Die Autorin der Janus-Kammer ist keine ganz Unbekannte. Lange Jahre war sie einer der Stars der Hardcore-Industrie im Bereich der Erwachsenenunterhaltung, wie man es mit jugendfreien Begriffen umschreiben könnte. Aus diesem Bereich der Sexindustrie stieg sie jedoch aus, um sich dem Schreiben und der Musik zu widmen. Aus ihrem ersten literarischen Gehversuch ist mit der Juliette-Society [2] ein Buch entstanden, das sicherlich keine Weltliteratur darstellt, das aber durchaus lesbar ist und für mich über dem Durchschnitt des Grossteils der aktuellen erotischen Literatur anzusiedeln ist.

Die vorliegende Janus-Kammer führt die Geschichte der seinerzeitigen Protagonisten Catherine weiter. Kennt man deren Vorgeschichte, sind einige der Andeutungen bzw. Namen, die einem hier wieder begegnen, leichter zugänglich, aber ein unbedingtes ‚Muss‘ ist die Kenntnis der Juliette-Society nicht (möglicherweise hilft meine Besprechung des Buches ja ein wenig: [2]). Catherine jedenfalls hat sich aus ihren im Erstling geschilderten erotischen Abenteuern zurückgezogen und lebt seitdem mit ihrem Freund Jack zusammen, der ihre momentanen sexuellen Bedürfnisse offensichtlich befriedigend bedienen kann; Grey versäumt nicht, uns zu erzählen, auf welche Art und Weise.


Catherine arbeitet mittlerweile als Journalistin und ist auf der Suche nach einer Story. Dabei stößt sie auf den Namen eines verstorbenen Top-Models: Inana Luna [4]  hat sich nach offizieller Lesart suizidiert, ihre Schwester dagegen ist fest davon überzeugt, daß sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Catherine, die sich über Irana informiert, sich ihre Clips, die im Internet veröffentlicht sind, anschaut, gerät immer mehr in den Bann dieser Frau, die so ganz offensichtlich ihre Grenzen auszutesten versuchte und sie damit die Erinnerung an die Catherine vergangener Jahre wieder hervorruft. Als die Schwester Inanas ihr das Tagebuch der Verstorbenen gibt und sie die Einträge der Toten liest, erkennt sie sich in dieser Gedanken- und Wunschwelt endgültig wieder: in Catherine reift der Plan, den Weg Inanas zu (sexueller) Entgrenzung zu rekonstruieren und selbst zu gehen.

Sie folgt den durch das Tagebuch gelegten Spuren und gelangt an einen mysteriösen Ort in der Wüste, ein geheimes Hotel mit einem Luxusstandard, der die gewöhnliche Sterneeinteilung sprengt: ‚La Notte‘. Aufgrund ihres Aussehens und einer gewissen Kaltschnäuzigkeit erhält sie auch gleich eine Anstellung an der Rezeption, bewährt sich einigen ‚kritischen‘ Situationen bei der Betreuung der Gäste und wird vom geheimnisvollen Besitzer des Hotels, Max Gold, sukzessive in die geheimen Ort dieses Hauses geführt.

Es sind dies diverse Clubs, Kammern und Zimmern, in denen sexuellen Spielarten aller Couleur nachgegangen wird. Die Reichen und Mächtigen der Welt sind dort unter sich, es gibt keine Geheimnisse mehr so wie es keine Tabus gibt. Diese arkane Welt der Sexualität, die nur für ausgewählte Eingeweihte zugänglich ist, ist eine dunkle Welt der Erniedrigung, der Beschmutzung, des Schmerzes bis hin zu dem Punkt, an dem Schmerz und Lust ununterscheidbar und eins werden und aus dem malträtierten Körper sich das wahre Ich herausgeschält hat.

Auf Catherine übt diese Welt schnell einen unwiderstehlichen Sog aus, der sie dem heimischen Blümchensex immer mehr entfremdet. Obwohl, Blümchensex ist relativ, auch Jack kennt natürlich mehr als nur die Art der Missionare. Vor dem, was sich Catherine jedoch wünscht, die härtere Gangart nämlich, scheut er: sie widert ihn an. So kommt es sukzessive zu tiefgehenden Differenzen zwischen beiden, zumal Jack für den Intimfeind von Catherine, de Ville, arbeitet, der für die nächste Präsidentschaft in den Staaten kandidieren will. Wobei für mich die letzte verbale Auseinandersetzung zwischen Catherine und Jack noch zu den gelungensten Passagen des Romans zählt.

