Chris Kraus: Das kalte Blut

Eine deutsche Geschichte, die 1905 beginnend erzählt wird und 1974 endet. Zu dieser Zeit nämlich liegt der Erzähler, der sich mit dieser Erzählung Rechenschaft gibt über sein Leben, mit einer Kugel im Kopf in einem Krankenhaus mit einem ebenfalls hirnverletzten ‚Hippie‘ als Bettnachbarn, der mit seiner hinduistischen (‚Swami Basti Deva‘) Art auf die Welt zu schauen, einen brutalstmöglichen Gegensatz bildet zum Erzähler. Damit wäre schon so etwas wie eine Rahmenhandlung angedeutet, zu der Kraus immer wieder zurückspringt, um seine wilde Lebensgeschichte des Koja Solm wieder zu erden.

Mit über 1200 Seiten ist der vorliegende Roman des Drehbuchautoren und Schriftstellers Chris Kraus umfangreich, auch wenn der Text relativ locker gesetzt ist. Das muss schon unterhaltend und/oder interessant sein, wenn man seine Leser an der Stange halten will, hochphilosophisches und tiefgründiges jedenfalls wird man in solchem Umfang kaum verdauen können. Und in der Tat, da bietet Kraus einiges, so viel sogar, daß er sich genötigt fühlte, in einem Vorwort festzuhalten, daß viele der Umstände, historischen Ereignisse und Katastrophen des 20. Jahrhunderts, …. als bekannt vorausgesetzt werden. Aber nicht alle. Manche mögen Staunen und Kopfschütteln hervorrufen, und sie erscheinen so siehr den Mitteln des Romans verhaftet, dass man sie womöglich für reine Erfindung hält. Obwohl auch diese vorkommen, ist nur ein kleiner Teil … gänzlich erfunden. …. Und nur wenige der auftretenden Personen (und schon gar nicht die verrücktesten) haben nie gelebt. 


Im Kern geht es – wie schon angedeutet – um die Lebensgeschichte des Erzählers, die untrennbar verknüpft ist mit der zweier anderer Personen: seines vier Jahre älteren Bruders Hub und seiner Schwester, die im Lauf der zeit zugleich Schwägerin, dann Geliebte und später dann Ehefrau sein sollte (man merkt schon, es ist kompliziert), Ev. Diese Geschichte beginnt im besagten Jahr 1905 (in dem Hub das Licht der Welt erblickte), aber nicht in Deutschland, sondern im Baltikum, genauer in Riga: die Solms gehören der Volksgruppe der Baltendeutschen [1] an.

Mütterlicherseits fließt viel blaues Blut in den Adern bis hin zur Bekanntschaft mit dem Zaren, väterlicherseits bildet die Reihe der Vorfahren schon fast eine Dynastie von Pastoren. Der Vater selbst dagegen war Künstler und Maler, ein Talent, das er auf seinen jüngeren Sohn vererbte. Die große Übergestalt der Familie war jedoch der Großvater Hubert Konstantin Solms, unschwer findet sich die Erinnerung an den ‚Märtyrer‘, der 1905 von der aufgebrachten Volksmenge seiner Standhaftigkeit und eines roten Apfels [2] wegen (der freilich weder in friedlicher Absicht noch wie weiland von Eva verlockend überreicht worden war) in einem Kartoffelsack gesteckt und bis zum Eintritt des Todes und noch danach im Teich des Anwesens versenkt worden war, in den Namen des Brüderpaars wieder. Ihm zu gedenken entwickelten sich seltsame Rituale in der Familie.

Die Zeitläufte brachten es so mit sich, daß man sich nach 1905 vom Russischen löste und sich mehr als Deutsch sah, nach dem Ersten Weltkrieg führte wiederum genau das zu gewissen Problemen, letztlich musste die Familie daher ihren gewohnten Lebensstil aufgeben und sich durchschlagen, irgendwie musste Geld ins Haus. Welches mittlerweile noch einmal Zuwachs bekommen hatte, ein Waisenmädchen voll mit verführerischer Kindlichkeit wurde erst in der Familie aufgenommen, diente dann als Modell für die Verschönerung der örtlichen Bordelle mit Bilder durch den Vater und als auch dieser ihr zuneigungsmäßig (was nicht körperlich gemeint ist) verfallen war, wurde diese Eva mit ihrem ausgeprägten Interesse auch für die sexuellen Funktionen des Körpers letztlich adoptiert und damit die Dritte im Bunde der Geschwister.

Bis hierhin ist eigentlich noch alles den Umständen entsprechend relativ normal. Die Zeiten waren damals halt unruhig und unruhige Zeiten schaffen eben auch ungewöhnliche Lebensläufe. Aus diesem Setting heraus entwickelt sich dann doch eine Geschichte, die über Gewohntes hinausreicht.

