Leopold von Sacher-Masoch: Venus im Pelz

Zu den Füßen einer herrischen Geliebten zu liegen, ihren Befehlen zu gehorchen, sie um Verzeihung zu bitten, waren für mich süßeste Freuden, und je mehr meine lebhafte Einbildung mir das Blut erhitzte, desto mehr hatte ich das Aussehen eines verzückten Liebhabers.

Denn ich hatte dem Schmerz, der Schande selbst, einer Sinnlichkeit beigemischt gefunden, die mir mehr Lust als Furcht gemacht hatte, sie abermals durch die gleiche Hand zu erfahren. [1]

 Leopold von Sacher-Masoch’s stationery Bildquelle: [B]
Leopold von Sacher-Masoch’s stationery
Bildquelle: [B]
Ich beginne die Vorstellung dieses Buches von Leopold Sacher-Masoch, dem die seltene und von ihm seinerzeit nicht geschätzte Ehre zukommt, mit seinem Namen für eine bestimmte, keinesfalls exotische Quelle sexueller Lust zu stehen, mit einem älteren Zitat von Jean-Jacques Rousseau, das zeigt, daß die Freude, das Lustempfinden am zugefügten Schmerz, an der Pein, die süß empfunden wird, keineswegs eine Entdeckung der Neuzeit ist. Im Gegenteil ist die gesamte galante Literatur, wie wir sie aus Frankreich oder auch Deutschland kennen, durchsetzt mit flagellantischen Szenen, die ohne die Lust am Geschlagenwerden so nicht denkbar wären bis hin zu deren Pervertierung durch de Sade und die Synonymisierung des Flagellantismus als Englische Erziehung. Daß der passive Gegenpart zum/r Schlagenden mit dem Begriff des/r Masochisten/in belegt ist, ist neueren Datums dem Sexualwissenschaftler Krafft-Ebing [2] zu verdanken, der diese Begriffsbezeichnung in seiner Psychopathia sexualis kurz nach Erscheinen der „Venus im Pelz“ schuf und verwendete.


Lieben, geliebt werden, welch ein Glück!
und doch wie verblaßt der Glanz desselben gegen die qualvolle Seligkeit,
ein Weib anzubeten, das uns zu seinem Spielzeug macht,
der Sklave einer schönen Tyrannin zu sein,
die uns unbarmherzig mit Füßen tritt. ..

Wie sich die geschilderten Gefühle doch gleichen…. Severin von Kusiemski hat sie niedergelegt in einem Tagebuch, das er nach seiner „Heilung“ schrieb. Er zeigt es einem Freund, der – und in diesen Rahmen ist die Handlung gepackt – zu ihm kommt und ihm von einem seltsamen Traum berichtet, den er hatte, einen Traum, in dem ihm eine Frau im Pelz erschien, wunderschön, mit eigenen Ansichten über das Leben und die Liebe, Ansichten, die keineswegs mit den damals (und heute?) herrschenden übereinstimmten, denn sie huldigte dem Genuss, der Liebe, dem Hedonismus und keineswegs der strengen Disziplin einer Ehe…. Severin bekennt dem Freund gegenüber, daß er eine solche Frau seinerzeit in natura kennengelernt habe, eine „Venus im Pelz“ und daß er höchste Lust empfand bei dem Gedanken, dieser Frau zu gehören, sich von ihr auspeitschen zu lassen….

Severin bezeichnet sich selbst als Dilletant: er übte sich z.B. als Künstler, war aber hier genauso wie als Liebhaber wenig erfolgreich. Er war seinerzeit zu Aufenthalt in einem Badeort in den Karpaten und in der Pension, in der er logierte, wohnte zur gleichen Zeit eine junge, wohlhabende Witwe. Er bekam sie nicht oft zu Gesicht, doch eines Abends überraschte sie ihn im Garten, wo er seiner Leidenschaft nachging: er verehrte Statuen der Liebesgöttin, vor denen er niederkniete, die Beine umschlang und die Füße mit Küssen bedeckte…. Wanda von Dunajew, in einem Pelz gekleidet, war überrascht davon und die beiden jungen Menschen kamen ins Gespräch, trafen sich öfters und so erfuhr Severin, daß Wanda keineswegs die konventionellen Ansichten der Zeit über die Rolle des Weibes, über die Liebe, die Ehe und die Treue teilte, im Gegenteil… im Gegenzug öffnete er sich ihr gegenüber und erzählte ihr von seinen besonderen Neigungen, seiner Hingezogenheit zu Statuen der Venus, seiner Affinität zu Pelzen und seinem Traum, zu einer Frau zu gehören, einer Frau zu gehören, zu gehorchen, die einer Venus gleicht, wie sie Tizian auf seinem Bild gemalt hat…

