Tausend Bücher ….

Ein Jubiläum der wenigstens für mich besonderen Art: ich habe jetzt in den zurück liegenden neun Jahren und gut vier Monaten unter Brüdern tausend Bücher hier vorgestellt. So ganz genau läßt sich das nicht mehr eruieren, einige frühe Beiträge fassten mehrere Bücher zusammen, im Inhaltsverzeichnis verzähle ich mich dauernd, ausserdem sind die Titel mit mehreren Autoren unter jedem Buchstaben gelistet, aber da ich praktisch nur noch Buchbesprechungen im Blog habe und jetzt 1000 Beiträge online sind, wird es wohl so sein. Außerdem kommt es mir auf einen mehr oder weniger ja jetzt auch nicht an.

Eine so lange Zeit, so viele Bücher – da ist es Zeit für einen Gemeinplatz. Hier ist er: wenn mir das jemand nach der ersten hochgeladenen Besprechung gesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt. :-)

Ein kleiner Rückblick zur Feier des Tages auf einige — ja was eigentlich? .. egal. Ein bunter Strauß Bemerkenswertes eben…. (Hinweis: die hinterlegten Links im Text und den Bildern führen ausnahmslos auf Seiten in meinen Blogs)

Anspruch und Motiv

Noch immer gebe ich mich der Illusion hin, für mich zu schreiben, Blogbeiträge als Merkzettel zu den gelesenen Büchern zu verfassen. Illusion ist es, weil ich natürlich schon im Kopf habe, daß auch andere diese Beiträge lesen werden und ich dies entsprechend berücksichtige. Aber immer noch zutreffend, weil ich mich z.B. was die Länge der Beiträge angeht (siehe weiter unten), nicht nach dem potentiellen Leser, sondern nach dem, was aus mir heraus’quillt‘ und was ich für wichtig halte, richte. Dies gilt ebenso nach wie vor für den Umfang der ‚Hintergrundrecherche‘ zu den einzelnen Themen. Den ‚Fremdleser‘, sprich Besucher berücksichtige ich insofern auch, daß ich nicht ausdrücklich spoile bzw. das Ende der Geschichte verrate – es sei denn, ich bin auf andere Besprechungen gestoßen, in denen der Ausgang der Geschichte schon verraten wurde….

Tausend Bücher zu lesen und zu besprechen führt zu einer gewissen Routine. Das ist zum einen einfach so und zum anderen ist es hilfreich. Seit Jahren stelle ich recht regelmäßig Sonntags und Mittwochs Beiträge online, den Zeitaufwand, die Bücher zu lesen und zu besprechen, kann sich wahrscheinlich jeder Blogbetreiber vorstellen. Dieser Rhythmus wird sich jetzt – davon gehe ich aus – sicherlich ändern: ich werden in Zukunft wohl weniger aktiv sein. Es hat sich in der Tat eine gewisse Lesemüdigkeit eingestellt, andererseits habe ich einen Stapel Bücher, die ich auf jeden Fall noch lesen will, oft sind es solche Titel, die ich aufgrund der enormen Seitenzahl bislang zurückgestellt habe. Ausserdem treten im Moment andere Sachen in meinem Leben wieder stärker in den Vordergrund… schaumereinfachmal was draus wird…. dieses „1000“ sind seit gut zwei Jahren, seit sie in erreichbare Nähe gerückt waren, schon ein Etappenziel, das ich erreichen wollte. Voila, ich habe geschafft. :-)

Der erste Blogbeitrag

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Das erste von mir hier im Blog besprochene Buch ist ausgerechnet ein Krimi. Ausgerechnet, weil dieses Genre bei mir eher unterrepräsentiert ist… aber nach einer längeren Lesepause hatte ich seinerzeit (das war im August 2008) wieder mit Lesen angefangen und dieser Roman hat mir wohl ganz gut gefallen, aber trotz kurzer Inhaltsangabe kann ich mich so richtig nicht mehr an die Handlung erinnern…

Das am seltensten besuchte Buch… dies ist natürlich schwierig festzustellen, da die Statistik ja immer am oberen Ende, bei den häufig besuchten Besprechungen, ansetzt und dann nach ‚unten‘ hin irgendwo den Cut macht. Aber so ganz falsch dürfte ich mit diesem Beitrag über den Krimi des finnischen Autoren Niemi nicht daneben liegen. Immerhin kam die ebenfalls 2008 online gestellte Besprechung in neun Jahren auf 88 stolze Besuche, davon seltsamerweise allein 14 in diesem Jahr. Das dürfte kaum noch zu unterbieten sein. Dabei ist Niemi ja kein Unbekannter, seine Populärmusik aus Vittula war seinerzeit doch recht erfolgreich.

Welcher Beitrag wurde am häufigsten angeschaut?

Logisch, daß ich mich jetzt dem am häufigsten besuchte Buch zuwende. Das ist jetzt schon schwieriger, denn ein Titel, der vor sagen wir mal fünf Jahren online gegangen ist, hat natürlich viel mehr Gelegenheit, Klicks zu sammeln als ein aktueller Beitrag, also müsste man eigentlich normieren. Geschenkt. Folgerichtig steht auch ein Beitrag aus dem Jahr 2010 ganz oben, wenn ich mir die absoluten Zugriffszahlen über die Gesamtzeit des Blog anzeigen lasse: Jenny Downhams Bevor ich sterbe mit knapp 19.000 Zugriffen.  

Aber auch im letzten Zeitjahr liegt der Titel ganz weit oben, wenngleich in diesem Zeitabschnitt ein anderer Autor den Vogel abschießt, nämlich John Green mit Das Schicksal ist ein mieser Verräter mit großen Vorsprung und knapp unter 5000 Zugriffe, der nächstplatzierte Titel hat gerade mal ca. 2900 Klicks. Da soll noch mal einer sagen, Tod und Sterben wären kein Thema, würden verdrängt…. denn überraschenderweise sind auch viele der anderen, vielbesuchten Beiträge aus diesem Themenfeld wie z.B. Härtlings Hirbel….

Thematisches….

Im Grunde ist mein Blog ja ein Gemischtwarenladen, in dem Werke fast aller Genres vertreten sind. Fast, weil Krimis und Thriller nur selten auftauchen, sie interessieren mich einfach nicht. Gar nicht vorhanden sind beispielsweise Besprechungen, die sich im Bereich der Werwölfe, der Vampire und anderer lichtscheuer Gestalten bewegen. Dafür sind aber hin und wieder sowohl grottige als auch durchaus anspruchsvollere Titel aus dem Bereich der erotischen Literatur zu finden, ebenso wie der zweite Schwerpunkt sich dem ‚Antagonisten‘ widmet, Büchern über Krankheitsgeschichten, Sterben, Trauer und Tod. Ein dritter Schwerpunkt sind für mich Bücher ‚Wider das Vergessen‘: der Naziterror und der Holocaust.

Schlimmer geht immer – der Beitrag mit dem seltsamsten Thema

Wie Birgit neulich festgehalten hat, stelle ich auch Titel vor, die sonst keiner bespricht. Für keinen Beitrag gilt das wohl exakter als wie für diese Promotionsschrift des Mediziner M.A. Theimuras, der sich mit Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern befasst hat. Es ist ein Titel, bei dem man nicht weiß, ob man weinen oder lachen soll, als Mann hält man sozusagen instinktiv die Hand schützend in den Schritt, allein das Lesen der Fallbeschreibungen tut weh… Der Beitrag war seinerzeit (auch das war 2008) ein richtiger Renner, die Menschheit lechzte wohl nach solchem Stoff…. ;-). Der in der Besprechung angegebene Link zur Dissertationsschrift ist übrigens noch ‚halbwegs‘ aktiv, jedenfalls reicht es für visuelles Anschauungsmaterial….

Der für mich ganz persönlich wichtigste Titel, der auf jeden Fall mit auf die Insel käme….

Der Siddhartha, diese ‚indische Dichtung‘ bedeutet mir viel. Es ist ein Buch, das ich nicht mit dem Verstand lese, sondern mit dem Herzen, so wie Kinder Geschichten zuhören und sich den Stimmungen, die sie erzeugen, hingeben. Auf diese Art fasziniert und berührt mich dieses Werk Hesses ungemein, möglicherweise spricht es auch eine Sehnsucht tief in mir drinnen an….

Bei einem Rezensionsblog ist die Frage nach den eigenen Lieblingsrezensionen naheliegend. Aus ähnlichen Gründen wie Fragen nach den drei Büchern für die Insel ist das kaum zu beantworten…  Ganz sicherlich gibt es Besprechungen, die, nun ja, geschrieben sind und sich durch nichts hervorheben, aber die meisten der Beiträge sind mit Herzblut entstanden, mit Hintergrundrecherchen, mit Überlegungen, mit der Suche nach Antworten auf Fragen, auch – bilde ich mir ein – zuweilen mit einem Schuß Kreativität…. Welche sollte ich nennen? Wiederum den Siddhartha oder von Kafka den Prozess? Endos Schweigen, die Atemschaukel von Müller oder den Fliegenden Berg Ransmayrs? Und warum dann nicht Die Schrecken des Eises und der Finsternis ebenso? Und was ist mit den Büchern de Waals, dem Hasen und der weißen Straße? … und müsste nicht Charlotte…. oder diese düstere Geschichte Kubins…..? Ach, es gibt schon einige Beiträge, auf die ich stolz bin, ein wenig…. wenn ich mein Inhaltsverzeichnis durchblättere, fällt mir auf, daß ich hier so um die tausend ‚Kinder‘ versammelt, die ich eigentlich alle liebe und hier aufführen könnte…

Die umfangreichste Besprechung

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Meine Beiträge sind normalerweise recht textlastig. Die Frage nach der kürzesten Besprechung ist daher recht uninteressant, auch da ich zu Beginn meiner Bloggerei bei weitem nicht so ausführlich geschrieben habe wie später. Auch ein Blog hat eine Entwicklung. Die Beiträge der letzten Jahre haben mit einigen Ausnahmen immer so um die 2000 Worte plus/minus, die deutlichste Ausnahme dürfte das Sachbuch von Jürgen Goldstein sein: Die Entdeckung der Natur mit immerhin 8320 Wörtern. Behauptet WordPress jedenfalls, ich kann´s kaum glauben. Drucke ich das als pdf aus, sind es so um die fünfzehn Textseiten, in word sind es sogar 19 Seiten. Ich hab´s ja nur geschrieben, aber ihr müsst es lesen, ihr Armen! :-)

Die heftigsten Emotionen 

Ich bin vom Naturell her jemand, der sich durch Bücher und die darin befindlichen Geschichten, durch die Figuren und ihre Schicksale verhältnismäßig leicht anrühren läßt. Wenn´s traurig wird, habe ich schon mal Tränen in den Augen und finde dabei nichts Schlimmes… Nie wieder ist es mir jedoch so schlimm ergangen wie bei dem Buch Lichterloh der Australierin Sofie Laguna…. dieser Roman, gelesen Anfang 2011, beschäftigt mich noch heute.

Jetzt was ganz Kleinkariertes: Die Anfangsbuchstaben der Autoren

Bei 122 Autoren fängt der Name mit „S“ an, damit steht das „S“ an der Spitze, gefolgt vom „M“ und dem „B“ mit je roundabout gut 90 Autoren. Am anderen Ende – nehmen wir die üblichen Verdächtigen wie „X, Y, Z“ mal raus, ist erstaunlicherweise das „E“ zu finden mit gerade mal 16 Einträgen. Erstaunlich, weil das „E“ doch der häufigste vorkommende Buchstabe im Deutschen ist, aber bei Nachnamen als erster Buchstabe dann wohl doch nicht. Und das Q? Ist immerhin vertreten, was nicht selbstverständlich ist: Raymond Queneau mit dem Intimes Tagebuch der Sally Mara und Paula Quast noch mit ihren Interpretationen der Gedichte Kalékos: “…. und sie sprechen von mir nur leise.”

Und welcher Autor ist mit den meisten Titel auf aus.gelesen zu finden? Ich habe das jetzt nicht in aller Gründlichkeit gegengecheckt, aber sowohl von Martin Suter als auch von T.C. Boyle weist das Inhaltsverzeichnis jeweils sieben Werke auf.

Besucher und Zugriffe

ach ja…. aus.gelesen ist meiner Einschätzung nach mittlerweile wohl recht etabliert in der Szene der Literaturblogger, obwohl ich mich aus Diskussionen über z.B. das Verhältnis Blogger/Literaturkritiker zurückhalte und auch bei Aktionen, die von Kollegen initiiert werden, eher zurückhalte. Bei den Zugriffszahlen (was immer diese etwas obskuren statistischen Angaben der Plattform auch bedeuten) hat der Blog die Millionengrenze neulich überschritten, einen Tag im Leben des Blogs gab es, als sich mehr als 1000 Zugriffe zählen ließen. Der Accabadora sei Dank!

The End

Natürlich ließe sich noch viel sagen und aus dem Blog herausholen, aber ich will trotzdem zum Schluss kommen und was wäre angebrachter, als allen zu danken, die mir durch ihre Kommentare, ihre Besuche prinzipiell geholfen haben, diesen Blog am Leben zu halten – und dies hoffentlich auch weiterhin tun. Ohne euch ginge es nicht – deswegen ein ganz, ganz dickes Dankeschön an euch alle!

cu!
euer flattersatz

 

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