Denn der einzige Geldgeber, den die mittlerweile gescheiterten Studenten Hub und Koja auftreiben konnten, war die im Reich langsam erstarkende nationalsozialistische Bewegung. Der Führer, bzw. sein Heydrich, brauchte Adlaten in Baltikum und Hub und Koja standen ihm durch die Vermittlung eines gewissen Erhard Sneiper zur Verfügung. Während Hub aus innerer Überzeugung bewegt wurde, war es bei Koja eher ein notwendiges Mitschwimmen im stetig wachsenden Strom des Deutschtums. Erwähnter Sneiper sollte übrigens eine zeitlang Ehemann von Ev werden, aus Evs Sicht ein Opfer, das sie für die Familie brachte, um die Brüder in Lohn und Brot zu halten.

Mitschwimmen.. oder sollte man besser sagen, tauchend? Denn die Arbeit für Heydrich und seinen SD hieß ja nichts anderes als Bespitzeln, Beobachten, Melden, Agententätigkeit also. Man forschte unter geeigneten Deckmänteln seine Landsleute aus, ging daran, Strukturen zu etablieren. Der deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt von 1939 setzte jedoch einen Schlussstrich unter das Deutsche im Baltikum. Die als rassisch wertvoll eingestuften Deutschbalten mussten/durften das Land verlassen. Im Vertrag über die Umsiedlung lettischer Bürger deutscher Zugehörigkeit in das Deutsche Reich vom 30. Oktober 1939 zwischen der Reichsregierung und der Lettischen Regierung wurde deren Exodus geregelt. Es war passend, daß im Warthegau gerade Wohnungen frei wurden, die bisherigen Bewohner wurden im besten Fall vertrieben, im schlechtesten in Konzentrationslager umgesiedelt. Kaftane jedenfalls sah man nicht mehr in Posen, wo die Familie letztlich landete [3].

Zwischenzeitlich war Koja zum Hüter eines Geheimnisses geworden, eine tödlichen Geheimnisses. War doch die Wertvollheit als Deutscher vor der Ausreise durch eine entsprechende Ahnenreihe zu belegen, was sich bei Ev als schlechterdings unmöglich zeigte: nada, es gab keine Urkunden über ihr Leben und erst die letzte aller Möglichkeiten, das Register jüdischer Geburten, führt zu einem Ergebnis. Es kostete Koja einiges an Familiensilber, zumindest einige ausreichende notarielle Bescheinigungen erzeugen und verräterische Seiten aus jüdischen Registern verschwinden zu lassen…..

So waren die Solms also in Posen gelandet. Hub, mittlerweile mit seiner Schwester verheiratet (womit für die Mutter (der Vater war zwischenzeitlich verschieden) die Tochter gleichzeitig Schwiegertochter wurde, ein Zustand, an den sie sich nur schwer gewöhnte) half bei der Wohnungsbeschaffung für die einströmenden Deutschen, man kann sich denken, was das hieß. Als Ev zufällig  hinter Hubs Tätigkeit kam, flaute das bis dahin lautstark durch die dünnen Wände tönende Eheglück deutlich hörbar ab….

Damit schließt in etwa der erste Teil des Kraus’schen Romans, der die Ausgangsbedingungen für die Ereignisse der nachfolgenden fünfunddreißig Jahre legt: das Brüderpaar – wenngleich mit unterschiedlich ausgeprägter Begeisterung – ist als SS-Angehörige im Geheimdienst etabliert, die privaten Verhältnisse werden, da beide Brüder in ihre Schwester verliebt sind, auch nicht einfacher, zumal Ev versucht, die abgeflaute Leidenschaft zu Hub mit Kojas Hilfe zu substituieren. Immer wieder auch vermischen sich auch Privates und Dienstliches…

Zwar schützt Hub, der in de SS-Hierarchie schnell aufsteigt, seinen Bruder so weit es geht, davor, sich direkt an den Säuberungen zu beteiligen – aber eines Tages ergeht ein besonderer Befehl von ganz oben an die Abteilungen der SD-Dienststelle, die bislang von der blutigen ‚Arbeit‘ verschont geblieben sind. Es wird ein verhängnisvoller Tag für Koja, ein Tag, der über all die noch kommenden Jahrzehnte Schatten wirft auf sein Leben, eine Schuld dokumentieren wird, von der er nicht erlösbar ist.

