Wie heißt es so treffend… aus gegebenem Anlass….

Wenn ich Trauernden persönlich begegne, habe ich normalerweise wenig Probleme, die “richtigen” Worte zu finden. Ein “Wie geht es dir/Ihnen?” (nicht ein “Wie geht´s dir?”, diese Wortzusammenziehung macht den Satz fast immer zur Floskel, auf die man eigentlich keine Antwort will…) in Verbindung mit der entsprechenden Körpersprache signalisiert, daß man Zeit hat, zuzuhören, daß ich bereit bin, mich auf die Antwort einzulassen. Und wenn die ersten Sätze gewechselt sind, ergibt sich das übrige von selbst…

Nur, wenn ich vor einer Karte sitze, in der ich mein Beileid aussprechen soll, da fällt mir partout nie was ein. Was mach ich also? An den Bücherschrank gehen und mir Rat holen, z.B. in diesem kleinen Ratgeber von Steen, der Formulierungsvorschläge macht für die unterschiedlichsten Situationen. Denn natürlich ist es ein Unterschied, ob man zum Tod eines entfernt Bekannten kondoliert oder zu dem eines guten Freundes, ob ein religiös geprägter Text angebracht ist oder ein z.B. ein Gedicht. Ist es ein Unfalltod oder einer nach einer langen Krankheit… tröstende Worte sollten das berücksichtigen. Manchmal denkt man (eigene Erfahrung….), das es eigentlich egal ist, was man schreibt, also “Augen zu und durch”, aber das ist nicht so. Wie oft hört man nach einer Beerdigung von den Angehörigen, wie einem die Worte in dieser oder jener Karte geholfen haben, gut getan haben… das überrascht mich auch immer wieder (und impft mir ein schlechtes Gewissen ein, da ich – wie gesagt – an dieser Aufggabe auch wiederholt gescheitert bin). So sind die Textvorschläge und Formulierungshilfen in diesem Büchlein als gute Anregungen für die Formulierung eigener Gefühle zu nehmen, wenn man sie nicht sogar einfach übernehmen kann….

Ganz praktische Ratschläge befassen sich auch mit der äußeren Form von Beileidsschreiben, u,a, allem auch, was man vermeiden sollte, um den “guten Eindruck” nicht zu zerstören. Ein Kondolenzschreiben, das durch die firmeneigene Frankiermaschine gelaufen ist, ist eben einfach unpassend….

Mehr muss man eigentlich zu diesem kleinen Ratgeber nicht sagen, der gerade in Situationen, in denen man oft selbst unsicher ist und einem die Worte fehlen, gut helfen kann.

Facit: wenn man sich vor Augen hält, wie wichtig gut ausgedrücktes “Mit-Fühlen” für den Trauernden ist, sind die Euronen für diesen Ratgeber gut angelegtes Geld.

Ulrich Steen
Mitfühlende Worte für Trauernde
Urania Verlag, 2008, 96 S.

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