Yiyun Li: Die Sterblichen

16. Mai 2012

„Die bloße Tatsache, dass jemand ein Mensch war,
schien für sie Grund genug, ihn zu demütigen.“

Die Handlung des ersten Teils dieses beeindruckenden Romans spielt am 21. März 1979. Ist dies ein symbolisches Datum, das Ende des Winters, der Anfang des Frühlings? Noch sieht es nicht so aus…. Die Kulturrevolution ist nach 10jährigem Wüten gegen die Intelligenz und die politischen Strukturen des Landes 1976 beendet worden, nachdem Jahre zuvor in der Kampagne des „Große Sprung“s schon Millionen von Menschen verhungert waren und die industriellen und landwirtschaftlichen Strukturen des Landes zerstört worden waren. In dieser Zeit ist die gesichts- und charakterlose Stadt Hun Jiang gegründet worden, in der die Geschichte spielt, die Yiyun Li mit nüchterner Sachlichkeit schildert und die so das Grauen des damaligen Lebens schier übermächtig beschwört.

An diesem Tag, dem 21. März 1979, soll Gu Shan hingerichtet werden. Gu Shan war in den Anfängen der Kulturrevolution begeisterte Rotarmistin, das einzige, vor dem sie zurückschreckte, war das persönliche Verprügeln und Zusammenknüppeln ihrer Eltern, das überliess sie einer anderen Rotarmisten. Sie selbst schlug derweil an andere ein, trat Schwangeren in den Bauch und brüllte revolutionäre Lieder. Später schien sie dann zu zweifeln, kritische Äußerungen verriet ihr Freund, der seinerseits im Abseits stand, der Partei, die sie daraufhin zu 10 Jahren Haft verurteilte. Weil sie nach dieser Zeit ihre Zweifel nicht aufgab, wurde sie nochmals vor Gericht gestellt und jetzt zum Tode verurteilt. Vor der eigentlichen Hinrichtung findet die sogenannte „Denunziationszeremonie“ statt, die im Stadion ausgerichtet wird und die für die Menschen der Stadt als Spektakel dient. Die Partei instrumentalisiert und inszeniert diese Veranstaltung, um damit die Menschen einzuschüchtern und auf Linie zu halten.

So gesichtslos die Stadt Hun Jiang ist, so grau und angsteinflößend ist dort das Leben. Li stellt das Schicksal von Gu Shan, die aber nie direkt in Erscheinung tritt, in den Mittelpunkt ihrer Geschichte, in der sie die Schicksale und das Leben einer Vielzahl von Menschen schildert, die in irgendeiner Weise mit Gu Shan verbunden sind.

Zuallererst sind dies natürlich die Eltern. Der Vater, früher Schulgründer, war nach der schon erwähnten öffentlichen Erniedrigung und Prügel ein gebrochener Mann, er arbeitet jetzt als einfacher Lehrer und will vor allem nicht auffallen. Seine Frau dagegen möchte die alten Zeremonien abhalten, an die sich Eltern seit Jahrhunderten klammern, wenn eins ihrer Kinder stirbt. Aber sie wird von der Polizei verjagt und entgeht nur knapp dem Gefängnis. Oder Frau und Herr Hua, die Müll sammeln und mit der Familie Gu bekannt sind. Früher haben sie Säuglinge, Mädchen, die sie im Müll gefunden haben, aufgezogen, bis man sie ihnen dann weggenommen hat…. Nini ist ein verkrüppeltes Mädchen, ihre Mutter war die Schwangere, der Shan seinerzeit in den Leib trat. Die Gus versuchen, etwas an ihr gut zu machen und geben ihr zu essen. Ninis eigene Familie behandelt sie als nutzlosen Fresser, für sie ist das Mädchen nur Ballast. Auf ihren Touren durch die Stadt lernt Nini Bashi kennen, einen sadistisch veranlagten Jungen mit erheblichen Charakterdefiziten, der als Sohn eines Helden von der Partei finanziell versorgt wird. Er ist nur von einem Wunsch beseelt, nämlich eine „Freundin“ zu haben, endlich zu sehen, wie eine Frau oder ein Mädchen „dort“ aussieht… Später lernen wir Kwen, einen älteren Einzelgänger, kennen, der Shan letztlich auf seine eigene, ganz besondere Art und Weise für sich missbraucht….

