Thomas Mofolo: Chaka Zulu

27. November 2014

Der Autor Thomas Mofolo wurde 1876 auf dem Gebiet des heutigen Lesotho als Sohn eines christlichen Ehepaares geboren. Er genoss eine gute Ausbildung, arbeitete in verschiedenen Berufen, sein bedeutendstes Werk als Schriftsteller dürfte dieser Roman um Chaka sein, der in einer ersten Fassung 1908 vorlag, aber erst achtzehn Jahre später publiziert wurde. Mofolo starb 1948 [1]. Im Nachwort zum Roman ist eine ausführliche Biographie des Autoren angehängt.

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Die Figur des Chaka ist historisch, ebenso die prinzipiellen Stationen seines Lebens, wie sie Mofolo in seinem Roman aufgenommen hat. Chaka ist, und dies ist sozusagen die Erbsünde seines Lebens, Frucht eines vorehelichen Fehltritts des Mazulu-Häuptlings Senzangakhona ka Jama mit der Lenginifrau Nandi, die er zwar heiratet, nachdem klar ist, daß „der Mond sie übergangen hat„. Daß aber ihr Erstgeborener zu diesem Zeitpunkt schon unterwegs gewesen sein muss, wird zwar nicht ausgesprochen, ist aber – so wird sich zeigen – ein offenes Geheimnis. Wäre dieser voreheliche „Fehltritt“ offiziell geworden, hätte dies extreme Konsequenzen gehabt: es stand der Tod darauf.

Die Hauptfrauen, die dem Senzangakhona ebenfalls Söhne geboren hatten, erpressen diesen, Nandi und ihren Sohn zu verstoßen. Die Mutter ruft eine Nkaka, eine Frau mit magischen Kräften. Von dieser erhält Chaka einen wirksamen Zauber und sie macht ihm verschiedene Voraussagen, unter anderen die, daß die Hilfe eines größeren Mannes als es die Nkaka ist, auf ihn wartet…

Mutter und Sohn kehren zum Stamm der Mutter, den Lengenis, zurück, sind dort aber nicht willkommen. Chaka ist ein Ausgestoßener, er wird gehänselt, verprügelt bis fast zum Tod, in gewissem Sinn ist er vogelfrei. Dies hat zweierlei Konsequenzen: es wächst ein unermesslicher Hass in ihm heran und er lernt es, zu kämpfen. So ist er der einzige, der sich dem Löwen entgegenstellt und der Hyäne, die des Nachts in den Kraal kommt, Menschen zu stehlen. Beide tötet er und blamiert damit die Männer des Dorfes, die angstvoll geflohen sind.

Zwar singen die Mädchen und Frauen jetzt Siegeslieder auf den mutigen, großen und gut aussehenden Jüngling und lachen die anderen Männer des Dorfes aus, doch muss Chaka die Rache der Männer fürchten. So verläßt er das Dorf und wandert in Hitze und Trockenheit durch die Landschaft. Völlig erschöpft und heruntergekommen sinkt er an einem einsam stehenden Baum in der Steppe nieder auf den Boden. Als er die Augen wieder öffnet, steht ein Mann vor ihm…

Das bisherige Leben hat zusammen mit den Veranlagungen, die Chaka in die Wiege gelegt worden sind, den Boden bereitet. Diese Begegnung mit Isanusi, so stellt sich der Fremde Chaka vor, stellt endgültig die Weichen für das Kommende.

Isanusi weiß zum Erstaunen von Chaka alles aus seinem Leben: da erkennt Chaka, daß dies der Mann ist, von dem seinerzeit die Nkaka sprach, daß er größere Zauber hätte als sie und daß er ihm helfen würde, wenn er Hilfe bräuchte. Und Chaka braucht diese Hilfe, denn er will Macht bekommen und nur die Häuptlinge haben Macht und die Macht braucht Chaka, um sich zu rächen, um das, was ihm und Nandi angetan worden ist, zu vergelten. Mit Blut und Tod. Isanusi sagt ihm, daß dies möglich sei, daß er über diese Zauber, mit denen das erreicht werden kann, verfügt… und Chaka bittet Isanusi um diese Zauber.

Der Geist des Menschseins war nicht mehr in Chaka, als er zurückkehrte. Er dachte nur noch ans Töten, er sann über diesen oder jenen Anlass zum Streit…. den er mit den Assegai entscheiden würde…“

Chaka geht zu  Dingiswayo, dem Häuptling  eines großen Stammes, der ihn, ob der ruhmreichen Geschichten, die ihm vorausgeeilt waren, schon längst hatte kennen lernen wollen. Dort gab er gleich einen weiteren Beweis seiner Überlegenheit: er tötete einen Besessenen, der im Wahn selbst viele Rinder getötet hatte und vor dem alle Angst hatten. Zum zweiten bewährte er sich in einer Schlacht, die Dingiswayo mit einem verfeindeten Stamm führte, derart, daß er vom Häuptling als Dank gleich zum Befehlshaber eines Regimentes befördert wurde.

Chaka revolutionierte die Kampfesweise und damit das Kriegswesen der Stämme in dieser Region der Welt [3]. Er verachtete den traditionellen „Assegai“, den Wurfspeer und funktionierte ihn durch Kürzen des Schaftes zur Stichwaffe um (später, wenn er mehr Macht hat, wird er alle eigenen Leute töten lassen, die ihrem Assegai gegen seinen Befehl in einer Schlacht als Wurfspeer eingesetzt hatten). Ferner vergrößerte er den Schutzschild, so daß einerseits feindliche Assegais leicht abzuwehren waren, andererseits konnte der Schild selbst als „Waffe“ eingesetzt werden, um nämlich den Schild des Feinder herunterzuziehen und so seine Flanke zu öffnen. Unter Chakas Kommando gab es eindeutige Hierarchieketten und Befehle, auf die üblichen Rituale zum „Aufheizen“ wie Tänze, Schreien, Beschimpfen des Feindes, verzichtete er völlig, die Kraft, die diese Rituale verbrauchten, sparte er sich für´s Töten auf. Seine Leute waren auf Disziplin gedrillt, sie wussten, wie sie Schild und Speer einzusetzen hatten…. [5]

Es gab noch weitere Auseinandersetzungen und Schlachten, u.a. auch mit dem Stamm seines Vaters. Dieser starb und am Grab seines Vaters traf Chaka wiederum auf Isanusi, den Meister der schwarzen Magie. Und wieder entschied sich Chaka, seinen Weg zur Macht, wie sie noch niemand kannte, zu Ende zu gehen. Der Preis, so warnte ihn Isanusi, sei hoch, doch Chaka war bereit, ihn zu zahlen.

Er hatte schon lange erkannt, daß die Ehe für einen Kämpfer schädlich ist, sie pflanzt Angst und Vorsicht in sein Herz, ferner Sehnsucht nach den Armen des Weibes und der Nähe des Kindes. So blieb Chaka selbst unbeweibt, aber die wunderschöne Tochter Dingiswayos, Noliwa, verstand es doch, durch ihr Wesen und ihre Art, den Rest Liebe, der noch in seinem Herzen war, zu wecken. Dies war der Preis, mit dem von ihm selbst geopferten Leben Noliwas, ließ sich die große Häuptlingswürde erringen…

Dingiswayo war ein großer Häuptling, sein Sinnen war nicht der Krieg. Er sorgte dafür, daß die Männer ein Handwerk hatten und belohnte die, die es gut ausführten. Ebenso hielt der die Frauen zu solchen Tätigkeiten an, es entwickelte sich Tausch und Handel, es ging den Menschen gut in diesen friedlichen Zeiten. Doch Dingiswayo starb und Chaka wurde zu seinem Nachfolger gewählt.

…und Chaka war ein Mann des Tötens um des Tötens willen. Unter seinem Regiment galt nur noch das Militärische. Von früher Kindheit an wurden die Knaben in den Gebrauch der Waffen eingeübt, den Männern war die Hochzeit verboten, erst, wenn sie sich in der Schlacht verdient gemacht hatten, durften sie heiraten. Handwerk und Handel zählten nicht mehr, Chakas großer Häuptlingssitz hieß „Stätte des Tötens“ [1]. Und er tötete… mit unerbittlicher Härte wurden auch die eigenen Männer getötet: kamen sie aus der Schlacht ohne ihren Assegai zurück: Tod. Hatten sie keine gegnerischen Wurfspeere erbeutet: Tod. Hatten sie ihre Assegais nach alter Sitte geworfen: Tod…..

Zeitgenössische Darstellung des Zulu-Häuptling Shaka (1824) Bildquelle [B]

Zeitgenössische Darstellung des Zulu-Häuptling Shaka (1824)
Bildquelle [B]

Chaka führte Krieg, er besiegte die Stämme im Süden, die im Norden, die Westen und die im Osten. Sein Hoheitsgebiet war schließlich größer als Europa… Er tötete alle, bis auf die Jünglinge, die er in seine Regimenter steckte. Er tötete das Vieh, er verbrannte das Getreide. Er zündete die Dörfer an und die Felder. Die, die er nicht tötete, die verhungerten. Man floh, hörte man, seine Armeen seien im Anmarsch. Flüchtlingsströme ergossen sich durch das Land, die ihrerseits wiederum ebenso töteten, denn sie kamen durch anderer Stämme Gebiete, die sich den Flüchtlingen entgegenstellten. Es gab kein Vieh, um den Hunger zu stillen und kein Korn und so ging man auf Menschenjagd und fing an, Menschenfleisch zu verzehren… Das vormals relativ friedliche Land war blutgetränkt.

…und Chaka tötete auch im eigenen Haus, er war ohne Mitleid. Zwar heiratete er nie, doch hatten hinter seiner Hütte schöne junge Frauen ihre Wohnstatt, bei denen er lag. Die Kinder, seine Kinder, tötete er. Er tötete seine Mutter Nandi, die versucht hatte, einen Enkel vor ihm zu retten. Er tötete Tausende, die nicht genügend Tränen vergossen beimTod seiner Mutter zum Zeichen ihrer Trauer. Träge, faul und satt in Chakas Reich waren nur die Geier und die Hyänen, alle anderen hatten Angst.

Da er später nicht mehr selbst in den Kampf zog, sondern seine Befehlshaber ausschickte, vermisste er unter dem Einfluss des dunklen Zaubers das Blut. So holte der das Töten in seine Dorf: er richtete ein Fest aus und tötete die, die zu leise sangen, er tötete die, die zu laut und falsch sangen und er tötete die, die garnicht sangen…

Trotz (oder gerade wegen) der Furcht und des Schreckens, den er verbreitete, gab es viele, die nur noch Angst vor ihm hatten, ihn im Heimlichen ablehnten und wünschten, er wäre tot. Letztlich stellte man ihm einen Hinterhalt und auch für Chaka selbst scheint sich in dieser Situation sein Schicksal zu erfüllen, schon länger plagen ihn böse Träume und die Gedanken an all die Ermordeten. Der Tag, an dem ihm die Assegais in den Leib gestoßen werden, ist zweierlei: zum einen der Tag, an dem sich Isamusi den Preis, den Chaka für die Erfüllung seiner letzten Machtträume zu zahlen hat, holt, zum anderen der Tag, den Chaka als Erlösung empfindet.


Mofolo hat „Chaka Zulu“ nicht als historischen Roman geschrieben, auch wenn er sich an den historischen Gegebenheiten orientiert (wer eine genauere historische Bearbeitung lesen will, ist sicherlich bei Sinclair [3] besser aufgehoben. Dessen Roman diente auch als Vorlage für die vom ZDF 1986 ausgestrahlte Serie [4]). Viele historische Ereignisse werden von Mofolo zusammengefasst oder verfremdet, die Begegnung Chakas mit den „Weißen“ wird völlig ignoriert, überhaupt spielen die „späten“ Jahre des Zulu eine relative geringe Rolle im Roman.

Dem Autor kam es vielmehr darauf an, die Entwicklung Chakas zu einem Menschen zu zeigen, der jegliches Menschliche in sich abgetötet hat und dessen Lebenssinn der Töten gewordene Hass ist, ein Hass, der sich letztlich gegen den Träger selbst wendet. Zentraler Teil der Geschichte ist, das ist unschwer zu erkennen, das Motiv, das wir z.B. aus dem Faust kennen: der Pakt mit dem Teufel, der die Seele als Gegengabe verlangt. Hier hat Isanusi, der Zauberer mit seiner schwarzen Magie die Rolle, die bei uns Mephisto einnimmt: er kann die Wünsche Chakas erfüllen, doch dieser muss sich ihm ganz ausliefern.

Chaka hätte die Chance gehabt, „Nein“ zu sagen, mehrmals. Es ist nicht so, als ob Isanusi ihm alles aufgezwungen hat, im Gegenteil, er zwingt ihn, zu warten und sich zu prüfen, doch Chaka läßt jede Gelegenheit, sich und seine Handlungen, seine Wünsche zu überdenken, verstreichen und bestätigt seinen Willen dann um so entschlossener. Als er den ersten Schritt getan hatte, seinerzeit als völlig Erschöpfter unter dem Baum, bei der ersten Begegnung mit dem Magier, war sein weiterer Weg im Grunde vorbestimmt. Chaka konnte aus seinem Hass, der sich zum Blutdurst entwickelte, nicht mehr zurück – letztlich eine Konsequenz wohl aus den persönlichen Eigenschaften des Mannes, der durch seine unglückliche Kindheit geprägt war.

Im Gegensatz zum Roman Sinclairs über „Shaka Zulu“ [3] spielen bei Mofolo diese magisch/animistischen Momente eine große Rolle und werden einer biographischen „Wahrheit“ gegenüber vorgezogen. So ist es nur folgerichtig, daß die letzten Jahre der Herrschaft des Zuluhäuptlings relativ kurz gehalten sind: der letzte entscheidende Schritt, die letzte Magie, die Magie, die selbst der Magier nicht wieder zurücknehmen könnte, ist aufgerufen worden und wirkt – wie ein Gift in den Adern des Mannes. Danach kann nichts mehr kommen, das Schicksal ist endgültig und unveränderbar in Gang gesetzt. Das Aufeinanderprallen der zwei Kulturen, der europäischen mit den Engländern und der afrikanischen ist als solche für Mofolo für die Deutung Chakas uninteressant gewesen, der Weiße kommt nur in der letzten Prophezeiung des Buches vor: Chaka sagt seinen Mördern voraus, daß sie keine Freude an der Königswürde haben werden, da der Weiße Mann sie unterwerfen wird.


Der Manesse-Ausgabe, die ich las, ist im Nachgang eine „Deutung des Romans“ beigegeben. In dieser Deutung wird vor allem hervorgehoben, wie viele Parallelen und Anspielungen zur Bibel der Roman enthält. Neben einigen, meiner Meinung nach weniger evidenten Stellen, ist die wichtigste Parallel meiner Meinung nach die Szene, in der Chaka zum ersten Mal auf Isanusi trifft. Wie Jesus ist Chaka in die Wüste gegangen, sich über den weiteren Weg klar zu werden. Wie Jesus trifft Chaka auf den Teufel, hier in Gestalt des Zauberers. Aber während Jesus den Verlockungen des Teufels widersteht, geht Chaka begierig auf die Verlockungen Isanusis ein und wird mit seinem Schicksal vielleicht zur Mahnung, was alles passieren kann, wenn man eben den Verlockungen, die das Leben bietet, nachgibt. Chaka als Gegenpol zu Jesus: Jesus heilt den Besessenen, der ihm bgegnet, Chaka tötet ihn. Und so wie der Tod dem Leib Jesu nichts antun kann, so bleibt auch der Leichnam Chakas verschont: die wilden Tiere rühren ihn nicht an, als er über Nacht liegen bleibt. So hat der Christ Mofolo in Chaka gewissermassen einen Gegenentwurf zu Jesus geschaffen, einen Mann des Hasses und des Todes, der ein (instabiles) Reich in dieser Welt errichtete, während Jesus ein Mensch der Liebe und Nächstenliebe ist mit einem Reich, das nicht von dieser Welt ist….

