Ruprecht Frieling: Weltberühmt durch Self-Publishing

25. August 2015

Ruprecht Frieling ist ein alter Hase im Geschäft. In dem durchaus anerkennenden Artikel von Henryk M. Broder aus dem Jahre 1996 wird seine Geschichte als Verleger und Ansprechstelle für Literaten, die das konventionelle Verlagswesen nicht haben will, aufgezeigt. Begonnen hat alles für den gebürtigen Bielefelder (den Ort gibt es also doch?) schon 1980 in Berlin und auch wenn der Verlag mittlerweile in anderen Händen liegt, so ist Frieling doch immer noch am Puls der Zeit. Und der schlägt in der Zwischenzeit immer deutlicher auch digital und elektronisch.

Als „Prinz Rupi“ nutzt Frieling („Grandfather des Self-Publishings“) selbstverständlich alle digitalen Medien, die zur Verfügung stehen und gerade im eBook-Sektor und dem damit rapide anwachsenden Segment der Eigenverleger (darf man dafür das deutsche Wort überhaupt verwenden oder muss es wirklich dieses sperrige Self-Publisher/-ing sein?) sieht Frieling eine Riesenchance für alle diejenigen, denen es ein Bedürfnis ist, ihren Namen als Autor auf einem Buch oder eBook zu sehen. Wer schreibt, bleibt: es ist offensichtlich immer noch ein Ziel, sich einen Teil an der Unsterblichkeit zu sichern…. Summa summarum: der Mann weiß, wovon er redet und er scheut sich nicht, das Establishment, womit hier das „konventionelle“ Verlagswesen gemeint ist, zu provozieren.

frieling-cover


Weltberühmt durch Self-Publishing ist sein neuester Ratgeber. Es ist ein Mutmachbuch, eine Ermunterung für alle, die Scheu abzulegen und sich am Beispiel verschiedener, heute weltberühmter Schriftsteller anzuschauen, daß der Schritt zum bzw. über die Eigenverlegung der eigenen Schriftwerke, durchaus der erste Schritt zum Ruhm sein kann. Nach Frieling ist das vielleicht sogar systemimmanent, denn das etablierte Verlagswesen scheut oftmals das Risiko, ist zu sehr eingefahren auf „bewährte“ Muster und erkennt die Chance im Neuen nur schwer.

Was weiland James W. Marshall für den Goldrausch in Kalifornien war, ist heutzutage E. L. James für den Self-Publisher: das leuchtende Beispiel, dem nachzueifern ist.

Frielings Buch ist in mehrere Abschnitte geteilt. Nach einer knappen Erläuterung „Was ist Self-Publishing“ wird eine „Kurze Geschichte des Veröffentlichens“ dargestellt, die aber wirklich kurz ist, im wesentlichen Stichworte gibt, mit denen man sich, will man mehr wissen, in anderen Quellen weiterhangeln kann. Überstrichen wird der Zeitraum von der Entwicklung der Sprache überhaupt bis zur Internet-Galaxis der Jetztzeit. Es folgt ein Kapitel über die „Rolle des Autoren“ im Veröffentlichungsprozess, der auch auf die unterschiedlichen Interessen zum Verleger eingeht, bevor das Büchlein zum Titelthema übergeht: Weltberühmt durch Self-Publishing.

Frieling hat fünfzehn berühmte Autoren (u.a. Poe, Stendhal, Dickens, Brontë,  Whitman, Tolstoi, Solschenizyn, Nika Lubitsch, Wondratschek, H. Mann, Proust, Wallace oder Hesse) als Beispiele ausgesucht. Er beschreibt deren erste Versuche, zu publizieren, Versuche, die misslangen, weil Verleger – aus welchen Gründen auch immer – die Manuskripte ablehnten, so daß die damals hoffnungsvollen Jungautoren unter zum Teil persönlichen Opfern dazu übergingen, ihre Texte selbst zu verlegen oder den Verleger für seine Arbeit zu bezahlen. Hier ist manches an Informationen zu finden, die so wohl den meisten von uns nicht präsent sind, die einzelnen Kurzbiografien lesen sich gut, sind informativ und unterhaltsam.

