….Anfang Nov. 1462 sitzt er [i.e. Villon] wegen eines offenbar kleineren Diebstahls im Pariser Stadtgefängnis. Er soll schon entlassen werden, als die Geschädigten des Einbruchdiebstahls von seiner Anwesenheit in Paris erfahren. Er muss seine Beteiligung zugeben und kommt erst frei gegen die als Aktennotiz erhaltene Verpflichtung, innerhalb von drei Jahren seine 120 Taler Anteil an der Beute zurückzuerstatten. Offenbar hatte Guillaume für ihn gebürgt, denn sichtlich lebt Villon hiernach bei ihm im Stift von Saint-Benoît.Dies allerdings nur kurze Zeit. Laut einen erhaltenen Dokument ist er eines Abends im November oder Dezember mit drei Kumpanen auf dem Heimweg von einem gemeinsamen Essen, als einer der drei die noch arbeitenden Angestellten eines Notars provoziert. Bei dem nachfolgenden Handgemenge kriegt der Notar einen Messerstich ab. Villon hatte sich zwar zu Beginn der Tätlichkeiten aus dem Staub gemacht, wird aber am nächsten Tag verhaftet. Die Richter des Pariser Stadtgerichts, die vermutlich – und sei es per Hörensagen – vom Testament und dessen ehrenrührigen Anwürfen wussten, nutzen offenbar die Gelegenheit, Villon foltern zu lassen und zum Tod am Galgen zu verurteilen. Zweifellos in der Todeszelle dichtet er zwei seiner besten, sichtlich seine Angst verarbeitenden und verdrängenden Texte: die Ballade des pendus (B. der Gehenkten), wo er fatalistisch in der Rolle des schon am Galgen Baumelnden die Passanten um Mitgefühl bittet, und das Quatrain (Vierzeiler), wo er voll schwarzem Humor an den Augenblick denkt, in dem “durch ein kurzes Stück Strick sein Hals erfahren wird, was sein Hintern wiegt”.

Allerdings hatte er zugleich Berufung eingelegt beim obersten Gerichtshof, dem Parlement. Dieses kassiert in der Tat am 5. Jan. 1463 das unangemessen harte Todesurteil, wandelt es aber “angesichts des schlimmen Lebenswandels besagten Villons” um in zehn Jahre Verbannung aus Stadt und Grafschaft Paris…. [1]

Muss schon ein schlimmer Finger gewesen sein, dieser Villon. Mir hat in dieser Ballade die Kraft imponiert, die Widerborstigkeit, die Ironie, die Stärke Villons, der angesichts seines Todes nicht zusammenbricht, sondern sich spottend über seine Richter hermacht…. Na ja, hört selbst….. :

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ach ja, der Gang der Ballade ist wie bei Margot: Villon, Zech, Kinski und ich hab sie auf dem Gewissen… :>>

Links:

[1] http://www.pinkernell.de/villon/villond.htm
[2] Musik von Magnatun: Musica para discanter sobre un punto-Dufay Collective

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