Simon Beckett: Leichenblässe

Becketts Thriller: hochgelobt und sicher auch richtige Verkaufsschlager. Ich bin ja nicht so begeistert und habe doch jetzt schon vier von ihnen gelesen. Warum? Erstens bin ich einfach der Zweitverwerter, ich bekomm die Bücher quasi geschenkt… zum zweiten: sie sind ohne jeden Zweifel spannend geschrieben, lassen sich gut lesen und als Abwechselung so zwischendurch.. Oje, jetzt habe ich ja das Facit schon geschrieben, bevor ich überhaupt was zum Buch gesagt habe….

Holen wir es einfach nach, ganz kurz. Nach seinem letzten Fall, den Hunter ja nur knapp überlebte, ist dieser von Selbstzweifeln geplagt und seelisch traumatisiert. Aber es ist ja „lonesome-wolf-its-hard-to-be-a-hard-man“ Hunter, Therapien sind was für Warmduscher. Dann lieber jeden Abend im Selbstmitleid gebadet und schweißüberströmt im Bett hochschrecken. Und dieses Bett steht für diesen Roman in Tennessee, wo Hunter bei seinem alten Lehrer Liebermann hospitiert, um bei dieser Gelegenheit auch über sein Leben nachzudenken. Aber bevor es zu philosophisch wird, spult Beckett sein erprobtes Schema ab: (i) ein Mord jagt den nächsten, (ii) nichts ist so, wie es aussieht, (iii) nichts ist so wie es scheint, (iv) ist überhaupt irgendwas?.. na ja, (v) auf jeden Fall ist im Show-Down nicht mehr allzuviel Zeit, es knäult sich etwas….. Beckett scheint überhaupt unter dem Zwang zu stehen, immer noch einen drauf zu setzen, in der Zahl der Opfer, in der die Glaubwürdigkeit übersteigenden Häufung von Zufällen, in der Verkennung der Verdächtigen….

Gesucht wird jedenfalls ein Täter, der offensichtlich ein Spiel spielt mit den Forensikern, Leidtragende sind die mit großer Raffinesse zu Tode Gefolterten, mit denen der Thanatophile sich ein besonderes Anliegen erfüllen will. Insofern gibt es eine Menge appetitlicher Details aus dem Vergehensprozess von Leichen, die üblichen ermittlungstechnischen Sackgassen, auch menschlich stimmt nicht alles und last not least ist Hunter in der Sinnkrise.. aber das sagte ich ja schon …. über alles dann eine Einheitssauce psychologischer Platitüden .. und das ist es dann.

Facit: siehe oben. Spannend ist es, gut geschrieben, gut zu lesen. Und schnell zu vergessen.

Link: wer eine etwas ausführlichere und sachlichere Inhaltsangabe sucht, kann sich in der wiki informieren…

Simon Beckett
Leichenblässe
Wunderlich, 2009, HC, 416 S.
ISBN-10: 3805208669
ISBN-13: 978-3805208666

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