Veit Heinichen: Totentanz

Wie schon des öfteren habe ich wieder mal den aktuellsten Band einer bestehenden, nicht aber den ersten einer wachsenden Reihe von Krimis, hier um den Triester Commissario Proteo Laurenti, in die Hand bekommen.. na egal, dann kann ich eben den Vergleich mit den Vorgängern nicht ziehen und „muss“ diesen fünften Fall des Commissario als solchen für sich nehmen.

Triest, die Stadt an der nördlichen Adria ist Schauplatz der Krimireihe. Dort arbeitet Laurenti als „Vize Questore“ (stv. Polizeidirektor) und ist mit Mordfällen beschäftigt, die auch oft in den Berich der Organisierten Kriminalität hineinreichen.

In Triest grenzt der Balkan, das ehemalige Jugoslawien an Westeuropa. Dementsprechend groß ist das soziale und wirtschaftliche Gefälle auf beiden Seiten der Grenze und aus diesem Gefälle ziehen eine Menge Leute in zum Teil großem Stil Gewinn, ohne sich da weiter um gesetzliche Regelungen zu kümmern. In diesem Band geht Heinichen insbesondere auf den regen Grenzverkehr ein, dem Sondermüll unterliegen kann, der durch einfache Umdeklarationen zu einem begehrten Wirtschaftsgut wird, mit der entsprechenden Gewinnspanne.

In einem Konsulat wird eine unbekannte Schöne niedergeschlagen und schwebt zwischen Leben und Tod. Bei der Untersuchung dieses Verbrechens gerät der Commissario ohne es zu wissen oder es gar zu wollen in den Umkreis seiner Intimfeinde (aus den vorangegangenen Bänden..), dem Geschwisterpaar Drakic. Diese sind dabei, mehrere große Geschäft durchzuziehen, ausserdem haben sie mit Laurenti noch eine alte Rechnung offen, die sie jetzt begleichen wollen. Laurenti und seine Familie werden zum Abschuss freigegeben.

Zu Laurentis Team gehört sein neuesten Giuseppina Cardareto, die aus Kalabrien in den Norden versetzt wurde. Diese ist sehr ehrgeizig, kombiniert schnell, ist dank Kickboxtraining schlagfertig und bereit Risiken, einzugehen. Sie ist es auch, die die bis dahin unerkannte Tatjana entlarvt und damit die Karten im Spiel neu mischt, ebenso geht der Plan, der zum finalen Showdown führt, auf sie und ihre Initiative zurück.

Heinichen porträtiert seine Wahlheimt in seinen Krimi liebevoll, aber nicht ohne auch kritische Untertöne. Die allerorten bekannte Bürokratie herrscht natürlich auch in Triest, die menschenunwürdige Behandlung von ausländischen Einwanderern bzw. Illegalen auf dem Arbeitsmarkt etc pp. Einen Handlungsstrang widmet er der Industriespionage und Waffen, Waffen, Waffen sind in der Nähe des Balkans immer ein Thema.

Facit: ein spannernder Krimi, ohne jeden Zweifel.

Links:

Die Proteo Laurenti-Filme im Fernsehen

Veit Heinichen
Totentanz
dtv, 2009, 320 S.
ISBN-10: 342321161X
ISBN-13: 978-3423211611

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