Catalin Dorian Florescu: Jacob beschließt zu lieben

Das Banat ist dem Bücherfreund spätestens mit Herta Müller wieder in den Blickwinkel geraten, die aus einen Dorf dieser Region stammt, das in südöstlicher Richtung ungefähr so weit von Temeswar entfernt ist wie Triebswetter in nordwestlicher. Stand der Name Banat ursprünglich für Grenzegionen, die von einem „Ban“ (Herrn) beherrscht wurden, so ist die Gegend um Temeswar in Rumänien die einzige Landschaft, der der Name erhalten blieb. Uns sind diese Regionen mit „deutschen“ Emigranten bekannt von den Siebenbürger Sachsen und eben von den Banater Schwaben, obwohl der Begriff „Schwabe“ eher als Gattungsbegriff für die Immigranten des 18. Jhdts. zu sehen ist, denn diese kamen aus vielen Gegenden Deutschlands und auch den Grenzgebieten zu Frankreich, so wie auch die bei Florescu im Zentrum stehende Familie mit dem eingedeutschten Namen Obertin, der bei den Stammvätern der Sippe noch Aubertin lautete.

Doch wenn ich auch Müller anfänglich erwähnte, ihre Bücher und das vorliegende von Florescu sind nicht zu vergleichen. Müller konzentriert sich auf die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, auf die Lebensbedingungen der deutschen Minderheit im Banat, auf die Unterdrückung, die Bespitzelung und Pressionen des Geheimdienstes, wo sie schildert, was die Lebensumstände, die Kriegsbedingungen in den Menschen anrichten. Florescu dagegen bleibt an der Oberfläche seiner Personen. Er erzählt eine Familiengeschichte, die zwar immer auch in groben Zügen die politischen Entwicklungen zumindest der Zeit nach 1924 mit einbezieht, sie aber im wesentlichen als Kulisse nimmt.

In diesem Jahr 1924 kommt in einem dramatisch ausgemaltem Gewitter ein junger, abgerissener Mann ins banatische Dorf Triebswetter. Sein Auftreten ist trotz seines Aussehens dominant, seine Physis offensichtlich so beeindruckend, daß es weiterer Drohungen nicht bedarf. Schnell kommt er an das Ziel seiner Reise: die Familie Obertin, die nur noch aus Vater und Tochter besteht, ist durch Blitzschlag ausgebrannt. Zwar hat er während des Löschversuches seelenruhig im Haus des Apothekers, wo er sich eingenistet hatte, weiter gegessen, aber dann besucht er die zwei, die auf ihren geretteten Habseligkeiten sitzen und macht ihnen ein Angebot: Er, Jakob, ist gekommen, um Elsa zu heiraten und so an die Mitgift zu kommen. Die ist (den Verhältnissen entsprechend) ansehnlich, denn Elsa ist als junges Mädchen nach Amerika gegangen und von dort mit Geld zurückgekommen, das sie – so die nie bestätigte Vermutung aller – mit vollem Körpereinsatz verdient hatte.

Schon bald unterwirft sich Elsa ihrem Zukünftigen, der den Hof schnell wieder aufbaut, die Landwirtschaft mit dem (Schwieger)Vater zusammen übernimmt und sich überhaupt als sehr ziel- und ergebnisorientiert erweist. Die Tatsache, daß er damit unter Umständen anderen Menschen unterdrückt, ficht ihn nicht, was zählt, ist sein Wille und sein Erfolg. So zeigt er sich sehr enttäuscht, als Elsa ihm nach einigen Monaten Ehe, die nach seinem Willen unter dem Namen der Frau, Obertin, geschlossen wurde, einen Sohn gebiert, unter (so seine Ansicht) unwürdigen Umständen, nämlich im Kuhmist liegend vor den Augen einer Schar von Zigeunern, einen Sohn, der zudem noch kränkelnd und schwach ist, so ganz anders als er. So zieht er in Zweifel, daß dieser auf den Namen Jacob getaufte Schwächling sein Sohn überhaupt sei. Überhaupt die Zigeuner, sie spielen eine Rolle bei der Familie Obertin.. beim kranken Jungen versagen die Künste des örtlichen Apothekers, nur die Zigeunerin auf dem Hügel, die, die ihn auch zwischen den Schenkeln der Mutter hervorholte, kann ihn immer wieder gesund machen und verlangt als Preis dafür eine lebenslange Versorgung mit Lebensmitteln.

Jacob wächst heran. Es ist nicht so, daß der Vater ihn nicht auf dem Hof oder dem Feld versuchen würde anzulernen, ihm etwas beizubringen. Allein, der Knabe ist zu schwach, zu schwach sogar, den wöchentlichen Sack mit Essen zur Zigeunerin Ramina zu tragen, die oben auf dem Hügel sitzt und auf ihn wartet und ihm Geschichten erzählt. Nein, das macht Jakob schon, aber wenn der Knabe versagt, schlägt er ihn, prügelt er ihn, tritt er ihn… Jacob erduldet dies, seine Stärke ist das Ertragen dieser Qual des Vaters. Die Mutter kann nicht helfen, sie ist nur noch ein schwaches Abbild der Frau, die vor ein paar Jahren aus Amerika zurückkam, beten, ja, im Staub vor dem Kreuz liegend, das macht sie, aber helfen kann sie ihrem Sohn sowenig wie sich selbst.