In besseren Kreisen verkehrt Kai, die Nachrichtensprecherin, die auch im Stadion die Denunziationszeremonie moderieren soll. Sie ist Frau von Han, mit ihm wird sie nach der Zeremonie auf eine Art „After-Execution“-Party gehen, auf der sich die Honoratioren der Stadt treffen. Kai kennt Shan von früher, nur durch Zufall ist sie und nicht Shan seinerzeit zur Schauspielerin ausgebildet worden und jetzt Nachrichtensprecherin. Sie ist sehr nachdenklich, fühlt sich nicht wohl in ihrer Funktion und empfindet noch Sympathie, zumindest für den Menschen Shan.

All diese (und noch andere) Personen agieren im Dunstkreis der Hinrichtung der 28jährigen Shan, die über die Folter und die Haftbedingungen „verrückt“ geworden ist. Die Eltern wagten sie kaum zu besuchen im Gefängnis, da dies als Sympathisieren hätte ausgelegt werden können. Überhaupt ist Angst das vorherrschende Grundgefühl der meisten, Angst vor Denunziation, vor einer falschen Handlung, einer falschen Bewegung oder einem falschen Wort. Die materiellen Lebensverhältnisse sind grausam, kaum gibt es genug zu essen für viele, Nini zum Beispiel reisst die Zettel, auf denen die Hinrichtung Shans angekündigt wird, wieder von den Wänden, um den Weizenkleister, mit dem sie angeklebt worden waren, abzukratzen und zu essen…. 10 W-Birnen er“hellen“ die Wohnungen der einfachen Menschen…

Die Gus bekommen Besuch von Soldaten, die das Geld kassieren für die Kugel, mit der die Tochter erschossen werden soll. Natürlich ist die Todeskugel von den Eltern zu bezahlen. Herr Gu kann sich selbst dagegen nicht mehr auflehnen….

Die Denunziationszeremonie ist eine recht „enttäuschende“ Veranstaltung. Begrüßt der eine Teil der Menschen sie als willkommene Abwechselung, zu der sie von der Arbeit befreit wurden und der sie einen Hauch von Volksfeststimmung verleihen, erwarten andere eine gefährliche Konterrevolutionärin zu sehen, vor der sie die Partei bewahrt hat. Sie werden enttäuscht. Shan ist ein armseliges Bündel von Mensch, der mehr hereingeschleppt wird von den Soldaten denn das sie gelaufen wäre, stumm fällt ihr der Kopf nach vorne auf die Brust, keine Parolen, auch kein Laut entflieht ihrem Mund. Schnell wird sie wieder aus dem Stadion gezerrt, in einen Polizeiwagen geschmissen und zum Exekutionsort gebracht, einer Insel im Fluss. Auf der Fahrt wird ihr noch eine Niere entnommen, auf die ein hoher Funktionär in einer anderen Stadt schon sehnsüchtig wartet. Der Polizeiwagen muss danach vom vielen Blut gereinigt werden.

Dann wird Shan, der man vor der Exekution noch schnell die Stimmbänder durchtrennt hatte, erschossen – beinahe möchte man sagen, endlich. Erschossen und liegen gelassen, aber ihr misshandelt werden ist damit noch nicht vorbei…

Im zweiten Teil des Buches begegnen wir diesen Personen  wieder. Im Mittelpunkt aber steht die Nachrichtensprecherin Kai, in der immer mehr Zweifel wachsen sowohl an der übergeordneten politischen Linie, aber auch an ihren privaten Verhältnissen. Sie hat ihren Mann Han seinerzeit nicht aus Liebe geheiratet und auch ihr Sohn wird im wesentlichen vom Kindermädchen betreut und bemuttert. Han dagegen ist unbeirrt, scheint die Erfolgs- und Karriereleiter hinaufzufallen. Er bekommt – so wie auch der Bürgermeister – einen Fernseher als Prämie.. dafür, daß die Exekution von Shan so reibungslos und schnell abgewickelt wurde: der hohe,  jetzt wieder benierte Funktionär zeigt sich erkenntlich. In diese Situation hinein wirkt die große Politik: in Peking wird geduldet, daß mit der „Mauer der Demokratie“ [4] ein Ort der (leisen) Kritik an der Partei entsteht – aber es gibt keine Weisungen an die Provinz, wie man sich zu verhalten hat. So wird Han in die Provinzhauptstadt geschickt, sich zu erkundigen, welches politische Verhalten opportun ist.. zeitgleich plant eine Gruppe junger Menschen, diese mögliche Freiheit für sich zu nutzen und gegen die ungerechte Hinrichtung von Shan zu protestieren. Kai hat heimliche Kontakte zu einem der Gruppenmitglieder und schließt sich der Aktion an.

