Maya Onken: Nestkälte

23. Juni 2013

uiii… auf was hab´ ich mich da eingelassen… denn ganz sicher repräsentiere ich nicht die Zielgruppe dieses Buches, bin ich doch zu alt und eindeutig männlich… „Nestkälte“ ist eher für Frauen geschrieben, die nach einigen Jahren der Ehe auf dem Boden der Beziehung angekommen sind, während sich die Männer recht häuslich eingerichtet haben – zumindest hier im Setting von Onken. Die Frauen dagegen leiden, sie leiden unter der Lieblosigkeit, der Berührungslosigkeit, der Zärtlichlosigkeit, der Kuschellosigkeit, der Kälte, die Einzug gehalten hat in ihr Gefühls- und Liebesleben….

Dabei wäre es doch so einfach, das „Sesam-öffne-dich“ ein kurzer Satz á la: „Ich liebe dich“ und später dann noch ein „Du bist so heiß!“ (oder so ähnlich…), das ist es, was sie vermissen und schon würde es passieren … nur leider läßt diesen Satz nicht der Ehemann fallen, sondern ein anderer, aber egal – der Schlüssel passt, das Schloss öffnet sich und das Eisen wird geschmiedet, solange es noch hart ist. Doch auch der schmalzgelockte Jüngling („´ber isch ´abe gar keine Auto!„) kocht oft nur mit Wasser, der Sex mit ihm ist kaum befriedigender als der erinnerte mit dem heimischen Mann und so bleibt der Wahn kurz, die Reue dagegen lang…

Darum also geht es: um Seitensprünge, Affären, ONS, welche Bedürfnisse sie abdecken, mit welchen Gefahren sie verbunden sind, was sie für die Beteiligten (und es sind immer mehr als die zwei, die gerade auf die Seite springen) bedeuten, und das alles aus der Perspektive der Frau.

Nun kann man über außereheliche Beziehungen wohl nicht reden, ohne auch die Ehe selbst zu betrachten. Deren Rahmenbedingungen haben sich im Lauf der letzten zwei Jahrhunderte stark geändert. Liegt die Lebenserwartung von uns Heutigen (beschränke wir uns da mal auf die entwickelten Staaten) bei round about 80 Jahren plus/minus, lag sie um 1800 ca. 40 jahre niedriger (wie man schnell in der Wiki nachlesen kann). Eine Lebenszeit von 40 Jahren sind ein überschaubarer Zeitraum, ein Eheversprechen heutzutage gegeben überdeckt dagegen einen Zeitraum von vielen Jahrzehnten. So nahm allein zwischen 1991 und 2001 die Zahl der Goldenen Ehepaare von 71000 auf 190000 zu (Bundespresseamt am 18.06.2002), für 2010 meldet das „Abendblatt“ die Zahl von 1 Mio Paaren, die länger als 50 Jahre verheiratet sind (Abendblatt 23.10.2010). Kurz gesagt, das Eheversprechen gilt heute unter stark geänderten wirtschaftlichen und sozialen Randbedingungen viel länger als früher, und zwar so viel länger, daß es fraglich ist, welcher grenzenlose Optimismus zwei Menschen dazu treibt, sich unter diesen Bedingungen überhaupt so fest an einander zu binden….

So – und damit schlage ich den Bogen zurück zu Onkens Buch – ergibt sich daraus mehrerlei: eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, daß das Feuer der Verliebtheit und selbst auch die länger anhaltende Glut der Liebe – zumindest, was die Erotik angeht – im Lauf der Jahre verglimmt, zumal die Uhren der sexuellen Leistungsfähigkeit bei Mann und Frau sowieso anders ticken. Parallel dazu ist es möglich, daß die darbende Glut durch einen frischen Wind wieder angeblasen wird: die Begegnung mit einem anderen Mann kann von jetzt auf gleich die Hormone verrückt spielen lassen (und sage keiner, es sei gegen so etwas prinzipiell gefeit)…

„Nestkälte“ wird als Roman bezeichnet, aber er ist im Grunde ein Zwitter, ein sowohl als auch, ein Roman aber auch ein Ratgeber zum Thema. Roman ist er, indem er seiner Protagonisten Alé, einer Journalistin folgt. Diese – und das war wohl Thema des Vorläuferbuches von Onken – ist gelangweilt in ihrer Ehe mit Philippe, der lieber seinen Level beim Computerspiel hochschraubt als sich um seine Frau zu kümmern. Alé suchte/fand daraufhin im Magnus einen anderen Mann, der sie im Chat faszinierte und antörnte, immerhin so sehr, daß sie auf einen ONS nach Stockholm flog. Wo er sie dann prompt nach einer maximal mittelmäßigen Nummer abservierte…. enttäuscht, frustriert, mit schlechtem Gewissen und keiner Ahnung, wie es weiter gehen soll, kehrt Alé nach Hause zurück… dabei will sie doch im Grunde mit ihrem Mann und ihrer Tochter glücklich sein….

Alé steht mit ihrem Schicksal, ihrer Unzufriedenheit nicht alleine dar. Ihre Schwester zum Beispiel hat sich in einen Marokkaner verliebt, was so lange gut ging, wie sie in Europa waren. Beim ersten Besuch in der Heimat ihres Geliebten kam es zum Erwachen.. und zuhause sitzt Beat, ihr Mann, und ahnt von nichts… auf diese Art stellt Onken verschiedene Fallgestaltungen vor (Alé hat ja einige Freundinnen….), in denen die Frauen „Täterinnen“ oder auch „Opferinnen“ von Seitensprüngen bzw. Affären sind – aber egal, in welcher Rolle: glücklich werden sie dabei nicht. Einzig Sandrine hat sich arrangiert: sie ist diejenige, die ihre eigenen persönlichen und beruflichen Ziele konsequent verfolgt und aus diesem Grund auf eine feste Bindung zu einem Mann verzichtet. Sie ist mit ihren Bekanntschaften, aus denen sie Gefühle möglichst heraushält, zufrieden…

Natürlich will ich hier nicht das ganze Buch nacherzählen, ich denke, es ist auch mit dem wenigen klar, um was es geht. Geschickter weise läßt die Autorin ihre Hauptperson Alé eine Coaching-Ausbildung machen, so daß Onken  Alé immer dann, wenn eine Art Quintessenz oder Analyse gezogen werden soll, auf das in dieser Ausbildung gelernte zurückgreifen lassen kann.

Onken argumentiert im Begriff des „Systems“. Ein System ist dabei ein Zusammenspiel verschiedener Komponenten, ein elementares System ist z.B. der einzelne Mensch mit seinem Körper, seinem Geist, seinen Wünschen und Gefühlen… ändert sich einer dieser Parameter, hat das Einfluss auf das Gesamtsystem. Ein Mensch ist aber nicht nur ein System, er lebt in vielen anderen Systemem: der eigenen Familie, des Familienverbandes, der Kollegen aus Arbeit und/oder Vereinen, der Nachbarschaft….  und eben auch evtl dem System, das er mit seiner/m Geliebten und dem Ehepartner bildet. Letzteres ist ein sehr sensibles System, für den Ehepartner ein arkanes sogar, da er natürlich von der Existenz des/r Dritten im Bunde keine Ahnung hat.

Das System „Mann-Frau-Geliebter“ widerspricht vllt den gültigen Moralvorstellungen, aber die Erfahrung zeigt, daß es Realität ist, daß Frauen fremdgehen [1]. Akzeptiert man diese Realität als gegeben, ist es sinnvoll (und damit sind wir beim Ratgebercharakter des Buches), das System „Seitensprung“ vom Prinzip her zu analysieren, die Charakteristika der einzelnen Rollen zu bestimmen und daraus adäquate Verhaltensweisen für die Beteiligten abzuleiten. Onkens Buch darf, denke ich, nicht als Empfehlung á la: „Such dir einen Liebhaber und dann hälst de es auch die Ehe aus“ verstanden werden, sondern als Mahnung: „Wenn schon, dann sei dir klar, auf was du dich einläßt!“

