T Cooper: Lipshitz

Der vorliegende Roman Lipshitz ist der dritte Roman T Coopers [http://t-cooper.com/]. Lipshitz ist eine Familiensaga der besonderen Art, sie ist nicht dokumentarisch, sondern fiktional an plausiblen Erklärungen und Darstellungen des Schicksals der einzelnen Familienmitglieder orientiert: The New York Times: „Ist das alles wahr?“ - T Cooper: „Nicht ein Fitzel ist wahr, auch wenn einige Vorfälle stimmen, und … Weiterlesen T Cooper: Lipshitz

Franziska Tausig: Shanghai-Passage

Wer meinen Blog halbwegs regelmäßig besucht, dem wird der Name der Autorin dieses Buches möglicherweise bekannt vorkommen: Franziska Tausig [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziska_Tausig] ist eine wichtige Person des Romans Shanghai fern von wo von Ursula Krechel, den ich vor einigen Wochen hier vorgestellt hatte. Shanghai, diese große Stadt im Mündungsgebiet des Jangtsekiang, war Ende der 30er Jahre durch eine Besonderheit zur letzten Zufluchtsstätte … Weiterlesen Franziska Tausig: Shanghai-Passage

Ursula Krechel: Shanghai fern von wo

Ich habe hier im Blog vor kurzem Ursula Krechels Lebensgeschichte des Juristen Richard Kornitzer vorgestellt, der als Jude im Dritten Reich um sein Leben flüchten musste und der nach seiner Rückkehr in die BRD letztlich daran scheiterte, daß die Begriffe und Vorstellungen, was unter Gerechtigkeit und Wiedergutmachung zu verstehen ist, zwischen ihm und diesem neuen … Weiterlesen Ursula Krechel: Shanghai fern von wo

Ursula Krechel: Landgericht

Die in Trier geborene Ursula Krechel (heute lebt sie in Berlin [1b]) hat 2012 für diesen Roman um den Juristen Richard Kornitzer den Deutschen Buchpreis verliehen bekommen [1]. Kornitzers Leben, das dadurch tragisch geprägt wurde, daß es eine Zeit gab, in der er in seinem Geburtsland gezwungen war, den Mittelnamen 'Israel' zu führen, wurde von … Weiterlesen Ursula Krechel: Landgericht

Margret Greiner: Charlotte Salomon

Während der vierzig Jahre hatte ich oft an dieses bewundernswürdige und reine Mädchen gedacht, das ohne jeden Zweifel zu der Kategorie der nicht eben zahlreichen Gerechten in der modernen Welt gehört. (Marthe Pècher, 1981, in deren kleinem Hotel Charlotte die zwei Jahre lebte, in der sie ihr Werk schuf.)       üü Die Künstlerin Charlotte … Weiterlesen Margret Greiner: Charlotte Salomon

Bettina Baltschev: Hölle und Paradies

Zwei Männer auf einem Balkon, offenbar guter Laune. Im Hintergrund ist zu erkennen, daß es sich wohl um ein großes Haus aus Backstein handelt, am Horizont die glatte Linie, das Meer wohl. Einer der Männer in ein weißes Jackett gekleidet, der andere hat über das Hemd einen Pullover gezogen, obwohl die Sonne zu scheinen scheint, weht … Weiterlesen Bettina Baltschev: Hölle und Paradies

Françoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten

Dieser Beitrag ist auch als Podcast im literaturRADIObayern zu hören: https://www.machdeinradio.de/radiobeitrag/fda-rezension-francoise-frenkel-nichts-um-sein-haupt-zu-betten.html Die Autorin dieses Buches, Françoise Frenkel [1], wurde 1889 als Frymeta Idesa Frenkel in Piotrków, Region Lodz, Polen, in einem jüdischen Elternhaus geboren. Nach ihrer Kindheit und Jugend erhielt sie eine Musikausbildung in Leipzig und studierte später in Paris Literaturwissenschaft. 1921 eröffnete sie mit ihrem Mann in Berlin … Weiterlesen Françoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten

Else Lasker-Schüler: Das Hebräerland

Ich bin eine Hebräerin - Gottes Wille und nicht der Hebräer Willen; ich liebe sein kleinstes Volk, die Hebräer, fast wie den Ewigen Selbst. Ich liebe mein Volk, ärgere mich nicht an seinem Satz: trinke ich doch des Hebäerlandes Traube und ärgere ich mich nicht des geringen trüben Rests im Glase. Doch der Andersgläubige, der … Weiterlesen Else Lasker-Schüler: Das Hebräerland

Vittorio Segre: Ein Glücksrabe

Der Autor dieser Biographie, Vittorio Segre, (1922 - 2014) ist von Namen her unschwer als Italiener zu identifizieren. 2014 ist er in hohem Alter gestorben [1]; es ist nicht selbstverständlich, daß er (so) alt geworden ist, denn er stammte aus einer jüdischen Familie im Piemont, der Region um Turin, wo er wenige Jahre nach Ende … Weiterlesen Vittorio Segre: Ein Glücksrabe

David Foenkinos: Charlotte

Vorbemerkung: Die in eckigen Klammern gesetzten vierstelligen Zahlen sind mit den entsprechenden Blättern in Leben? Oder Theater? [4] verlinkt, die violetten Stellen sind aus diesem Stück zitiert, die grün markierten Passagen stammen aus dem vorliegenden Buch von Foenkinos. Eine junge Frau, großflächig gemalt in kräftigen Farben, brünettes, nach hinten gekämmtes, halblanges Haar, das Gesicht durch … Weiterlesen David Foenkinos: Charlotte

