Alan Bennett: Leben wie andere Leute

Alan Bennett, bekannter britischer Dramatiker, Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur [1], taucht in diesem kleinen Büchlein ein in seine eigene Familiengeschichte, die erstmals 2005 im Rahmen von (autobiographischen)  Kurzgeschichten veröffentlicht wurde. 2009 dann wurde ein eigenes Büchlein daraus, dessen Übersetzung 2014 in einem dieser schönen roten Bändchen von Wagenbach herausgegeben wurde [2]. Es ist eine seltsame … Weiterlesen Alan Bennett: Leben wie andere Leute

Dilek Güngör: Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter

Dilek Güngör [1] ist eine junge deutsche Autorin, deren familiäre Wurzeln unschwer als türkisch zu erkennen sind. In diesem relativ schmalen Roman über "Das Geheimnis ihrer türkischen Großmutter", das sich in Wirklichkeit natürlich als ein Geheimnis ist der gesamten Familie erweisen wird, verleiht sie ihrer Protagonisten einige autobiographische Züge, wie Güngör selbst ist Zeynep, die … Weiterlesen Dilek Güngör: Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter

Uwe Timm: Am Beispiel meines Bruders

Der Schriftsteller Uwe Timm wurde 1940 geboren, er war der Nachzügler der Familie, bezeichnet sich selbst in seiner kurzen Schrift mit diesem Begriff. Sein Bruder Karl-Heinz war sechzehn Jahre älter, noch drei Jahre früher als dieser war die Schwester Hanne Lore geboren worden. Über den Bruder zu schreiben, heißt auch, über ihn zu schreiben, den … Weiterlesen Uwe Timm: Am Beispiel meines Bruders

Katja Petrowskaja: Vielleicht Esther

"Vielleicht Esther" sind Protokolle, Geschichten, Fragmente der Suche der Autorin nach den Wurzeln ihrer Familie, ihrer selbst, den Wurzeln, die sie verankern und verorten in ihrem eigenen Leben. Geboren in Kiew, damals noch UdSSR, studierte Petrowskaja in Estland, promovierte dann als Ukrainerin in Moskau und das Schicksal dachte ihr letztendlich eine Liebe in Deutschland zu, seit … Weiterlesen Katja Petrowskaja: Vielleicht Esther

João Ricardo Pedro: Wohin der Wind uns weht

Dieser umwerfende Roman ist auf dem besten Weg in die Klassikerränge der Weltliteratur, wo ihm ein Platz unter den ganz Großen gebührt. [1] Mit diesen Worten wird auf dem Umschlagtext für den Roman geworben. WOW!! Ein neuer Tolstoi, ein Dostojewski, ein Goethe, ein Shakespeare, mindestens aber ein Philip Roth... vielleicht auch ... Cervantes, Dante? ... … Weiterlesen João Ricardo Pedro: Wohin der Wind uns weht

Israel Joshua Singer: Die Familie Karnovski

  Vorneweg: ich muss es bekennen. Erst mit und bei diesem Buch habe ich nach Jahrzehnten realisiert, daß es neben Isaac Bashevis Singer noch einen anderen Singer gab, der wunderbare Bücher schrieb. Und das, nachdem die "Brüder Ashkenasi" friedlich im Regal neben den vielen Romanen des Bruders stehen. Peinlich... aber ich habe wenigstens den schwachen … Weiterlesen Israel Joshua Singer: Die Familie Karnovski

Lillian Crott Berthung, Randi Crott: Erzähl es niemandem!

Eine Buchvorstellung im Rahmen der Aktion: Blogger schenken Lesefreude Am 9. April 1940 erklärte das Deutsche Reich in gleichlautenden Noten an die dänische und die norwegische Regierung, daß sie in die beiden Länder einmarschieren wollten, dies aber nicht in "feindseliger Gesinnung" täten. Angeblich wollte man einem mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Einmarsch von Truppen der … Weiterlesen Lillian Crott Berthung, Randi Crott: Erzähl es niemandem!

Wibke Bruhns: Meines Vaters Land

Wie so häufig hat auch bei diesem Buch der Zufall kräftig mitgemischt, gekauft hätte ich es mir wohl kaum. So ist es aus einem Nachlass in mein Regal gerutscht und aus irgendeinem Grund habe ich herausgenommen - und das war gut so! Schon der "Aufhänger" des Buches ist bemerkenswert. Wibke Bruhns, die älteren unter uns … Weiterlesen Wibke Bruhns: Meines Vaters Land

Patricia Volk: Soviel ihr wollt

Die Volks waren "wer" in New York. Genau Hundert Jahre lang, von 1888, als Sussman Volk sein Restaurant gründete bis 1988, als Cecil Sussman Volk, der Vater der Autorin, den Pachtvertrag verkaufte, war der Familienbetrieb als "Morgen´s Restaurant" 141 West 38th Street New York City unter dem Motto "We Cater the Finest to the Finest" … Weiterlesen Patricia Volk: Soviel ihr wollt

Anne B. Ragde: Einsiedlerkrebse

"Einsiedlerkrebse" ist der zweite Teil der Geschichte der in der Nähe von Trondheim angesiedelten norwegischen Familie Neshov, die Radge im "Lügenhaus" mit der Erkrankung der Mutter und deren anschließendem Tod begonnen hat. Sie setzt zeitlich gesehen das Geschehen dort fort, wo der erste Band es beendet hat. Tor, der mittlere der drei Brüder, ist mit … Weiterlesen Anne B. Ragde: Einsiedlerkrebse

