Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen

26. Januar 2008

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Das ist mir lange nicht mehr passiert, ein Buch, bei dem ich abends das Licht nicht ausbekommen habe, weil ich es unbedingt zu Ende lesen musste. Damit ist eigentlich schon alles gesagt, Klönne hat mit ihrem Kriminalroman ein spannendes Buch vorgestellt, mit interessanten Figuren und einer vielschichtigen Handlung, die den Leser packt.

Zur Handlung: In einem Wald im Bergischen Land wird von der Försterin die von Vögeln verstümmelte Leiche eines ermordeten Mannes gefunden, der mit einiger Mühe und Ermittlungsarbeit identifiziert werden kann. Judith Krieger von der Mordkommission Köln wird mit der Aufklärung des Falles beauftragt, ihr an die Seite gestellt wird ein junger, dynamischer Kollege. Beide ermitteln in verschiedene Richtungen: während Krieger glaubt, der Mord würde mit dem nahe der Fundstelle liegenden „Sonnenhof“, einem Ashram, das von Heiner von Detten mit seiner Frau geleitet wird, zusammenhängen, ist sich ihr Kollege Manni sicher, in der Witwe die Täterin gefunden zu haben. Erst die Entdeckung einer zweiten Leiche führt dann aber zur Lösung des Falles.

Die Figuren: sind untrennbar mit der Handlung verbunden. Krieger, die einstige „Star“Kommissarin der Mordkommission, ist nach dem Tod ihres Kollegen Patrick, der sie in dieser Nacht vertreten hat, beruflich und privat aus der Bahn geworfen. Der geschilderte Fall ist ausdrücklich die letzte Chance für sie, sich zu beweisen, eine Chance, die sie aber nicht wahrnehmen kann, bei ihr häufen sich Fehler über Fehler in der Ermittlungsarbeit, die ihr Kollege im Gegensatz zu ihr mit Geschick und anscheinend der richtigen Spur de facto leitet. Erst nach der Suspendierung vom Dienst erwacht ihr Instinkt wieder und sie beginnt, zu kämpfen.

Die Försterin Diana Westermann, die die erste Leiche gefunden hat und auch Juliane Wengert, die verdächtigte Frau des Ermordeten, sind vielschichtige Charaktere, deren Geschichte subtil in die Handlung eingewoben werden – neben einer Vielzahl weiterer Personen des Romans.

Das alles gut lesbar, flüssig und plausibel beschrieben, nie hat man das Gefühl, daß hier etwas konstruiert wird, bei allen Figuren kann man sich vorstellen, daß diese Schicksale authentisch sein könnten. Die Spannung in diesem Roman wird bis auf die letzte Seite aufrecht erhalten und auch die Auflösung des Falles, die ja in vielen Büchern gegen den Rest der Handlung abfällt, hält, was die Handlung verspricht.

Facit: die 364 eng bedruckten Seiten (der Taschenbuchausgabe) werden keine Sekunde langweilig, im Gegenteil, die Vorfreude auf das zweite Buch der Autorin ist groß.
Sehr empfehlenswert.

Klönne, Gisa
Der Wald ist Schweigen
Ullstein 2005
ISBN 3-550-08633-4
ISBN-13 978-3-550-08633-5

Links

Die Homepage der Autorin

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3 Responses to “Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen”


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