Oskar Maria Graf: Das Leben meiner Mutter

Oskar Maria Graf (http://www.oskarmariagraf.de/biographie-lebensdaten.html) war noch nie ein Autor, von dem ich etwas lesen wollte. Ich gebe zu, seine äußere Erscheinung mit diesem urbayrischem Habitus und der offenbar unvermeidlichen Lederhose schreckte mich ab - ein Vorurteil, ich weiß. So brauchte es schon den Geiz, mich zur Lektüre eines seiner Bücher, es wird als Hauptwerk bezeichnet, … Weiterlesen Oskar Maria Graf: Das Leben meiner Mutter

Anne Gesthuysen: Sei mir ein Vater

Die Journalisten und Autorin Anne Gesthuysen legt mit Sei mir ein Vater ihren zweiten Roman vor. Es ist ein Roman, der sich jedoch in Teilen am Leben der Autorin orientiert, wie sie ihrem Nachwort ausführt. Sei mir ein Vater ist zum einen eine Detektivgeschichte, zum anderen eine Familiengeschichte, in der unterschiedliche Themenkreise auszumachen sind. Ohne … Weiterlesen Anne Gesthuysen: Sei mir ein Vater

Nancy Mitford: Liebe unter kaltem Himmel

Nancy Mitfords Thema ist die englische Gesellschaft, vor allem die 'höhere' in der Zeit zwischen den Weltkriegen. Sie weiß, wovon sie schreibt, ist selbst auf einem Gut aufgewachsen und hat diese Gesellschaftsklasse am eigenen Leib erlebt. Ob man sie als Chronistin bezeichnen darf, wird selbst von ihrem ersten deutschen Herausgeber bezweifelt, der den dokumentarischen Wert … Weiterlesen Nancy Mitford: Liebe unter kaltem Himmel

Meir Shalev: Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger

Nahalal... es ist ganz sinnvoll, sich mal auf der Karte anzuschauen, wo dieser Ort (https://de.wikipedia.org/wiki/Nahalal, der hier zu sehende Wasserturm geht übrigens auch auf ein frühes Familienmitglied zurück), der nicht jedem geläufig sein wird, liegt. In Israel, das ist keine Überraschung bei einem Buch Shalevs, aber da diese Geschichte von Tonia aus Russland und dem Sweeper … Weiterlesen Meir Shalev: Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger

Jesmyn Ward: Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt

Die Autorin dieses in den Südstaaten der USA angesiedelten Romans, die auch ihre eigene Heimat sind, ist schon mit ihrem Erstling wie ein Sturm durch die Blogs und Feuilletons gegangen. Die Geschichte dieses Debüts, die das Leben einer Familie vor dem großen Hurrikan Katrina schildert, erntete großes Lob und Begeisterung [Jesmyn Ward: Vor dem Sturm]. Mit ihrem … Weiterlesen Jesmyn Ward: Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt

Dan Marshall: Meine scheißkranke Familie

Nachdem ich meinen eigener Lesekreis an altersbedingtem Teilnehmerausscheiden schliessen musste, bin ich Mitglied in einem anderen Lesekreis geworden. Dort, so habe ich seinerzeit zu meinem Erstaunen gehört, werden keine Biographien gelesen, was ich damals nicht so richtig verstand. Nachdem ich jedoch dieses Buch von Dan Marshall, das ja eine verdammt wahre Geschichte erzählt, gelesen habe, … Weiterlesen Dan Marshall: Meine scheißkranke Familie

Sasha Marianna Salzmann: Außer sich

Außer sich sein: höchst aufgeregt, fassungslos, von Sinnen sein, ganz aus dem Häuschen sein, toben, rasen, wutschnauben, überkochen, ausbrechen - so kann man Synonyma nachlesen... aber auch vor Freude läßt es sich 'außer sich' sein. Außer sich selbst betrachtet sie noch.... und dann läßt sich mit ein wenig Fantasie auch noch das 'Außer' in Außer sich als … Weiterlesen Sasha Marianna Salzmann: Außer sich

Anne B. Ragde: Die letzte Reise meiner Mutter

Anne B. Ragde [1] ist eine norwegische Erfolgsautorin. Ihre Familiengeschichte der Neshovs, die sie in einer Trilogie (siehe unten und warum habe ich eigentlich den dritten Teil nie gelesen?) verfasst hat, war bzw. ist eine intelligente, unterhaltsame und manchmal ein wenig traurig stimmende Darstellung dieses offensichtlich etwas eigenen Menschenschlages in und um Trondheim, fünfhundert Kilometer … Weiterlesen Anne B. Ragde: Die letzte Reise meiner Mutter

Hisham Matar: Die Rückkehr

Ein Mann geht durch die Straßen New Yorks und quert dabei einen Gitterrost im Bürgersteig. Darunter war ein Raum, kaum noch genug, um darin stehen zu können, und ganz sicher nicht breit genug, um sich hinzulegen. Ein tiefer, grauer Kasten im Boden. ... Ich hatte keine Ahnung, wozu er diente. Ohne zu wissen, wie es … Weiterlesen Hisham Matar: Die Rückkehr

Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Es ist das Erfinden und das atmosphärische Erinnern, das einen zu Dingen bringt, die man vergessen hat. [2] Alle Toten fliegen hoch - im Rahmen dieses Bühnenprojekts ist auch dieser Teil der autobiographischen Erzählungen Meyerhoffs angesiedelt, gleichwohl ist er als Roman eingestuft. Alle Toten fliegen hoch - dieser Spruch erinnert an ein einfaches Kinderspiel, erhält aber im Kontext … Weiterlesen Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Erfinden heißt Erinnern. Dieser Teil des autobiographischen Projektes von Meyerhoff (Alle Toten fliegen hoch [1]) schildert seine Kindheit, die er auf dem Gelände einer psychiatrischen Klinik in Schleswig verbrachte - nicht als Patient oder Bewohner, sondern als Sohn des Direktors, dessen Wohnhaus im Zentrum der Anlage stand [2]. Hier wohnen sie, der Vater, ein imposante Erscheinung, … Weiterlesen Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte

Celeste Ng (gesprochen 'Ing') ist eine junge amerikanische Autorin mit chinesischen Wurzeln [1], die mit Was ich euch nicht erzählte ihren ersten Roman, eine Familiengeschichte, vorlegt. Er spielt in den USA und führt uns einige Jahrzehnte zurück, in die Zeit Ende der 50er Jahre bis, und - dies läßt sich jetzt recht genau angeben - 1977. … Weiterlesen Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte

Jessica Durlacher: Der Sohn

Jessica Durlacher ist eine niederländische Schriftstellerin, die immer wieder den Holocaust und dessen Wirkung auf die Überlebenden in den Mittelpunkt ihrer Romane stellt. In Bezug auf das vorliegende Buch Der Sohn ist es jedoch auch interessant, Durlachers eigene Familie zu betrachten, finden sich hier doch Parallelen zu den entsprechenden Figuren im Buch. Ihr Vater war … Weiterlesen Jessica Durlacher: Der Sohn

Nancy Mitford: Englische Liebschaften

Dies ist Lindas Geschichte, nicht meine. ... und wenn es Lindas Geschichte ist, ist es nur recht und billig, mir ihr anzufangen, dieses Buch vorzustellen... Linda ist eines von insgesamt sieben Kindern eines kinderhassenden englischen Landadligen, der zusammen mit Sadie, seiner Frau, in einem Zustand fortwährenden Staunens angesichts der zahlreichen Wiegen, die sie gefüllt hatten, … Weiterlesen Nancy Mitford: Englische Liebschaften

Meir Shalev: Zwei Bärinnen

Hinweis: Diese Buchvorstellung gibt es auch als "Live"-podcast zum Anhören: https://app.box.com/   Was ein Buch, was ein Roman! Ein Text von archaischer Wucht, einer griechischen Tragödie, ach, was sag´ ich, einer Göttersage würdig, eine Familiengeschichte biblischen Ausmaßes und in der Tat spielt die Bibel, das Alte Testament, eine große Rolle in diesem Roman, in dem … Weiterlesen Meir Shalev: Zwei Bärinnen

Jean-Paul Dubois: Der Fall Sneijder

Der deutsche Titel "Der Fall Sneijder" des Romans des französischen Schriftstellers Dubois [1], der schon 2011 in Frankreich erschienen ist, ist in Bezug auf seinen Protagonisten vieldeutig. Paul Sneijder ist ein Gefallener in vielerlei Hinsicht, ein Gefallener so wie ein Gefällter, mit einem Gedächtnis, das nicht vergisst, mit einem tragischen Schicksal, das biblisch zu nennen man neigen könnte. … Weiterlesen Jean-Paul Dubois: Der Fall Sneijder

adriana altaras: doitscha

Adriana Altaras hatte 2011 mit ihrer Familiengeschichte "Titos Brille" großen Erfolg sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum. Drei Jahre später legt die in Zagreb geborene und jetzt mit ihrer Familie in Berlin lebende Schauspielerin, Regisseurin und Schriftstellerin mit "doitscha" ihr neues Buch vor. "doitscha", der Titel erklärt sich am besten, wenn man ihn laut ausspricht, … Weiterlesen adriana altaras: doitscha

Rowan Coleman: Einfach unvergesslich

Rowan Coleman [1] ist eine britische Autorin, die mit Einfach unvergessen ihren mittlerweile elften Roman vorgelegt hat. Der Titel legt es nahe und gleichfalls der Klappentext: wir werden als Leser in diesem Roman mit dem Phänomen der Vergesslichkeit, der Demenz konfrontiert werden. Aber jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, denke ich, der englische Titel The … Weiterlesen Rowan Coleman: Einfach unvergesslich

Lukas Bärfuss: Koala

"Der aufregendste schweizerische Autor, Lukas Bärfuss, hat ein grandios-großartiges Buch vorgelegt, Koala, ein Ereignis, auf das das Warten sich gelohnt hat.  Das Warten auf dieses tief bewegende Buch, einer sprachlichen Meisterleistung, kühn und komplex, einem der schönsten Bücher, die seit langem zu lesen waren." (Zusammenfassung der Kritikeräußerungen von Richard Kämmerlings, Christine Lötscher, Stefan Zweifel und … Weiterlesen Lukas Bärfuss: Koala

Lena Gorelik: Die Listensammlerin

Fast Hundert Jahre überspannen die Lebenszeiten der vier Frauen, denen sich Gorelik in einen der beiden Handlungsstränge ihres Romans widmet. Anna, die jüngste, ist knapp zwei Jahre alt, ein lebenslustiges, schnaufende Mädchen mit einem schweren angeborenen Herzfehler. Die Großmutter dagegen ist fast einhundert Jahre alt, sie ist in das dunkle Reich der Demenz eingegangen, lebt in einem … Weiterlesen Lena Gorelik: Die Listensammlerin