Koja ist die tragische Figur des Romans. Ein Opfer, das Täter geworden ist, ein Täter, der gleichzeitig Opfer war. Nicht unbedingt ein Opfer, mit dem man Mitleid zeigen muss, aber doch ein Mensch, dessen Schicksal an ihm klebt und abgestreift werden kann, so ähnlich wie ein Klebestreifen manchmal an der Hand festhängt und hat man ihn von einem Finger gelöst, so bleibt er sofort an einem anderen hängen… Ihn läßt Kraus wie eine Kugel durch Papier durch die folgenden Jahrzehnte gehen, die ihm bei allen Ereignissen incl. eines durch ein durch Standartenführer Hub Solm einberufenen Standgericht gefällten Todesurteils gegen ihn, nichts anhaben können, zumindest nicht äußerliches. Ursache dieser brüderlichen Todfeindschaft ist von Seiten Kojas her Maja, eine Russin mit eigenem tragischen Schicksal, die zweite große Liebe Kojas nach/neben Ev und die Hub in den sicheren Tod schickt. Hub hat seinen eigenen Grund für diese Feinschaft, ein Grund in dessen Mittelpunkt Ev steht…. Rache, die neue Rache gebären sollte…

Aber nichts ist sicher in diesen Zeiten, die Vorhaben und Projekte sind wahnwitzig, in großer Ausführlichkeit werden Pläne der Deutschen geschildert, z.B. ein Attentat auf Stalin zu verüben oder durch hinter der Front abgesetzte Ukrainer ein Netz von Untergrundkämpfern aufzubauen. Beides scheitert natürlich grandios.

Der Krieg geht zu Ende, Deutschland liegt in Schutt und Asche, Koja ist russischer Gefangenschaft und während im Westen schon angefangen wird, die verbrecherische Expertise der untergegangenen Elite für eigene Zwecke einzusetzen, widersteht  Koja in Moskau allen hochnotpeinlichen (so hätte man es im Mittelalter bezeichnet) Befragungen, bis man ihn in den tiefsten Keller der Lubjanka führt…

In Pullach, auf dem Gelände eines ehemaligen Führerhauptquartiers hatte sich mittlerweile um Reinhard (‚Reini‘) Gehlen eine Organisation gebildet, die man getrost als Auffangbecken für ehemalaige SS-Größen bezeichnen kann, die ‚Organisastion Gehlen‘ [4]. Schätzungsweise hatten Ende der 1940er Jahre rund 400 meist hochrangige Mitarbeiter einen solchen Hintergrund. Noch 1970 waren zwischen 25 und 30 % der Beschäftigten des BND ehemalige Angehörige dieser Organisationen [5]. Der Namenspatrons selbst war unter Hitler ab Mai 1942 zum Chef der „Abteilung Fremde Heere Ost“ ernannt worden, obwohl er keine Erfahrung in Spionagetätigkeit aufweisen konnte. Rechtzeitig vor dem Ende des Krieges gelang es ihm, die nachrichtlichen Erkenntnisse aus seiner Dienststelle zu sichern und in den Westen zu schaffen, wo er sie in geordneter Form an das ‚KÜ‘, die Amerikaner übergeben wollte. Und genau daran hatten das ‚Kleinere Übel‘ großes Interesse, die deren eigenen Aufklärungsmöglichkeiten über und in Russland schwach waren.

So tauchen viele der Namen hochkarätiger Nazigrößen auch in Kraus‘ Roman auf mit einer Beschreibung ihrer Tätigkeit und ihrer Vergangenheit. Es wundert nicht, daß auch Hub Solm in der Organisation Gehlen, aus der dann Jahre später der Bundesnachrichtendienst werden sollte, auf- und untertauchte. Und über Hub kommt auch Koja, der nach diesem erwähnten Kellergang aus russischer Haft entlassen werden konnte, als Mitarbeiter nach Pullach. Wo er, der abgebrochene ehemalige Architekturstudent erst einmal eine Mauer um das Dienstgelände bauen soll…

Dabei bleibt es natürlich nicht. War Kraus in der Folge beschreibt, ist ein wahnwitziger Perforceritt durch west-/bundesdeutsche Nachrichtendienstgeschichte. Großen Raum nimmt die ‚Affäre John‘ ein mit dessem diesem spektakulären Auftauchen in Ostberlin. Ob Otto John, ehemaliger Widerständler des 20. Juli, ausgerechnet an der Feier zum 10. Jahrestages des missglückten Anschlags auf Hitler als Leiter des Leiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz (und damit den Pullachern ein großer Dorn im Auge) freiwillig oder mittels Entführung in Ost-Berlin auftaucht, ist nach wie vor nicht gerichtsfest geklärt, mittlerweile (und auch Kraus folgt dem in seinem Roman) ist die John’sche  Behauptung, er sei betäubt und entführt worden, jedoch offensichtlich die wahrscheinlichere Erklärung. Und wer war´s gewesen? Nein, nicht die Schweizer, sondern unser tragischer Held….. der damit die Rolle des Max Wonsig, eines KGB-Agenten, übernimmt [7], der – wenn man mal googelt, selbst ein bewegtes Leben gehabt zu haben scheint. Aber das tut jetzt nicht zur Sache…..

