Anna Gien / Marlene Stark: M

Mit ihrer Interpretation, "M" stünde in Erinnerung an Catherine Millets Ausführungen über ihr sexuelles Leben [https://radiergummi.wordpress.com/2008/07/06/catherine-millet-das-sexuelle-leben-der-catherine-m/] steht Iris Radisch ziemlich allein da [Iris Radisch: Lieber peinlich als männlich; in: ZEIT-Literatur, Beilage zur Leipziger Buchmesse, März 2019]. Die meisten derjenigen, die über das vorliegende Buch des Autorinnenpaares Gien/Stark schreiben, betonen eher, daß das "M" auch der … Weiterlesen Anna Gien / Marlene Stark: M

Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen

Der Name Irmgard Keun (http://berlin-woman.de/index.php/2015/02/03/berlin-women-irmgard-keun-das-kunstseidene-maedchen/) ist mir zum ersten Mal in Bettina Baltschevs sehr empfehlens- und lesenwerter Arbeit über die Emigration deutscher Künstler nach Amsterdam (Bettina Baltschev: Hölle und Paradies) begegnet. Sie, d.h. die ebenfalls in die Emigratin gegangene Irmgard Keun, hatte sich dort mit Joseph Roth angefreundet (Die Legende vom heiligen Trinker (https://radiergummi.wordpress.com/2017/04/16/joseph-roth-die-legende-vom-heiligen-trinker/) und … Weiterlesen Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen

Martin Beradt: Die Straße der kleinen Ewigkeit

Berlin in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, dem Deutschland der Weimarer Republik, das ist in der ersten Assoziation verknüpft mit urbanem Leben, mit einer pulsierenden Metropole, die sich gleichrangig sieht mit anderen Weltstädten wie Paris, London oder New York. Große Varietees, Theater, Kinos, Kleinkunstbühnen ohne Zahl verliehen ihr … Weiterlesen Martin Beradt: Die Straße der kleinen Ewigkeit

Jürgen Schebera: Damals im Romanischen Café

Liest man Bücher, bevorzugt biographisch angehauchte, die sowohl im Künstlermilieu als auch im Berlin zwischen den beiden Weltkriegen spielt, so ist es nicht unwahrscheinlich, das einem an irgendeiner Stelle das Romanische Café, seinerzeit in der Nähe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gelegen, begegnet. Die Voraussetzungen für Künstler und andere Kreative waren nach dem ersten Weltkrieg in Berlin gut. … Weiterlesen Jürgen Schebera: Damals im Romanischen Café

Françoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten

Dieser Beitrag ist auch als Podcast im literaturRADIObayern zu hören: https://www.machdeinradio.de/radiobeitrag/fda-rezension-francoise-frenkel-nichts-um-sein-haupt-zu-betten.html Die Autorin dieses Buches, Françoise Frenkel [1], wurde 1889 als Frymeta Idesa Frenkel in Piotrków, Region Lodz, Polen, in einem jüdischen Elternhaus geboren. Nach ihrer Kindheit und Jugend erhielt sie eine Musikausbildung in Leipzig und studierte später in Paris Literaturwissenschaft. 1921 eröffnete sie mit ihrem Mann in Berlin … Weiterlesen Françoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten

Ingeborg Jacobs: Freiwild

Auf Ingeborg Jacobs´ Buch über das Schicksal deutscher Frauen am und nach dem Ende des 2. Weltkrieges im Osten Deutschlands bin ich aufmerksam geworden, als ich das Tagebuch Eine Frau in Berlin [1] las, in dem eine mutige Journalistin über die Zeit Ende April bis Mitte Juni schreibt, die für die Frauen anfangs durch zum … Weiterlesen Ingeborg Jacobs: Freiwild

Anonyma: Eine Frau in Berlin

Die Summe der Tränen bleibt konstant. Eine Frau in Berlin, ein etwas antiquiert klingender Titel, sind Tagebuchaufzeichnungen einer ca. Dreißigjährigen, die den Zeitraum vom 20. April bis zum 22. Juni 1945 überstreichen. Drei dichtbeschriebene Schulheft, deren Inhalt - so wird im Vorwort erläuterte - noch im Juli ´45 aus der frischen Erinnerung heraus ausführlicher dargestellt … Weiterlesen Anonyma: Eine Frau in Berlin

