Steinigung
Januar 1, 2007
Wohl jeder kennt diesen Spruch aus dem Johannes-Evangelium 8,7, der immer dann verwendet wird, wenn man darauf hinweisen will, daß niemand ohne Fehl und Tadel ist. Aber – ganz ehrlich: wer denkt eigentlich über diesen Spruch nach, darüber, was hinter dem „.. der werfe den ersten Stein ..“ steckt?
Ich bin über einen Spiegel-Artikel gestolpert, der dies zum Thema hat, denn die alttestamentarische Hinrichtungsmethode der Steinigung ist keineswegs ausgestorben. Ungeachtet aller internationaler Proteste werden Urteile vor allem im Iran, aber auch in den islamischen Teilen von Nigeria, dem Sudan oder Pakistan gefällt, zum Teil auch vollstreckt, wilde Steinigungen (Lynchjustiz) sind auch in anderen Staaten anzutreffen….
Was versteht man unter „Steinigung“:
Beim Vollzug der Todesstrafe durch Steinigung wird das Opfer normalerweise vorher bis zum Hals in die Erde eingegraben oder auf andere Weise festgehalten. Der Tod tritt durch Ersticken oder durch Verletzungen am Kopf oder an anderen Körperteilen ein. Da es durchaus sein mag, dass ein Mensch mehrere Steinwürfe übersteht, ohne das Bewusstsein zu verlieren, kann eine Steinigung ein langsames Sterben bewirken.
Im Iran, wo die Steinigung als Hinrichtungsmethode gesetzlich vorgesehen ist, heißt es in Artikel 119 des Islamischen Strafgesetzbuches:
Die Steine, die bei der Steinigung verwandt werden, dürfen nicht so groß sein, dass die Person, wenn sie von einem oder zwei Steinen getroffen wird, stirbt; sie dürfen nicht so klein sein, dass man sie nicht mehr als Steine bezeichnen kann.
Die Steinigung wird vor allem zum Vollzug von Todesstrafen aufgrund des so genannten islamischen Scharia-Rechts angewandt (z.B. Nigeria, Steinigung wegen Ehebruchs, Amina Lawall).

Die Steinigung als Hinrichtungsverfahren ist vor allem in einigen islamischen Staaten, die die Scharia als Rechtssystem etabliert haben, in den jeweiligen Gesetzbüchern vorgesehen. Soweit ich das gestern gelesen habe, ist es nicht verwunderlich, daß vor allem Frauen mit Steinigung bestraft werden, wobei – wie schon bei Johannes – es wohl vor allem Ehebruch ist, der derart barbarisch geahndet wird. Eine patriarchalische Gesellschaft unter dem Diktat eines grausamen Gottes aus der Wüste und seines Propheten, eine Gesellschaft, in der die Frau nichts wert ist.
Ich habe gestern ein wenig zu dem Thema rumgesucht und einiges gefunden, ein paar sachen davon verlink ich hier einfach mal, falls jemand interesse an weiteren Infos hat. Ansonsten bringt googeln natürlich jede Menge an Fundstellen über das Thema (leider). Insofern ein Bild mehr sagt als 1000 Worte, ist insbesondere der letzte Link grauslig, denn er zeigt ein (qualtitativ sehr schlechtes) Video einer Steinigung (ich denke, es ist echt, aber wissen kann man es natürlich nicht).
http://www.meydaan.com/stoning/
http://www.steinigung.org/
http://www.igfm.de/index.php?id=189
http://www.igfm.de/?id=477
http://www.todesstrafe.de/inhalt/hinrichtungsmethoden/steinigung.php?sub=1
http://www.20min.ch/news/ausland/story/10703109
http://www.apostatesofislam.com/media/stoning.htm#video
Alle Menschen leben auf einer einzigen Weltenkugel, die sich durch den Raum bewegt. Und doch scheinen ein paar Tausend Kilometer auszureichen, um ein eine andere Welt zu gelangen, in eine andere Zeitrechnung, in eine unfassbar grausame Mentalität.
Hintergrundinfo zur Vorstellung des Buches: Jacobs: Die Bibel und ich
FAZ-Interview mit „Pulp Master“-Verleger Nowatzki
Januar 1, 2007
Da ich die Bücher der Reihe mag (auch wenn es mitunter schwierig ist, sie zu bekommen…..), verlink ich hier auf das Interview des Herausgebers der Reihe in der FAZ vom 13. März.
Ich bedanke mich bei HF Duerer für den Hinweis.
Wider die Natur: wenn Kinder vor den Eltern sterben
Oktober 25, 2006
Der Tod eines Kindes ist für die Eltern, aber auch für die Geschwister, für Verwandte wie Oma und Opa ein furchtbarer Einschnitt im Leben, ein katastrophales Ereignis. Entsprechend heftig und ausgeprägt ist die Trauer der Hinterbliebenen, die oft genug diese Trauer nicht aushalten, sondern verdrängen, ganz tief im Innern einschließen. So ist es keine Seltenheit, wenn in Beratungsstellen Eltern sich melden, deren Kinder schon vor Jahren verstorben sind und die erst nach so langer Zeit Trauer zulassen.
Verlasse dich nicht!
Begrabe den Schmeez,
der doch der deine ist,
nicht unter Felsgestein
der Vergessenheit,
denn unbeweint
kann er nicht Hoffnung gebären,
dich nicht
zu verborgener Quelle führen,
die dir Leben verheißt.
