Antje Vollmer, Lars-Broder Keil: Stauffenbergs Gefährten

Von Antje Vollmer habe ich schon aus Anlaß des Jahrestages des 20. Juli die große Doppelbiographie über Heinrich Graf von Lehndorff und seine Frau Gottliebe hier vorgestellt (https://radiergummi.wordpress.com...doppelleben/). Heinrich von Lehndorff war ein wichtiges Mitglied der Verschwörer, aber ein relativ unbekanntes. Solche gibt es einige, Männer und auch Frauen, die Widerstand leisteten oder einer Widerstandsgruppe … Weiterlesen Antje Vollmer, Lars-Broder Keil: Stauffenbergs Gefährten

Erich Kästner: Über das Verbrennen von Büchern

Der 10. Mai 1933 war ein besonderer Tag für das Land der Dichter und Denker, die an diesem Datum einen weiteren Schritt in Richtung Richter und Henker gingen. Es war nicht die erste und sollte nicht die letzte Bücherverbrennung sein, die auf dieser unserer Erde stattgefunden hat (und in Zukunft - so ist zu vermuten … Weiterlesen Erich Kästner: Über das Verbrennen von Büchern

Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

Mit seinen gut einem halben Hundert kleinen Seiten ist Adressat unbekannt ein schmales Büchlein, man braucht kaum eine Stunde, es zu lesen. Die Erstveröffentlichung des Textes erfolgte 1938 in einem New Yorker Literaturmagazin und erregte großes Aufsehen, hatte doch die Autorin um einige tatsächlich existierende Briefe herum eine Geschichte geschrieben, in der - schon zu dieser … Weiterlesen Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

Jürg Amann: Der Kommandant

Jürg Amann hat in seinem Buch ("Monolog"): "Der Kommandant" die Aufzeichnungen des ehemaligen Lagerkommandaten von Auschwitz, die dieser in Haft anfertigte [1], zusammengefasst und auf ihre "Essenz hin zugespitzt". In der Banalität, in der große Teile der Texte erscheinen, liegt eine schier unfassbare Ungeheuerlichkeit, das Töten, das Morden wird in geradezu obszöner Art und Weise … Weiterlesen Jürg Amann: Der Kommandant

Inge Deutschkron: Ich trug den gelben Stern

Inge Deutschkron ist 11 Jahre alt, als ihre Mutter 1933 zu ihr sagt: "Du bist eine Jüdin" [8] und sie auffordert, zu zeigen, daß sie deswegen nicht weniger wert sei. Es ist verständlich, daß das Mädchen mit diesem Satz erst einmal nicht allzuviel anfangen kann. Es lebt mit den Eltern in Berlin, wächst in behüteten … Weiterlesen Inge Deutschkron: Ich trug den gelben Stern

Susann Pásztor: Ein fabelhafter Lügner

Ein Treffen von 3 Frauen und einem Mann in Weimar, am Fuss des Ettelberg. Die vier haben sich verabredet, den 100. Geburtstag von Joschi zu feiern, den Mann, der das verbindende Glied zwischen ihnen ist. Was wissen sie von Joschi, bzw. Jószef Molnár? Sicher können sie sein, daß er lebte und 1908 geboren worden war. … Weiterlesen Susann Pásztor: Ein fabelhafter Lügner

Steve Sem-Sandberg: Die Elenden von Łódź

"... bis zum zum Jahr 1940 waren die allgemeinen Richtlinien innerhalb des [im RSHA zuständigen] Referats, die Judenfrage in Deutschland und den von Deutschland besetzten Gebieten durch eine planmäßige Auswanderung zu regeln. Als zweite Phase kam von diesem Zeitpunkt an die Konzentrierung aller Juden in Polen und den übrigen von Deutschland besetzten Gebieten des Ostens, … Weiterlesen Steve Sem-Sandberg: Die Elenden von Łódź

Peter Härtling: Felix Guttmann

Kurz nach der Jahrhundertwende wird im Jahr 1906 in Breslau Felix Guttmann geboren. Er ist das einzige Kind eines liberalen jüdischen Tuchhändlers und seiner Frau, die es zu bescheidenem Wohlstand gebracht haben. Das Reglement im Haus ist streng, der Vater ist die unumstrittene Herrscherfigur, die Mutter spielt im Leben des Jungen kaum eine Rolle, tritt … Weiterlesen Peter Härtling: Felix Guttmann

Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

Hans Fallada, ein deutscher Dichter der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Manche seiner Buchtitel sind schon fast feste Begriffe im Sprachgebrauch wie: "Kleiner Mann - was nun?" oder "Wer einmal aus dem Blechnapf fraß", ob sie noch viel gelesen werden... ich wage es zu bezweifeln. Jedenfalls hat der Aufbau-Verlag Anfang des Jahres das Originalmanuskript Falladas … Weiterlesen Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