Angelika Schrobsdorff: „Du bist nicht so wie andre Mütter“

"Du bist nicht so wie andre Mütter", der Titel dieser Familiengeschichte, dieses biographischen Buches, ist ein Zitat aus einem Gedicht von Peter Schwiefert, dem Halbbruder der Autorin, an ihre gemeinsame Mutter. Und es trifft zu, Else Kirschner, mit diesem Namen kam sie auf die Welt, war nicht wie andere Mütter, war nicht wie andere Frauen... … Weiterlesen Angelika Schrobsdorff: „Du bist nicht so wie andre Mütter“

Lili Grün: Alles ist Jazz

"Alles ist Jazz" ist ein Großstadtroman aus dem Künstlermilieu der "Goldenen Zwanziger" Jahre in Berlin. Die in Wien geborene Autorin Lili Grün verarbeitet in dieser Geschichte der Elli, so der Name ihrer Protagonistin, eigene Erfahrungen als Schauspielerin, die Namen Lili und Elli lassen sich beide vom Geburtsnamen "Elisabeth" ableiten. Lili Grün, 1904 geboren, ist nicht … Weiterlesen Lili Grün: Alles ist Jazz

Roberta S. Kremer (Hrsg): Zerrissene Fäden

"Zerrissene Fäden" widmet sich dem Schicksal der jüdischen Mode- und Textilbranche im Dritten Reich. Nun ist Mode zwar nicht unbedingt mein Thema, aber ich wollte mir gerne wieder mal ein Bändchen aus der schönen, bibliophilen Edition L.S.D. kaufen, die von Lagerfeld, Karl gestaltet wird. Und da habe ich mir des Untertitels wegen eben diesen Band … Weiterlesen Roberta S. Kremer (Hrsg): Zerrissene Fäden

Israel Joshua Singer: Die Familie Karnovski

  Vorneweg: ich muss es bekennen. Erst mit und bei diesem Buch habe ich nach Jahrzehnten realisiert, daß es neben Isaac Bashevis Singer noch einen anderen Singer gab, der wunderbare Bücher schrieb. Und das, nachdem die "Brüder Ashkenasi" friedlich im Regal neben den vielen Romanen des Bruders stehen. Peinlich... aber ich habe wenigstens den schwachen … Weiterlesen Israel Joshua Singer: Die Familie Karnovski

Erich Kästner: Fabian

Kästners Großstadtroman "Fabian", der eine kurze Lebensspanne des Werbetexters und Propagandisten [2] Dr. Jakob Fabian in Berlin zum Thema hat, erschien 1931 im Druck. Werfen wir, bevor wir zum Buch kommen, einen Blick auf diese Zeit, in der der Roman entstanden ist. 1929 zum Beispiel erschien der "Völkische Beobachter", der in München verlegt wurde, erstmalig … Weiterlesen Erich Kästner: Fabian

Inge Deutschkron: Ich trug den gelben Stern

Inge Deutschkron ist 11 Jahre alt, als ihre Mutter 1933 zu ihr sagt: "Du bist eine Jüdin" [8] und sie auffordert, zu zeigen, daß sie deswegen nicht weniger wert sei. Es ist verständlich, daß das Mädchen mit diesem Satz erst einmal nicht allzuviel anfangen kann. Es lebt mit den Eltern in Berlin, wächst in behüteten … Weiterlesen Inge Deutschkron: Ich trug den gelben Stern

Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

Hans Fallada, ein deutscher Dichter der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Manche seiner Buchtitel sind schon fast feste Begriffe im Sprachgebrauch wie: "Kleiner Mann - was nun?" oder "Wer einmal aus dem Blechnapf fraß", ob sie noch viel gelesen werden... ich wage es zu bezweifeln. Jedenfalls hat der Aufbau-Verlag Anfang des Jahres das Originalmanuskript Falladas … Weiterlesen Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein