Joseph Conrad: Herz der Finsternis

Joseph Conrads Roman "Das Herz der Finsternis" wurde 1899 veröffentlicht. Er führt uns historisch gesehen in eine Epoche zurück, in der viele der heute noch in Afrika schwelenden oder offenen Konflikte ihren Grundstein haben: es ist die Zeit der Kolonisation Afrikas durch europäische Mächte. Der 1899 erstveröffentlichte Roman spielt im Kongo, im Herzen Afrikas, Conrad … Weiterlesen Joseph Conrad: Herz der Finsternis

Rosamund Young: Das geheime Leben der Kühe

Rosamund Young gehört zu den Pionierinnen der britischen Ökoszene, schon seit Jahrzehnten betreibt sie in den Cotswolds im Herzen Englands eine Farm, viel Zeit und Erfahrung also für den Umgang mit Nutztieren. Die da sind ihre Rinder, Schafe, Schweine und auch Kühe. In diesem Buch hält Young ihre Beobachtungen fest und erzählt uns davon. Young … Weiterlesen Rosamund Young: Das geheime Leben der Kühe

Milena Agus: Die Flügel meines Vaters

Der Roman der sardischen Autorin beginnt mit einer genauen Positionsangabe, die uns in den Süden der Insel, an dessen Ostküste führt (https://goo.gl/maps/yrS8Y76NRfk). Die in der Bildmitte zu sehende längliche Insel spielt eine kleine Rolle im Roman, der Hauptschauplatz der Handlung liegt dieser Insel namens Serpentara gegenüber. Es ist eine unwirtliche Gegend, von Macchia überwuchert, von … Weiterlesen Milena Agus: Die Flügel meines Vaters

Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit

Der Mensch ist überfordert. Seit in Urzeiten eine Affenmutter Zwillingstöchter geworfen hatte, aus denen eine zur Stammmutter der Schimpansen wurde und die andere zu der der Menschen (so ein plakatives Bild in Hararis Text) hat dieser Zweig der Hominiden (Gattung Homo) eine erstaunliche Entwicklung hingelegt. Millionen Jahre lang ein Tier unter Tieren, ein Jäger und … Weiterlesen Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit

Oskar Maria Graf: Das Leben meiner Mutter

Oskar Maria Graf (http://www.oskarmariagraf.de/biographie-lebensdaten.html) war noch nie ein Autor, von dem ich etwas lesen wollte. Ich gebe zu, seine äußere Erscheinung mit diesem urbayrischem Habitus und der offenbar unvermeidlichen Lederhose schreckte mich ab - ein Vorurteil, ich weiß. So brauchte es schon den Geiz, mich zur Lektüre eines seiner Bücher, es wird als Hauptwerk bezeichnet, … Weiterlesen Oskar Maria Graf: Das Leben meiner Mutter

Julien Green: Leviathan

Es ist interessant, googelt man nach diesem Titel des französischen Autoren Julien Green, so findet man kaum Besprechungen, obwohl der Roman zu denjenigen gezählt wird, die bleiben werden bzw. denen die Chance zugesprochen wird, "... vor der Ewigkeit Bestand ..." zu haben [Iris Radisch, https://www.zeit.de/1998/35/Kind_Gottes ]. Dieser Leviathan, um den es geht, ist ein düsterer Roman … Weiterlesen Julien Green: Leviathan

Irmgard Keun: Kind aller Länder

Es ist ein wenig schade um diesen 1938 erschienen Roman der deutschen Schriftstellerin Irmgard Keun (1905 - 1982). Diese gehörte zu den vielen, die nach 1933 aus Deutschland vertrieben wurden, sie gehörte zu den wenigen, die nach Holland ins Exil gingen. Ich selbst bin durch das sehr empfehlenswerte Buch  von Bettina Baltschev über diesen Exilort: Hölle … Weiterlesen Irmgard Keun: Kind aller Länder

Anne Gesthuysen: Sei mir ein Vater

Die Journalisten und Autorin Anne Gesthuysen legt mit Sei mir ein Vater ihren zweiten Roman vor. Es ist ein Roman, der sich jedoch in Teilen am Leben der Autorin orientiert, wie sie ihrem Nachwort ausführt. Sei mir ein Vater ist zum einen eine Detektivgeschichte, zum anderen eine Familiengeschichte, in der unterschiedliche Themenkreise auszumachen sind. Ohne … Weiterlesen Anne Gesthuysen: Sei mir ein Vater

T Cooper: Lipshitz

Der vorliegende Roman Lipshitz ist der dritte Roman T Coopers [http://t-cooper.com/]. Lipshitz ist eine Familiensaga der besonderen Art, sie ist nicht dokumentarisch, sondern fiktional an plausiblen Erklärungen und Darstellungen des Schicksals der einzelnen Familienmitglieder orientiert: The New York Times: „Ist das alles wahr?“ - T Cooper: „Nicht ein Fitzel ist wahr, auch wenn einige Vorfälle stimmen, und … Weiterlesen T Cooper: Lipshitz

Fischl Schneersohn: Grenadierstraße

So grob weiß man ja Bescheid (oder glaubt es zumindest) über die Verhältnisse der Juden in Deutschland am Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts. Da gab es zum einen die assimilierten Juden z.B. in Berlin, die geschäftlich erfolgreich waren und die irgendwie von oben und etwas fremdverschämt auf die immer zahlreicher aus dem … Weiterlesen Fischl Schneersohn: Grenadierstraße