Nach Onken kann das System „Geliebter-Geliebte/Ehefrau-Ehemann“ stabil gehalten werden, solange sich alle an ihre Rollencharakteristika halten, eine kleine Abweichung (das pure, unverbindliche Sexvergnügen z.B reicht nicht mehr, es kommen Gefühle ins Spiel und damit weitergehende Ansprüche) kann das System dagegen schnell zum Kollabieren bringen. Früher oder später wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit immer geschehen, und wenn der Systemzusammenbruch nur durch einen dummen Zufall ausgelöst wird … anders formuliert: Seitensprünge, Affären sind praktisch nie die Lösung für Eheprobleme.

Was, wenn die Konstellation platzt, der Seitensprung auffliegt? Auch dazu äußert sich Onken, denn jetzt kann  ja auch der dritte Partner des Systems, der betrogene Mann, seine Rolle einnehmen und sie darf sich – so er die Beziehung zu seiner Frau retten will – durchaus nicht nur auf Wut, Zorn, Ärger und Trauer beschränken! Es mag seltsam klingen, aber auch er als Betrogener muss anerkennen, daß seine Frau als „Täterin“ jetzt, nachdem das Verhältnis mit dem Geliebten geplatzt ist, Verlust und Schmerz spürt….

… Und damit frau nicht vergisst, wie man richtig und halbwegs ohne entdecktwerdenrisiko seitenspringt, affärt und ONSt, ist dem Büchlein auch noch ein kleinformatiger Ratgeber beigefügt, der in jede Handtasche passt…

*****************

Man merkt es Maya Onken an, daß sie in der Frauenbildung und -förderung [2] arbeitet. Wenn schon fremdgehen, dann seid euch im Klaren, was das bedeutet, was das heißt, worauf ihr achten müsst und welche Konsequenzen das haben kann. Diese Faktoren verpackt sie in einen gut geschriebenen, unterhaltsamen, spannenden Frauenroman, bei dem gegen Ende dann doch der Ratgebercharakter überhand nimmt, aber auch dieser liest sich gut und einleuchtend. Hilfreich ist die Gliederung des Romans in viele kleinere Abschnitte (jetzt hätte ich fast geschrieben: Unterrichtseinheiten), wodurch man zwischendurch immer wieder Gelegenheit hat, über das Gelesene nachzudenken.

Was mir aufgefallen ist, ist, daß Onken viel mit Klischees und Stereotypen arbeitet. Die Männer kommen generell schlecht weg, als Ehemänner sind sie langweilig, unaufmerksam und unsensibel für die Bedürfnisse der Frauen. Diese wiederum sehen sich durch diese Nichtbeachtung in eine Art inneren/sexuellen Notstand versetzt, der sie einem anderen geradezu in die Arme treibt, wenn es ganz schlimm kommt, stehen sie nach wenigen Minuten barbusig auf dem öffentlichen Parkplatz…. ein anderes Klischee ist der den Frauen immer unterstellte Wunsch, die Ehe und ihren Langweilermann doch auf jeden Fall zu wollen, nur eben in romantisch-verliebt bzw. geil – je nach Situation…

Onken versucht ihren Geschlechtsgenossinnen klar zu machen, daß sie sich nicht über ihre Männer definieren dürfen, über deren beruflichen Erfolg, deren Geld, deren sozialen Status: für eine Beziehung darf eine Frau ihre eigene Ausbildung, ihren Beruf, ihre Karriere nicht aufgeben. Andererseits  beschreibt sie mit Sandrine eine Freundin Alés, die genau das macht – aber im Gegenzug keinen festen Partner findet bzw. will. Das ist natürlich auch nicht unbedingt für jede Frau eine Alternative… Der Königsweg liegt dazwischen: unter Wahrung der eigenen Selbstständigkeit und Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse im Kompromiss mit dem Ehemann eine aufgeklärte Ehe führen, in der Probleme beredet, Bedürfnisse benannt und Wünsche artikuliert werden…. eigentlich ganz einfach. Oder?… Erhellend ist auch, wenn Onken Situationen aus den jeweiligen Blickwinkeln von Mann und Frau analysiert und so grundlegende Missverständnisse offenlegt….