(Antje Sabine Naegerli)
von Stülpnagel sagt in ihrem Buch „Ohne dich“ nach dem völlig unerwarteten Suizid ihres 18jährigen Sohnes: „Von einer Minute auf die andere brach unsere Welt zusammen.“ Es ist ein Schmerz, der vielleicht niemals aufhört, mit dieser riesigen Wunde in der Seele ein neues Gleichgewicht zu finden, einen Sinn im Leben, kann Jahre dauern, mag sein, sogar ein Leben lang:
Der Tod eines Kindes stürzt Eltern in tiefste Verzweiflung. Die Gefühle, die sie in voller Intensität erleben, sind schier unerträglich. Trauer und Angst, Schuldgefühle, aber auch Wut und Ohnmachtsgefühle angesichts der Endgültigkeit des Todes prägen den Alltag. Alle Hoffnungen und Träume für die Zukunft werden jäh zerstört. Der Sinn des Lebens scheint plötzlich verloren gegangen.
Der Verlust eines Kindes wird als so einschneidend erlebt, dass Eltern meinen, es wäre ein Stück von ihnen gestorben. Es ist ein Schmerz, der niemals aufhört.
Jeder Mensch trauert anders. Dennoch gibt es Ähnlichkeiten: Die Eltern erstarren direkt nach dem Tod des Kindes wie in einem Schock. Es wirkt ein Schutzmechanismus, der die zerstörerische Wirklichkeit von der Seele fern hält.
Erst nach längerer Zeit können Eltern beginnen, sich mit dem Verlust auseinander zu setzen. Meist dauert dies so lange, dass Menschen in ihrer Umgebung erwarten, dass der Tod langsam verarbeitet sein müsste. Das Gegenteil ist der Fall. Den Tod eines Kindes zu verkraften, dauert für manche Eltern ein Leben lang.
Viele Eltern ziehen sich zurück und isolieren sich. Sie fühlen sich unendlich einsam. Erst nach einiger Zeit können sie wieder auf andere Menschen zugehen und am Leben teilnehmen.
Es dauert viele Jahre, bis Eltern wieder einen Sinn in ihrem Leben sehen – bis sie spüren, dass ihr eigenes Leben weitergehen kann. Sie gewinnen ein neues inneres Gleichgewicht.
Das bedeutet nicht, dass sie ihr Kind vergessen haben. Die Geburtstage des verstorbenen Kindes werden weitergezählt. Erleben Eltern andere Kinder im Alter ihres toten Kindes, denken sie unwillkürlich daran, wie es nun wohl aussähe, welche Fähigkeiten es hätte … Das gestorbene Kind fehlt in der Familie. Das bleibt so.
Mittlerweile sind überall in Deutschland Vereine und Organisationen entstanden, in denen (oft selbst betroffene Eltern) Menschen sich zusammengetan haben, um einander bei diese Verwundungen der Seele zu helfen. Neulich war ich auf einem Vortrag des langjährigen Vorsitzenden des Vereins „Trauernde Eltern & Kinder Rhein-Main e.V.„, ein sehr eindringlicher, bewegender und erschütternder Vortrag (von dem ich den Titel dieses Postings übernommen habe). Da der Referent bei seinem Vortrag auch erwähnte, daß viele über diese Hilfsangebote nicht informiert sind oder Hemmungen haben, sie anzunehmen, will ich an dieser Stelle einfach darauf hinweisen, daß es solche Vereine überall in Deutschland gibt. Die Ansprechpartner lassen sich über das Internet finden, gutsortierte Buchhandlungen haben mittlerweile auch Bücher zum Thema (wie das oben erwähnte von Stülpnagel), in denen entsprechende Adressen angegeben sind. Sicherlich, in der Trauer neigt man eher zum Rückzug als sich nach außen zu öffnen und aktiv einen solchen Ansprechpartner zu suchen, trotzdem, und da könnten Verwandte und Bekannte eine Hilfe sein, sollte man solche Angebot annehmen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, im Gegenteil: es ist ein Zeichen dafür, daß man erkannt und akzeptiert hat, daß es einen Schmerz gibt, der zu stark ist, um ihn allein zu tragen.
Beschneidung bei Frauen
September 29, 2006
Kann man sich schon über die rituelle Beschneidung kleiner Jungs, selbst wenn sie von Ärzten mit einem gewissen medizinische Standard vorgenommen wird, streiten, so ist die Beschneidung von Frauen/Mädchen einfach nur und ohne wenn und aber ein barbarischer, grausamer Akt, eine Verstümmelung.
Im Unterschied zur Beschneidung bei Jungs, die ja nicht direkt ihre Männlichkeit ändert, werden bei der Genitalverstümmelung dem Mädchen nicht nur unter unsäglichen Bedingungen ihre äußeren Geschlechtsteile inclusive Klitoris abgeschnitten und die Wunden so vernäht, daß sie zusammenwächst und sie nur noch eine kleine Öffnung zum Wasserlassen hat, dies greift ja auch zutiefst in ihr Frausein ein, ihre sexuellen Empfindungsmöglichkeiten, ihre gesamte Weiblichkeit. Garnicht zu sprechen von den traumatischen Folgen, die eine solche Behandlung überhaupt und prinzipiell für einen Menschen hat und den vielen Mädchen, die aufgrund von Infektionen und Komplikationen direkt sterben.
Und die zugenähten Schamlippen (bzw. das, was davon noch übriggeblieben ist) müssen ja irgendwann auch wieder aufgeschnitten werden .. und nicht im Krankenhaus….
Ich will darüber garnicht mehr schreiben, ich verzweifel sonst nur noch mehr an den Menschen, deren Handlungen ich nicht verstehen kann…..
Wer mehr wissen will, kann sich ja den Wiki-Artikel durchlesen und auch die zweite Quelle, die ich angegeben habe. Und google ist eh unerschöpflich…..
http://de.wikipedia.org/wiki/Beschneidung_weiblicher_Genitalien
http://www.geburtskanal.de/Wissen/F/FemaleGenitalMutilation.php