Das soll als grobes Muster des Plots der Janus-Kammer reichen, den zu skizzieren, war die leichtere Aufgabe. Aber was sag ich nun zu diesem Buch ‚an sich‘?


Die Janus-Kammer hat mich gelangweilt. Es ist einfach so. Ein Roman von fast vierhundert Seiten, in denen sich die Autorin in langen Passagen einer schwurbeligen Kultur- und Gesellschaftskritik hingibt, die über Allgemeinplätze meist nicht hinauskommt: die Verlogenheit und Scheinheiligkeit der Gesellschaft im allgemeinen und der Mächtigen im besonderen, der unheilvolle Einfluss der Religion auf die (sexuelle) Entfaltung der Menschen, der Feminismus, der leugnet, daß Frauen (passive) Gewaltfantasien haben dürfen…

Ein Roman, in dem die Protagonisten (und damit wohl auch die Autorin) nicht müde wird, darauf hinzuweisen, daß sie sich im europäischen Kunstkino vergangener Jahrzehnte auskennt und diese alten Schwarz/Weißfilme liebt. Immer wieder, wie schon in der Juliette-Society, nimmt sie Filmszenen als Hilfsmittel, um ihren Roman zu erklären. Ein explizit erotischer Roman, der ‚dafür‘ praktisch nur den Begriff ‚f*cken‘ verwendet, der einem im Laufe des Romans langsam zum Hals raushängt (es wäre interessant zu erfahren, ob dies auf die Autorin oder auf den Übersetzer zurückzuführen ist)… und dann das immerwährend aus der gerade damit gefüllten Körperöffnung tropfende/laufende Come (auch im Original kursiv gehalten)….

Dabei hat dieser Roman durchaus ein Anliegen: er plädiert für die Entgrenzung der Sexualität, des sexuellen Erlebens, für die Überwindung aller Tabus und für die Anerkennung aller sexuellen Bedürfnisse als gleichwertig: letztlich soll in einer Art mystischer Offenbarung die Erlösung erfolgen. Jeder Mensch hat das Recht darauf, sich auch und gerade sexuell auszutesten – so wie es die Autorin als achtzehnjährige selbst getan hat, als sie anfing, in der gesellschaftlich geächteten Sexindustrie zu arbeiten. Da Männern in der Gesellschaft dieses Recht auf frei gelebte Sexualität meist eher zugebilligt wird, ist das Anliegen Greys gleichzeitig auch eine Forderung nach Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frau in sexuellen Dingen.

… und selbstverständlich könnte man jetzt auch anfangen, davon zu schwadronieren, daß dieses Luxushotel ‚La Notte‘ ein Bild ist für die Untiefen der eigenen Bedürfnisse, die man sich selbst nicht eingestehen will… könnte man, man muss aber nicht.

So will ich zusammenfassend festhalten, das Die Janus-Kammer zwar ein respektables Anliegen vertritt, aber die Umsetzung in Literatur aufgrund einer schwurbeligen, teilweise langatmigen Sprache mit eintönigem Vokabular wenig gelungen erscheint. Die Tatsache, daß Grey durch in den Text eingestreute rhetorische Fragen permanent versucht, den Leser direkt anzusprechen, macht das Ganze nicht besser. Und daß der Roman ein offenes Ende hat, läßt zudem ein weiteres Abenteuer Catherines befürchten… wobei mir als noch nicht vorkommende Grenzüberschreitung eigentlich nur noch Kopro- und Nekrophilie (sowie Verwandte davon) einfallen…. Wollen wir hoffen, daß Greys Fantasie in andere Richtungen weist.

Links und Anmerkungen:

[1] zur Autorin
[2] Sasha Grey: Die Juliette Society (Besrpechung hier im Blog)
[3] —
[4] Grey hat diesen Namen natürlich nicht ohne Hintersinn gewählt, galt Inan(n)a den Sumerern doch u.a. als Göttin der Liebe und des Geschlechtslebens: https://de.wikipedia.org/wiki/Inanna, auch der Nachname ‚Luna‘ passt mythologisch für eine Tochter der Mondgötter…

Sasha Grey
Die Janus-Kammer
Übersetzt aus dem Englischen von Daniel Müller
Originalausgabe: The Janus Chamber,
diese Ausgabe: Heyne, (Reihe: Heyne Hardcore), Softcover, ca. 384 S., 2017

Ich danke dem Verlag für die Überlassung eines Leseexemplars.