Koja ist ein Racheteufel geworden, ein zersetzendes Gift, das seinen Bruder ganz langsam vernichtet, beruflich und privat. Nach dem Tod Annas, der Tochter, hatte sich Ev (die ebenso wie die Mutter den Krieg überlebt haben) von Hub scheiden lassen und Koja kümmert sich um die leidende, an der Trauer um die Tochter fast vergehende Schwester, die in dieser Extremsituation das Jüdische in sich entdeckt. Sie will nach Israel und Koja machts möglich, macht es sogar möglich, selbst mit nach Israel zu kommen, als Jeremias Himmelreich, Jude, mit seiner jüdischen Frau Ev Himmelreich. Die ersten Jahre nach dem Krieg war die Beziehung zwischen Deutschland und Israel eine Nicht-Beziehung: alles deutschen, angefangen von der Sprache bis über Geschäft mit bis hin zu was weiß ich, waren verboten. Andererseits konnte man von den Deutschen Waffen bekommen, die man der Nachbarschaft wegen brauchte, dringend brauchte [6].. und genau dies fädelte der BND-Resident Jeremias Himmelreich ein…. wo Himmelreich alias Koja Erfolg hatte, fiel Hub mittlerweile bei Gehlen immer tiefer in Ungnade, dank Kojas durch Rachegedanken und Sehnsucht motiviertes Wirken.

Fünf Jahre Israel als Resident des BND und als Mossad-Agent, danach wieder Deutschland, wo Ev ihre Aufgabe findet: die Jagd nach ehemaligen SS-Größen (Eichmann hatte Himmelreich schon in Israel an den Mossad geliefert). Noch immer lebt sie mit Koja zusammen, aber es ist keine wirklich glückliche Beziehung, was auch damit zusammenhängt, daß es Männer von früher gibt, die eher auf der Seite von Hub stehen als auf Kojas.. So nimmt das Unglück ganz, ganz langsam seinen Lauf, das private, das berufliche aber auch das öffentliche: durch eine juristische Finesse, die unverständlicherweise (?) unbemerkt blieb, kam es durch ein an sich harmloses Gesetz mit einem Schlag zu einer Generalamnestie der meisten Verbrecher des Nazi-Regimes: Ihre Taten galten plötzlich als verjährt [8]. Es kommt zum Zerwürfnis zwischen Koja und Ev, die nach Israel zurückgeht (wobei man sich fragt, wieso Koja dieses vermaldeite Indiz, das Ev findet, nicht vorher schon längst vernichtet hat).

Koja ahnt nichts davon, aber die Schlinge um seinen Hals zieht sich enger und enger und so ergibt es sich schließlich, daß er mit einer Kugel im Kopf seinem daraus folgernd baldigem Ende entgegensieht und im Krankenhaus neben einem ebenfalls hirnkranken Hippie liegt. Den die Erzählung Kojas mit all den Toten, den Morden, der Schuld schier in den Wahnsinn treibt und möglicherweise sogar in den Tod.


ach, wieviel habe ich dieser Zusammenfassung nicht erwähnt. Adenauer mit der Spitzhacke, FJS in Unterhosen, Kojas Galerie, Mary-Lou und ihr Kaka-House, das wunderbar (situationskomische) Treffen Kojas mit David Grün am Teich im Park, den bemerkenswerten Isser aus Tel Aviv…. und, und, und…. es sollte also niemand denken, er kenne das Buch schon, weil ich so viel darüber erzählt hätte…

Ich musste irgendwann in der Mitte des Romans an Thomas Lieven denken (für alle, die ihn nicht kennen: der Held Simmels unterhaltsamen Roman Es muss nicht immer Kaviar sein). Auch dieser durchlebt ein turbulentes Agentenschicksal, aber auf eine irgendwie helle, lichte Art, während Koja auf der dunklen Seite agiert. Dieser eine Mittag im Wald, wo er duch hohen Befehl gezwungen war, abzuschlachten, es war die Ursünde, die Erbsünde für ihn, in dieser Minute wurde die Weiche gestellt für sein gesamtes weiteres Leben. Diese Minute gab es bei erwähntem Lieven nicht, deswegen war er im Gegensatz zu Koja nie erpressbar, denn die Schuld Kojas war so groß geworden, daß er sie nie bekennen konnte: er sah sich, er war zur Lüge gezwungen, wollte er nicht alles verlieren, was er liebte. Ev.

Und so wurde er zum Mörder, zum Attentäter, zum Fälscher, so wurde für ihn die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge immer diffuser und durchsichtiger. Im Gegensatz zu seinem Bruder Hub war er sich (im Krieg) jedoch der Schlechtigkeit seines Handelns bewusst, nie war er überzeugter Nazi, er war Nazi, um seine eigene Haut zu retten. Eine Handlungsweise, der er in der Nachkriegszeit kontinuierlich fortsetzte: er arbeitete für denjenigen, der ihm oder dem Menschen, den er liebte, am gefährlichsten werden konnte. Und alle anderen betrog, belog und verriet er. Es ging Koja immer darum, den Zipfel vom Glück, den er gepackt hielt oder den zu erhaschen er hoffte, zu halten, nie wollte er sich persönlich bereichern. Bis Isser seine Existenz endgültig tilte, lavierte sich die Flipperkugel Koja durch sein Lebenspiel zwischen Lüge, Halb- und Wahrheit, nie sah er sich in der Lage, den großen Schnitt zu machen und auszusteigen: untilgbar klebte die Ursünde an ihm und seine Feinde hätten nicht gezögert, sie gegen ihn zu verwenden. So wie es dann letztlich auch gekommen ist.

