Garry Disher: Niederschlag

„Niederschlag“ ist der letzte Disher-Band über seinen Helden, den Berufsverbrecher Wyatt. Ich habe das Büchlein durch Zufall gefunden und da mir „Willkür“ noch in guter Erinnerung ist, natürlich mitgenommen….

Wyatt ist müde geworden. Offensichtlich setzt die Handlung dort an, wo der Vorgängerband aufgehört hat. Mit der Polizistin Liz Redding an Bord seiner Yacht legt er im Hafen an und macht sich aus dem Staub, nachdem er diese trotz ihrer kurzen Liaison betäubt hat. Er nimmt Kontakt zu einem Versicherungsagenten auf, um diesem gestohlene Schmuckstücke zum Wiederkauf anzubieten. Offensichtlich wird er aber verraten, denn beim Treffen der beiden taucht Polizei auf. So ist Wyatt wieder mal auf der Flucht, weil es einfach trotz bester Planung immer wieder Unwägbarkeiten gibt, die man nicht im Griff hat….

Parallel dazu wird sein Neffe Raymond in die Geschichte eingeführt. Dieser überfällt Provinzfilialen von Banken und macht durch eine gewisse Souveränität von sich reden.

Zufällig begegnen sich die beiden Wyatts. Da Raymond für einen Fischzug, der ihm angeboten wurde, einen Partner braucht, fragt er Wyatt, ob dieser mitmachen will. Nach einigem Zögern willigt er ein, obwohl er seinem Neffen gegenüber Vorbehalte hat. Nicht zu Unrecht, denn dieser sagt ihm die ganze Wahrheit…

Die Sprache des Buches ist kurz, prägnant, ohne Floskeln. Die Dinge werden beim Namen genannt, nicht groß analysiert. Es wird geplant und die Pläne gehen schief, weil man eben nicht alles planen kann, weil jeder der Beteiligten seine eigenen Ziele hat, die er für sich behält und die den ganzen Coup durchkreuzen können. Es wird getötet, wo es sein muss, darum wird nicht viel Aufhebens gemacht. Aber trotz seiner Klasse als Verbrecher ist Wyatt immer noch da, wo er mal angefangen hat. Er hat keine Millionen zurückgelegt, er ist einsam und allein und daß er Gefühle haben kann, wie er sie für Liz entwickelt und spürt, verwirrt ihn. Die die so denken wie er, sind tot. Die Welt, seine Welt, wird immer mehr von Junkies und Chaoten beherrscht, er gehört einer aussterbenden Spezies von Verbrechern an.

Wenn ich mal von der anfänglichen Verwirrung bei mir absehe, weil Disher zwei Wyatts auftreten läßt und diese auch bei ihrem Namen nennt (bis er beim Neffen konsequent zu Ray(mond) wechselt), ist es eine schnörkellose, geradlinige Geschichte mit Helden die scheitern, weil sie scheitern müssen, die sich ein wenig wie Hamster im Laufrad abmühen, aber nicht von der Stelle kommen…. Verbrechen lohnt sich bei Disher nicht wirklich…..

Facit: nach einer kleinen Anlaufphase sehr spannend

Garry Disher
Niederschlag
Pulp Master; 2008, Tb, 243 S.
ISBN-10: 3927734373
ISBN-13: 978-3927734371

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