Es gibt Rumänen und andere Ausländer im Dorf, aber sie werden von den „Schwaben“ gering geachtet und ignoriert. Ihre Situation bessert sich wahrlich nicht, als sich die Zeitläufte ändern. Der Gröfaz erschallt durch die Rundfunkempfänger und schwört alle Deutschen auf die glorreichen Zeiten ein. Sie beginnen spätestens, als man den ewigen Provokationen der Polen nicht mehr tatenlos zusehen kann und zurückschießt…. Nur Jakob, der sowieso als Dahergelaufener nicht richtig zum Dorf gehört und sich dort auch nie Freunde machte, misstraut der Kriegs- und Kampflüsternheit der anderen, er sieht sich als Bauer, nicht als Soldat. Es nutzt nichts, der Krieg kommt, er springt aus dem Volksempfänger in das Dorf, in das Banat… die Zigeuner werden an den Bug deportiert, um dort zu verrecken, Ramina gelingt es vorher aber noch, ihren Sohn Sarelo, der mit seinen blonden Haaren so garnicht nach Zigeuner aussieht, bei den Obertins unterzubringen, viel, viel Gold gibt sie dafür [6]…. Männer des Dorfes ziehen in den Krieg und kehren als Tote zurück, Bomben fallen und Jacob versteckt sich bei den Toten unter dem Schnee und wartet… sein Vater schließlich ruft ihn aus dem Versteck, er verrät ihn, seine 30 Silberlinge heißen Sarelo. Mit vielen anderen wird Jacob in einen Zug gesperrt und durch die eisige Landschaft gekarrt, er kann aber fliehen, findet Aufnahme bei einem Popen  und kehrt nach Jahren in der Gesellschaft von Skeletten und Knochen zurück in sein Dorf, in dem jetzt die Schwaben in den Gesindehäusern hausen müssen. So trifft er auch seine Eltern wieder und angesichts seines alt gewordenen, nicht mehr Furcht erregenden Vaters verfliegen alle Rachegefühle beim Sohn…

Im Dorf sehen die Schwaben jetzt, nach dem Krieg, keine Zukunft mehr für sich, im Gegenteil sie müssen fürchten, was auf sie zukommen wird. So werden Pläne geschmiedet, wieder zurück zu gehen, dahin, wo ihre Altvorderen vor fast 200 Jahren losgezogen sind, um das Banat zu beackern [5]. Und ein letztes mal vergreift sich Jakob an Jacob und zerstört dessen Zukunft… In gewissem Sinne sind diess Menschen nie angekommen im Banat, sie haben ihre Heimat, die sie verlassen haben, im Herzen, in der Sprache mitgenommen in das fremde Land. Und so wie das Land sie als die „Schwaben“ bezeichnete und auch ausgrenzte von anderen, blieben sie auch die „Schwaben“ mit dem Gefühl, was besseres zu sein als die anderen, die Serben und die Rumänen, die dort unter ihnen aber doch getrennt von ihnen lebten. So war es folgerichtig, daß sie dem Geschrei des Gröfaz folgten, freudig folgten sie ihm und sie gingen folgerichtig mit ihm unter.

In diese „aktuelle“ Geschichte der Familie Obertin, die zeitlich rund um den Zweiten Weltkrieg angesiedelt ist, flicht Florescu auch einen Rückblick auf die Geschichte der Familie ein. Fast schon mythisch beginnt er mit Caspar, einem Söldner, der sich im Dreissigjährigen Krieg, des Kämpfens müde geworden, von seiner Truppe entfernt, um in seine Heimat zurück zu kehren und zu sehen, ob der Hof der Familie noch existiert. Noch hat Caspar, der das Kriegshandwerk beherrscht, gut beherrscht, der grausam wüten konnte ohne Gewissensbisse, keinen Nachnamen. Den „erwirbt“ er erst, nachdem er sich auf seinem alten Elternhof angekommen wähnt und er die Familie, die jetzt dort wohnt, getötet hat. Nur die Tochter läßt er leben, ihren Namen, Aubertin, nimmt er an. In den zwei Jahrzehnten, bevor er schließlich durch ihre Hand stirbt, hinterläßt er Nachkommen, die diesen Namen weitertragen.

Einer von ihnen ist viele Jahre später Frederic, ein häßlicher, allein lebender, aber gesunder Mann, der sein Brot mit der Jagd auf Zigeuner verdient. Als ihm zu Ohren kommt, daß dort, weit, weit weg, in einer fernen Gegend, Siedler gesucht werden, die dieses Land urbar machen, reizt ihn das. Was hat er hier schon zu verlieren? Und so macht er sich aus Lothringen auf nach Ulm, wo Schiffe vollgestopft werden mit Mensch und Vieh, mit Habseligkeiten und Hoffnungen….. Die Fahrt die Donau hinab ist gefährlich und schließlich wird der entschlussfreudige und zupackende Frederic, der mittlerweile eine Frau gefunden hat, zum Anführer der Gruppe und bei einer der vielen Kontrollen wird aus Frederic Aubertin Frederick Obertin…. Das ist der Anfang des Ortes Triebswetter, in dem der Name Obertin, auch nachdem die Familie im Lauf der Zeit nichts besonderes mehr darstellt, immer einen besonderen Klang hat.

Das alles ist gefällig und gut lesbar geschrieben, mit kraftvollen Strichen gemalte Bilder, trotzdem habe ich lange gebraucht, bis ich einen Bezug zum Buch bekommen habe. Liegt es daran, daß der Geschichte eine positive Figur fehlt? Der Vater, Jakob, ist in seinen Handlungen brutal, rücksichtslos, einzig auf seinen Vorteil bedacht. Das Wort „Altruismus“ kennt er nicht, und wenn er es kennen würde, würde er es verlachen. Menschlich wird er eigentlich nur, wenn er in langen Nächten Uhren und Kameras auseinandernimmt und wieder zusammensetzt. Obwohl uns Florescu die Deutung nahelegt, Jakob sei so etwas wie ein Teufel, schließlich ist er mit Sturm, Blitz und Donner als Gesellen in Triebswetter erschienen und im Sturm wohnt bekanntlich der Teufel, fällt es mir dennoch schwer, ihn „böse“ zu nennen, denn ich sehe bei ihm nicht die Absicht, andere zu verletzen, ihnen zu schaden [7]. Aus der Sicht der damaligen Zeit in diesem harten und widerwilligen Land ist sein Verhalten wahrscheinlich keine Seltenheit, höchstens die Konsequenz, mit der er seine eigenen Ziele verfolgt, mag abstoßen.

Als sein Sohn Jacob nach einigen Jahren wieder zurück in das Dorf kommt, ist aus seinem so übermächtigen Vater ein alter, gebeugter Mann geworden. Leider verrät Florescu nicht, warum dies so ist nach wenigen Jahren. Mich hat es erstaunt, daß ein so kräftiger und harter Mann sich so verändern kann… Natürlich, sie leiden jetzt Hunger, wohnen im Gesindehaus, aber das kann eigentlich nicht der Grund sein für diesen Verfall… Ungewohnte Milde und Einsicht scheinen bei Jakob eingezogen zu sein…

Die Mutter Elsa, die einst die enge Grenze des Dorfes überwunden hat und nach Amerika ging, ist im gesamten Roman eine blasse und farblose Figur ohne eigenen Charakter. Was hat sie in Amerika erlebt? Florescu begnügt sich mit dem Hinweis darauf, daß sie darüber nie geredet hat… sie wird unter Jakob und bei Florescu zu dem Menschen, der in einzigartiger Weise leblos wie eine Puppe dastehen kann, so sehr sie in der Jugend die Grenze überschritten hat, so sehr hat sie sich jetzt zurückgezogen. Überhaupt ist dies ein „Männerroman“, die Frauen spielen kaum ein Rolle, sind schwach und gefügig oder treten nur als Randfiguren in Erscheinung. Ramina, die Zigeunerin, könnte als Ausnahme gelten, sie aber quillt mit zunehmender Leibesfülle heraus aus der Frauenrolle und übernimmt den Part eines Sehnsuchtshafens, in dem der aus der Kälte kommende Jacob Wärme und Geborgenheit tanken kann, an einem Leib, mit dem er sich wahrhaftig einhüllen kann.

Und Jacob? Auch er erregte bei mir eher Mitleid als daß ich ihn mochte. Selbst schwächlich, einen strengen und brutalen Vater, eine leblose, in sich zurückgezogene Mutter (beide zur Liebe unfähig), klammert er sich allwöchentlich einmal an die wärmende und (zeitweise) schutzbietende Fleischmasse seiner Geburtshelferin Ramina. Ihre Geschichten entführen ihn in ein Land jenseits der Trübnis seiner Kindheit, ihr Körper umfängt und schützt ihn, wenn er sich an sie drückt… ein magerer Ersatz für die fehlende elterliche Liebe und Zuneigung. Einzig der Großvater gibt ihm so etwas wie ein Gefühl der Geborgenheit, aber auch er kommt gegen den starken Jakob nicht an.

Nach seiner Deportation und Flucht reift Jacob, aus dem Schwächling wird im Lauf der Jahre ein kräftiger junger Mann, in dem sogar ein Funke Obertin wach wird: Der Wille, für sein Eigentum zu kämpfen. Doch der bricht schnell wieder zusammen angesichts der realen Verhältnisse, in die sich zu schicken Jacob wenig Probleme hat. In diesem Teil der Geschichte werden die Personen dichter gezeichnet, menschlicher. Der heruntergekommene Vater, den er früher gehasst, gefürchtet und bewundert hat – nein, kein Mensch mehr, an dem man Rache mehr üben könnte, in manchen Momenten sogar keimt das Gefühl, ihn vielleicht sogar lieben zu können…. ein wenig zumindest.

Das Buch endet mit einem letzten Verrat, noch einmal blitzt der eigensüchtige, mag sein, dann letztlich doch böse Charakter seines Vater durch: Während eine Vielzahl von Schwaben zurückgehen ins Land ihrer Vorväter [5], kann Jacob diesen Zug nicht begleiten. Auf ihn und seinen Vater wartet 1951 eine andere Reise… [4]

Links und Anmerkungen

[1] homepage von triebswetter
[2] Geschichte der Banater Schwaben: Wiki-Artikel, diesem ist auch das Bild des Bootes, einer „Ulmer Schachtel“, entnommen
[3] zum Schicksal der Banater Schwaben nach dem 2. Weltkrieg: www.banat.de
[4] Vertreibung/Deportation in die Bărăgan-Steppe: Wiki-Artikel
[5] Zur Ansiedlung Banater Schwaben in Frankreich: Wiki-Artikel
[6] Eine Situation wundert mich insofern, als daß jeder im Dorf Salero kannte, keiner Jakob leiden konnte und es eigentlich genügend Denunzianten hätte geben müssen, diesen Deal zu verraten.
[7] Ich merke, daß mein Verständnis vom Begriff „böse“ voll und ganz durch drei Bücher geprägt ist: durch Kevin, die 19 Minuten und durch das fünfte Kind. Oder gilt doch der Satz: Böse ist, wer böses tut?

Catalin Dorian Florescu
Jacob beschließt zu lieben
Beck, HC, 402 S., 2011

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9 Kommentare zu „Catalin Dorian Florescu: Jacob beschließt zu lieben

  1. Der Roman: „Jacob beschließt zu lieben“
    von Catalin Dorian Florescu:
    Das ist kein Geschichtsroman der Banater Schwaben, das ist kein Familienepos der Triebswetterer Familie Obertin, das ist eine Kriminalisierung unserer Ahnen und Vorfahren aus Lothringen,
    das ist eine Identitätsverfälschung der Banater Schwaben, das ist eine Schmähschrift gegen die Triebswetterer im Besonderen und Banater Schwaben im Allgemeinen!

    Jakob (mit k, die deutsche Schreibweise) ist der Böse und Üble
    und Jacob (mit c, die rumänische Schreibweise) ist der Liebe und
    Gute, sagt in meinen Augen alles aus. Der Autor spielt mit Identitäten, die er mit „einem“ Buchstaben verändern kann (siehe Thüringer Allgemeine).