Tizian: Venus im Spiegel,  ca 1555 Bildquelle: [B]
Tizian: Venus im Spiegel,
ca 1555
Bildquelle: [B]
Schnell bezieht Wanda diese Traumvorstellung der Frau im Pelz auf sich, die sie Pelze trägt. Es entwickelt sich langsam eine engere Beziehung zwischen den beiden und bei Wanda wächst zaghaft die Gewöhnung an den Gedanken, den Severin ihr stürmisch einpflanzt: er möchte ihr Diener sein, in ihrer Gewalt sich fühlen, ihr sich ausliefern, er möchte, daß sie gnadenlos zu ihm ist, ihn quält, ihn schlägt. Ungerecht und grausam soll sie sein, sie soll ihm ihre Liebe zeigen, in dem sie ihn als rechtlosen, ihr ausgelieferten Sklaven annimmt, indem sie ihn erniedrigt, demütigt und tritt…..

Es geht hin und her in Wanda. Severin macht Wanda einen Heiratsantrag, den diese erst ablehnt, dann aber, weil Severin nicht nachläßt, modifiziert: sie gibt ihm ein Jahr Zeit, sie zu erobern. Aber wenn sie ihn als Ehemann nicht will, so soll sie ihn doch wenigstens als Sklaven nehmen… Severin ist wie rauschhaft, so nah sieht er sich dem Ziel seiner Träume und schließlich willigt Wanda, zögernd und nicht wirklich überzeugt, ein…. sie schließen einen Vertrag miteinander, mit dem sich Severin in das Eigentum der geliebten Frau übergibt, solange, bis sie ihn freigibt. Sogar einen Abschiedsbrief schreibt er und gibt ihn der Herrin, um einen Suizid vorzutäuschen, für den Fall, daß…. zusammen kaufen sie eine Peitsche und die ersten Schreie unter ihr sind Schreie der Lust, nicht des Schmerzes…. die einzige Bedingung seinerseits ist, daß Wanda, wenn sie Gregor – den Namen trägt er als Sklave – quält, Pelz tragen soll….

Sie fahren nach Florenz, Wanda mietet dort eine Villa, in der auch Severin wohnen darf. Wanda wächst immer mehr in ihre Rolle als Herrin hinein, auch wenn sie in manchen Stunden wieder zur Geliebten wird, die den Mann, den sie immer mitleidloser schlägt und demütigt, an ihren Busen drückt und mit Küssen erstickt. Vor allem auch die psychischen Qualen sind es, unter denen Gregor bis zum Wahnsinn leidet: er muss auskundschaften, wo die vielen Verehrer seiner schönen und stolzen Herrin leben, in welchen Verhältnissen, muss sie bedienen und begleiten, wenn sie mit ihren zu Vergnügungen fährt… aber alles bliebt letztlich harmlos, Gefahr droht Gregor erst, als seine Herrin „den Griechen“, einen dunklen Menschen voller Zorn, Kraft und Bösheit…

Wanda warnt Severin oft, sie sagt ihm offen, daß sie immer mehr Gefallen daran findet, ihn zu quälen und daß dies die Liebe, die sie zu ihm empfand, immer weiter zerstört….. er habe etwas in ihr geweckt, was sie bislang nicht kannte, und sie gewänne langsam Gefallen daran… Severin/Gregor wird immer verzweifelter, zwar ist sein Traum, Eigentum einer Venus im Pelz zu sein, in Erfüllung gegangen, doch um welchen Preis? Die Liebe hat er dafür opfern müssen…. aber die größte Demütigung sollte seiner noch harren: er, der unfähig ist, Wanda zu verlassen, wird von ihr dem Griechen geschenkt, der all seine Wut, seine Eifersucht und seien Bosheit in die Kraft seiner Peitschenhiebe legt, während Wanda sich auf der Ottomane räkelt und sich glänzend an dem gebotenen Schauspiel delektiert….. sie lassen ihn zurück in dem Keller der Villa, ohnmächtig, blutend, am Boden zerstört, sie selbst verlassen diesen Ort.

Severin aber kehrt zurück nach Hause und ist geheilt von seinem Wunschvorstellungen, fortan arbeitet er und folgt seinem verstorbenen Vater auf dem Hofe nach. Das Erlebte ist ihm wie ein unwirklicher Traum, an den er nach Jahren durch einen erklärenden Brief seiner ehemaligen „Venus im Pelz“ erinnert wird….

 


Setz den Fuß auf deinen Sklaven
Teuflisch holdes Mythenweib
Unter Myrten und Agaven
Hingestreckt den Marmorleib. 

