Carmen Korn: Töchter einer neuen Zeit

Die gelernte Journalistin Carmen Korn ist als Schriftstellerin recht produktiv, Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen im Bereich der Kriminal- und der Jugendliteratur (siehe hier die Werkliste: https://de.wikipedia.org/wiki/Carmen_Korn). Der vorliebende Roman Töchter einer Neuen Zeit ist der Auftakt einer Trilogie, die zum Ende des Ersten Weltkrieges einsetzt und vier Frauen in den Mittelpunkt stellt. Zugleich ist der … Weiterlesen Carmen Korn: Töchter einer neuen Zeit

Aleksandar Tišma: Der Gebrauch des Menschen

Der 2003 verstorbene serbische Autor Aleksandar Tišma wurde 1924 geboren und wuchs in Novi Sad, dieser Stadt in der Vojvodina im nördlichen Serbien, nicht allzu weit von der ungarischen Grenze entfernt, auf. Einiges aus seiner Biographie findet sich in diesem überwältigendem Roman, der die Zeit des Zweiten Weltkrieges und die ersten Nachkriegsjahre überstreicht, wieder [1]. So zum Beispiel spiegelt sich … Weiterlesen Aleksandar Tišma: Der Gebrauch des Menschen

Josef Formánek: Die Wahrheit sagen

Josef Formáneks Buch Die Wahrheit sagen verspricht einen "Brutalen Roman über die Liebe zum Leben". So auf dem interessant als Pictogramm gestalteten Cover des 2008 in Prag und jetzt im neu gegründeten Verlag Gekko World auch auf Deutsch erschienen Romans des tschechischen Schriftstellers, Journalisten und Globetrotters Josef Formánek, der in Tschechien kein Unbekannter ist [1]. Die Handlung … Weiterlesen Josef Formánek: Die Wahrheit sagen

Swetlana Alexijewitsch: Der Krieg hat kein weibliches Gesicht

Die Autorin dieses 2015 bei Suhrkamp erschienen Buches, Swetlana Alexijewitsch, wird dort noch als mehrfache Preisträgerin u.a.. des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2013, vorgestellt. Mittlerweile haben sich die Ehrungen vermehrt um die angesehenste im Reich der Buchstaben, i.e. den Nobelpreis für Literatur 2015 [2]. Herzlichen Glückwunsch! Swetlana Alexijewitsch wurde 1948, wenige Jahre nach Kriegsende also, … Weiterlesen Swetlana Alexijewitsch: Der Krieg hat kein weibliches Gesicht

Peter Hakenjos: Nur der Tod vergisst

Der ehemalige Lehrer Peter Hakenjos, Jahrgang 1948, legt nach einem Lyrikband und einer Veröffentlichung mit Erzählungen [1] mit Nur der Tod vergisst einen ersten Roman vor. Er befasst sich mit dem Schicksal eines SS-Mannes im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Erklärtes Ziel des Romans ist es zu unterhalten und zum Nachschlagen der historischen Fakten anzuregen. Er ist eine Auseinandersetzung … Weiterlesen Peter Hakenjos: Nur der Tod vergisst

Ingeborg Jacobs: Freiwild

Auf Ingeborg Jacobs´ Buch über das Schicksal deutscher Frauen am und nach dem Ende des 2. Weltkrieges im Osten Deutschlands bin ich aufmerksam geworden, als ich das Tagebuch Eine Frau in Berlin [1] las, in dem eine mutige Journalistin über die Zeit Ende April bis Mitte Juni schreibt, die für die Frauen anfangs durch zum … Weiterlesen Ingeborg Jacobs: Freiwild

Anonyma: Eine Frau in Berlin

Die Summe der Tränen bleibt konstant. Eine Frau in Berlin, ein etwas antiquiert klingender Titel, sind Tagebuchaufzeichnungen einer ca. Dreißigjährigen, die den Zeitraum vom 20. April bis zum 22. Juni 1945 überstreichen. Drei dichtbeschriebene Schulheft, deren Inhalt - so wird im Vorwort erläuterte - noch im Juli ´45 aus der frischen Erinnerung heraus ausführlicher dargestellt … Weiterlesen Anonyma: Eine Frau in Berlin

Ralf Rothmann: Im Frühling sterben

Diese Buchvorstellung kann auch als Audio-File im literatur RADIO bayern gehört werden: Ralf Rothmann: Im Frühling sterben (Audiofile) Ralf Rothmanns Roman über die Freunde Walter Urban und Friedrich Caroli, die in den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges noch einrücken müssen, ist im Moment ein vielbesprochenes Buch, sowohl in der Literaturkritik als auch in den Blogs. … Weiterlesen Ralf Rothmann: Im Frühling sterben

Ulrich Völkel: Das ferne Grab

Der Eckhaus-Verlag aus Weimar [1] ist ein noch junges Unternehmen, eine Verlagsgründung in den Zeiten, in denen das e-Book den Markt durcheinanderwirbelt - eine mutige Entscheidung und der Ehrgeiz, ein angesehener deutscher Verlag zu werden: ein löbliches Vorhaben. Thema des Verlages ist das Wahren der Erinnerung, denn geht die Erinnerung verloren, kann Zukunft nicht gestaltet werden. … Weiterlesen Ulrich Völkel: Das ferne Grab

Sofi Oksanen: Als die Tauben verschwanden

Sofi Oksanen, eine junge finnische Autorin [1], die ich hier im Blog schon mit ihrem Erfolgsroman Fegefeuer vorgestellt habe [2], legt rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse mit ihrem diesjährigen Gastland Finnland [5] ihren neuen Roman Als die Tauben verschwanden in deutscher Übersetzung vor. Wie schon in Fegefeuer ist die Handlung in Estland, dem nördlichsten und kleinsten … Weiterlesen Sofi Oksanen: Als die Tauben verschwanden