So ist Das kalte Blut auch ein Roman über Schuld und Verantwortung, über die Ausweglosigkeit und die Machtlosigkeit von Schicksalen. Wenn man der Geschichte Kojas Glauben schenken darf, denn wie gesagt, bei Koja sind die Übergänge zwischen Wahrheit und Lüge fließend….

Das Leben des Mannes jedenfalls entbehrte der Langeweile. Es ist schon erstaunlich, was Kraus ihm alles an Ereignisse in seine Vita hineingeschrieben hat, zeitweise fragte ich mich, ob unser guter Held 1963 vielleicht sogar noch einen Kurztrip nach Dallas gemacht hat…. ein Mann der immer dort war, wo es brannte…. jedenfalls ist für das, was Kraus an Ereignissen und Vorkommnissen im Umfeld der jungen deutschen Geheimdienste beschreibt schon eine (mittlerweile) unterhaltsame Geschichte, die an mehr als einer Stelle zum Kopfschütteln führt. Auch beschreibt der Autor dies alles sehr kurzweilig, die Besprechungen zum Beispiel mit Gehlen sind schon lesenswert. Man merkt, daß Kraus es als Drehbuchautor versteht, unterhaltsam und spannend zu schreiben.

Dabei geht er nicht sonderlich in die Tiefe. Abgesehen von einigen Passagen, in denen der tragische Held der Geschichte ins Grübeln kommt über die Verwerflichkeit seines Handelns, das zu ändern er sich nicht in der Lage sieht, und in denen Kraus dann das Verhältnis von Wahrheit und Unwahrheit, von Moral und Unmoral im Lichte von Kojas Schicksal darzulegen versucht, bleibt der Roman im wesentlichen auf der (oberen) Ebene der Schilderung von Ereignissen und Abläufen. Die Gliederung der chronologisch erzählten Geschichte in relativ kurze Abschnitte erleichtert das Lesen des dicken Romans erheblich und die immer wieder eingeschobenen Gegenwartsabschnitte mit Basti (den man getrost als letztes Opfer Kojas ansehen kann) im Krankenhaus unterbrechen die Erinnerungen des Erzählers und geben ihnen einen Rahmen.

Für den Autoren Chris Kraus hat dieser Roman eine weitere Seite, eine persönliche: dieser Roman ist parallel zur Erforschung der eigenen Familiengeschichte entstanden, Kraus stammt von Baltendeutschen ab, die zum Teil Angehörige der SS waren. In ein ausführlichen Danksagung führt Kraus einiges zur Quellelage seines Buches aus, dokumentiert und erhebt damit gleichzeitig einen gewissen historischen, zumindest jedoch dokumentarischen Anspruch für sein Buch. Ob er diesem gerecht wird, kann ich nicht beurteilen.

Summa summarum war Das kalte Blut für mich trotz seines Umfangs ein schnell gelesener Roman, die Schlussfolgerung daraus, daß er nämlich unterhaltsam ist und spannend geschrieben, kann man ziehen. Aber ein Roman eben, der die Übertreibung nicht scheut bis hin zu der Episode, eine Jüdin als Ärztin ins Herz der Finsternis, nach Auschwitz, zu schicken, die sich dort – nicht anders zu erwarten – in Schwierigkeiten bringt und – ebenfalls nicht anders zu erwarten – vom Hans Dampf in allen Gassen, ergo: Koja, rausgehauen wird. Gut, daß die Jüdin so schön ist, daß man ihren Widersacher problemlos mit dem Vorwurf der versuchten Vergewaltigung ruhig stellen kann.

Punkten kann Kraus vor allem mit der Darstellung der Organisation Gehlen, wenn er einige der dort untergekrochenen ehemaligen SS-Größen und deren Vita erwähnt: es ist erschreckend, wie sich die alte Elite in den Anfangsjahren wieder gesammelt und den Neuanfang der Bundesrepublik infiltriert hat und die unter anderen Vorzeichen jetzt einfach dort weitermacht, wo  sie ein paar Monate vorher aufgehört hat…. Technokraten, Bürokraten, die einfach funktionieren und ihren Job machen. So wie Kraus es Gehlen in den Mund legt: „Es gibt hier keinen Antisemitismus. Aber auch keine Juden.“ (dem Sinne nach zitiert).