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    1. Ich bin nicht gänzlich überrascht von Ihrem Kommentar, da ich die Diskussion um Florescu und seine Darstellung der Banater Schwaben bereits kannte. Es ist immer eine heikle Sache, werden historische Ereignisse und vor allem historische Namen kaum oder garnicht verfremdet, so daß persönliche Bezüge zu bestimmten Menschen/Familien/Orten kaum vermieden werden können.

      Für den Interessierten verweise ich hier noch einmal auf eine ausführliche Diskussion des Themas, ohne daß ich mir persönlich eine Meinung davon zu eigen mache:

      http://www.banatblog.eu/florescu-florescu-und-kein-ende/comment-page-1#comment-14085

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      1. Auf dem Banat-Blog kann es nicht um eine ausführliche Diskussion gehen, denn da nehmen Personen teil, die nicht zu den Banater Schwaben gehören- erst recht nicht zu den Triebswetterern- und daher weder die geschichtlichen Hintergründe noch die Identitätsmerkmale dieser kennen. Niemand kennt das Familienbuch der Triebswetterer, aus welchem der Autor die real existierenden Namen und die Kurzgeschichten, die ausnahmslos ins „negative aufpoliert“ wurden, entnommen hat. Warum wird hier in den Links und Anmerkungen nicht die richtige Internetadresse der Triebswetterer angegeben? Die literarischen Fähigkeiten des Autors interessieren mich im Anbetracht der unwürdigen Beschreibung unserer Vorfahren und der Verfälschung unserer Identität nicht mehr.
        Wieso kann Florescu das Dorf Triebswetter beschreiben, wenn er nur drei Stunden dort war, von Jakob Oberten- dem Bruder meines ehemaligen Nachbarn- das Familienbuch erhalten hat, auf dem Friedhof war, dort die Damas-Gruft gefudnen hat und anschließend das Zigenerviertel besuchte. Sein Hauptheld „Jakob ohne Name“ ist allem Anschein nach ein Zigeuner (nicht zu vergleichen mit jenen, die Alexandra besingt), der vermutlich gar nicht polizeilich registriert war, was wohl in der Gegend, wo sich „Zaira“ abspielt, normal war. Auf dem Banat-Blog hat kaum einer bemerkt, dass das „Maisbreiessen“ und die Verwendung von „Strohdecken“ nur ein Hinweis darauf sein sollte, dass die beschriebenen Personen aus dem Roman gar keine Triebswetterer oder Banater Schwaben sind.
        Abschließend würde ich die Diskussion auf dem Banat-Blog als „Nichts wissen aber große Klappe haben“, charakterisieren. Dasselbe gilt für manche Medien, die die Diskriminierung eines Dorfes noch bejubeln, obwohl sie sich ausreichend informieren könnten. Einseitige Berichterstattung bedeutet Volksverdummung. Und wenn unsere Hinweise auf die „Unzulänglichkeiten“ des Romans bei manchen Medien keinen Erfolg (oder dass manche unserer negativen Kommentare gestrichen werden) bringen, dann erinnert mich das an diese „menschenunwürdigen Regierungen“, wo Pressefreiheit nur ein Traum war. Freie Meinungsäußerung gilt auch nur für Florescu in seinen angeblich „fiktiven“ Roman. Lesen Sie weiter unter: http://www.hog-triebswetter.de/Roman.htm.
        Als Triebswetterer glaube ich, dass uns niemand etwas über diesen Roman vorhalten kann oder dass wir unsere Meinung ändern sollen.

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  2. Florescu ist zur Zeit der beste deutschsprachige Banater Autor und infolgedessen der beste Kenner aller Banater Ethnien.
    Die Einzelheiten sind unwichtig. Neben Herta Müller trifft er vorzüglich die Charakterzüge der Deutschen aus Westrumänien.
    Viele seiner deutschen Landsleute werfen ihm Detailuntreue vor, wobei sie selbst eine Kleinigkeit übersehen: Sie nennen sich seit geraumer Zeit “ Banater Schaben“ , obwohl sie keine schwäbischen Dialekte sprechen und genetisch wenig mit den Schwaben aus Deutschland zu tun haben.
    Es ist für alle eine Ehre, dass ein Topmann wie Catalin Florescu
    übers Banat schreibt.

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    1. Was haben Benno Schäfer und C.D. Florescu gemeinsam? Sie sind Söhne der Stadt Temeswar und somit ist es auch erklärlich, dass beide keine Ahnung von Banater Dörfern haben. Florescu erst recht nicht,- er ist mit 15 aus Temeswar „erneut“ geflüchtet und kennt jetzt plötzlich alle „Ethnien“ aus dem Banat. Er kennt aber Oltenien sehr gut, das beweist er in seinen beiden „Erstromanen“, die sehr glaubwürdig sein sollen. Daher kann er auch die „Charakterzüge der Deutschen aus Westrumänien“ kaum vorzüglich treffen, genau so, wie sie Herta Müller gar nicht treffen will, weil sie ja vom Zentralkommitee der Rumänischen Jungkommunisten auch einen Preis für dieses Schmutzwerk „Niederungen“ bekommen hat. Florescu hat keine deutschen Landsleute, daher kennt er auch keine Deutsche, Banater oder Triebswetterer Identität, so dass in all seinen Romanen nur die Rumänische „Ethnie“ vorkommt, aber aufs äußertste verunglimpft. Das darf nur eine bestimmte Sorte Rumänen: „Jene, die Ceausescu wie Vater und Mutter sehen“. Das mit dem Namen der „Banater Schwaben“ dürfte ein Temeswarer doch besser wissen als alle anderen „blauäugigen“ Europäer.
      „Es isr für alle eine Ehre, dass ein Topmann übers Banat schreibt“. Wieso, Herr Schäfer? Er schreibt gar nicht übers Banat! Wissen Sie das nicht? Besuchen Sie doch Mal Oltenien und lesen Sie den Roman/die Romane noch einmal! Wenn er für Sie ein „Topmann“ ist, dann stehen Sie auch noch immer auf „Ceausescu wie Vater und Mutter“. Oder?… Und das mehr als 20 Jahre danach. Und Sie sind Vertreter der Banater Schwaben?…

