Fischl Schneersohn: Grenadierstraße

So grob weiß man ja Bescheid (oder glaubt es zumindest) über die Verhältnisse der Juden in Deutschland am Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts. Da gab es zum einen die assimilierten Juden z.B. in Berlin, die geschäftlich erfolgreich waren und die irgendwie von oben und etwas fremdverschämt auf die immer zahlreicher aus dem … Weiterlesen Fischl Schneersohn: Grenadierstraße

Philip Roth: Portnoys Beschwerden

Philip Roth, einer der wichtigsten der Nicht-Nobelpreisträger (wobei diese Auszeichnung ja im letzten Jahr heftig beschädigt worden ist...) hat viele wichtige Bücher geschrieben, ein paar sehr wenige davon habe ich im Lauf der Jahre hier im Blog vorgestellt [Mein Leben als Sohn; Jedermann – Everyman und Der menschliche Makel]. Wenngleich Roth schon 1950 den National Book Award … Weiterlesen Philip Roth: Portnoys Beschwerden

Deborah Feldman: Überbitten

Entweder man leugnete Gott, da die Shoah selbst seine Nichtexistenz, wenn nicht sogar seine Irrelevanz bewiesen hatte, oder aber man folgte der Vorstellung, Gott sei wutentbrannt, und schickte sich an, ihn durch vollkom­mene Selbstaufopferung auf dem Altar der rituellen Anbetung zu besänftigen. ***** Wenn mein Blut jüdisch ist, ist es meine Seele auch. Deshalb will … Weiterlesen Deborah Feldman: Überbitten

Leon de Winter: SuperTex

Simon Breslauer war Jude. Seine Schulbildung war gering, seine Neigung zu Schöngeistigem ebenfalls. Er war behaart, dick und schaufelte Essen in jeder angebotenen Quantität in sich hinein. Nach dem Krieg, den er als einziger der Familie überlebte, baute er ein Textilimperium aufgebaut. Aus kleinen Anfängen heraus eröffnete er einen Laden nach dem anderen, in dem er Billigtextilien an die … Weiterlesen Leon de Winter: SuperTex

Else Lasker-Schüler: Das Hebräerland

Ich bin eine Hebräerin - Gottes Wille und nicht der Hebräer Willen; ich liebe sein kleinstes Volk, die Hebräer, fast wie den Ewigen Selbst. Ich liebe mein Volk, ärgere mich nicht an seinem Satz: trinke ich doch des Hebäerlandes Traube und ärgere ich mich nicht des geringen trüben Rests im Glase. Doch der Andersgläubige, der … Weiterlesen Else Lasker-Schüler: Das Hebräerland

Deborah Feldman: Unorthodox

Ich denke, die im ungarisch/rumänischen Grenzgebiet liegende rumänische Stadt Satu Mare [3] nicht zu kennen, ist keine Schande. Um so größer für mich die Überraschung, daß ich innerhalb einer Woche zwei Bücher lese, in denen dieses Städtchen eine große Rolle spielt - welch ein Zufall! Zum einen waren dies die biographischen Aufzeichnungen von Robert Scheer über … Weiterlesen Deborah Feldman: Unorthodox

Dominique Valentin: Die Schickse

Schickse Seit dem 17. beziehungsweise 18. Jahrhundert bezeugt; ursprünglich die westjiddische Bezeichnung für „Christenmädchen“, sowie im Gegenzug dazu wohl in Sprachformen mit Kontakt zum Jiddischen „Judenmädchen“; zum andern ist das Wort im Rotwelschen zu „Mädchen, Frauenzimmer“ verallgemeinert worden, woraus sich wohl die abwertende Bedeutung „Flittchen“, die zuerst in der Studentensprache aufkam, herausbildete; das jiddische Wort … Weiterlesen Dominique Valentin: Die Schickse

Thomas Meyer: Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Mordechai Wolkenbruch ist fünfundzwanzig Jahre alt und alle Welt kennt ihn nur als "Motti". Der Name läßt es schon vermuten, er ist ein jid, für seine mame noch ein jingele und diese ist es auch, die ihn als eine Art "Tyrannosaurus mame" im Moment mächtig nervt: eh klar, sowieso und überhaupt. Eh klar: sie ist auf permanenter … Weiterlesen Thomas Meyer: Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Mirjam Pressler: Golem stiller Bruder

Dies ist das erste Buch von Mirjam Pressler, mit dem ich sie hier im Blog als Autorin vorstelle, dagegen war sie schon des öfteren als Übersetzerin aus dem Hebräischen hier zu Gast gewesen... [1, 2]. Das ich dieses Buch von ihr heute hier vorstelle, hat auch seinen Grund, denn bald werde ich in meiner Vorleseveranstaltung … Weiterlesen Mirjam Pressler: Golem stiller Bruder