Links und Anmerkungen:

[1] Wiki zu den Deuschbalten:  https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Balten
[2] Roter Herbstkalvill, eine alte Apfelsorte:  https://de.wikipedia.org/wiki/Roter_Herbstkalvill
[3] vgl dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Balten
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_Gehlen
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Gehlen
[6] zur militärischen Zusammenarbeit mit Israel in den ersten Jahren der Existenz beider Staaten z.B. hier: http://www.diss.fu-berlin.de/diss/…DaliaAbuSamraII-7.pdf
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_John
[8] vgl z.B. hier: http://www.zeit.de/2011/36/Ferdinand-von-Schirach/seite-2

Chris Kraus
Das kalte Blut
Originalausgabe
: Diogenes, HC, 1200 S., 2017

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Peter J. Kraus: Cattolini erbt

Downtown L.A. ist wirklich nicht der Vorhof zum Paradies, gestern nicht und heute auch nicht, wo Vic Cattolini in seinem Aussenbüro sitzt, der Hitze trotzt und dem Durst mit gepimpter Cola zu Leibe rückt. Sein Aussenbüro, die Kneipe von Wanaya, wird normalerweise nicht von solchen Typen besucht, wie er an diesem Tag reinschneit und von Johnny mit einem Nicken an Vic verwiesen wird: geschniegelt und gebügelt, glatt rasiertes Gesicht, die rosige Haut eines Typen, der seine Arsch mit Dollarscheinen abwischen kann. So sehen Anwälte aus. Nur daß Cattolini von denen normalerweise keine Schecks über 17 Mille (in US-Dollar) ´rübergeschoben bekommt…. als Erbanteil von Porky, diesem versoffenen Penner mit dem Dachschaden, der vor jedem Geldautomaten salutierte, weil er das Wirken höherer Mächte in ihm vermutete. Aber in der Welt des Geldes, aus der Porky offensichtlich stammte, hieß er wohl anders, irgendein Earl der Dritte, aber was nutzte es ihm, er war mit Bleivergiftung unfreiwillig abgetreten und hatte Downtown verlassen. Auf ewig. Nur sein Geld war noch da.

Cattolini ist Schnüffler, Privatdetektiv in L.A., der sich nicht durch übermäßigen Geschäftserfolg auszeichnet, was nicht an seinen Fähigkeit liegt, eher an seiner dem Schicksal geschuldeten Trägheit und den Flachmännern, mit denen er so im Lauf des Tages den Zustand tauscht: voll und leer…. ein wenig entspricht er dem Stereotyp dieser Kategorie von Schnüfflern: der ehemalige GI, der nach der Rückkehr aus dem Iraq `91 zu den Bullen ging, sich dort Feinde machte und irgendwann gelinkt und wegen Korruption rausgeschmissen wurde. Einen Tag später war er auch die Alte los, die ihrerseits für die Sitte als Lockvogel am Bordstein stand und die armen Freier abgriff, die für eine schnelle Nummer ein paar Dollar hinlegen wollten….

Na ja, jedenfalls war Vic mit diesem Scheck in der Lage, ein paar seiner Schulden zu bezahlen, sich einen Wagen zu besorgen und auf den ehemaligen Cop in sich zu hören: Who the fuck is Alice? … und was steckt dahinter, daß dieser Penner, den ich ausser von ein paar gemeinsam durchzechten Nächten kaum kenne, den ich nur einmal nach einer üblen Schlägerei ins Krankenhaus gefahren habe, mir Geld ´rüberwachsen läßt… aber auch ansonsten schien mit dem Anwalt eine kleine Glücksträhen bei ihm einen Stop gemacht zu haben, es kamen Aufträge rein, die nicht allzu schwierig schienen und einen weiteren Dollarsegen mit sich brachten. Sterntaler sozusagen.

So fängt Vic also an, seine Aufträge abzuarbeiten, er versucht, ein paar alte Kontakte bei den Bullen wieder zu beleben, auch mit seiner Ex läßt es sich mehr oder weniger gut wieder reden, zumal es sich herausstellt, daß sie einen gemeinsamen Freund haben, den sie nur zu gerne aus dem Verkehr ziehen wollen, nämlich Sanchez, der den bösen Cop nicht nur spielt, sondern der auch einer ist. Dumm nur, daß die wenigen Nadelstiche, die Cattolini mit seinen Fragen setzt, offenbar mitten ins Schwarze treffen, denn ohne daß er weiß, wie ihm geschieht, sitzt er auf einmal im Knast, wegen Mordes, weil der Typ, den er beschatten sollte, auf einmal nur noch Zimmertemperatur hat und sein Auftraggeber die Bullen auf ihn angesetzt hat. Es sollte nicht der einzige bleiben, der sich im Dunstkreis Cattolinis in den nächsten Tagen ins Nirwana absetzte, bzw. unfreiwillig dorthin befördert wurde… und auch Vic selbst kommt nur knapp davon. So sucht er sein Heil lieber in der Flucht, raus aus L.A., irgendwo hin in die nähere Umgebung, wo er sich eine Weile bedeckt halten kann…