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  3. Lieber Franz Balzer, Sie sollten vom hohen Ross herunter kommen und ausnahmsweise mal was zum Thema sagen.
    Als Kenner Ihres Dorfes müssten Sie eigentlich wissen, wer Ihre Vorfahren waren, welche Mundarten sie sprachen.
    Waren Sie eigentlich schon im Ursprungsgebiet?
    Wenn Sie Sich die Geschichtsdarstellung der Deutschen aus Rumänien im Allgemeinen und der Deutschen aus dem Banat im Besonderen in den Ländern Rumänien bzw. Deutschland zu Gemüte führten, würden Sie schnell feststellen, das wir keine haben. Das ist die Realität. Wir existieren sozusagen gar nicht.

    Herta Müller und Catalin Florescu geben uns Konturen. Sie stellen uns so dar, wie wir wirklich sind, mit allen guten und weniger guten Eigenschaften. Herta Müller abstrahiert, ihre Figuren könnten überall im Ostblock gewesen sein.
    Florescu streift unsere Geschichte und erinnert an die Ursprünge.
    Das tut einigen überzeugten Möchtegernschwaben weh.
    Solange wir im tiefen Osten lebten, konnten wir, genau wie die Siebenbürger Möchtegernsachsen, jedem erzählen, was wir wollten. Im Westen zucken viele mit den Schultern, wenn sie unsere Storys hören. Deshalb sollten wir tief in uns kehren, die historischen Realitäten akzeptieren und alles, was wir früher zum Besten gaben, gelassener betrachten. Keinem wird ein Zacken aus der Krone fallen.

    Also, Herr Balzer, weshalb nennen Sie Sich nicht Banater Elsässer oder Lothringer?