Astrid Rosenfeld: Adams Erbe

Ich bin ein wenig spät dran mit diesem Roman, der nach seinem Erscheinen 2011 mit zumeist sehr positiven Kritiken durch die Rezensionswelt ging. Adams Erbe ist das Debüt der Autorin Astrid Rosenfeld, die damit den Sprung von der Filmbranche, in der sie in "diversen Jobs" gearbeitet hat, in die Welt der Literatur geschafft hat. Schauen … Weiterlesen Astrid Rosenfeld: Adams Erbe

Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

Mit seinen gut einem halben Hundert kleinen Seiten ist Adressat unbekannt ein schmales Büchlein, man braucht kaum eine Stunde, es zu lesen. Die Erstveröffentlichung des Textes erfolgte 1938 in einem New Yorker Literaturmagazin und erregte großes Aufsehen, hatte doch die Autorin um einige tatsächlich existierende Briefe herum eine Geschichte geschrieben, in der - schon zu dieser … Weiterlesen Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

Jürg Amann: Der Kommandant

Jürg Amann hat in seinem Buch ("Monolog"): "Der Kommandant" die Aufzeichnungen des ehemaligen Lagerkommandaten von Auschwitz, die dieser in Haft anfertigte [1], zusammengefasst und auf ihre "Essenz hin zugespitzt". In der Banalität, in der große Teile der Texte erscheinen, liegt eine schier unfassbare Ungeheuerlichkeit, das Töten, das Morden wird in geradezu obszöner Art und Weise … Weiterlesen Jürg Amann: Der Kommandant

Patrick Modiano: Dora Bruder

Die Verhaftung staatenloser Juden in Paris wird von der französischen Polizei in der Zeit vom 16.7. – 18.7.1942 vorgenommen werden. Es steht zu erwarten, daß nach der Verhaftung etwas 4000 Judenkinder zurückbleiben…. bitte ich Sie dringend um Entscheidung darüber, ob diese Kinder der abzutransportierenden staatenlosen Juden etwas vom 10. Transport ab mit abgeschoben werden können. … Weiterlesen Patrick Modiano: Dora Bruder

Marcel Cohen: Raum der Erinnerung

Über den französischen Schriftsteller Marcel Cohen ist (zumindest auf dem einfachen Weg) im Internet kaum mehr zu erfahren, als daß er 1937 geboren wurde, ferner eine Auflistung seiner Werke [1] und auch verliehener Preise. Sein Buch "Raum der Erinnerung -  Tatsachen", 2013 erschienen, ist der Versuch eines mittlerweile älteren Mannes, weit zurückzugehen in die eigene … Weiterlesen Marcel Cohen: Raum der Erinnerung

Louis Begley: Lügen in Zeiten des Krieges

Vielleicht sollte ich die Besprechung dieses Romans mit einem kurzen Abriss über die Biographie des Autoren beginnen [1]. Louis Begley wurde im Oktober 1933 als Ludwik Begleiter in Stryj (damals Polen, heute Ukraine) geboren [1a]. 1939 überfiel das Dritte Reich Polen, das unter Deutschland und Russland aufgeteilt wurde, wobei Stryj unter russische Herrschaft fiel. 1941 brach Deutschland den Pakt … Weiterlesen Louis Begley: Lügen in Zeiten des Krieges

Angelika Schrobsdorff: „Du bist nicht so wie andre Mütter“

"Du bist nicht so wie andre Mütter", der Titel dieser Familiengeschichte, dieses biographischen Buches, ist ein Zitat aus einem Gedicht von Peter Schwiefert, dem Halbbruder der Autorin, an ihre gemeinsame Mutter. Und es trifft zu, Else Kirschner, mit diesem Namen kam sie auf die Welt, war nicht wie andere Mütter, war nicht wie andere Frauen... … Weiterlesen Angelika Schrobsdorff: „Du bist nicht so wie andre Mütter“

Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen

Die Buchvorstellung ist auch als Audio-File im literatur RADIO bayern zu hören. Den Namen der Rothschilds kennt jedes Kind, den der Ephrussis kaum jemand. Dabei gab es eine Zeit, in der beide Familien sich in puncto Reichtum und Macht kaum was gaben.... Doch dann schlug das Schicksal in all seiner Härte über den Ephrussis zusammen … Weiterlesen Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen

Karlijn Stoffels: Mojsche und Rejsele

Karlijn Stoffels "Mojsche und Rejsele" spielt im Wirkkreis des polnischen Arztes und Pädagogen Janusz Korczak [6]. In den Mittelpunkt gestellt und als Erzähler fungiert jedoch eine andere Figur, ein damals 13jähriger jüdischer Junge, Mojsche. Diesem begegnen wir in der Rahmenhandlung ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende in Tel Aviv als älterem Mann. Unwirsch reagiert er auf … Weiterlesen Karlijn Stoffels: Mojsche und Rejsele

Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben

Marcel Reich-Ranicki, geboren 2. Juni 1920 in dem kleinen polnischen Städtchen Włocławek [4] und am 18. September 2013 in Frankfurt am Main verstorben, ist wohl jedem, der sich nur ein wenig für Literatur deutscher Sprache interessiert, bekannt. Er wurde nicht unbedingt von jedem geliebt, er konnte bissig sein, scharf sein, verletzend auch in seinen Urteilen, bis … Weiterlesen Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben