Shūsaku Endō: Skandal

Ich habe den japanischen Autoren Shūsaku Endō (1933 – 1996; [1]) in meinem Blog schon mit zweien seiner Romane vorgestellt: Meer und Gift befasst sich mit japanischen Kriegsverbrechen und Schweigen geht zurück in die Zeit des Versuchs der christlichen Missionierung Japans [2]. Dieses Thema ist kein Zufall, Endō ist unter den japanischen Schriftstellern eine große … Weiterlesen Shūsaku Endō: Skandal

Mikio Kanda (Hrsg): Der Blitz über dem Reisfeld

Am Achten bin ich wieder nach Hiroshima gegangen, aber ich habe keine Leiche gefunden, die meinem Mann ähnlich sah. (Kirio Yae) Wenn man es jetzt nicht aufschreibt.... vor fast genau fünfunddreißig Jahre schrieb Mikio Kanda diesen Satz in sein Nachwort zu seiner Sammlung der Lebensläufe von Frauen, denen der Atombombenabwurf von Hiroshim am 6. August 1845, … Weiterlesen Mikio Kanda (Hrsg): Der Blitz über dem Reisfeld

Shūsaku Endō: Schweigen

Diese Buchvorstellung gibt es auch als Audio-File im literatur RADIO bayern. „Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im … Weiterlesen Shūsaku Endō: Schweigen

John Hersey: Hiroshima

Ein typisches Sommerbild mit sich entspannenden, relaxenden, ihre Freizeit geniessenden Menschen in einem Park [1], doch wenn man sich das Bild in größerem Format ansehen will und auf die Vorschau klickt, wird es einem so gehen wie 1946 den Lesern der Zeitschrift: man wird schockiert sein.... Wie Hersey in seinem Vorwort erklärt, war man in … Weiterlesen John Hersey: Hiroshima

Ninja und Co, ohne KG…

Meine geschätzte Bloggerkollegin Birgit von Sätze&Schätze hatte im letzten Jahr eine "Reihe" in ihrem Blog gestaltet mit dem Thema: Verschämte Lektüren (die interessanterweise kaum Beiträge enthält mit Büchern, deren man sich früher "schämte" und sie daher im "Giftschrank" oder in der zweiten Reihe verwahrte...). Auch ich war eingeladen, dazu einen Beitrag zu schreiben und ich … Weiterlesen Ninja und Co, ohne KG…

Shan Sa: Die Go-Spielerin

Hinweis: Diese Rezension ist auch als podcast im literatur RADIO bayern erschienen: https://radio.blm.de/radiobeitrag/fda-rezensionen....html Dieser kleine, aber fein, sehr feine, Roman der im Alter von siebzehn Jahren nach dem Massaker auf den Tian'anmen-Platz nach Frankreich emigrierten Chinesin (ihr Vater war zu dieser Zeit als Gastprofressor in Frankreich und lehrte an der Sorbonne, bevor er dann wieder nach China … Weiterlesen Shan Sa: Die Go-Spielerin

Kakuzo Okakura: Das Buch vom Tee

Der japanische Kunstwissenschaftler Kakuzō Okakura lebte von 1862 bis 1912, sein Büchlein über den Tee veröffentlichte er 1906 und zwar auf Englisch. Es lohnt sich, sich noch einmal vor Augen zu führen, welche politischen Verhältnisse seinerzeit herrschte. Zwar war von den Weltkriegen noch keiner zu sehen, deswegen waren die Zeiten aber nicht friedlich. Der russisch-japanische … Weiterlesen Kakuzo Okakura: Das Buch vom Tee

Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen

Die Buchvorstellung ist auch als Audio-File im literatur RADIO bayern zu hören. Den Namen der Rothschilds kennt jedes Kind, den der Ephrussis kaum jemand. Dabei gab es eine Zeit, in der beide Familien sich in puncto Reichtum und Macht kaum was gaben.... Doch dann schlug das Schicksal in all seiner Härte über den Ephrussis zusammen … Weiterlesen Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen

Julie Otsuka: Wovon wir träumten

Was ein trauriges Büchlein, was für ein unendlich trauriges Büchlein mit dieser Geschichte japanischer Frauen, die gegen Ende des 1. Weltkriegs, wohl so 1917 von Japan in die USA reisten, über Agenturen an schon dort lebende Japaner vermittelt, um diese zu heiraten. "Die jüngste von uns war zwölf, sie kam vom Ostufer des Biwa-Sees und … Weiterlesen Julie Otsuka: Wovon wir träumten

Shusaku Endo: Meer und Gift

Es ist ein schmales Bändchen des japanischen Autoren Endo, der sich mit einem grausamen Kapitel der an Grausamkeiten nicht gerade armen japanischen Kriegsgeschichte [4] befasst. Am 5. Mai 1945 stürzte über Fukuoka in Kyushu eine B-29 mit 12 Mann Besatzung ab. Der befehlshabende Leutnant wurde nach Tokio zum Verhör gebracht, die anderen überlebenden 8 Besatzungsmitglieder … Weiterlesen Shusaku Endo: Meer und Gift

Paul Takashi Nagai: Die Glocken von Nagasaki

Nagasaki ist unserem Gedächtnis weniger präsent als Hiroshima, es ist wohl eine allgemein menschliche Eigenschaft, das "Zweitereignis" gegenüber dem ersten in der Bedeutung geringer einzuschätzen. Und doch steht das Grauen, das in Nagasaki herrschte dem von Hiroshima in keiner Weise nach. Am 9. August 1945 um 11:02 Uhr detonierte mit "Fat man" [1] die zweite … Weiterlesen Paul Takashi Nagai: Die Glocken von Nagasaki

Edita Morris: Die Saat von Hiroshima

"Der Betroffene kann so viel abbekommen, daß er sofort stirbt", erklärte Groves, "oder er bekommt weniger ab, woran er immer noch relativ schnell stirbt, ohne unnötig lange zu leiden. Dies sagen die Ärzte, und sie sagen sogar, es sei eine sehr angenehme Art zu sterben." [3] Die Hauptpersonen des Romans, Yuka, Ohatsu und Sam, sind … Weiterlesen Edita Morris: Die Saat von Hiroshima

Natsuo Kirino: Teufelskind

In was für ein Japan führt uns Kirino nur mit ihrem Roman? Es ist, ähnlich wie schon "Die Umarmung des Todes" nicht das Hochglanzjapan der Wolkenkratzer, der Megacities, das Land mit der alten Kultur des Bushi-Do oder dem religiösen Leben geprägt durch Buddhismus oder Shintoismus. Nein, es ist die dunkle Seite dieses Landes, die stinkende, … Weiterlesen Natsuo Kirino: Teufelskind

Franka Potente: Zehn

Ich kannte Franka Potente bis jetzt nur als Schauspielerin in einigen wenigen Filmen, da ich ja kein exzessiver Kinobesucher bin. Dann habe ich das Interview mit ihr in der ZEIT [1] gelesen und es tauchten die ersten Besprechungen des Buches auf, die durchweg positiv waren. Und meine Neugier ward geweckt .... Zehn Kurzgeschichten also präsentiert … Weiterlesen Franka Potente: Zehn

Edita Morris: Die Blumen von Hiroshima

Die 31jährige Yuka Nakamura lebt mit ihrem Mann Fumio, ihren zwei Kindern und ihrer kleineren Schwester Ohatsu in einem kleinen, ärmlichen Haus in Hiroshima. Momentan ist sie sehr glücklich, da es ihr gelungen ist, ein Zimmer (oder genauer: einen Teil eines Zimmers) an einen "Hero-san" zu vermieten. Damit hofft sie, ihre schmale Haushaltskasse aufbessern zu … Weiterlesen Edita Morris: Die Blumen von Hiroshima

Natsuo Kirino: Die Umarmung des Todes

Das Leben auf der japanischen Schattenseite: kleine, enge Wohnungen, in denen die Gerüche des Lebens wabern und nicht zu entfernen sind, Familien, die zerbrochen sind an der Perspektivlosigkeit, an den rigiden Regeln des traditionellen Lebens in Japan und den Konflikten mit einer ausufernden Konsumgesellschaft, die keinen Halt mehr bietet, an Männern, die ihre Frauen betrügen … Weiterlesen Natsuo Kirino: Die Umarmung des Todes

Masuji Ibuse: Schwarzer Regen

„Now, I am become Death, the destroyer of worlds.“ (Robert Oppenheimer, aus der Bhagavadgita) Am 6. August 1945 warfen die Vereinigten Staaten von Amerika über Hiroshima die erste Atombombe ab, 3 Tage später folgte der zweite Abwurf einer Bombe durch eben denselben Staat auf Nagasaki. Am 15. August kapitulierte Japan. Der Roman von Ibuse spielt … Weiterlesen Masuji Ibuse: Schwarzer Regen

Sujata Massey: Der Brautkimono

Rei Shimura, eine attraktive Halbamerikaner-/Japanerin, die sich in Tokio mehr oder weniger mit Antiquitätenhandel über Wasser hält, bekommt die Chance, mehrere kostbare Kimonos für eine Ausstellung in die USA zu bringen und dort den Eröffnungsvortrag zu halten. So weit, so gut. Leider trifft sie in den USA sofort auf Schwierigkeiten, denn das Museum in Washingtoen … Weiterlesen Sujata Massey: Der Brautkimono