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    1. Wieso vom „hohen Ross“? Wer sitzt hier auf dem hohen Ross? Sind es nicht die „Individuen“, die schockiert sind, wenn man ihnen Missbrauch der Pressefreiheit vorwirft, die aber selbst derart lügen, dass es in der Geschichte der Menschheit kein Beispiel gibt? Oder doch: Bei den ehemaligen Altkommunisten aus dem ehemaligen Ostblock, von welchen ich dachte, dass sie mehr als 20 Jahre danach „ausgestorben“ sind. Und warum soll ich mich „Banater Elsässer oder Lothringer“ nennen? Wer will das? Ein Reinrassiger? Meine Vorfahren kommen aus Süddeutschland und Lothringen, sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits, und so fall ich schon mal nicht in die Kategorie „Inzucht“, die bei Herta Müller in den vom ehemaligen Kommunistischen Jugendwerk preisgekrönten „Niederungen“ so toll beschrieben wird. (Das hier ist mein letzter Kommentar-letzte Antwort- zu den Lügen und Beleidigungen, die Sie in der Welt mit Ihren „fiktionalen“ Feststellungen, die zum Teil auf „bewusstes Unwissen oder Irreführen“ beruhen, verbreiten.)
      Warum soll ich „ausnahmsweise“ als „Kenner der Geschichte“ meines Dorfes mal was „zum Thema“ sagen? Ich kenne die Geschichte der Ansiedlung meines Dorfes sehr gut. Und ich kenne auch den Inhalt des Familiensippenbuches („Das Treffil-Buch“) sehr gut und kann Ihnen Seite für Seite oder Satz für Satz aufschreiben, welche Namen und welche Geschichten der große Romanciero Florescu daraus entnommen und aufs äußerste ins Negative verdreht hat. (Das können Sie aber bereits auf der Internetseite der HOG-Triebswetter nachlesen.) Ich kenn auch den (wehrlosen Rentner und) Hauptprotagonisten Jac/kob Oberten (Jakob als Banater Schwabe und Jacob in seinem rumänischen Ausweis) persönlich und kenn auch unser Grundgesetz und mein Thema ist: „übelste Persönlichkeitsverletzung“ Jakob Oberten gegenüber und „Volksverhetzung der Triebswetterer“ einschließlich der Verunglimpfung des Antlitzes von Toten durch den Autor sowie „Verleumdung und Diskriminierung“ der (Triebswetterer) Kritiker durch unsere „freie“ und volksverdummende Presse. (Was sowohl C.D. Florescu als auch H. Müller schreiben sind keine „Texte voller Sinnlichkeit“ und das Lesen bereitet auch „keine Erkenntnisse fördernde Vergnügen“. Oder doch! Für Rassisten! Oder für ehemalige Rumänische Nationalkommunisten der ersten Stunde! (Näheres finden Sie ebenfalls auf der Internetseite der HOG-Triebswetter.)
      „Waren Sie eigentlich schon im Ursprungsgebiet?“ Sie werden hören und staunen. Ich war dort (in Lothringen und nicht im Elsass, wie Sie es meinten) und fand Leute, die behaupten, dass sie „platt reden“. Da fand ein Festival „Mir rede platt“ statt, zu welchem auch Leute aus dem Banat eingeladen waren und es gab zwischen uns Triebswetterern und den Lothringern überhaupt kleine Verständigungsschwierigkeiten. In der Banater Post und auf der Internetseite der Triebswetterer wurde darüber berichtet. Nur wurde die Internetseite der HOG in jener Zeit (März/April 2010) von Viren verseucht. Damals wusste ich nicht, wer dafür verantwortlich sein könnte, aber heute denke ich anderes darüber… Fast zeitgleich wurden im Internet Triebswetterer Publikationen (die Familienbücher von Lothar Renard und Peter Treffil sowie die Back- und Kochbücher der Triebswetterer Hochzeitsköchin Rosina Frecot) von anonymen „Experten“ diskreditiert. So schrieben (Möchtegern)Amerikaner, dass die Familienbücher nicht „wissenschaftlich“ verfasst wären, nur ihre eigenen würden diesem Vergleich standhalten. Wie kommen Amerikaner an genaueren (wissenschaftlichen) Familiendaten als die Triebswetterer selbst? Florescu sprach in einem Interview von rumänischen Informanten…
      Über die „Geschichtsdarstellung der Deutschen aus Rumänien“ müssten Sie, als Nachkomme von Marienfelder (Teremia Mare, Banat) Schwaben besser bescheid wissen, als Sie es hier darstellen. Ich will Ihnen mal helfen, Ihre Erinnerungslücken etwas aufzufrischen. Wir versetzen uns mal zurück in die Vergangenheit: Anno Domini 1950 (da wo Florescus Roman endet, über welchen er so genau recherchiert haben will). Was steht über die Banater Schwaben in den Geschichtsbüchern der Rumänischen Nationalkommunisten (sie nannten sich Kommunisten aber waren/und sind noch immer Nationalisten, heute erst recht, genau so wie im ehemaligen Yugoslawien, in der ehemaligen Sowjetunion, usw)? Was steht über die Ansiedlung der Banater Dörfer in den Geschichtsbüchern aus jener Zeit? Null Komma Nichts dividiert durch vierzehn. Woher sollen die jüngeren Banater Schwaben ihre Geschichte auch kennen (wenn sie sich nicht hier in Deutschland dokumentiert haben, was wohl die meisten NICHT taten)? Alle Publikationen wurden von der Securitate genauestens minutiös zensiert. Und wer machte das in den Medien? Genau, die Kulturredakteure! (Und die machen es heute immer noch.) Und jetzt kommt genau einer von jenen, die mit aller Macht versuchten, die Geschichte der Banater Schwaben zu verheimlichen und stellt sich als Kenner- angeblich hat er auch noch recherchiert- der Geschichte der Banater Schwaben allgemein und der Triebswetterer speziell- dar. Soll das wirklich glaubwürdig sein? Oder sind unsere Medien noch nicht weiter?…
      Anno Domini 1980. Florescus Schuljahre in Temeswar (wo Sie, Herr Schäfer, auch die Schulbank drückten, vielleicht aber nicht zur selben Zeit). Und was Florescu in jener Zeit lernte, können Sie in seinem Erstlingsroman nachlesen: Es „machte uns Spaß“, von der Geschichtslehrerin „immer wieder zu hören“, wie „unsere Vorfahren gegen die Barbaren heldenhaft gekämpft“ haben. (In dieser Hinsicht müssen ja die Banater Schwaben oder die Donauschwaben, wie man sie noch nannte, egal wer ihnen den Namen gab, auch als Eindringlinge und Barbaren auf das Rumänische Gebiet, obwohl das Gebiet damals nicht zu Rumänien gehörte, von Florescu angesehen worden sein.) In dieser Zeit waren wir aber mitten in der Freikaufaktion (die Deutsche Regierung hat die Deutschen aus Rumänien aus der kommunistischen Knechtschaft „frei“ gekauft.), wobei der „Conducator“ und seine Partei gleichzeitig über die Republik-Flüchtigen schimpfte: Verräter, Verbrecher, Überläufer, was sich später in Florescus Roman über die Lothringer, die ihre alte Heimat mit Blut an den Händen verließen, niederschlug, der ergänzend noch hinzufügte: Brandstifter, Selbstmörder, Geiselnehmer, Vergewaltiger, die, die ihr eigenes zu Hause nicht mehr erkannten und zu Mördern wurden, usw.
      Anno Domini 1982. Das Jahr- Mitten in der Freikaufaktion- in welchem der 15-jährige Florescu „erneut“ flüchten konnte und zwar mit PKW, Dachgepäckträger und Anhänger und das ohne Kontrolle, wobei man anderen das Auto auseinander nahm. Das war nur möglich, weil der Vater „getrocknete Gräser“ aus der Oltenischen Tiefebene über das Gepäck streute.