Doris Dörrie: Das blaue Kleid

Ich habe von Doris Dörrie noch nie etwas gelesen, gäbe es meinen Lesekreis nicht, wäre dies wohl auch so geblieben. Doch, wie gesagt, im Lesekreis wurde dieses schmale Bändchen vorgeschlagen  - und es hat sich gelohnt, auch wenn das Cover des Buches kaum zum Inhalt passt, die von Henri Matisse 1923 gemalte Schönheit in Hindu-Haltung … Weiterlesen Doris Dörrie: Das blaue Kleid

Nancy Mitford: Liebe unter kaltem Himmel

Nancy Mitfords Thema ist die englische Gesellschaft, vor allem die 'höhere' in der Zeit zwischen den Weltkriegen. Sie weiß, wovon sie schreibt, ist selbst auf einem Gut aufgewachsen und hat diese Gesellschaftsklasse am eigenen Leib erlebt. Ob man sie als Chronistin bezeichnen darf, wird selbst von ihrem ersten deutschen Herausgeber bezweifelt, der den dokumentarischen Wert … Weiterlesen Nancy Mitford: Liebe unter kaltem Himmel

Joyce Carol Oates: Die Lästigen

Vielleicht doch? Ich habe vor einigen Wochen hier ein Buch vorgestellt, in dem Romanautor Geschichten (man vermied den Begriff "Erzählungen"; Bendict Wells: Die Wahrheit über das Lügen) zusammengestellt und veröffentlicht hat. Im Gegensatz zu den meisten war ich nicht sonderlich angetan von dem Buch, zweifelte schon an mir, ob ich ein geeigneter Leser sei für kürzere … Weiterlesen Joyce Carol Oates: Die Lästigen

Erling Kagge: Gehen. Weiter gehen

Ist man von einem Buch enttäuscht, muss man aufpassen, daß man nicht über das Ziel hinausschießt, wenn man dieses Buch vorstellt und bespricht, das ist nicht immer ganz einfach. In dieser Situation bin ich jetzt. Erling Kagge, ein norwegischer Verleger, Autor, Jurist, Kunstsammler und Abenteurer hat vor einigen Monaten ein kleines Büchlein über die Stille vorgestellt, … Weiterlesen Erling Kagge: Gehen. Weiter gehen

Sabine Hossenfelder: Das häßliche Universum

Realität ist das, was nicht verschwindet wenn man aufhört daran zu glauben. Philip K. Dick (https://www.nur-zitate.com/autor/Philip_K_Dick) Die Belletristik ist voll von Titel, auf denen uns Protagonisten bzw. -innen auf einem Selbsterfahrungstrip begegnen, auch biographisches in dieser Hinsicht ist nicht seltenm Dieser Blog hier enthält einiges an Beispielen, Was seltener ist oder vielmehr die Ausnahme, das … Weiterlesen Sabine Hossenfelder: Das häßliche Universum

Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen

Der Name Irmgard Keun (http://berlin-woman.de/index.php/2015/02/03/berlin-women-irmgard-keun-das-kunstseidene-maedchen/) ist mir zum ersten Mal in Bettina Baltschevs sehr empfehlens- und lesenwerter Arbeit über die Emigration deutscher Künstler nach Amsterdam (Bettina Baltschev: Hölle und Paradies) begegnet. Sie, d.h. die ebenfalls in die Emigratin gegangene Irmgard Keun, hatte sich dort mit Joseph Roth angefreundet (Die Legende vom heiligen Trinker (https://radiergummi.wordpress.com/2017/04/16/joseph-roth-die-legende-vom-heiligen-trinker/) und … Weiterlesen Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen

Franziska Tausig: Shanghai-Passage

Wer meinen Blog halbwegs regelmäßig besucht, dem wird der Name der Autorin dieses Buches möglicherweise bekannt vorkommen: Franziska Tausig [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziska_Tausig] ist eine wichtige Person des Romans Shanghai fern von wo von Ursula Krechel, den ich vor einigen Wochen hier vorgestellt hatte. Shanghai, diese große Stadt im Mündungsgebiet des Jangtsekiang, war Ende der 30er Jahre durch eine Besonderheit zur letzten Zufluchtsstätte … Weiterlesen Franziska Tausig: Shanghai-Passage

Gertrud von le Fort: Die Frau des Pilatus

Und Pilatus erschrak und wollte sich von seinem Richterstuhl erheben. Da ließ ihm seine Frau durch einen Boten sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe in der Nacht viel erlitten seinetwegen. Da rief Pilatus die Juden heran und sprach zu ihnen: Ihr wißt, daß meine Frau gottesfürchtig ist und es in … Weiterlesen Gertrud von le Fort: Die Frau des Pilatus

Anthony McCarten: Licht

Um 1890 tobte in den USA ein Krieg, der sogenannte war of currents, der Stromkrieg (https://de.wikipedia.org/wiki/Stromkrieg). Kontrahenten dieses Krieges waren auf der einen Seite der Erfinder Thomas Alva Edison, dessen Einfluss auf die technische Entwicklung der modernen Industriegesellschaft, die damals am Anfang stand, kaum zu überschätzen ist und auf der anderen Seite Nicola Tesla, ein genialer … Weiterlesen Anthony McCarten: Licht

Philip Roth: Portnoys Beschwerden

Philip Roth, einer der wichtigsten der Nicht-Nobelpreisträger (wobei diese Auszeichnung ja im letzten Jahr heftig beschädigt worden ist...) hat viele wichtige Bücher geschrieben, ein paar sehr wenige davon habe ich im Lauf der Jahre hier im Blog vorgestellt [Mein Leben als Sohn; Jedermann – Everyman und Der menschliche Makel]. Wenngleich Roth schon 1950 den National Book Award … Weiterlesen Philip Roth: Portnoys Beschwerden