Das Buch schließt mit einer kurzen Darstellung Frielings über seine eigene Rolle als Dienstleister für Autoren, der – im Gegensatz zu etablierten Verlegern, die nach Frieling meist verschweigen, daß sie auch Bücher mit Fremdfinanzierung herausgeben – offen zu seiner Tätigkeit und seinem Geschäftsmodell steht. Der Erfolg von Büchern ist allermeist nicht planbar, es werden Titel Bestseller, von denen man es nicht erwartet hat, andere, die mit viel Macht auf den Markt geworfen werden, sind kurze Zeit später vergessen… Aus dieser Tatsache und aus den mittlerweile zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des Publizierens heraus appelliert Frieling an alle potentiellen Autoren, ihrem Stern zu folgen, den Mut zu haben, ihr Werk selbst zu verlegen und in die Öffentlichkeit zu bringen: es gibt genug Beispiele für Autoren, die auf diese Art vielleicht nicht gerade weltberühmt geworden sind, aber doch ihr Publikum gefunden haben. Und für alle, die Bedenken haben, als Eigenverleger zukünftig für etablierte Verlage gebrandmarkt zu sein, hat Frieling den Trost, daß sich auch hier die Zeiten und Einstellungen geändert haben: ein erfolgreicher Self-Publisher hat heutzutage immer auch eine gute Chance, später in einem etablierten Verlag veröffentlicht zu werden – und das kann durchaus derjenige sein, der sein Erstlingsmanuskript einst noch abgelehnt hat.


So weit, so gut.

Frieling Ratgeber und Mutmachbuch, das mir der Autor für diese Besprechung als eBook zur Verfügung gestellt hat (dafür danke ich ihm an dieser Stelle) ist selbst ein gutes Beispiel für Licht und Schatten beim Eigenverlegen.

Beides hängt eng zusammen, als Buchblogger kenne ich dies auch aus anderem Zusammenhang, wenn mir hoffnungsvolle Jungautoren/-innen Manuskripte zur Besprechung zuschicken: bei vielen Texten merkt man den Unterschied zwischen „Schreiben können“ und „Schreiben wollen“ schnell. Und bei den Texten, die sich lesen lassen, entpuppt sich dann vielleicht sogar ein etablierter Autor, der dieses Manuskript lieber unter einen Pseudonym publizieren will, als Verfasser…. Hinzu kommt, daß Texte wohl nicht immer gegengelesen oder gar lektoriert werden: der Eigenverleger schreibt, was er schreiben will… im Ergebnis, das merkt auch Frieling an, klingen die Elaborate oft hölzern oder sind mühsame Gehversuche auf den Stoppelfeldern der Literatur.

Beispiele für das, was ich meine, findet man auch in diesem Buch. So wird (Position 258) darauf hingewiesen, daß im Spätmittelalter nur eine verschwindende Minderheit der Bevölkerung des Lesens mächtig war. Selbst Karl der Große war Analphabet. Lebte allerdings ungefähr 500 Jahre vor dieser Epoche des Spätmittelalters, ist also hier als Beispiel etwas fehl am Platz. Da wird an anderer Stelle (Position 309) durch die Telegrafie Raum und Zeit aufgelöst, durch die Elektroenergie gar das Raum-Zeit-Gefüge aufgehoben... die Physiker wird´s freuen….. An einigen Stellen ist der Satzspiegel fehlerhaft, zwar kann man dies durch Verändern der Zeichengröße u.ä. korrigieren, doch tun sich dann an anderer Stelle entsprechende Fehler auf…. das möge reichen an Beispielen für Formulierungen, Aussagen und Details, über die ich beim Lesen gestolpert bin.

Ich weiß nicht, wie Frieling sein Buch geschrieben hat, ob es gegengelesen oder lektoriert worden ist (was auch keineswegs ein Allheilmittel ist), aber solche Lapsi fallen dem aufmerksamen Leser durchaus auf und sind in der Lage, den Gesamteindruck zu beeinflussen. Daß es also nicht mit dem bloßen Schreiben und Veröffentlichen getan ist, sollte sich der Eigenverleger deutlich machen; die mit entscheidende Frage über Erfolg oder Nicht-Erfolg eines Werkes ist auch die nach der Qualität eines auf eigene Kosten verlegten Werkes, Frieling geht – wie oben angedeutet – selbst kurz darauf ein.

Natürlich kann man sich an Tolstoi ein Beispiel nehmen, der seine Karriere als Self-Publisher mit Krieg und Frieden begründete. Doch wie wahrscheinlich ist es, daß man ähnlichen Erfolg hat? Oder, ein aktuelleres Beispiel: daß man ähnlich weltberühmt wird wie die Britin E. L. James? Frieling schreibt über seine eigene Dienstleitertätigkeit als Verleger, daß er in dieser Funkion gelegentlich selbst als Steigbügelhalter gedient hat, führt ein Beispiel für eine Autorin an, die später erfolgreich in einem Publikumsverlag veröffentlichte – bei Tausenden von Autoren, die er betreute.

Jeder, der will, kann berühmt werden! Ja, das ist wohl so, es gibt Beispiele dafür aus alten und aus neuen Zeiten und nie waren die Möglichkeiten zum Eigenverlegen so gut wie heute. Doch sollte sich jeder trotz des Optimismus, mit dem Frieling aufwartet, ermuntert und ermutigt, darüber im Klaren sein, wie groß die Wahrscheinlichkeit dafür ist, Frieling erwähnt immerhin die Zahl von 100.000 Autoren, die zur Zeit im Self-Publishing aktiv sind…

Frielings Ratgeber jedenfalls strahlt Optimismus aus, ist flott geschrieben und gut lesbar. Auch die Stolperstellen verdaut man schnell, der biographische Teil des Textes bietet vieles, was unbekannt sein dürfte und ein Verzeichnis weiterführender Literatur fehlt auch nicht. Und sich an Nika Lubitsch ein Beispiel zu nehmen, kann nicht falsch sein…. es sollte noch angemerkt werden, daß hier keine Ratschläge gegeben werden, über das „Wie“ und „Wo“ des Eigenverlegens, das hat der Autor an anderer Stelle praxisnah festgehalten. So mag dieses Büchlein jedenfalls dem einen oder anderen tatsächlich den letzten, vielleicht entscheidenden Impuls geben: Yes, I can!

Links und Anmerkungen:

[1] Henry M. Broder: Der Buchmacher, Kultur-Spiegel 1/96; http://www.spiegel.de/spiegel/kulturspiegel/d-9075133.html

Wilhelm Ruprecht Frieling
Weltberühmt durch Self-Publishing
Was Autoren aus der Geschichte des Selbstveröffentlichens lernen können
diese Ausgabe: Internet-Buchverlag, Berlin, Version 1.0, 2015

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9 Responses to “Ruprecht Frieling: Weltberühmt durch Self-Publishing”


  1. Und ob das Buch lektoriert wurde! Ich war’s, werter Herr Blogbetreiber, und ich stelle verblüfft fest: So unterschiedlich kann man die Dinge wohl lesen.

    Zunächst aber einmal herzlichen Dank für die durchgehend wohlwollende Rezension des Buches von Ruprecht Frieling! Es macht natürlich auch dem Lektor eine Freude, wenn er sieht, wie anderer Väter Kinder in der Welt da draußen angeschaut werden – obwohl oder weil oder trotzdem ein anderer (nämlich der Lektor) dem Bübchen die Nase geputzt hat, bevor es das Haus verließ, die Haare gekämmt, die Schuhe geschnürt. Immer also begleiten die Gedanken des Lektors auch die von ihm bearbeiteten Werke. Umso mehr beschäftigt ihn dann der Hinweis, wenn, um in den Bildern zu bleiben, der Scheitel unruhig flattert, am Näschen noch Bläschen sitzen und die Schuhe nun doch offen stehen. Konkret:

    Sie haben ja recht, dass Karl der Große lange vor dem späten Mittelalter lebte. Leider kann ich mich nun nicht mehr daran erinnern, wie das war, als mir die Passage unterkam; als ich sie aber jetzt in Ihrer Rezension wieder vor Gesicht bekam, dachte ich im ersten Moment: „Aber das wird doch auch nirgends behauptet, dass KdG im Spätmittelalter gelebt hat!“ Ich verstehe Frielings Hinweis auf Karls Analphabetismus eher als weiterführende und ergänzende Information („SOGAR KdG war …“). Das mag an den Haaren herbeigezogen klingen, und ich will mich auch gar nicht in einen Disput hineinbegeben. Ich wollte einzig sagen (siehe oben): So unterschiedlich kann man die Dinge wohl lesen.

    Bei der Auflösung von Raum und Zeit ist, so mag mancher das empfinden, dem Autor das Dichterross Pegasus von der Leine gehüpft. Ich gebe Ihnen auch hier recht: „auflösen“ ist ein wenig heftig und hätte von mir angemerkt werden können, vielleicht sogar sollen. Es wäre andererseits zu aufschlussreich zu erfahren, wie die Telegrafie auf jene wirkte, die erstmals mit ihr konfrontiert wurden, sagen wir an der Westküste eines goldrauschigen Amerikas: Da geht mit unfassbarer Geschwindigkeit eine Botschaft über Raum und Zeit hinweg und ist faktisch zeitgleich am anderen Ort. Und der kann tausende von Kilometern entfernt sein. Das muss, stelle ich mir vor, mehr als nur beeindruckend gewesen sein und kann durchaus das Gefühl wachgerufen haben: Raum und Zeit spielen keine Rolle mehr!

