Was ist zu diesem Film zu sagen? Nun ja… keine Ahnung, was er mit den literarischen Vorlagen von Holmes und Watson zu tun hat, aber das mag auch daran liegen, daß ich keine der Geschichten von beiden kenne. Aus Büchern kenne. Natürlich habe ich alte Filme gelesen, mit Watson, dem treuen Dackel, der hinter Holmes hertrottet und dem Meister Beifall zollt. Das ist hier in dem Film definitiv nicht so, im Grunde sind beide Figuren, Holmes und Watson ziemlich gleichberechtigt.

Was habe ich also gemacht? Meinen kritischen, an allem filmischen herumnörgelnden (nicht vorhandenen Film)Verstand abgeschaltet und die Show einfach nur genossen. (Wenn ich die teilweise sehr laute Musik nur hätte genauso abschalten können….) Denn das kann man: ein schwungvoller Film mit einer etwas … ähhh … weit hergeholten Handlung mystischen Hintergrunds, ich sag nur: Freimaurer und Loge…., mit einem leicht schrägen, eifersüchtigen, genialen Holmes und einem Watson, der das Korrektiv im Hintergrund ist (aber auch seine dunklen Seiten hat) und ohne den Holmes wohl über kurz oder lang abdriften würde. Ist ihm langweilig, dem Helden, pflegt er schon mal in den Spelunken der Stadt gegen Geld zu boxen – und natürlich zu gewinnen, vermag er doch dank seines Geistes genau zu berechnen, wie welcher Schlag zu setzen ist und welche Wirkung er hervorbringen wird….. Auch er ein Unkaputtbarer…Und auch Frauen gibt es, selbst Holmes hatte einst sein Herz verloren und seinen Verstand gleich dazu abgeschaltet und dies passiert ihm hier gleich wieder… und daß Watson ihn verlassen will, nur wegen einer Frau, das geht Holmes nun überhaupt nicht in den Sinn….

Es wird geprügelt, geschossen, gemeuchelt und gebrandschatzt, es wird intrigiert und kombiniert, langweilig ist es jedenfalls nicht, dieses London gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit seiner imponierendsten Baustelle: der Brücke über die Themse, auf der logischerweise dann das Finale stattfindet.

Erinnert der Film an Bond, den frühen vielleicht? Zugegeben, Bond war immer gut gekleidet, auf den sich etwas vernachlässigenden Holmes trifft dies nicht zu. Aber zumindest in einem musste ich unwillkürlich an Bond denken, und zwar an den “Beisser”: wie jener den körperlich übermächtigen Gegenspieler hatte, so trifft auch Holmes hier auf einen Hund seines Herrn, dem er nur mit Not und Mühe Paroli bieten kann, unter dem Einsatz aller Technik, die sich ihm in diesem Zeitalter bietet. Aber natürlich schafft auch Holmes es, zuletzt zu lachen, ebenso wie bei Bond…..

Facit: Unterhaltungskino ohne allzu großen Anspruch, aber professionell gemacht: mit guten Darstellern und einem charaktervollen Hund. Den sollte man einfach mal erwähnen.

Offizielle Filmseite http://sherlock-holmes-movie.warnerbros.com/

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