So kann ich abschließend sagen, daß „Nestkälte“ ein unterhaltsamer, sehr flüssig und kurzweilig, zeitweise richtig spannender Roman ist, der auch für Männer einiges zu bieten hat sofern sie in der Lage sind, Analogschlüsse zu ziehen (ob Onken ihnen das zutraut?) Vieles, was Onken schreibt, leuchtet ein, manches ist vllt sogar dem einen oder anderen aus eigener Erfahrung bekannt, einiges davon könnte jetzt vllt sogar in neuem Licht erscheinen… ob „Nestkälte“ für Frauen was zu bieten hat, kann ich als Mann natürlich nicht so gut beurteilen, aber ich könnte es mir gut vorstellen, denn wie gesagt, niemand ist vor der Versuchung gefeit…

Links und Anmerkungen

[1] Diese Formulierung soll nicht heißen, daß Männer nicht auch fremdgehen. Aber Onken befasst sich in ihrem Buch eben vorwiegend mit dem Fall, daß die Frau zur Seite springt…
[2] http://www.frauenseminar-bodensee.ch

Maya Onken
Nestkälte
 diese Ausgabe: edition Xanthippe, Softcover, ca. 178 S., 2013

Ich danke dem Verlag für die Anfrage und die Überlassung des Rezensionsexemplars.

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11 Responses to “Maya Onken: Nestkälte”

  1. Tanja Says:

    Danke für deine erheiternde Buchbesprechung. Ich kenne den Roman nicht, aber deine ersten Zeilen haben mich herzhaft lachen lassen. Du hast mich sehr neugierig gestimmt, wie immer! ;)

    Viele liebe Grüße,
    Tanja

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    • flattersatz Says:

      :-)
      ach ja, das leben ist ernst genug, da sollten zumindest die buchbesprechungen heiter sein… ;-) aber abgesehen davon steht viel nachdenkenswertes im büchlein, was auch über die spezielle konstellation „ehebruch“ hinausgeht…

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  2. Karin Says:

    Lieber Flattersatz,
    diese Besprechung habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen…die leise männliche Ironie hat mir sehr gut gefallen, denn mir sträuben sich als weiblichen Wesen oft die Haare bei diesen vermeintlichen „Ratgebern“…..
    die armen Prinzessinnen, die immer von den falschen Prinzen geküßt werden und dann ach sooooo leiden müssen…..
    m.M. kranken die heutigen Beziehungen fast alle an zu hoch gesteckten Erwartungen und dem so beliebten Verhalten hire und fire……
    daß Beziehungen Arbeit bedeuten nach dem Abflauen es Honeymoons und beide eben keine Prinzen und Prinzessinnen sind, sondern ganz normale Menschen , das wird oft nicht reflektiert und es wird ein Schuldiger gesucht…hier mal wieder die Männer…..
    Diese Ratgeber überfluten ja auch den Buchmarkt..und?????? es dürfte nur noch glückliche Paare geben, gibt es doch für alles einen Rat, einen Vorschlag und noch besser: eine Therapie…..
    all das ist: Markt…..beliebig, aber scheinbar gut verkäuflich.