    Aber ich verliere mich in Details. Eigentlich wollte ich Ihnen ja nur einen kleinen Hinweis liefern. Sie schreiben in Ihrer Rezension: „Ich weiß nicht, wie Frieling sein Buch geschrieben hat, ob es gegengelesen oder lektoriert worden ist …“ Der Hinweis: Solche Dinge werden in aller Regel in einem Impressum hinterlegt. Man findet es entweder am Anfang eines Buches oder an seinem Ende.

    Und mit diesem nicht ganz ernst bzw. keinesfalls bissig gemeinten Satz verabschiede ich mich in den Abend. Muss noch ein bisschen Geschichtsunterricht nehmen … 😉😉

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    • flattersatz Says:

      lieber herr lektor,

      als erstes und zuvörderst einen herzlichen dank für ihre zeilen, die trotz der kritik, die ich anbrachte, das ganze mit humor nehmen und nicht böse.

      das problem liegt meines erachtens darin, daß man natürlich weiß, was gesagt und ausgedrückt werden sollte und in diese richtung sehe ich ihre argumente. nur im text steht (und ich bleibe bei meiner lesart, ihre argumentation hat mich nicht überzeugen können) eine formulierung, die etwas anderes aussagt, das sich nicht mit dem, was ihr „bübchen“ sagen wollte, deckt…

      …auch ein „sogar“ bei KdG hätte die verknüpfung mit dem späten mittelalter nicht aufgehoben. da hätte man schon eine ergänzung bringen müssen á la „… der einige jahrhundert vorher lebte“ – aber damit wäre natürlich der knaller verloren gegangen, weil ein analphabetismus jahrhunderte früher wenig erstaunen würde ….

      .. und bei der raum-zeit: hier verwendet frieling halt begriffe, die eine bestimmte bedeutung haben und da wird der alte physiker in mir geweckt.. nicht raum und zeit verlieren ihre bedeutung/werden aufgelöst, sondern entfernungen und zeitdauern (ok, der letzte ausdruck ist unelegant, da müsste man sich was schöneres überlegen) durch die von ihnen genannte fast unendlich große geschwindigkeit des neuen mediums. da staunt der goldsucher in kalifornien und der saloonwirt wundert sich. zu recht.

      und auch sie haben recht. im impressum ist alles zu finden. sehen sie, da versucht man, aufmerksam zu lesen und übersieht eine ganze seite…. ich bitte um verzeihung!

      mit herzlichen grüßen
      und vllt trifft man sich ja mal wieder!
      gerhard l.

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  2. Werter Gerhard L.,

    danke für Ihre Antwort, die ich (Sie gestatten?) einfach hinnehme, ohne in ein ermüdendes, um irgendein Rechthaben verkrampftes Duell zu verfallen. Noch ein kleiner Hinweis, ein Ausblick. Falls sie Lust haben, verfolgen Sie doch bitte in den kommenden Tagen meinen Blog auf wortport.de; dort werde ich eine Szene schildern, die der hiesigen ähnelt: Ein Autor schreibt etwas und ich, der Leser entdeckt eine Unschärfe in einer Passage. Als ich mich an den Autor wende und um Aufklärung bitte, erfolgt – nichts. Keine Reaktion. Das ist jetzt einige Wochen her, und ich denke, ich darf jetzt die Geschichte publik machen, ohne hämisch zu wirken. Also: demnächst in diesem »» wortprot.de „Theater“.

    Eine gute Zeit!

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    • flattersatz Says:

      ja, natürlich bin ich damit einverstanden, ich meinerseits hätte auf eine mögliche erwiderung von ihnen auch nicht mehr geantwortet. so haben wir noch einmal unsere meinungen kund getan, wenngleich nicht ausgetauscht.

      ihr autor – mag er sich gedacht haben: soll er, der frager, sich die passage doch selber schärfen! muss ich ihm das denken abnehmen? ;-) autoren reagieren völlig unterschiedlich auf fragen oder gar kritiken, so ist meine erfahrung, meist antworten sie aber zumindest. ich werde sehen, was sie schreiben!

      ihnen auch und danke für das nette scharmützel!

      gerhard l.

