedia.org/wiki/Romanisches_Café

Weiteres von Mascha Kaléko hier im Blog: Paula Quast, Henry Altmann: “…. und sie sprechen von mir nur leise.”; https://radiergummi.wordpress.com/2013/09/15/….leise/

als Hintergrundinfo genutzt: die Kurzbiographie des im Übrigen sehr empfehlenswerten Buches von Jutta Rosenkranz: Wir haben keine andere Zeit als diese in: dies.: Zeile für Zeile mein Paradies –  Bedeutender Schriftstellerinnen – 18 Portraits, Piper, 2014

Ich möchte auch nicht versäumen, an dieser Stelle auf die sehr empfehlenswerte Artikelreihe meiner geschätzten Blogger-Kollegin Birgit aufmerksam zu machen, die sich mit „Jüdischen Autorinnen“ auseinandersetzt:  http://saetzeundschaetze.com/category/portraits-judischer-autorinnen/

Bildquelle: Gedenktafel: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gedenktafel_Bleibtreustr_10-11_(Charl)_Mascha_Kaleko.jpgBy OTFW, Berlin (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Hinweis: Diese Rezension ist auch als podcast im literatur RADIO bayern erschienen: https://radio.blm.de/radiobeitrag/fda-rezensionen….html

Mascha Kaléko
„Liebst du mich eigentlich?“
Briefe an ihren Mann
Herausgegeben von Gisela Zoch-Westphal und Eva-Maria Prokop
mit einem Nachwort von Gisela Zoch-Westphal
diese Ausgabe: dtv, HC, ca. 155 S., 2015

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5 Responses to “Mascha Kaléko: „Liebst du mich eigentlich?“”

  1. saetzebirgit Says:

    Lieber Gerd,
    erstmal danke für den Hinweis und die Worte zu meiner Reihe.
    Dann ein großes Danke für den ausführlichen Artikel über Mascha Kaléko! Da steckt so vieles drin, was ich noch nicht wußte. Den Briefwechsel hatte ich in der Hand, dann aber nicht gekauft – das werde ich ändern. Vor allem ihr Beschäftigung mit dem Zen-Buddhismus ist mir vollkommen neu.
    Ja, und Deine Bedenken bzgl. der Lektüre mir Briefwechseln verstehe ich ein wenig – vor allem, wenn sie schreibt, die Briefe sollten „weggelegt“ werden, damit der Sohn und kein Fremder sie sehen kann – so waren diese Briefe ja auch tatsächlich als „Privates Schreiben“ gedacht (manche schreiben sich auch, in Bewußtsein ihrer Bedeutung, selbst ihre Briefe und Tagebücher mit Blick auf eine spätere Veröffentlichung). Man dringt da bei der Lektüre in einen ganz privaten, intimen Bereich ein.
    Andererseits erschließt es eben auch ein wenig die Person, wie sie wohl wirklich war, am allerbesten.
    Liebe Grüße Birgit

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    • flattersatz Says:

      oops! liebe birgit, jetzt hatte ich gestern deinen kommentar fast übersehen, weil ich den seltsamerweise moderieren musste und ich das erst spät merkte… so kommt meine antwort erst heute!
      erst einmal dir ein herzliches dankeschön für deinen anmerkungen. ja, dieser briefwechsel (es ist ja seinerseits auch nur ein auszug) ist schon interessant, vor allem, wenn man dann versucht, parallel im internet die beschriebenen spuren zu finden. das archiv der ZEIT gibt da ein wenig her, spiegel habe ich jetzt garnicht gesucht.. übersehen… ;-). das nachwort im buch ist ebenfalls noch einmal eine schöne erläuterung, der man einiges entnehmen kann.
      ja, das interesse MK für zen war mir auch neu, ist natürlich für mich, der ich ja selber auch sitze, eine schöne entdeckung gewesen. daß zen bundesdeutsch verstärkt zur kenntnis genommen werden sollte (zumindest bei denjenigen, die dafür offen waren), sollte ja noch einige jahre dauern….
      diese „menscheln“, das sich in briefen zeigt… vllt geht es ja nicht nur mir so. aber ein autor ist erst einmal ein name, um den sich dann erinnerungen, eindrücke, die aus dem gelesenen stammen, ranken. aber irgendwie bleibt er neutral und ist nicht wirklich von dieser welt. erst wenn – so wie hier – man erfährt, daß auch dem die füße weh tun, wenn er viel gelaufen ist, daß er sich den magen verdirbt, daß auch ihm die toilette auf dem flur nach toilette duftet, wird er zum (im wortsinn) leibhaftigen menschen, ein wenig wie du und ich sozusagen. auch dichter haben alltag – um es modern zu sagen. :-)
      ich wünsch dir einen schönen sonntag und schick dir liebe grüße
      fs

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  2. fraupixel Says:

    Das ist wirklich ein ausführlicher und informativer Text! Sehr gelungen!
    Ich mag Kalékos Gedichte sehr. Ihr Leben ist wirklich interessant, aber im Detail habe ich mich damit bisher nicht auseinandergesetzt.

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  3. Popshot Says:

    Hallo, ich habe das Buch nur des Titels wegen gelesen. War wirklich sehr interessant. Da sowohl die Autorin als auch die erwähnten Personen nicht mehr leben, finde ich so eine Veröffentlichung vollkommen in Ordnung.

    Eine längere Kritik dazu habe ich hier geschrieben: http://popshot.over-blog.de/2015/02/mascha-kaleko-liebst-du-mich-eigentlich.html

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