    Es gibt wunderbare Bücher über das, was sich Frauen erkämpft haben und wovon wir heute alle profitieren, hier liegt noch Etliches im Argen….aber das liegt nicht an den bösen Männern, das liegt an den Frauen selber.
    Und daß sich eine Frau auch das Recht auf eine Affaire nehmen sollte, wenn sie glaubt, sie bringe ihr etwas, halte ich für selbstverständlich, nur machen Affairen selten glücklicher…
    sie sind ein Rausch…meist mit Kater…..-:))))

    Es gibt m.M. nach kein Patentrezept für eine gut funktionierende Beziehung….es kommt immer auf die Zwei an, inwieweit sie bereit sind, daran zu arbeiten.

    jetzt aber ein anderes Thema, vor dem die Frauen auch die Augen zumachen……das nichts mit dem oben besprochenen Buch zu tun hat, das aber auch wichtig ist:

    Welche Frau hat heute noch den Mut zuzugeben, daß sie zugunsten eines Kindes eine Zeitlang (nicht nur 1-3 Jahre) auf ihren Beruf verzichten möchte…sie wird doch geächtet von ihren Geschlechtsgenossinen, für die ein Kind zwar Statussymbol ist, aber ansonsten soll die Erziehung, die Nestwärme gefälligst die Tagesmutter, der Staat usw. übernehmen….die Kinder erfahren nur Nestkälte……
    Den Mann, der dieses Amt übernimmt, (sie gibt es ja inzwischen zum Glück auch) weil vielleicht die Frau das bessere Einkommen hat, spreche ich gleich heilig…….die Vorurteile gegen ihn sind oft kaum auszuhalten…..
    Unsere Gesellschaft manipuliert uns in unseren Bedürfnissen…und das bezieht sich auf fast alles im Leben…..
    und die größten Leidtragenden sind die Kinder….die sich nicht wehren können gegen den Egoismus ihrer Eltern…wenn ich nicht bereit bin, zu Gunsten meines Kindes auf etwas zu verzichten…und Kinder bedeuten immer Verzicht (das, was wir durch sie geschenkt bekommen, damit kann man ja nicht protzen), und das war früher so und ist es heute immer noch, dann sollte ich auf sie verzichten….

    und zum besseren Verständnis: ich übte 10 Jahre lang einen wunderbaren Beruf aus, dann meldete sich die Tochter an, ich blieb dann 9 Jahre zu Hause und habe beruflich nichts vermißt, suchte mir dann eine Halbtagstätigkeit, weil ich immer noch für die Tochter nach der Schule da sein wollte…nicht um sie zu betuteln, nein unser Haus war ein lebhafter Treffpunkt für die Freunde, ich wollte gern teilnehmen. Der Halbtagsjob war nicht mit dem zu vergleichen, was ich vorher gemacht hatte, sicherte aber einen gewissen Lebensstandard und gab mir aber auch Freiheit…. den Preis, den ich dafür zahlen muß, ist eine kleine Rente……aber das wußte ich und bereue meinen gegangenen Weg bis heute nicht…..das, was ich an geschenkter Zeit bekam für’s Lesen, fürs Studium der Kunstgeschichte, der Pflege der verschiedenen Hobbies, wirklich Zeit für mich selber, ist nicht mit Geld aufzuwiegen…. wobei ich aber fairerweise erwähnen muß, daß ich finanziell durch das Renteneinkommen meines Mannes gut abgesichert bin…..

    der alte Rohrspatz hat sich ausgeschimpft -:)))
    liebe Grüße an Sie
    Karin

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    • flattersatz Says:

      liebe karin, welch ein fulminanter kommentar, man merkt ihm an, daß sie ihn mit leidenschaft geschrieben haben! herzlichen dank dafür, auch wenn ich mir mit meiner antwort viel zeit gelassen habe!
      ich möchte auch gar nicht weiter darauf eingehen, sondern das alles so stehen lassen, wie sie es gesagt haben. für welches glücksspiel ich heutzutage das eheversprechen halte, einfach, weil die zeiten, für die es gelten soll, so unüberschaubar lang sind, habe ich ja versucht, anzudeuten.
      ansonsten… die ansichten von der welt und die einstellungen zu ihr sind in der jugend und im zustand vermehrter jahre auf dem buckel schon anders. natürlich muss man um seine beziehung kämpfen, aber wenn man sieht, daß dieser kampf mehr kräfte verzehrt als man hat, sollte man die alternative eines neuanfangs sprich auch eines loslassens im sinne von trennung ins auge fassen. ich halte dies nicht mehr für ein versagen oder scheitern. vllt ist es nur erkenntnis und aufwachen… aber sie haben recht: eine affäre ist nur selten die lösung…
      so, jetzt habe ich doch etwas geschrieben… na ja, nicht viel.. ;-)

      seien sie auch hier gegrüßt
      f. satz

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  3. Karin Says:

    habe noch etwas vergessen zur Nestkälte in der Beziehung:

    ……den Partner so zu sehen, wie er ist und nicht wie ich ihn mir erträumt und gewünscht habe….das ist die eigentliche Arbeit….

    je länger eine Beziehung anhält, umso mehr sind Zugeständnisse gefragt…..entweder ich kann sie leisten…oder aber ich muß einen Schlußstrich ziehen. Früher als die Frauen keinen Beruf hatten, wirtschaftlich abhängig waren vom Ehemann, war das alles schwieriger, aber heute….. und dieses Recht auf Affairen wobei man nicht von Recht sprechen sollte, eher von einem Bedürfnis…… wenn es denn so sein soll, dann sollte ich meinen Partner vom Wissen darum schützen……aber aus „Rache“ so etwas auszuleben….. ist genauso verwerflich….Hat auch was mit Respekt zu tun……

    Um die Herren der Schöpfung wieder wach zu rütteln, muß ich mir als Frau halt etwas einfallen lassen…..denn eigentlich ist das Verführen und die Herren der Schöpfung um die Finger zu wickeln, doch etwas Wunderschönes…erfordert aber eben auch Grips..und nicht nur schwarze Dessous -:))))

    das sollte in den obigen Text, ich habe aber zu schnell auf senden gedrückt…..-:)))

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  4. atalante Says:

    „Unterrichtseinheiten“ ist ein sehr schöner Begriff für diese Art Romanratgeber.*lol*
    Die Mutter der Autorin, Julia Onken, war ja zu Zeiten der lila Frauenbuchreihen ebenfalls groß unterwegs mit diesen psychologisierenden Seitensprung-Selbsthilfen. Muss wohl in den Genen liegen. Ich frage mich, wer solche Handbücher braucht und wann man sie am besten lesen sollte, vorher, nachher oder mittendrin? ;)

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    • flattersatz Says:

      so, liebe atalante, endlich kümmere ich mich auch um deinen kommentar… ;-) dem buch liegt ja ein kleiner „kompass“ „Vom Lügen, Betrügen udn Verzeihen bei“, der den frauen neue sichtweisen eröffnen soll für das komplexe der situation und ihren möglichen auswirkungen. vielleicht habe ich den akzent auch zu pointiert gesetzt, ich verstehe das büchlein ja nicht als ratgeber zum seitensprung, sondern als begleiter und mahner, wenn (das nicht völlig ausgeschlossene) passiert, denn letztlich enden die von onken geschilderten affären ja alle nicht glücklich..

      p.s.: mittendrin.. ich könnte mir das verstörend vorstellen…. ;-) … und auf deine frage: wer solche handbücher braucht, antwortet onken, daß man bzw. frau eher als man sich vorstellen kann, zur teilnehmerin einer solchen affäre werden kann.. c´est la vie…

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  5. Da sitze ich tagelang und versuche, meinen Eindruck vom Buch in Worte zu packen – und dann sehe ich, dass dir das ja erstens viel schneller und zweitens viel besser gelungen ist, als ich es vollbringen könnte ;).
    Vielen Dank, ich habe herzhaft geschmunzelt und genickt.
    Du hast sicher nichts dagegen, wenn ich dich in meiner Rezension verlinke?

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  6. […] Liebesleben abgeliefert, auch wenn “Ratgeberroman” wohl besser passt, wie es der liebe Flattersatz in seiner Rezension so schön gesagt hat. So gibt es zum Buch dazu ein kleines Büchlein im […]

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