Israel Joshua Singer: Die Familie Karnovski

  Vorneweg: ich muss es bekennen. Erst mit und bei diesem Buch habe ich nach Jahrzehnten realisiert, daß es neben Isaac Bashevis Singer noch einen anderen Singer gab, der wunderbare Bücher schrieb. Und das, nachdem die "Brüder Ashkenasi" friedlich im Regal neben den vielen Romanen des Bruders stehen. Peinlich... aber ich habe wenigstens den schwachen … Weiterlesen Israel Joshua Singer: Die Familie Karnovski

Geraldine Brooks: Die Hochzeitsgabe

Vor einiger Zeit wurde - ich glaube, es war in einer der vielen facebook-Gruppen [2] die Frage nach einem "Schmöker" gestellt, den man sich so richtig mit Genuss reinziehen kann. Schade, daß ich seinerzeit dieses Buch noch nicht gekannt hatte, sonst wäre das ein Kandidat allererster Ordnung für einige sorgenfreie und vergnügliche Leseabende gewesen (natürlich … Weiterlesen Geraldine Brooks: Die Hochzeitsgabe

Ulrike Kolb: Yoram

Carla, studentenbewegte junge Frau der "unter dem Pflaster liegt der Strand"-Epoche, reist nach Israel, um das dortige Kindererziehungssystem im Kibbuz zu studieren, denn - so nicht nur ihre Überzeugung - die kleinbürgerliche Kleinfamilie ist am Ende und die Erziehung der Kinder muss weg von Strenge und Bevormundung hin zu einer liebevollen und lernintensiven Form. Ob … Weiterlesen Ulrike Kolb: Yoram

Lena Gorelik: Lieber Mischa: … Du bist ein Jude.

Lena Gorelik ist eine in der UdSSR geborene Jüdin. 1992 kam sie nach dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts und der UdSSR mit ihrer Familie als sogenannte Kontingentflüchtlingin [ich weiß, aber schließlich ist sie weiblich, da sollte das Substantive das wiederspiegeln..... / siehe dazu diese Mitteilung des Bundespresseamtes] nach Deutschland. Judentum war in der UdSSR nicht … Weiterlesen Lena Gorelik: Lieber Mischa: … Du bist ein Jude.

Lothar Schöne: Das jüdische Begräbnis

Es kommt keiner, dachte ich, weil es eben jüdische und christliche Erde gibt. Die einen Krumen glauben an Jesus, die anderen nicht, und die Gräser, die auf ihnen wachsen, sind entweder getauft oder beschnitten. Ich muss darauf achten, daß die Blumen koscher sind, die ich aufs Grab stelle. Ein Anruf ist es, der den Ich-Erzähler … Weiterlesen Lothar Schöne: Das jüdische Begräbnis

Manès Sperber: Die Wasserträger Gottes

Manès Sperber entstammt dem osteuropäischen, chassidischen Judentum. 1905 in Galizien, in Zabłotów , geboren, legt er in der Trilogie "All das Vergangene...." seine autobiographischen Erinnerungen vor, deren erste 13 Jahre das Bändchen "Die Wasserträger Gottes" [6] umfasst. Er wird im "Städtel" [2] groß, hier sind die Juden eine "..gefestigte autonome Gemeinschaft mit einer eigenartigen Kultur … Weiterlesen Manès Sperber: Die Wasserträger Gottes

Stiftung Baukultur Rheinland-Pfalz: Gebauter Aufbruch

Am 3. September, also heute, wird in Mainz die neue Synagoge [3, 4] eingeweiht [5]. Die 1912 erbaute Hauptsynagoge wurde von den Nationalsozialisten im Dritten Reich zerstört [1, 2]. Aus Anlass dieses Neubaus [6] wurde in Mainz eine Ausstellung veranstaltet, die sich den in den letzten Jahren wieder neu erbauten Synagogen in Deutschland widmet. Diese … Weiterlesen Stiftung Baukultur Rheinland-Pfalz: Gebauter Aufbruch

Lothar Schöne: Das Labyrinth des Schattens

"Wir haben jetzt in Kürze auch wieder eine Autorenlesung, Lothar Schöne.. Kennen Sie den, das hier ist sein neues Buch..." Natürlich kannte ich ihn nicht und so nahm ich der Buchhändlerin meines Vertrauens den dargebotenen Band ab und mit nach Hause... So geht es manchmal und derart bin ich also zu einem Buch gekommen, daß … Weiterlesen Lothar Schöne: Das Labyrinth des Schattens