Anja Jonuleit: Herbstvergessene

Eine Geschichte aus dunklen Zeiten, die sich hier langsam vor dem Leser ausbreitet, indem er immer tiefer in das Schicksal und die Geschichte der drei tragenden Frauen des Buches, Charlotte, Lilli und Maja eindringt. Das Verhältnis von Maja zu ihrer Mutter Lilli ist nicht von Nähe geprägt und Verständnis. Rituelle Karten zu Feiertagen sind im … Weiterlesen Anja Jonuleit: Herbstvergessene

Elisabeth Zöller: Anton oder die Zeit des unwerten Lebens

In ihrem Buch "Anton" erzählt die Autorin ein Stück ihrer eigenen Familiengeschichte, nämlich die ihres Onkels Anton und seiner Familie während der 12jährigen Dauer des Tausendjährigen Reichs. Anton war ein ganz normaler, aufgeweckter Junge, bevor er einen Unfall hatte. Er wurde von einer Straßenbahn angefahren und erlitt dadurch Hirnverletzungen, die sich auf sein Sprachvermögen auswirkten … Weiterlesen Elisabeth Zöller: Anton oder die Zeit des unwerten Lebens

Herbert Pundik: Die Flucht der dänischen Juden 1943 nach Schweden

Das ist sicherlich ein Büchlein, das in den wenigsten Bücherregalen zu finden ist. Und mir ist auch die Frage gestellt worden: "Wie kommt man denn zu so einem Buch?", denn ".. so ein Buch..." ist doch recht speziell, auch der regionale Bezug ist kaum herzustellen, persönliche Betroffenheit besteht desgleichen nicht. Wie also? Nun, im Roman … Weiterlesen Herbert Pundik: Die Flucht der dänischen Juden 1943 nach Schweden

Iván Sándor: Spurensuche

Ende 1944 wurden in Ungarn von den Nationalsozialisten große Anstrengungen unternommen, die dortigen Juden auszurotten [7]. Die Aktion stand unter der Leitung von Adolf Eichmann. Sie wurde mit tatkräftigster Unterstützung der Pfeilkreuzler [6] in Angriff genommen. Vor der (Welt)Öffentlichkeit sollte eine gewisse Tarnung aufrecht erhalten werden, in dem die Juden offiziell "nur" zum Arbeitseinsatz in … Weiterlesen Iván Sándor: Spurensuche

Jorge Semprun: Die große Reise

Eigentlich wollte ich die Vorstellung des Buches von Semprun [12] in etwa wie folgt beginnen: Das Buch handelt von den Erinnerungen eines jungen Mannes an eine lange Eisenbahnreise in einem überfüllten Waggon. Während dieser langen, langweiligen und unbequemen Reise kommen ihm Gedanken an seine Vergangenheit, die noch nicht reich an Jahren, jedoch an Ereignissen ist. … Weiterlesen Jorge Semprun: Die große Reise

Imre Kertész: Roman eines Schicksallosen

1944, im Frühling, wird in der Wohnung der jüdischen budapester Familie Köves der Abschied vom Vater begangen, der eine Einberfung in ein Arbeitslager erhalten hat. Sicherlich, eine unangenehme und gefährliche Sache, insbesondere im Zusammenhang mit anderen Einschränkungen, die jüdischen Geschäftsleuten auferlegt werden, aber - so wissen es die Verwandten - es sind Verhandlungen im Gange, … Weiterlesen Imre Kertész: Roman eines Schicksallosen

Markus Zusak: Die Bücherdiebin

Ende der 30er Jahre des 20. Jhdts in Deutschland. Eine junge Frau reist mit ihrer jungen Tochter und dem noch jüngeren Sohn in der Bahn nach Molching, ein Städtchen in der Nähe von München. Es ist Winter und der Erzähler aus dem Off schildert, wie der kleine Junge stirbt, tot auf dem Bahnsteig liegt, wegtransportiert … Weiterlesen Markus Zusak: Die Bücherdiebin

John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama

Seit langem wieder einmal ein Buch in meine Kategorie "aus.sortiert": nach dem Lesen von gut der Hälfte habe ich den Rest noch überflogen und das Buch dann weggelegt. Ich will damit nicht sagen, es sei ein schlechtes Buch, nur - für mich eben ein falsches. Worum geht es in diesem Buch, das vom Verlag als … Weiterlesen John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama

10. Mai 1933

ausgelesen - in einem ganz anderen Sinn. Erinnern will ich daran, auch mich selbst, schreiben dazu nichts, denn hier sprechen die Täter für sich selbst: 1. Rufer: "Gegen Klassenkampf und Materialismus, für Volksgemeinschaft und idealistische Lebenshaltung! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Marx und Kautsky." 2. Rufer: "Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht … Weiterlesen 10. Mai 1933