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Nähme man Sasha Grey einerseits und z.B. Alice Schwarzer andererseits, so würden diese beiden Frauen in etwa die beiden extremen Pole des überhaupt mögliche Spektrum an Einstellungen zu Pornographischem abdecken. Während Schwarzer sich fundamentalistisch und unbeirrt von Gegenargumenten dem Kampf gegen z.B. auch ProNOgraphie verschrieben hat, hat sich Grey als junge Frau nach entsprechender Vorbereitung (körperliches Fitnesstraining, wie kolportiert wird) aktiv in die Pornofilmszene eingeklinkt, da sie hier, wie sie in diesem Interview [2] erzählt, die Möglichkeit hatte, die Grenzen ihrer Sexualität in einem gesicherten Umfeld, mit Menschen, die sie kennt und die gesund sind, auszutesten. Dafür dann auch noch bezahlt zu werden, war sicherlich keine Abschreckung – denke ich mir.

Egal. Grey hat ihre Grenzen ausgetestet, es dürfte nicht viel sein, was nicht ausprobiert worden ist in ihrer ersten Karriere. Da sie aber zweifelsohne intelligent genug ist, hat sie sich nicht verschlissen, sondern ist sozusagen ins ernste Fach gewechselt und versucht sich durchaus mit Erfolg als Musikerin, Filmschauspielerin und Autorin. Womit wir bei letzterem und endlich beim Buch sind: Die Juliette Society.

Nomen es Omen: Der Name Juliette ist kein unbekannter in der erotischen Literatur, die Figur, die dahinter steckt, ist die einer jungen Frau, an der der Autor zeigt, daß – im Gegensatz zu Justine, die die Tugendhaftigkeit verkörpert – in der Welt, wie sie existiert das Laster, die Verderbtheit, der Tabubruch, die Perversion siegt. Der entsprechende historische Roman vom göttlichen Marquis ist „Juliette oder die Vorteile des Lasters“ [3], der im Zusammenhang zusehen ist mit „Justine oder das Missgeschick der Tugend„. So läßt schon der Titel des Romans Rückschlüsse auf das zu, was einen beim Lesen erwartet….

Nun, die Hauptfigur des Buches ist Catherine, eine junge Frau, Studentin der Filmwissenschaften, fest liiert mit Jack, einem jungen, intelligenten Studenten, der auch als Wahlkampfhelfer für einen aufstrebenden Politiker arbeitet. Im Bett seinen Mann durchaus zufriedenstellend stellend, steht er jedoch Neuerungen, wie z.B. impulsiven Aufforderungen Catherines: „Schlag mich, schlag mich, so fest du kannst“ nicht aufgeschlossen gegenüber, nein, er ist und fühlt sich abgestoßen und treibt seine Freundin damit weiter in die Welt der Fantasie.

Nomen est Omen 2: Natürlich ist auch der Name Catherine für das Alter Ego Greys nicht ohne Bedacht gewählt: 1967 spielte Catherine Deneuve die Hauptrolle der Severine (Severus (lat.) = streng) in dem Buñuel-Film: Belle de Jour (Schöne des Tages), sozusagen also das Tagesgericht im Bordell, in das die im realen Leben spröden Frau durch ihre geheimen Wünsche und Fantasien nächtens zur Arbeit getrieben wird.

Dieser Film befeuert die Fantasie unserer Catherine und zum Objekt ihrer Begierde (neben dem realen Jack) ihr Dozent Marcus, den sie anhimmelt und auf den sie ihre Lüste projiziert. Nein, es ist nicht so wie man denkt: jener Marcus nämlich ignoriert sie völlig, straft sie mit Nichtachtung. Aber sie fällt einer Kommilitonin auf, der schönen Anna. Und diese erzählt ihr nun einige Details aus dem Marcus´schen Intimleben, das sie, Anna, recht gut zu kennen scheint, da sie es des öfteren mit ihm gestaltet….

