M.A. Theimuras: Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern

6. Juni 2008

Ich gebe zu, das ist jetzt ein eher ungewöhnlicher Beitrag für diesen Blog (ich gehorche meinem ureigenen Sprachgefühl und behandele das Wort Blog maskulin und nicht neutral…), aber durch den Beitrag zu Roches „Feuchtgebieten“ bin ich auf diese Dissertation [1] aufmerksam geworden und habe sie (zumindest quer) gelesen (Als Nicht-Mediziner kann ich mit den rein medizinischen Fakten nicht so viel anfangen, ich gebe es zu: sie interessierten mich auch nicht so übermäßig.). Der Inhalt ist – läßt man mal das rein medizinische beiseite – einfach … tja, was? erstaunlich, köstlich, umwerfend, verblüffend? Jedenfalls ließ er mich kopfschüttelnd und ratlos zurück.. Ich kann mir die Lesungen von Herbst/Roche gut vorstellen, das muss in dem Saal so richtig „abgegangen“ sein. Ich weiß nicht, die (staub)gesaugten Hauptpersonen werden das wahrscheinlich anders sehen, aber ich habe an einigen Stellen schallend gelacht, manchmal schlägt die Realität die Phantasie um Längen.

Im folgenden soll nach einer Übersicht über die Anatomie des Penis, die Beschreibung des benutzten Staubsaugers und eine kurze Abhandlung der Masturbation, anhand von 8 Fällen…. das Krankengut vorgestellt und ausgewertet werden.

Allein dieser Satz… „.. die Beschreibung des benutzten Staubsaugers… “ (Singular!! Muss man sich jetzt vorstellen, dieser eine, besagte Sauger ist in der Republik rumgereicht worden???) und auch „.. eine kurze Abhandlung der Masturbation…“ .. sehr, sehr schön….

Aber im Ernst, wie intelligent muss man sein (oder ausgehungert oder aufgegeilt…), sein bestes Stück (auch, wenn es im nicht im prachtvollsten Zustand sein darf…) in einen Ansaugstutzen zu halten, der gerade mal 11 cm bis zum rotierenden Propeller Platz bietet? Zeugt das nur von mangelndem Selbstbewusstsein, oder hat „Mann“ dann einfach nur Längen bzw. Entfernungen falsch eingeschätzt? Hätte man in der Schule seinerzeit doch mehr Wert auf einen soliden, praxisorientierten Mathematik-Unterricht legen sollen? Am skurrilsten ist die Fallbeschreibung, in der ein junger Mann, dessen Frau abwesend war, sich eine solche Verletzung zuzog, ihm sein Vater dies nicht glaubte (sondern ihn des Ehebruchs (Bissverletzung!) beschuldigte) und dann sozusagen die Fallbeschreibung überprüfend das Arrangement „Penis – Kobold“ an sich selbst nachstellte. Mit zu erwartendem Ergebnis…. soll man hier lachen oder weinen?

Da in der Beschreibung so häufig der Vorwerk „Kobold“ genannt wird, sollte festgehalten werden:

Theoretisch könnten solche Unfälle auch mit anderen Staubsaugermarken, bei denen ebenfalls der Propeller unmittelbar hinter dem Ansaugstutzen eingebaut ist, entstehen. Es ist jedoch meistens
ein Saugschlauch von 1 – 2 m Länge vorhanden…..

Akzeptiert, 1 bis 2 m Länge Saugschlauch sollten ein ausreichender Schutzabstand sein.. …und als ein Facit der Untersuchung wird in der Diskussion hervorgehoben, daß man davon ausgehen kann,

….daß ein solcher Versuch einmalig bleibt, nachdem die Verwendung von Staubsaugern des Types Kobold massive Verletzungen zur Folge hat und die Verwendung anderer Fabrikate nicht zu dem erhofften Lustgewinn führen dürfte.

Nun ja, das denke ich auch.

Natürlich nicht zum Lachen ist die Tatsache, daß bei diversen Nachuntersuchungen noch nach Jahren aufgrund der massiven Verletzungen (Warnung vor den Bildern!) des Penis schwerwiegende und irreversible Beeinträchtigungen festzustellen waren. Die entsprechenden Beschreibungen lassen schon an der einen oder anderen Stelle einen Kloß im Hals entstehen. Und die Bilder tun ihr übriges….

Facit: ein Dokument männlicher Dummheit, anders kann man es nicht bezeichnen. Und als solches vielleicht ein kleines Puzzlestück zur Zeitgeschichte.

sauger

Links und Anmerkungen:

[1] online-Ausgabe der Dissertation:  https://de.scribd.com/doc/62231846/DOKTORARBEIT-Penisverletzungen-Bei-Masturbation-Mit-Staubsaugern

Nachtrag: In den unendlichen Weiten des Internets kam mir heute (Okt. 2016) dieses Buchcover (links) unter, das ich nicht unterschlagen will. Auch beim weiblichen Geschlecht scheint Loriot richtig zu liegen, es saugt und bläst der Heinzelmann, etc pp…., ob es allerdings genauso unfallträchtig ist, kann ich nicht sagen, ich kann es mir aber nicht vorstellen  ;-)

M.A. Theimuras
Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern
Dissertation, TU München, 1978

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One Response to “M.A. Theimuras: Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern”


  1. Wiki: „Der Kobold ist ein Hausgeist, der das Haus schützt, aber seine Bewohner gerne neckt, allerdings ohne Schaden anzurichten.“

    Haben die eine Ahnung!

    Gefällt 1 Person


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