Auch das Leben der anderen Protagonisten geht weiter. Das Ehepaar Gu entzweit sich, der Mann wird hinfällig und muss ins Krankenhaus, in der Frau dagegen erwacht durch die Ereignisse eine ungeahnte Widerstandskraft und zugleich auch der Mut zum Widerstand. Bashi, dieser verhaltensauffällige, von der Partei alimentierte junge Mann umgarnt weiterhin Nini, das behinderte junge Mädchen, gleichzeitig plant er immer noch heimtückische Rache an Kwen… Zusammen mit Tong, einem Jungen, der seinen Hund sucht, geht auch er auf den Platz, an dem die Aktion zugunsten von Shan stattfindet und überredet den Jungen, den dort ausliegenden Aufruf zu unterschreiben.

Im Richtungsstreit der Partei können sich die Hardliner durchsetzen: die Mitglieder der „konterrevolutionären“ Aktion  werden verhaftet, ebenso die Unterzeichner des Aufrufs. Die „Verhöre“ sind brutal, es wird getreten und geschlagen, bis Geständnisse unterschrieben und neue Namen genannt sind. So werden viele Hunderte verhaftet und verurteilt. Auch der junge Tong, von Bashi zu dieser Aktion geschleppt, bricht zusammen. Er hatte mit den Namen des Vaters unterschrieben, der als Krüppel aus dem Gefängnis zurückkommt und nennt jetzt Namen über Namen, die Namen aller Menschen, die auf dem Marktplatz waren und an die er sich erinnern kann.. Er wird der Held der Denunziationszeremonie, auf der die schlimmsten der Aufrührer vorgeführt werden und auf der das Todesurteil für Kai wartet.

„Die Sterblichen“ ist ein zutiefst „graues“ Buch, es gibt kaum Passagen im Text, die Leben verströmen, Freude oder Glück. Das Buch hält dabei an einen weitgehend neutralen Stil ein, das Beschriebene ist in sich selbst so aussagekräftig, daß es keiner besonders aufwühlenden Sprache mehr bedarf. „Die Sterblichen“: in China ist Sterblichkeit nicht nur eine biologische Eigenschaft, sterblich zu sein ist hier auch eine politische Entscheidung, wie Li am Beispiel Kais und Shans beschreibt. Es herrscht Willkür und ein jeden eigenen Willen unterdrückendes Klima der Angst, aber nicht nur der eigene Wille wird unterdrückt, sondern auch Gefühle, Emotionen wie Mitleid, Liebe, Freundlichkeit, Offenheit. Wenn alles, was man sagt und macht, jederzeit gegen einen verwendet werden kann oder zumindest als Vorwand genommen werden kann, irgendetwas gegen einen zu verwenden, bleibt den Menschen nur noch der Rückzug in sich selbst, die Abschottung nach außen, das Misstrauen, die Vorsicht, auch das Anbiedern an die Macht. Nur wenigen ist der Mut zum Widerstand oder auch nur zur eigenen Meinung gegeben und wenn man sie hat, wird sie besser nicht geäußert.

Nur zwei ihrer Figuren läßt Li so etwas wie „Liebe“ angedeihen: ausgerechnet zwischen Bashi und Nini, zwischen dem emphatisch gestörten Jungen und dem körperlich behinderten Mädchen entstehen Gefühle. Bashi, der das Mädchen ursprünglich ja nur Befriedigung seiner sexuelle Neugier ansprach, versorgt es mit Essen und kleinen Geschenken, und für Nini werden die Besuche bei ihm zu einem Rettungsanker in ihrem ansonsten trost- und lieblosen Leben. Aber auch diesen beiden Menschen gönnt die Autorin kein Glück…

Das Leben geht weiter in   Hun Jiang so wie in ganz China. Jeder ist sterblich, jeder ist austauschbar so wie Kai, die ihrer eigenen Nachfolgerin im Stadion zuhören muss. Was kümmern schon ein paar Verkrüppelte, ein paar Tote und Hingerichtete, was kümmern Menschen, die in Gefängnissen oder Lagern vor sich hinrotten…. nicht sehr viel….