In der Folge wird Anna zum Vorbild für Catherine, zur Führerin, denn sie scheint Fantasien nicht nur zu haben, sondern sie auch auszuleben – und sie ermuntert Catherine, diesen Weg mit zu gehen. Welcher das ist, erfährt Catherine in sozusagen drei Stufen: zum ersten im Internet, in dem sie auf den entsprechenden Seiten Anna ihre Submissivität ausleben sieht und von der Mischung aus Ekstase, Lust und Schmerz immer mehr angezogen wird. Der zweite Schritt, den sie mit Anna geht, führt sie real in die Welt der Stricke, der Peitschen und des Schmerzes ein: sie besuchen die „Fuck Factory“, eine stets wandernde (weil von der Obrigkeit verfolgte) Selbsthilfegruppe, nein, nein: natürlich Örtlichkeit, in der es keine Tabus gibt, jeder sich seinen Lüsten hingeben kann, in der alles möglich scheint… Das die Örtlichkeit geheim ist, nur schlecht zu erreichen, unterirdisch, labyrinthisch, dunkel, feucht, glitschig, sozusagen: Blood, Sweat and Sperm – ja, natürlich, so ist es.

Aber es geht auch anders. Catherine und der von ihren Lüsten geschockte Jack haben sich mittlerweile für eine Zeitlang getrennt. Bundy, ein schmieriger Typ, der das Internet mit Blowjob-Fotos (und anderen voyeuristischen Ergüssen), von Mädchen, die er auf der Straße anquatscht, füttert, ist Dreh- und Angelpunkt für die wirklich heißen Parties, die Treffen, an denen die Mächtigen teilnehmen, die Treffen, an denen es wirklich kein Tabu mehr gibt, in denen Sex und Macht verschmelzen bis hin zur Macht über Leben und Tod: die Juliette Society, die sich – so die etwas schwurbelige Erläuterung – in der Tradition jahrtausende alter Mysterienkulte sieht….

… das, denke ich, sollte zum Rahmen, in dem die Handlungen ablaufen, reichen….

Ich, Jack, ein echtes Kaminfeuer, Analsex und ein Cream Pie.

You can get it if you really want…but you must lube…..  Catherine ist ihren Weg gegangen, bis zum Schluss, bis fast zum endgültigen Schluss. Und sie ist wieder mit Jack zusammen … and she got it… auch wenn das Ende seltsam offen bleibt, denn Jack ist immer noch der Jack, der sich nicht verändert hat, der sie nicht schlagen will, aber ob Catherine die Sehnsucht nach Unterwerfung verloren hat, ist nicht gesagt….

In dem Buch spielen Träume, Fantasien eine große Rolle, es ist eine stark surreale Komponente im Roman. Die beschriebenen Szenerien der sexuellen Ausschweifungen erinnern zum Teil an Settings bei Indiana Jones, wenn dieser durch den vor Feuchtigkeit tropfenden Urwald stapft, vorbei an Götzenbildern, wenn er die Tempelanlagen stürmt, in denen die Massen der Versklavten um ihr Leben schuften. Bei Catherine sind es die Fußböden, die bedeckt sind von sich windenden Leiber, die eine lebendigen Teppich bilden, denen einzelne Extremitäten und andere Körperteile nicht mehr zuzuordnen sind, die kopulieren und penetriert sind, die blutig und ohnmächtig von der Menge verschluckt werden und verschwinden… es ist ein Taumel der Entgrenzung, der höchste Gipfel der Lust, so wie schon bei Gamiani der Tod als  und im ultimativer/m Orgasmus herhalten musste [4]….

Catherine und Anna… zwei Seiten einer Person. Catherine, noch suchend und in ihren Fantasien gefangen und Anna, die den „Mut“ hat und ihren Weg schon geht, gegangen ist. Sie ist das Verlangen, die Neugier, die Treibende, die Forsche, die sich zu sich Bekennende, diejenige, die Catherine mitzieht und ermuntert. Folgerichtig verschwindet Anna im Lauf der Geschichte, tritt immer weiter in den Hintergrund: Catherine hat sie nicht mehr nötig.