Leopold von Sacher-Masoch and Fanny Pistor Bogdanoff um 1875 Bildquelle: [B]
Leopold von Sacher-Masoch and Fanny Pistor Bogdanoff
um 1875
Bildquelle: [B]

Leopols von Sacher-Masoch war, wie Gilles Deleuze in einem Nachwort zu dieser schönen Buchausgabe des Romans [s.u.] zu seiner Zeit ein arrivierter und bekannter Schriftsteller, der – fußend auf seiner Stellung als Professor für Geschichte – mit historischen Romanen die Schriftstellerei begann [3]. Seine Romane wurden in diverse Sprachen übersetzt, in Paris wurde er bei einem Besuch *triumphal empfangen* und mit einem Orden geehrt. Heutzutage ist er in Vergessenheit geraten, auch wenn sein Name über mit ihm bezeichnete sexuelle Orientierung wohl fast allen bekannt ist, auch im neueren Begriff des „BDSM“, der den „einfacheren“ des Masochismus abzulösen beginnt, bleibt er immer noch erhalten.

*Venus im Pelz* wurde von ihm im Rahmen eines größeren Projekts geschrieben. Es ist Bestandteil seiner wichtigstes Werkkomplexes, den er in Zyklen angelegt hat: der Hauptzyklus „Das Vermächtnis Kains“ sollte die Themen: Liebe, Eigentum, Geld, Staat, Krieg und Tod umfassen, von denen er aber nur die beiden ersten Teile abgeschlossen hat.  Angeregt für diesen vorliegenden Roman und damit die Venus im Pelz wurde Sacher-Masoch durch Fanny Pistor Bogdanoff; die Pose, die auf dem Bild zu sehen ist: er zu Füßen des geliebten Weibes, eine Szene, wie sie auch im Roman häufig beschrieben ist (in der Bildbeschreibung der Wiki zu dem Foto wird extra auf die Peitsche, die angeblich zu sehen ist, hingewiesen. Die Entstehungszeit des Bildes wird zwischen 1870 und 1880 datiert, wobei mir persönlich es wahrscheinlicher erscheint, daß die Fotographie vor 1873 gemacht wurde, denn: ). 1873 heiratete der Schriftsteller eine Frau namens Angelika Aurora Rümelin [5], mit der er vorher „recht zweideutigen“ (meint wohl: eindeutigen) Briefkontakt hatte. Sie ist die reale Wanda, die sowohl im Roman als auch in der Ehe die Rolle der Grausamen, der Herrin übernimmt. Die Ehe wird später geschieden [4].


Die Wanda des Romans ist jung, wohlhabend, verwitwet. Mit den Moralvorstellungen der damaligen Zeit hat sie wenig am Hut: …Also auch Sie schwärmen für die moderne Frau, für jene armen, hysterischen Weiblein, welche im somnambulen Jagen nach einem erträumten, männlichen Ideal den bestem Mann nicht zu schätzen verstehen und unter Tränen und Krämpfen täglich ihre christlichen Pflichten verletzen, betrügen und betrogen, immer wieder suchen und wählen und verwerfen, nie glücklich sind, nie glücklich machen und das Schicksal anklagen, statt ruhig zu gestehen, ich will lieben und leben, wie Helena uns Aspasia [7] gelebt haben. Die Natur kennt keine Dauer in dem Verhältnis von Mann und Weib. .. Es ist nur der Egoismus des Mannes, der das Weib wie einen Schatz vergraben will. .. Können Sie leugnen, daß unsere christliche Welt in Fäulnis übergegangen ist. .. Ich verzichte auf euren heuchlerischen Respekt, ich ziehe es vor, glücklich zu sein . .. ich liebe jeden, der mir gefällt, und mache jeden glücklich, der mich liebt. … bescheidet sie Severin am Anfang ihrer Bekanntschaft. Ein deutliches, klares Bekenntnis. Soviel philosophisch-weltanschaulicher Hintergrund ist beim großen Dilettanten Severin nicht zu finden: ihm genügt es, die leblos-steinerne Venus, die er in all ihrer Kälte und Unnahbarkeit anbetet, hier leibhaftig vor sich zu haben, sozusagen aus dem Mythos, dem Olymp hinabgestiegen, im Pelz, so wie er es erträumt, ihm zugetan und offensichtlich mit einer inneren Einstellung, die die Möglichkeit bietet…

