Gary Disher: Willkür

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Wyatt, die Hauptperson der Story, ist ein mit allen Wassern gewaschener Berufsverbrecher, der Gewalt gerne vermeidet, sich aber nicht scheut, sie anzuwenden, wenn es notwendig wird. Im Lauf der Geschichte, in der nur Gangster auftreten, wird einem Wyatt fast schon sympathisch mit seiner Zielstrebigkeit, seinen Prinzipien und seiner Gradlinigkeit, die im krassen Gegensatz steht zu den meisten anderen auftretenden Figuren.

Er hat in Melbourne mit den „Mesics“, einer Autoschieberbande auf dem absteigenden Ast, noch eine Rechnung offen, aber sein Problem ist, daß er selbst vom „Syndikat“ aus Sydney gejagt wird. Da Angriff die beste Verteidigung ist, beschließt er, mit Hilfe eines alten Freundes seinerseits das Syndikat um etwas Geld zu erleichtern. Nach ein paar Aktionen gegen das Syndikat kommt er mit ihnen ins Geschäft und sie planen einen Coup gegen die ungeliebten Mesics.

In diesem Buch gibt es keine langen Sätze, werden keine Reden geschwungen, alles beschränkt sich auf das Notwendige. Reflexionen, ausführliche Gedankengänge, Hintergründe spielen in diesem Krimi keine Rolle, hier ist alles knapp, klar formuliert und auf Aktionen, auf Handeln ausgelegt.

Es ist ein im positiven Sinne altmodischer Krimi: es gibt Leute, die Geld haben und andere, die an das Geld heranwollen. Dies alles gewürzt mit den dunklen Seiten der menschlichen Seele, mit Verrat, Heimtücke, Habgier, mit korrupten Bullen und schönen Frauen macht beim Lesen einfach Freude.

Endlich mal, möchte ich sagen, keine Kinderpornographie, keine Pädophilie, kein Menschen- oder Frauenhandel, kein durchgeknallter Psychopath, den es zu entlarven gilt, sondern eine klare, einfache Handlung, in der nichtsdestotrotz die kleinen Zufälle und Unwägbarkeiten eine große Rolle spielen.

Facit: ein Lesespaß, der sich lohnt. Mehr davon!

Nachtrag: bemerkenswert sind auch die Titelbilder der gesamten Pulpmaster-Serie, kleine Kunstwerke des Hamburgers „4000“, sehr sehenswert!

Gary Disher
Willkür
Maas, Berlin, 2004
ISBN-13: 978-3929010541

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