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  3. Ich möchte dem Schlagabtausch nichts Fachliches hinzufügen. Nur dass ich mich über das Wort „Lapsi“ gefreut habe. Statt Lapsusse. Oder Lapsen.
    Es gibt da einen schönen finnischen Tango mit dem wohlklingenden Namen: Elsa, kohtalon lapsi! Elsa, Kind des Schicksals.

    Nächtiche Grüße

    Scherbensammerin
    Und danke für die erhellenden Zeilen…

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    • flattersatz Says:

      dein kommenar zaubert mir jetzt, kurz vor halb sechs, das erste lächeln des tages auf die lippen, weil es mich freut, ein wort geschrieben zu haben, das jemanden anrührt!

      ich habe auch so worte, bei denen ich mich wie ein kind freue, wenn ich sie in einem text finde. da sie selten sind, geschieht das leider nicht oft, aber um so intensiver.

      herzlichen dank an die nächtliche besucherin!
      fs

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  4. Prinz_Rupi Says:

    Wunderbar, wie sich Rezensent und Lektor an Kleinigkeiten hochziehen können ;) Nun schreibe ich, lieber Gerd, bei allem Respekt weniger für »alte Physiker« als für moderne Leser, und denen dürfte die Begrifflichkeit der Auflösung von Raum und Zeit durch technische Innovationen verständlich sein, zumal es sich um gängige Bilder in der aktuellen Medientheorie handelt (vgl. Siegfried J. Schmidt in »Die Welt der Medien« oder Theoretiker wie Peter Weibel, um garnicht erst auf McLuhan zurückgreifen zu müssen).

    Ich freue mich auch, den Rezensenten als eisernen Print-Leser erstmals dazu gebracht zu haben, eine dieser digitalen Dateien, die man E-Books nennt, angefasst zu haben. Bekümmert bin ich, dass auf seiner PC-App der Satzspiegel »fehlerhaft« dargestellt wurde. Das kann ich leider nicht nachvollziehen, ein konkreter Hinweis wäre zweckdienlich, um zu sehen, ob es tatsächlich an der Datei liegt, die validert wurde.

    Wir alle, die wir Bücher rezensieren, stehen immer wieder vor der Problematik, ein Haar in der Suppe finden zu müssen – der Leser denkt sonst womöglich, wir seien »unkritisch«. Vielleicht ist das aber auch Rezensionstechnik von gestern, ich bin mir da zunehmend unsicher. Wie auch immer, ich danke für die Mühe, die sich Meister Flattersatz gegeben hat und grüße mit leichtem Schmunzeln von Bloghütte zu Bloghütte ;)

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    • flattersatz Says:

      ein herzliches danke, lieber ruprecht, für deine anmerkungen! was die kleinigkeiten angeht: man kann auch über eine 2-cm stufe stolpern und sich was brechen, womit ich nicht andeuten will, daß du dir was gebrochen hast. erinnerst du dich noch an die marsexpedition der amis, die voll vor die wand gefahren wurde? es lag auch nur an einer kleinigkeit…

      es ist ja ok, wenn du nicht für physiker schreibst, aber witzig, wenn du dann die medientheoretiker als alibi anführst. und auch wenn deine zielgruppe andere sind, ist und bleibt die formulierung, die du verwendest, trotzdem schief.

      ein haar in der suppe: verständlich, daß der autor kritisierteres geringredet. erinnerst du dich nach an diesen kommentar eines autorenkollegen?

      für den satzspiegel verlink ich hier mal ein beispiel: glixxu hier

      herzlich-schmunzelnde grüße zurück in deine bloghütte…

      p.s: hast du schon mal den sub-titel meines blogs gelesen? Leseeindrücke, Gedanken und Reflektionen (ich weiß, wird anders geschrieben…). ich äußere mich also definitiv nicht über die bücher, sondern über meine gedanken dazu. und in meinem blog bin ich zwar von gestern, aber könig. ;-)

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  5. Prinz_Rupi Says:

    Lieber König, das von dir im Link vorgestellte Sonderzeichen lässt sich leider weder auf einem Kindle-Reader noch in den Dateien Mobi oder ePub finden. Aber es ist natürlich fatal, dass du es in deiner Datei siehst und daraus folgerst, der gesamte Satzspiegel des Buches sei fehlerhaft. Der Layouter gehört entlassen!
    LG
    Dein Prinz

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