All das Trachten Severins geht nur nur noch dahin, diesem Weib zu gehören, sie dazu zu bringen, ihn als Eigentum zu nehmen, wenn sie ihn schon nicht heiraten will. Hier muss er noch einmal aktiv werden, er dienert sich der Zögernden an, die sich an diesen Gedanken, Herrin zu sein, gewöhnen muss, die sich – selbst, als sie in den Kontrakt einwilligt – immer noch sorgt um den Mann, in den sie sich verliebt hat – seiner sittlichen Strenge wegen. Severin erreicht sein Ziel letztlich, was er nicht bedacht hat, bedenken konnte, war, daß er damit daß, was ihm so teuer war, zerstört: die Liebe Wandas zu ihm. Er rief Geister in ihr wach, die er nicht mehr zügeln konnte, wahrscheinlich hat er auch die Qualen, die Wanda ihm antun würde, nicht antizipiert: es sind die psychischen Foltern, an denen er verzweifelt, nicht an dem bischen Peitschen oder Fuss-in-den-Nacken-stellen. Das Bedienen der Galane, die Nichtbeachtung, wenn sich Wanda in deren Gesellschaft amüsiert, die Unkenntnis, was zwischen ihnen passiert, und wie sich das auf ihn auswirkt… all das läßt Sacher-Masoch sich dann zu der Situation zuspitzen, die Severin bricht: Wanda übereignet ihn an ihren neuen Liebhaber und amüsiert sich köstlich dabei. Nicht Grausamkeit oder Brutalität ist es, was Severin bricht, es ist die Gemeinheit, als die er Wandas Handeln empfindet, dies, gemein zu sein, wirft er ihr in seiner Verzweiflung vor, doch was kümmert es die Herrin, wenn der Sklave greint?

Aber es sind natürlich nicht nur die psychischen Qualen, die Gregor zusetzen. Irgendwo las ich einst, das Schlimmste, was einem geschehen könne, sei, wenn die Wünsche, die man hat, in Erfüllung gingen. Nun, bei Severin-Gregor scheint mir das der Fall zu sein: sich romantisch zu Füßen der auf der Ottomane räkelnden Pelzbekleideten niederzulassen, ihr selbige zu kosen und mit Küssen zu bedecken, hin und wieder von der Gerte gestreichelt – nun, es gab dieses Momente der Erfüllung, im Normalfall (Wanda war lernfähig und fantasievoll, sie hat gut aufgepasst bei dem, was ihr Severin von seinen Träumen erzählte) wurde ihm jedoch kräftig das Fell gegerbt, die Hausdienerinnen dann angewiesen, ihn vor den Pflug zu spannen, was sie taten und ihn dann höhnisch lächelnd über den Acker jagten….

Severin überlebt und ist zu dem Zeitpunkt, an dem er seinem (anonym bleibenden) Freund die Tagebuchaufzeichnungen zeigt, von seiner Perversion geheilt, er lebt ein normales Leben im Andenken an seinen verstorbenen Vater. Noch einmal hat er von Wanda gehört, auch in diesem Brief ist die Rede davon, daß sie, Wanda, ihn nur so, durch diese drastische Handlungsweise, heilen konnte (Über das Stadium, daß solch eine Vorliebe der Heilung bedarf, also krankhaft ist, sind wir mittlerweile wohl hinaus). Für Severin jedenfalls lautet die Moral seiner Geschichte:

„Ich war der Esel, aus mir den Sklaven eines Weibes zu machen, verstehst du?“
Also, schließlich „… Die Moral der Geschichte:
wer sich peitschen läßt, verdient, gepeitscht zu werden.“


Allein schon wegen der historischen Bedeutung ist die Venus im Pelz sicher ein lohnenswertes Buch für alle Liebhaber erotischer Literatur, zudem merkt man dem Roman an, daß Sacher-Masoch ein Schriftsteller ist, kein Dilettant wie sein männlicher Protagonist. Falls sich jemand das Büchlein besorgen will (es gibt ja viele Ausgaben), dann möge er doch versuchen, dieser bebilderten und wunderschön gestalteten vorliegenden Edition aus der Büchergilde habhaft zu werden…..