Szczepan Twardoch: Morphin

Szczepan Twardoch versetzt uns in seinem umfangreichen Roman "Morphin", der ihm als Autor den Durchbruch brachte, in das Polen des Jahres 1939, genauer gesagt, nach Warschau in der Oktobermitte dieses Jahres. Polen ist überrannt worden von den Deutschen aus dem Westen und den Russen im Osten, in Warschau herrschen die Deutschen und durch die Straßen … Weiterlesen Szczepan Twardoch: Morphin

Louis Begley: Lügen in Zeiten des Krieges

Vielleicht sollte ich die Besprechung dieses Romans mit einem kurzen Abriss über die Biographie des Autoren beginnen [1]. Louis Begley wurde im Oktober 1933 als Ludwik Begleiter in Stryj (damals Polen, heute Ukraine) geboren [1a]. 1939 überfiel das Dritte Reich Polen, das unter Deutschland und Russland aufgeteilt wurde, wobei Stryj unter russische Herrschaft fiel. 1941 brach Deutschland den Pakt … Weiterlesen Louis Begley: Lügen in Zeiten des Krieges

Lion Feuchtwanger: Der Teufel in Frankreich

or einigen Wochen lasen wir in meinem Lesekreis von Modick: "Sunset" [6], einen Roman über den Tag im Leben des Lion Feuchtwanger, an dem er in seinem Exil in Kalifornien die Nachricht vom Tod seines Freundes Berthold Brecht übermittelt bekam. Die Besprechung des Buches führte zu einem Hinweis auf ein kleineres Werk Feuchtwangers (seine bekannten … Weiterlesen Lion Feuchtwanger: Der Teufel in Frankreich

Julie Otsuka: Wovon wir träumten

Was ein trauriges Büchlein, was für ein unendlich trauriges Büchlein mit dieser Geschichte japanischer Frauen, die gegen Ende des 1. Weltkriegs, wohl so 1917 von Japan in die USA reisten, über Agenturen an schon dort lebende Japaner vermittelt, um diese zu heiraten. "Die jüngste von uns war zwölf, sie kam vom Ostufer des Biwa-Sees und … Weiterlesen Julie Otsuka: Wovon wir träumten

Erich Schaake: Bordeaux, mon amour

"Vendue à l´ennemi!" "Putain à boches!" "Poule à boches." "Elle a couché avec les sales boches!" "Alors, ça baise bien, un boche?" "Non, je ne regrette rien." "Tondez la salope!" ä ä ä Erich Schaake schildert in diesem Roman das Schicksal des Marineunteroffiziers Heinz Stahlschmidt, der in der Zeit der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg … Weiterlesen Erich Schaake: Bordeaux, mon amour

Catalin Dorian Florescu: Jacob beschließt zu lieben

Das Banat ist dem Bücherfreund spätestens mit Herta Müller wieder in den Blickwinkel geraten, die aus einen Dorf dieser Region stammt, das in südöstlicher Richtung ungefähr so weit von Temeswar entfernt ist wie Triebswetter in nordwestlicher. Stand der Name Banat ursprünglich für Grenzegionen, die von einem "Ban" (Herrn) beherrscht wurden, so ist die Gegend um … Weiterlesen Catalin Dorian Florescu: Jacob beschließt zu lieben

Odile Kennel: Was Ida sagt

Es ist Ende der 80er Jahre, Louise lebt seit gut 11 Jahren in Berlin, damals hat sie ihre Familie in einem kleinen Ort in der Normandie verlassen, insbesondere mit ihrer Mutter Poulette hatte sie sich nie verstanden. Auf die Karten und Einladungen, die ihr die Mutter im Lauf der Jahre schickte, unpersönlich gehalten und formal, … Weiterlesen Odile Kennel: Was Ida sagt

Shusaku Endo: Meer und Gift

Es ist ein schmales Bändchen des japanischen Autoren Endo, der sich mit einem grausamen Kapitel der an Grausamkeiten nicht gerade armen japanischen Kriegsgeschichte [4] befasst. Am 5. Mai 1945 stürzte über Fukuoka in Kyushu eine B-29 mit 12 Mann Besatzung ab. Der befehlshabende Leutnant wurde nach Tokio zum Verhör gebracht, die anderen überlebenden 8 Besatzungsmitglieder … Weiterlesen Shusaku Endo: Meer und Gift

Arno Surminski: Jokehnen

Ostpreußen, dieses Stückchen Erde am östlichen Rand der Ostsee, hat eine äußerst wechselvolle Geschichte. In "Jokehnen - Oder: Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland?" erzählt Surminski den Teil der Historie, der verknüpft ist mit dem Aufstieg und dem Fall des Dritten Reiches. Er führt uns in die Provinz, in Landschaften, die dem Rhythmus … Weiterlesen Arno Surminski: Jokehnen

Georges Hyvernaud: Haut und Knochen

"Wir haben den Grund der Dinge berührt. Wir haben uns selbst bis auf den Grund erkannt. Wir haben die anderen bis auf den Grund erkannt." Georges Hyvernaud sind keine Illusionen geblieben. Von 1940 bis 1945 war er in deutscher Kriegsgefangenschaft und lebte in einem Lager, in einer Welt ausserhalb der Welt, in einer Welt, in … Weiterlesen Georges Hyvernaud: Haut und Knochen