Der Roman „Die Sterblichen“ ist kein schönes Buch, weil der Inhalt, das Thema, nicht schön sind. Es ist eine Auseinandersetzung mit einem  menschenverachtenden und -verzehrendem Regime, einem Regime, das auf Zerstörung des Menschlichen aufbaut und es durch Negatives ersetzt: Angst, Verrat, Willkür, Abschottung, Isolation, Heimtücke sind die herrschenden Stimmungslagen und Verhaltensweisen. Dies schildert Li sehr eindrücklich und anschaulich ebenso wie die rein materiellen Lebensumstände der Menschen, denen sie sich in ihrem Buch zuwendet. Und damit gelingt dem Buch etwas, was reine politisch-historische Darstellungen kaum können: es nimmt den Leser mit, es erreicht sein Gefühl, seine Seele.

Links und Anmerkungen:

[1] Wiki-Artikel zur Kulturrevolution
[2] ein paar kurze Hintergründe zur Biographie der Autorin aus der „taz
[3] China – Das Land der Hinrichtungen, youtube-videoclip
[4] Wiki-Artikel zur „Mauer der Demokratie

Yiyun Li
Die Sterblichen
Aus dem Amerikanischen von Anette Grube
diese Ausgabe: dtv, 384 S., 2012
Erstveröffentlichung: NY, 2007

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10 Responses to “Yiyun Li: Die Sterblichen”

  1. scarlett Says:

    Das scheint ein beeindruckendes Buch zu sein. Danke für den Tipp.

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  2. Also wenn ich die Sterblichen noch nicht gelesen hätte, wäre nach dieser Rezension aber allerhöchste Eisenbahn….. Dieses Buch war unter den Top Ten meines Lesejahrs 2010 http://elfboxbuecher.wordpress.com/2010/12/31/ruckblick-auf-ein-bewegtes-lesejahr-2010/
    Elfengruss

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    • flattersatz Says:

      2010.. das zeigt mir, daß ich dieses wichtige buch viel zu spät in die hände bekommen habe… es freut mich, daß wir zum gleichen urteil gekommen sind über diesen unaufgeregten, bewegenden roman.
      hab lieben dank für deinen besuch und den kommentar!
      fs

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  3. Danke für diese sehr überzeugende Rezension, das scheint wirklich ein sehr beeindruckendes Buch zu sein. Ich bin über die Autorin und ihren Roman in den letzten Wochen häufiger gestolpert, zum einen wird es von Ruth Klüger rezensiert und zum anderen wurde Yiyun Li unter die Top 20 unter 40 gewählt. Ich habe es mir auch bereits gekauft, war aber noch nicht zum Lesen gekommen (du kennst das wahrscheinlich, hier liegt einfach noch so viel anderes, was gelesen werden möchte oder auch gelesen werden muss).
    Nach deiner Rezension werde ich aber wohl möglichst bald zu dem Buch greifen.
    Liebe Grüße
    Mara

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    • flattersatz Says:

      ja, das kenne ich dieses gefühl, oh gott, daß wolltest du doch schon längst lesen.. in meiner entwurfsliste für den blog sind titel drin, die noch das januar-datum tragen… ;-)

      ich denke, die einstufung von Li unter die wichtigen autoren ist absolut gerechtfertigt, auch wenn man dazu natürlich die anderen kennen müßte… na ja, siehe oben, man kann nicht alles lesen. Für mich ist das buch insofern auch interessant gewesen, weil es in gewisser weise eine thematische Fortsetzung ist zu Dai Sijies: „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin„, das ja einige zeit früher in der kulturrevolution spielt. ich habe mir jetzt noch einen roman aus meinem regal gefischt, der zeitlich noch etwas später angesiedelt ist, „Schwere Flügel“ von Zhang Jie. die drei werke bilden dann meine ganz private chinesische trilogie… :-)

      ja, liebe mara, du hast recht: du musst „Die Sterblichen“ unbedingt möglichst bald lesen, ich bin auch auf deinen eindruck gespannt!

      liebe grüße dir auch
      fs

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  4. caterina Says:

    Ich habe den Titel seit geraumer Zeit auf meiner Wunschliste, ohne mich zu erinnern, weshalb. Womöglich habe ich damals bei Erscheinen eine euphorische Besprechung in irgendeinem Feuilleton gelesen. Dank deiner Rezension ist nun – bam! – alles wieder da, das Buch bleibt auf der Wunschliste (hin und wieder miste ich aus; manchmal finden sich dort Titel, die mich irgendwann mal aus irgendeinem Grund angezogen haben, die ich aber doch nie gekauft habe und die dann mit der Zeit ihren Reiz verlieren). Hoffentlich kann ich mich bald auch mal zum Kauf durchringen – nicht dass ich mich in ein paar Jahren wieder frage: „Was war das nochmal?“
    Zumal es wirklich mal an der Zeit wäre, mich mit chinesischer Literatur, Kultur und Geschichte zu befassen. Ich stelle nämlich mit Entsetzen fest, dass mir kaum ein chinesischer Autor oder Titel bekannt ist. Deine kleine „chinesische Trilogie“ scheint da ein guter Einstieg zu sein…