 

Links und Anmerkungen:

[1] Jean-Jacques Rousseau: Bekenntnisse, in: http://gutenberg.spiegel.de/buch/3813/2, zitiert nach: Jean-Luc Hennig: Der Hintern, Piper TB, München 2000, S. 100f
[2] Wiki-Beitrag zu Psychopathia sexualis von Richard von Krafft-Ebing: http://de.wikipedia.org/wiki/Psychopathia_sexualis_(Krafft-Ebing)
[3] das recht umfangreiche Werk Sacher-Masochs ist hier im Wiki-Artikel (dort finden sich auch biografische Angaben) aufgelistet: http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_von_Sacher-Masoch
[4] Gilles Deleuze: Sacher-Masoch und der Masochismus, in: Nachtrag zum vorliegenden Buch [s.u]
[5] zur Biographie der „Wanda von Dunajew“:  http://www.onb.ac.at/ariadne/vfb/bio_masoch.htm
[6] Wiki-Artikel zum Buch: http://de.wikipedia.org/wiki/Venus_im_Pelz
[7] Wiki-Beitrag zur Aspasia, der zweiten Frau des Perikles: http://de.wikipedia.org/wiki/Aspasia
[8] lesenswert: K. H. Kramberg: Vergiß die Peitsche nicht – Zur Lektion des Leopold von Sacher-Masoch; in: DIE ZEIT, 3.5.1968 Nr. 18: http://www.zeit.de/1968/18/…

Das Buch ist online bei zeno.org verfügbar: http://www.zeno.org/….venus+im+pelz

[B]ildquellen: http://en.wikipedia.org/wiki/Venus_in_Furs; (i) Titian [Public domain], via Wikimedia Commons, (ii) Leopold und Fanny: See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons; (iii) Briefkopf: See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Leopold von Sacher-Masoch
Venus im Pelz
Illustriert von Gerd Mackensen
Mit einer Studie über den Masochismus von Gilles Deleuze (übersetzt aus dem Französischen von Gertrud Müller)
Originalausgabe: 1870
diese Ausgabe: Büchergilde Gutenberg, HC, ca. 204 S., 2004

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2 Kommentare zu „Leopold von Sacher-Masoch: Venus im Pelz

  1. Ich las dieses Buch vor vielen Jahren, anlässlich meiner Vorlesungsreihe über die Geschichte der pornographischen Literatur. Ehrlich gesagt, fand ich es relativ langweilig, da mir der Stil zu umständlich war. Naja und wenn pornographische Literatur einschläfernd wirkt, hat sie ihr Ziel wohl verfehlt.
    Mir gefällt sehr gut, wie du diesen Klassiker vorstellst. Nachdem der Zeitgeist diesen Roman von allem Skandalösen befreite, wird er wohl eher wenig gelesen. Ist das Schockierende, Erregende nicht ein Stilelement dieses Genres? Wenn das wegfällt, zerfällt auch die Spannung. Heute erscheint er unter anderem in einer Reihe Pornographie für die Hausfrau (ohne Bilder), sagt das nicht alles?
    Herzliche Grüße aus Nord Norfolk und ein frohes neues Jahr
    Klausbernd

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    1. lieber klausbernd, herzlichen dank für deinen interessanten kommentar, den ich viel zu spät beantworte… ;-)

      was du über die spannung schreibst, den tabubruch, das skandalöse – dem kann ich nur zustimmen. viele, fast alle romane aus dieser zeit sind gemessen an den heutigen standards wenig auf- und anregend. die grenzen und die erwartungen haben sich verschoben, so daß in der tat nicht nur sacher-masoch in der einer reihe „pornographie für frauen“, sondern auch de sades justine (für die der autor ja seinerzeit recht derbe angegangen wurde…) in einer ullstein tb-reihe „die frau in der literatur“ erscheinen kann. während früher meist der „normale“ verkehr zwischen mann und frau, ein bischen lesbisch, u.u. ein wenig haue auf den popo das repertoire erschöpften, läßt sich mit diesem kinderkram heutzutage kaum noch ein erotischer roman gestalten. die penetration sämtlicher körperöffnungen und dazu möglichst noch die peitsche geschwungen – das muss schon sein. ob das jetzt unbedingt schöner, aufregender oder erregender ist – das mag jeder für sich entscheiden. den philosophische anspruch vieler älterer romane, die sich ja über die geschilderte erotik (sprich: den bruch von tabus) auch gegen die herrschende ordnung wandten, den gibt es eh nicht mehr, allenfalls in besseren romanen eine gute personenzeichnung der protagonisten, wenn die erotik in eine handlung eingebettet ist, teil des geschilderten lebens eben.

      auf der anderen seite – könnte/würde mann heute seinen tod in venedig noch so schreiben und publizieren? nicht wegen der latenten homosexualität, die den roman trägt, sondern wegen des pädophilen touches, den der roman wg. des jungen objekts der begierde hat… hier sind die grenzen enger geworden…..

      du hast über die geschichte der pornographischen literatur geschrieben? gibt es da etwas, was man einsehen kann (veröffentlichungen, skripte, webseiten o.ä.)? das würde mich schon interessieren!

      ich sende dir in dein nord norfolk ebenfalls sehr herzliche grüße und natürlich auch dir wünsche für ein gutes 2015!
      fs

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