Es ist schnell klar, daß das Geld, das der versoffene Porky so unvermuteter- und reichlicherweise besaß (und das von einem Bostoner Anwalt verwaltet wurde und jetzt in einer dubiosen Stiftung steckt, in der irgendwie auch Surfalone drin hängt, der örtliche Obermafioso), eine entscheidende Rolle im Geschehen spielt. Aber Bewegung ins Spiel kommt erst, als er über den mittlerweile auch heruntergekühlten Bostoner Anwalt Porkys Lanini kennen lernt, den mit allen Wasser gewaschen Chef der dortigen Mordkommission. Der hört sich nämlich die ganze Geschichte von Vic an und seltsamerweise kann Cattolini ihm auch alles erzählen, auch die Sachen, für die er keine Medaille bekommen würde, sein Saufen, sein `rumhängen, sein Selbstmitleid… Die beiden Männer sind wohl so eine Art Seelenverwandte, sie tun sich zusammen und Lanini findet so seinen eigenen Dreh, aus der Geschichte etwas heraus zu schlagen, für sich und für Vic. … so, mehr gibt´s nicht zum Inhalt, man soll ja nicht alles verraten…

Das L.A., in das uns Kraus führt, ist das L.A. Bukowskis, heruntergekommen, versoffen, verhurt, bevölkert von Losern. Vic ist einer von ihnen, der Unterschied ist, daß Charles/Hank seinerzeit Teil dieses Milieus war, während Cattolini eher ein Gestrandeter ist, der hart an den Felsen schrammt, aber dort nicht untergeht. Wo bei Bukowski die 17 Mille an der Rennbahn investiert würden, mit Schnaps und Frauen für ein paar lustige Tage und Nächte reichen würden, gibt Vic das Geld aus (na ja, ein paar Flachmänner sind auch drin),  um sich selbst wieder ein wenig auf Vordermann zu bringen mit einer neuen Frisur, einem Auto, mit Hotelzimmern, in denen die grunzende Geräuschkulisse vögelnder Pärchen nicht durch papierdünne Wände dringt… Vic nutzt die Chance, die ihm das Geld, das ihm zur Verfügung steht, bietet und er weiß die Annehmlichkeiten durchaus zu schätzen, so sehr, daß er nicht wieder zurück will in die Gosse, in der er eine zeitlang war.

Kraus scheut sich auch nicht, Nachdenkliches über die Region, in der er seinen Krimi spielen läßt, anzumerken. Ob es die Selektivität der (oftmals korrupten) Polizei ist, mit der bestimmte Delikte verfolgt oder auch nicht verfolgt werden, die Bedenkenlosigkeit, mit der Smog und Autoverkehr die Umwelt verpesten, die Untätigkeit bzw. das Unvermögen, den Drogenhandel einzudämmen….  hier und da ein Satz, ein eingestreuter Absatz, der darauf hinweist…

Der Krimi selbst liest sich sehr unterhaltsam und flüssig, das kann man nicht anders sagen. Er ist voll mit Typen und Charakteren. Man merkt es dem Text an, daß Kraus [3] weiß, wovon er spricht: er hat lange in Kalifornien gelebt und gearbeitet (eine Station, an der Vic auf seiner „Flucht“ untertaucht, ist seine ehemalige Stadt Santa Barbara und vllt hat ja sogar „Mamie“ ihre reale Entsprechung…. ), hat als Redakteur ein offenes Auge auch für die Schattenseiten des (nicht nur) kalifornischen Lebens, was der Story gut tut und sie erdet… der Mittelteil des Buches ist etwas ruhiger, da der untergetauchte und die Küste entlang stromernde Cattolini die Angewohnheit hat, des nachts viel unter den Piers an den Stränden des Pazifik nachzudenken, zu trinken und irgendwann einzuschlafen bevor er dann morgens frierend und mit nassen Schuhen wieder aufwacht. Obwohl relativ viele Tote im Verlauf der Handlung zu beklagen (?) sind, kann man nicht sagen, die Story sei übertrieben actiongeladen. Am Ende läuft sie dann auf eine Art Show-Down hinaus, man schaut sich in die Augen, sieht auf der einen Seite die Panik und muss andererseits kalkulieren, ob geblufft wird oder nicht…

Mit anderen Worten: „Cattolini erbt“ ist ein kurzweilige Lesespaß mit kritischen Seitenhieben auf reale Gegebenheiten, mit farbig gezeichneten Charakteren, zwar einer etwas fragwürdigen (aber den real existierenden Umständen angepassten) Moral am Schluss, aber trotzdem freut man sich am Ende mit den beiden kleinen Italienern….