Robert Bober: Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen

So hatte ich keine Erinnung mehr an meinen Vater, erinnerte mich aber an den Vater meines Bruders, der wiederum selbst keine Erinnerung an seinen Vater hatte. Bernard Appelbaum ist der Sohn von Jacques Appelbaum, der früher Yankel hieß und als solcher die Hanna Horovitz geheiratet hat. 1939 flohen sie aus dem kleinen polnischen Przytyk nach … Weiterlesen Robert Bober: Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen

Barbara Endres: Pollin – Fragmente einer Kindheit in Pommern

"... Fragmente einer Kindheit in Pommern"..  ist ein autobiographischer Roman, den die Erzählerin Anfang des Jahres 1900 mit der Hochzeit von Max und Ida Hartmann einsetzen läßt. Die beiden Brautleute lebten in benachbarten Familien, Ida kam aus einer Stellmacherfamilie, die Hartmanns dagegen hatten sich seit Generationen dem Schornsteinfegerhandwerk verschrieben. Max Hartmann muss ein launischer, sprunghafter … Weiterlesen Barbara Endres: Pollin – Fragmente einer Kindheit in Pommern

Hanns-Josef Ortheil: Die geheimen Stunden der Nacht

Köln am Rhein. Ortheil hat diesen Roman in seiner Heimatstadt angesiedelt, in der Nähe des Doms, der Domplatte, in den Vororten, den vornehmen und den weniger vornehmen, am Rhein, auf den man schauen kann, von dem aus der Nebel und die Feuchtigkeit des Nachts in die Stadt ziehen. Seine Hauptperson ist Georg von Heucken, der … Weiterlesen Hanns-Josef Ortheil: Die geheimen Stunden der Nacht

Odile Kennel: Was Ida sagt

Es ist Ende der 80er Jahre, Louise lebt seit gut 11 Jahren in Berlin, damals hat sie ihre Familie in einem kleinen Ort in der Normandie verlassen, insbesondere mit ihrer Mutter Poulette hatte sie sich nie verstanden. Auf die Karten und Einladungen, die ihr die Mutter im Lauf der Jahre schickte, unpersönlich gehalten und formal, … Weiterlesen Odile Kennel: Was Ida sagt

Jeffrey Eugenides: Middlesex

Die Eltern von Desdemona und Eleuphterios (genannt Lefty) sind verstorben. Das Geschwisterpaar lebt in einem kleinen griechischen Dorf in Kleinasien, in der Nähe von Bursa. Desdemona kümmert sich um die Seidenraupenzucht, deren Ernte ihr Bruder in Bursa auf dem Markt verkauft. Es ist 1922, die Griechen träumen ihren Traum vom befreiten Kleinasien, der Keimzelle griechischer … Weiterlesen Jeffrey Eugenides: Middlesex

Irene Dische: Großmutter packt aus

Knapp hundert Jahre Familiengeschichte, drei Generationen also, sind es, die Irene Dische ihre Großmutter erzählen läßt, denn "..Wer über sein eigenes Leben schreiben will, verstrickt sich bekanntlich leicht in ein Lügenknäuel.". Diese Geschichte wird in einem kurzweiligen, unterhaltsamen Ton dargelegt, der nicht so sehr auf literarische Finessen Wert legt, als vielmehr auf Lesbarkeit und Anschaulichkeit. … Weiterlesen Irene Dische: Großmutter packt aus

Husch Josten: In Sachen Joseph

"So stand Herr Nienhaus auf und ging den Feldweg geradeaus, weit geradeaus, schickte Gott und das Glück in die andere Richtung. Dahin liefen die beiden immer noch und hatten nur einmal - in einer obskuren, unergründlichen Kreisbewegung - seinen Weg gestreift mit Helen, der größtmöglichen Version vom Glück." Hauptfigur des Jostenschen Erstlings ist Helen, die … Weiterlesen Husch Josten: In Sachen Joseph

Gudrun Seidenauer: Aufgetrennte Tage

Es ist kein einfaches Buch, welches die Autorin Gudrun Seidenauer hier vorlegt, es berührt, streift, behandelt und umfasst eine Vielzahl von Themen, die ineinandergreifen, sich gegenseitig bedingen und beeinflussen.. aber hat jemals jemand gesagt, das Leben sei einfach? Aufgebaut ist das Buch wie ein Dialog, im Wechsel läßt Seidenauer die Mutter Friederikes, Marianne, und die … Weiterlesen Gudrun Seidenauer: Aufgetrennte Tage

Elisa Albert: Das Buch Dahlia

"Das Buch Dahlia" habe ich in diesem Blog schon einmal erwähnt, es fiel damals in die Kategorie "aus.sortiert". Zu schrill, die Worte grob, gewöhnlich, auch die Sprache eher einfach gestrickt mit vielen Einschüben und eingeklammertem Text. Es gefiel mir einfach nicht und das Thema war für mich kaum interessant. Jetzt habe ich es aber in … Weiterlesen Elisa Albert: Das Buch Dahlia