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    • flattersatz Says:

      Liebe caterina,

      wem würde das nicht so gehen…. auch ich blättere meinen wunschzettel ab und an durch und wundere mich über manche titel, die dort stehen und mir nichts mehr sagen: .. und tschüss! das ist eben so, da mach ich mir nichts draus. mehr wurmen mich schon die daten der entwürfe, die im dashboard auftauchen und bis januar zurückreichen, bücher, die ich angefangen hatte zu lesen, die mich interessierten, fesselten sogar und dann doch weggelegt wurden, für ruhigere stunden (die nun die letzten wochen wahrlich selten waren), die passende stimmung oder ähnliches.. manchmal muss man einfach abwarten und es ergibt sich vieles von selbst….

      ja, das thema „china“ ist sehr interessant und auch wichtig, ganz sicher wird china unser leben, direkt oder indirekt, mit beeinflussen, sei es nun ökonomisch oder auch hinsichtlich der umwelt. von daher ist es ganz bestimmt angebracht, sich mit dem land zu befassen. das, was ich „trilogie“ nannte, müsste ich eigentlich aufweiten zu einem quartett mit einem roman über das moderne china. vllt ergibt sich da ja was, mein wunschzettel beherbergt – glaube ich – da schon den einen oder anderen titel.. ;-)

      lg
      fs

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  5. Antje Says:

    Die Rezension klingt, als wäre der Roman echt was für mich. Wobei ich nicht so richtig sicher bin, ob die chinesische Dauerschwermütigkeit nicht doch sehr schnell aufs Gemüt schlägt. Manche Autoren haben einfach die Fähigkeit, die entwerfen eine Situation, lassen ein paar Charaktere miteinander interagieren und dann bläht sich in meinem Herz so ein Loch auf mit dem Gefühl „Oh mein Gott… ich würde mich ja jetzt erschießen“. Irgendwann tauche ich aus dem Buch auf und die Welt um einen herum ist plötzlich so farbentsättigt…

    Hattest Du solche Symptome beim Lesen auch? Wenn ja, überlege ich mir das nochmal, ob ich dieses Buch auf meinen Stack lege ;-) Wenn nicht, werde ich es riskieren.
    In jedem Fall danke für die Rezension.

    Viele Grüße
    Antje

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    • flattersatz Says:

      liebe antje, herzlichen dank für deinen kommentar und deine gedanken. meine gefühle bei solchen texten sind anders orientiert: ich sehe meine eigene umwelt, an der ich ansonsten vllt hie und da was auszusetzen habe, positiver und sehe eben, was und wo es nun wirklich mies ist. und bin dann ehrlich gesagt froh, daß ich hier bin und nicht dort. denn das, was zum beispiel in diesem roman beschrieben wird, ist ja mehr oder weniger realität (gewesen). insofern farbentsättigt sich meine umwelt nicht, im gegenteil.
      das andere gefühl, selbst so einer situation nicht gewachsen zu sein, kenn ich auch. ich tröste mich dann immer mit dem gedanken, daß ein roman die zeitkomponente nicht erfassen kann. was in einem text auf einer seite steht, kann in real ja einen zeitraum von tagen, wochen, monaten umfassen, einen genügend langen zeitraum also, um zu lernen, mit situationen umzugehen, sich in ihnen einzurichten – oder auch unterzugehen. man weiß es einfach nicht, und ich bin auf diese erfahrung sicher auch nicht erpicht!
      tja, das wird dir jetzt nicht weiterhelfen, ob du das buch auf deinen stack legst oder nicht… ;-)

      liebe grüße dir auch!
      fs

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      • Antje Says:

        Sag das nicht, lieber Flattersatz.
        Vielleicht animieren mich Deine Schilderungen, die Geschichte von Shan und der unterjochten chinesischen Bevölkerung etwas sinnstiftend aufzunehmen – und nicht so pessimistisch wie ich bisher mit düsteren Erzählungen verfahren bin. Also werde ich es einfach mal wagen :-)
        Mehr als nichtgefallen kann es ja nicht. Viele Grüße also und danke generell für so viele schön ausführliche Rezensionen über ungewöhnliche Bücher.
        Antje

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