Links und Anmerkungen:

[1] facebook-fanseite von Cattolini
[2] mehr von Kraus: P.J. Kraus: Joint Adventure, Buchbesprechung hier im blog
[3] Homepage des Autoren

Peter J. Kraus
Cattolini erbt
Conte-Verlag, brosch., 250 S., 2012

Ich danke dem Verlag für die Überlassung eines Rezensionsexemplars

Peter J. Kraus: Joint Adventure

Ich sollte mir wirklich mal notieren, wie ich an welche Bücher komme… dies hier ist auch so ein Exemplar, keine Ahnung, wo ich davon gelesen habe, aber es lag in meiner Buchhandlung im Abholfach, mit meinem Namen. Na also.

Wie schon Boyle in seinem „Grün ist die Hoffnung“ hat auch Krauss Nordkalifornien, Humboldt Country, als Schauplatz seines Krimis gewählt.

Rasta Jimmy, der kiffende, lebensfrohe Rastafarian in der falschen Hautfarbe, mit blonden Dreadlocks geschmückt, muss eben diese abschneiden, weil das FBI sich an einem Toten stört, der 100 m über ihm in einem Redwood hängt. Und unter dem Redwood wächst und reift das, was Rasta Jimmy Geld und Erfolg bringen soll: Hanf, Ganja, Marihuana oder wie auch immer man den Stoff nennen soll.

Also trouble in Rasta Jimmys Revier, zur ungünstigsten, weil Erntezeit. Der FBI-Schnösel ist hartnäckig und Ollie, der örtliche Sheriff, der von den kleinen oder auch nicht so kleinen Geschäften mit den Plantagen weiß, kann ihn einige Zeit hinhalten, schließlich braucht man ja selber Ruhe im eigenen Hinterhof. Obwohl, als sich das Problem mit dem FBI-Agent dann unerwartet doch löst, fängt der Spaß erst richtig an….

Was auf den ersten Seiten den Eindruck einer locker-flockigen Kiffer-Geschichte macht, wächst sich mit diesem Ereignis zu einem ziemlich harten und pessimistischen Krimi aus, der zunehmend an Fahrt gewinnt und alles andere außer Lesen zur Nebensächlichkeit verurteilt. Jimmy, der nicht auf den Kopf gefallen ist, weiß sich zu wehren, er versteht es, eine zeitlang persönliche Verluste und Gewinne auszugleichen. Aber irgendwann überschreitet er eine Grenze, die ihm, der alttestamentarisch [1] erzogen wurde, klar macht, daß Buße Leid bedeutet. Großes Leid.

In den fast undurchdringlichen Wäldern Nord-Kaliforniens macht fast jeder sein Geschäft mit dem Stoff. Und keiner vertraut dem anderen, es geht knallhart her, gerade zur Erntezeit. Mexikanische Banden ebenso wie die örtlichen Würdenträger, alle verdienen sich dumm und dusselig an dem Zeug, verstehen aber keinen Spaß, wenn sie bei der Arbeit gestört werden. Kraus macht den Eindruck, als wisse er, wovon er schreibt, er läßt seinen Helden wie einen Rächer durch die Landschaft ziehen, immer unerbittlicher, skrupelloser und härter. Aus dem lebensfrohen Kiffer wird ein von allen gejagtes Wild, das nicht mehr fragt, sondern nur noch handelt, im sicheren Wissen um das Ende der Reise. Er beißt um sich wie ein tollwütiger Hund, hoffend, nach dem letzten Coup doch noch zu entkommen, wissend, daß dem nicht so sein wird. Und dann ist da noch …. nein, schreib ich jetzt nicht, selber lesen, denn:

Facit: nach einer kurzen Aufwärmphase erzählt Kraus eine tierisch spannende Geschichte, die einen so richtig packt!

[1] Die Charakterisierung seiner Mutter durch Kraus muss ich jetzt einfach zitieren, weil ich sie für entlarvend halte für eine der amerikanischen Grundhaltungen: „Als wiedergeborene Fundamentalchristin war Jesus Christus zwar ihr Retter, aber zu Hause hatte sie für das linksliberale Gefasel im Neuen Testament nichts übrig.

[2] zur Bedeutung des Cannabis-Anbaus läßt sich dieser Artikel der NYT aus. Ein Zitat lautet: Ironically, the government’s international war on drugs proved an enormous boon to marijuana cultivation in the United States. By 2002, as much as 10,000 metric tons of cannabis were cultivated annually, according to a government estimate. Jon Gettman, a criminal justice scholar, used this figure to argue that marijuana had become the nation’s biggest cash crop, with a conservative value of $35 billion at a time when the corn harvest was $23 billion and soybeans $17.6 billion. zitiert nach hier.

Peter J. Kraus
Joint Adventure
Conte-Verlag, 2010, brosch, 210 S.