      Und wie erging es Herta Müller, der ausgebildeten Deutschlehrerin? Die Deutschen zogen alle weg, sie wollte es aber anfangs nicht tun (was ihr nicht vorzuwerfen wäre) und so „rächte“ sie sich trotzdem mit den (angeblich stark zensierten) „Niederungen“ 1982 an ihre Landsleute, die in Deutschland in ein schlechtes Licht gestellt werden sollten, was auf der Linie der Securitate, der Rumänischen Kommunistischen Partei und Führung lag und was ihr schließlich bei einigen Hohlköpfen hier in Deutschland auch gelang. (1984 wurden die „Niederungen“ in Deutschland gedruckt und hier fehlten dann gerade mal 4 Kapitel. Wo wurde nun das Werk zensiert? Herta Müller durfte sogar mehrere mal mit dem Segen der Securitate nach Deutschland, um ihr Schmutzwerk vorzustellen. Da haben wohl auch irgendwelche „getrockneten Gräser“ geholfen? Oder?)
      Und so komme ich zu „das ist die Realität. Wir existieren sozusagen gar nicht“. In den kommunistischen Rumänischen Geschichtsbüchern haben wir keinen Platz, weil wir aus der Sicht bestimmter Leute keinen Platz haben dürfen. Die Zigeuner gibt es heute auch nicht mehr. Alle sind Rumänen. Und in den Medien heißt es immer wieder: „Zwei Rumänen haben… usw, usw“.
      „Herta Müller und Catalin Florescu geben uns Konturen. Sie stellen uns so dar, wie wir wirklich sind“. Ich wiederhole mich nur ungern, aber manchmal muss es sein, jetzt z.B.: Verräter, Verbrecher, Überläufer, die , die ihr eigenes zu Hause nicht mehr erkannten und zu Mördern wurden, Brandstifter, Selbstmörder, Geiselnehmer, Vergewaltiger, usw (alles auch bei Herta Müller in „Niederungen“, vielleicht doch ein besonderer „Copy-Shop?). Mit diesen beschriebenen Eigenschaften fühle ich mich nicht angesprochen, höchstens beleidigt, auch wenn das eine Fiktion sein soll. Von meinen Marienfelder (und Banater aus anderen Orten) Freunden und Schulkollegen vom Gymnasium in Temeswar kenne ich solche „Konturen“, wie wir „wirklich“ sein sollen, auch nicht. Wie kommen Sie überhaupt darauf? Eigene Erfahrungen?
      „Herta Müller abstrahiert, ihre Figuren könnten überall im Ostblock gewesen sein.“ Dieses Zitat ist falsch! Es heißt, dass es überall im Banat gewesen sein kann, weil keine Familiennamen und kein Ortsname, zum Unterschied zu Florescu, verwendet wurden. Betrachtet man es aber genauer, dann gibt es Geschichten, die keineswegs in Banater Dörfern stattgefunden haben. (Auch das „Schwäbische Bad“ nicht, wo es am Ende heißt, dass das „Wasser um den Abfluss herum kreiste“, bis es abfloss. Zu jener Zeit gab es in den Banater Dörfern noch keine Wasserleitung und keine Kanalisation. Wie konnte das Wasser dann um den „Abfluss kreisen“? Wo gab es damals im Banat Grabredner (Pfarrer sind nicht gemeint)? Und wo warf man Steine in das Grab?
      „Florescu streift unsere Geschichte und erinnert an die Ursprünge.“ Florescu verwendet unsere Geschichte, um sie mit seinen „fiktionalen Realitäten“ zu verfälschen. So waren unsere Vorfahren aus Lothringen keine Söldner des 30-jährigen Krieges und auf den Umsiedlungsfahrten auf der Donau gab es keine Mörder, die auch noch den Ort Triebswetter (als Zivilisationsstifter) gründeten, wie in Florescus Roman. Kein Banater Schwabe hatte je als Halbbruder einen Zigeuner, nie wurde eine Zigeunerin als Hebamme gerufen, um eine Geburt auf dem Mist zu betreuen und kein Vater verriet seinen Sohn an die Russen, damit er deportiert werden konnte (das kommt nur in Bogart-Filmen vor). Ganz zu schweigen vom unzivilisierten Fressen und Saufen (… „er riss den Teig aus dem Brot“ und „stopfte sich den Mund“ mit Wurstscheiben und getrocknetem Maisbrei voll). Das ist weder unsere Geschichte, noch sind es unsere Ursprünge. Das ist auch keine „Fiktion“, das ist Volksverhetzung.
      „Möchtegernschwaben“ und „Möchtegernsachsen“ sind zwei spezifische Ausdrücke von Leuten, die es diesen zwei Bevölkerungsgruppen nicht zugestehen (wie auch die Rumänischen Nationalkommunisten) möchten, dass sie sich des „Deutschtums“ bekennen (Deutschtum muss nicht Nazi bedeuten, sonst haben wir in Deutschland über 70 Millionen Nazis). Darüber habe ich schon vorher einige Worte verloren. Niemand aber auch niemand von diesen Leuten möchte Schwabe oder Sachse sein. Es heißt immer wieder „Donauschwaben“ oder „Banater Schwaben“ und „Siebenbürger Sachsen“. Und sprachlich findet man parallel zu allen Banater Dörfern Orte in Deutschland, wo heute noch die Umgangssprachen verglichen werden können und wo man sehr viele Parallelen findet. Triebswetter ist aber ein Beispiel dafür, dass man mehrere Orte aus Süddeutschland, der Pfalz und Elsass-Lothringen findet (genaue Angaben finden Sie auf der Internetseite der HOG-Triebswetter).
      „Wir konnten jedem erzählen, was wir wollten. Im Westen zuckten viele mit den Schultern, wenn sie unsere Storys hörten. Deshalb sollten wir … die historischen Realitäten akzeptieren“ Da kann ich nur ergänzen, dass das Schulterzucken auf „Ahnungslosigkeit“, „Interessenlosigkeit“ und „Unwissen“ über Tatsachen der aktuellen Geschichte zurückzuführen ist (wer nichts weiß, kann auch keine eigene Meinung haben). Dort konnte man nicht „billig“ Urlaub machen, daher weiß man nichts und versteht auch nichts von diesen Geschichten. Welche historischen Realitäten sollen wir akzeptieren? Die „fiktionalisierten Realitäten“ der beiden Schmutzwerkschreiber über Triebswetterer und Banater Schwaben, des Duos Müller & Florescu?
      Was schreibt der Guttenbrunner Alexander Graf in seinem Buch:
      „Auf der Suche nach unseren Wurzeln, Anfang und Ende der Odenwald Gemeinde Guttenbrunn“
      „In der sozialistischen Ära hat man versucht die Leistungen unserer Vorfahren klein zu reden, einige Schriftsteller haben sich nicht gescheut das Menschenbild der Schwaben verzerrt, ja falsch darzustellen. Aber es gab und gibt auch Ausnahmen, so in dem Buch „Ghidul Banatului“ von Dr. Emil Gradinariu und Jon Stoia-Udrea (zitiert bei Hans Herrschaft [27])“.
      Rumänische Sprache: „Svabii… neam foarte harnic si foarte econom in scurt timp si-au creat o stare materiala dintre cele mai bune… Sunt admirabili gospodari, cea mai mare mandrie a lor o constituie belsugul holdelor si frumusetea animalelor de munca.” Zu den Schwabendörfern heißt es “sate svabesti cu gospodarie ordonate.”
      Deutsche Übersetzung: „Die Schwaben sind ein fleißiges Volk und haben mit ökonomischem Sachverstand in kurzer Zeit eine ausgezeichnete materielle Basis geschaffen … Sie sind bewundernswerte Landwirte und ihr größter Stolz sind ihre ertragreichen Felder und die gepflegte Schönheit ihrer Arbeitstiere“. Zu den Schwabendörfern heißt es: “Die schwäbischen Dörfer mit gut ausgestatteten, ordentlichen Bauernhöfen“.
      Leider gibt es heute- mehr als 20 Jahre nach dem Fall der letzten kommunistischen Bastion in Osteuropa- noch solche Leute, die das Gesamtbild der Banater Schwaben falsch und verzerrt darstellen wollen, die von einer Gruppe (mehr oder weniger) “ahnungsloser“ Mitstreiter, die Experten für Literatur sind aber vom eigentlichen Inhalt und Thema keine Ahnung haben, unterstützt werden. Wirklich Ahnungslose?…