Ich habe vom etwas unbefriedigenden Ende des Buches gesprochen, denn man kann sich nur schwer vorstellen, daß Catherine, die sich zur ihren Lüsten bekannt hat, sie ausgelebt hat, sich jetzt mit ihrem Jack, der noch derselbe ist wie immer, zufrieden geben kann. Das einzige, was Jack auszeichnet, ist die Tatsache, daß Catherine sich erträumt, mit ihm alt zu werden – vllt ist dies der Unterschied, ein Gefühl, das man Liebe nennen kann und das den Unterschied macht zur puren Vögelei? Die Tatsache, daß sie ihre Gelüste und Vorlieben vor ihm verbergen muss/will, desavouiert jedenfalls ihre eigene Botschaft…

Das Buch als Buch.. es ist uneinheitlich. Es gibt Passagen darin, die gut zu lesen sind. Wenn Grey sich auf´s Erzählen, auf´s Beschreiben, Schildern beschränkt, fließt der Texte so wie die Säfte, denen sie sich widmet… es gibt Passagen, in denen sich die Autorin auch kritisch gibt gegen die Scheinheiligkeit zum Beispiel der Presse, gegen die Dummheit vieler junger Frauen und Mädchen, die schleimigen Typen auf den Leim gehen. Holprig wird der Text häufig dann, wenn Grey reflektiert, wenn sie versucht, zu ergründen warum dies und das und nicht jenes. Dann werden auf einmal die Sätze ganz kurz, am Ende des Absatzes wird noch einmal wie mit dem Dampfhammer mit einem Drei-Wort-Satz eine Art Ausrufezeichen gesetzt.

Aber lassen wir das.

Wer in´s Kino geht, ist klar im Vorteil. Catherine, die Filmstudentin verknüpft Situationen mit Filmen, an die sie durch nämlich erinnert wird. Das ist ganz praktisch, da sie dadurch einer ausführlicheren Schilderung enthoben wird, es ist recht unergiebig für denjenigen, der den Film nicht kennt… als Stilmittel werden diese Entsprechungen überstrapaziert..

Was bleibt vom Buch? Nun, es ist sicher kein Werk, das in die Weltliteratur eingehen wird. Ob es den Sinn und Zweck erfüllen wird, den Grey ihm mit auf den Weg gegeben hat, nämlich junge Frauen zu ermuntern, wie sie bzw. ihr Alter Ego, auch sexuell ihren eigenen Weg zu gehen und sich auszuprobieren, sei dahin gestellt, denn – wie schon erwähnt – bekennt sie sich selber nicht zu ihren Wünschen, ist sie nicht authentisch. Lesbar ist das Buch auf jeden Fall, und wer sich ab und an erotischer Literatur widmet, sollte den Versuch ruhig wagen….

Links und Anmerkungen:

[1] Sasha Grey zu ihrem Buch (Videoclip): http://www.randomhouse.de/SPECIAL_zu_Sasha_Grey_Die_Juliette_Society/aid47364.rhd?aid=47364. Eine Autorin, die sich hier im hochgeschlossenen Schulmädchenlook präsentiert, mit einer fast maskenhaften Mimik… Die Kleidung erinnert mich an die Auftritte von Roche bei Lesungen ihrer „Feuchtgebiete“, die sie mit Zopf und Blümchenkleid abhielt, z.B. hier: http://www.focus.de/fotos/charlotte-roche-bei-einer-lesung-aus-feuchtgebiete_mid_440131.html
[2] Interview mit Sasha Grey bei Spiegel online: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sasha-grey-juliette-society-a-929357.html
Juliette_Sade
[3] Wiki-Beitrag zu „Juliette“: http://de.wikipedia.org/wiki/Juliette_(de_Sade). Da Bilder bekanntlich mehr sagen wie Tausend Worte, ist die Bildersuche nach „Juliette de Sade“ recht erhellend, wenngleich nicht unbedingt entzückend, das kleine Vorschaubildchen vermittelt einen ersten Eindruck dessen, was einen erwartet….
[4] Alfred de Musset (zugeschrieben): Gamiani https://radiergummi.wordpress.com/2012/05/08/alfred-de-musset-zugeschrieben-gamiani/

weitere Besprechungen erotischer Literatur gibt´s auf meinem Themenblog

Sasha Grey
Die Juliette Society
Übersetzt aus dem Englischen von Carolin Müller
Originalausgabe:
diese Ausgabe: Heyne Hardcore, HC, ca. 320 S., 2013

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