„Chaka Zulu“ von Thomas Mofolo war eine sehr interessante Lektüre, die einen Einblick in eine Welt gegeben hat, die uns so völlig fremd ist. Chaka war ein Mann großer Fähigkeiten, der die Landkarte des afrikanischen Südens neugestaltet hat, einer Region, die der Weiße Mann zu seiner Zeit schon begonnen hatte, für sich zu requirieren. „Der große Elefant“ hat in Mofolo jemanden gefunden, der es verstanden hat, seine Zerrissenheit, seinen Wahn, Besessenheit darzustellen, ohne ihn von Grund auf zu verurteilen. Ein Grund mehr für mich, dieses Büchlein zu empfehlen.

Links und Anmerkungen:

[1] Wiki-Beitrag zum Autor: http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Mofolo
[2] Wiki-Beitrag zu Chaka Zulu: http://de.wikipedia.org/wiki/Shaka
[3] Joshua Sinclair: Shaka Zulu, Schneekluth, 1986
[4] vgl. z.B. hier: http://www.fernsehserien.de/shaka-zulu, bei youtube sind eine Vielzahl von Clips zu finden. „Eine der großen Stärken der Serie ist aber sicherlich die ausführliche Darstellung traditioneller Riten und Bräuche der Zulu, z.B. in Form von Hochzeits- oder Beerdigungszeremonien. Dieser „folkloristische“ Teil dürfte allerdings so manchem Zuschauer im Verlauf der Serie doch etwas zuviel Platz einnehmen und bremst ein wenig die Handlung aus. Die Serie bemüht sich jedoch stets um Authentizität, bietet interessante kulturelle Einblicke, eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen und dokumentiert auf eindringliche Art und Weise den Zusammenstoß zweier völlig fremder Kulturen auf Augenhöhe. Gerade diese ernsthafte Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Denkmustern der beiden Kulturen ermöglicht es dabei auch dem Zuschauer selbst sich den Spiegel vorzuhalten“. [http://www.splashmovies.de/php/…..shaka_zulu___.…..]
[5] die übliche Kampfesweise war zu der damaligen Zeit weitgehend ritualisiert. „Der  König betrachtete den General nachdenklich, „Aber was wäre beispielsweise, wenn du in die Schlacht ziehen und feststellen würdest, daß der Feind anders kämpft – einfach nicht vorschriftsmäßig?“ – „Ausgeschlossen, König! Das verbietet unser Ehrenkodex. Der Gegner kann nicht einfach kämpfen, wie´s ihm gefällt! Das wäre lächerlich! Was sollte dann aus dem Krieg werden?“ diskutieren Dingiswayo und einer seiner Generäle, nachdem sie die neue Kampfweise Chakas gesehen haben nach [3, S. 227].

Der traditionelle Ablauf einer solchen Auseinandersetzung, die meist recht unblutig waren, ging in etwa so: nach den Kriegstänzen, den Gesängen, dem Geschrei und den Beleidigungen wurden die Assegais geworfen, die dann von den Kriegern der Gegenseite aufgenommen und zurückgeworfen wurden. Chaka und seine Krieger jedoch ignorierten dies alles. Sie stürmten in geschlossener Formation unter dem Schutz der großen Schilde gegen den Gegner in den Nahkampf, rissen mit ihren Schilder den der Feinde herunter und stießen blitzschnell mit dem zur Stichwaffe umgemodelten Assegai zu. Innerhalb weniger Minuten färbte sich der Boden rot von Blut, der Krieg zwischen den Stämmen hatte sein Gesicht grundlegend gewandelt. Der drakonischen Strafen (es gab ja nur eine…. ) wegen gab es bei Chakas Kriegern auch niemanden, der zurückwich oder mit dem Stich des Assegais zögerte…

[B]ildquellen: – Portrait Chaka: [2], Bild gemeinfrei

Thomas Mofolo
Chaka Zulu
Übersetzt aus dem Sesotho von Peter Sulzer
mit diversen Anhängen
Originalausgabe: 1926
diese Ausgabe: Manesse Bibliothek der Weltliteratur, ca. 380 S., 1988

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