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  4. Im Kommunismus gibt es keine Schönen und Guten, nur Überlebenskampf, Angst und ein bisschen Hoffnung, so wie HM es
    gebracht hat. Ihr Erstwerk „Niederungen“ kann man getrost als
    Geburtsurkunde der Dorfdeutschen aus Rumänien sehen. Wäre ihr Augenmerk mehr auf die Herrischen, die Stadtdeutschen, gefallen, sähe das Bild noch verzerrter aus.

    Zu Ihrem Loblied auf den Fleiß der Dörfler: Auch ich hatte das Vergnügen in den 70ern, in den langen Sommerferien mit der
    Piroschkaromantik vorlieb zu nehmen. Die damals junge Generation, die Vorruheständler von heute, wollte doch mit dem
    Bauerndasein nichts zu tun haben, keiner hatte Schmutz unter den
    Fingernägeln. Oder können Sie eine Kuh melken? Viele begriffen, das Wissen eine mögliche Überlebensstrategie war, siehe HM, die
    Hochdeutsch sprach und sich abnabelte.

    Was den Begriff “ Banater Schwaben“ anbelangt, reden wir aneinander vorbei. Wir sind uns doch hoffentlich einig, dass HM einen völlig anderen Menschenschlag beschreibt als Adam Müller- Guttenbrunn. Und sie liegen gerade mal 3 Jahrzehnte auseinander. Als unsere Vorfahren im Banat ausgesetzt wurden, konnten die herumstehenden Zigeuner, Serben und Wallachen nicht so recht was mit ihnen anfangen. Sie wurden wie in ganz Osteuropa „Schwaben“ genannt, ein Sammelbegriff für deutsche
    Dialekte sprechende Zeitgenossen. So gut wie keiner kam tatsächlich aus Schwaben und schwäbische Dialekte sind nicht
    überliefert. Es setzten sich moselfränkische und noch intensiver
    rheinfränkische Dialekte durch, unabhängig davon, wer die Dörfer
    bewohnte. Selbst in Gegenden mit einem Anteil von über 80%
    Lothringern oder Elsässern setzte sich das Rheinfränkische durch.
    Ihre Urgroßväter würden sich im Grabe herumdrehen, beschimpften Sie sie als Schwaben.
    Aus dem Spitznamen wurde Ende des 19. Jh. ein Identitätsbegriff
    für die Dörfler. Anfang des 20. Jh. wurden alle Zeppelpolkatänzer
    von den Budapester Tschipesern mit einem neuen Kunstbegriff,
    dem der „Donauschwaben“ einverleibt. Uhhhh Ahhh. Es lebe Grossungarn!

    Jeder, der ein bisschen historischen Spürsinn hat, distanziert sich
    von diesen Verrenkungen. Ihnen ist schon klar, dass Sie kein
    Geburtsschwabe sondern ein NENNschwabe sind, deshalb sprach ich weiter oben von „Möchtegernschwaben“.

    In Deutschland oder Westeuropa sollten wir uns neu sortieren und
    für eine klare Begrifflichkeit sorgen. Da wir zum deutschen Kulturkreis gehören und so gut wie alle Hochdeutsch sprechen,
    ist es nicht falsch, wenn wir uns als Deutsche aus Rumänien bezeichnen. Mit beiden Begriffen kann der Europäer was anfangen. Die Herrischen haben das längst erkannt und auch die
    Berglanddeutschen aus Reschitz und Wolfsberg distanzierten sich bereits Anfang der 80er von den “ Banater Schwaben“.
    2016 soll in Berlin im „Zentrum gegen Vertreibungen“ jeder deutsche Volksstamm aus dem Osten seine Geschichte zum
    Besten geben. Ihr Dörfler fährt einen historischen Kamikazekurs,
    der auf der großen Bühne zum Scheitern verurteilt ist, siehe
    die Zwischenstationen “ Erzwungene Wege“, “ Die Gerufenen“ und
    „Angekommen“, alles Wanderausstellungen ohne banatdeutsche
    Beteiligung. Pfui. Ein geistiges Armutszeugnis.

    Und zu guter Letzt zu unserem Freund Florescu: Ich hatte das Vergnügen, mich mit ihm auszutauschen und kann Ihnen versichern, das er keinen Leninorden verdient.
    Was die Deutschen aus dem Banat anbelangt, überwiegt der Respekt, auch für Euch Degenerierten. In welchem Universum
    findet sich ein Freiwilliger, der einen literarischen “ Banater James Bond“ schafft? Wer konnte schon von sich behaupten, kein
    Muffensausen vor einer Deportation zu haben, siehe Jakob mit“C“.
    Subtil, nicht wahr?

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  5. Vor ein paar Stunden erhielt ein weiterer Banatdeutscher,
    Stefan Hell aus Sanktanna/Arad den Nobelpreis, diesmal
    für Chemie, der ebenfalls das deutsche Gymnasium( Lenauschule)
    zu Temeschburg/Timisoara besuchte. Ob er wohl Florescu gelesen
    hat?

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