Robert Schwentke: R.E.D.
2. November 2010

Auch das ist eine Geschäftsidee, alternde Actionhelden spielen Filme, in denen alternde Actionhelden die Hauptrolle haben. “Space Cowboys” ist so der erste dieser Filme, dir mir da spontan einfallen (und der mit einer Idee auch in R.E.D. zitiert wird), Selbstironie der Darsteller nennt man das und einen Heidenspaß.
In R.E.D. also in erster Linie Bruce Willis als pensionierter Alt-Agent Frank Moses, der versucht, sich den Gepflogenheiten des normalen Lebens anzupassen und dessen Lebenshöhepunkt das Keimen des Avocado-Kerns ist. Und das tägliche Telefonat mit Sarah, seiner zuständigen Sacharbeiterin in der Pensionskasse. Doch, diese Eingangszenen sind witzig und man muss schon das eine oder andere Mal in sich hineingrinsen, sieht man den absolut deplatziert wirkenden Helden aus “Die Hard” vereinsamt durch sein Haus schlapschen. “Hol ihn doch mal endlich einer da raus!” möchte man rufen und der Regisseur erhöht den flehenden Kinobesucher.
Damit setzt das ein, was man mit etwas gutem Willen eventuell als Handlung bezeichnen könnte: Irgendjemand scheut keinen Aufwand, zu versuchen, Frank umzubringen. Natürlich will dieser wissen, wer dahinter steckt, er trommelt seine alte Truppe zusammen und begibt sich auf Recherche. Eigentlich ist es das schon, was die Handlung angeht. Noch ein klein wenig Romanze hinzugefügt, eine ewig “WOW!”ende junge Dame, die das Herz des alten Kämpen erobert hat und ein altes Paar, das sich nach Jahrzehnten endlich findet, nachdem es vorher nicht hatte sein dürfen…
Es kracht in dem Film, und das ganz ordentlich. Sollte jemand über den Wert des Lebens an sich nachdenken: hier ist er falsch aufgehoben, das Leben hier hat keinen Wert. Hier werden Menschen mit der linken Hand aufgehängt, während die rechte das Handy hält, mit der man mit der Tochter weges des Schulmobbing Mut zuspricht. So ähnlich verfahre ich im Sommer mit den Fliegen beim abendlichen Grillen. Für Marvin ist Töten fast Therapie und Trauer macht sich in den Augen breit bei dem Gedanken, wie lange man schon keinen umgebracht hat…
Die Grenze zwischen Gut und Böse ist …. tja, wo eigentlich? Klar, ganz früher gab es (und das löste die ganze Aktion aus) ein wirklich üble Schweinerei, die jetzt vertuscht werden soll. Aber jetzt? Im Grunde kommen alle Akteure aus dem gleichen Stall, der CIA nämlich und die Strippen zieht.. aber das wird erst am Ende aufgelöst. So wird fleißt geballert, gesprengt, Autos werden ineinandergekeilt und egal, welche Aktion gestartet wird, Bruce ist immer perfekt ausgerüstet und gekleidet. Logistik ist eben alles, auch wenn sich der Film hier nicht mit Einzelheiten aufhält.
Als “weiterführenden” Link hier einer zu einer der vielen Vorstellungen des Films….
Facit: Hirn ausschalten, Karte kaufen, sich diesen bewegten Comic reinziehen, Spaß haben und nicht weiter drüber nachdenken, denn: auch eine Denkpause kann mal gut tun!
Sam Fuller: Shock Corridor
3. August 2010
Samuel Fuller [1] drehte diesen Film [3] im Jahr 1963. Der Plot läßt sich in der Wiki ausführlich nachlesen [2], deshalb gibt´s den hier nur in der Übersicht: Der ehrgeizige Journalist Johnny Barrett will den Pulitzer-Preis erhalten und recherchiert dazu einen Mord, der in einer psychiatrischen Klinik begangen wurde. Dazu muss er sich selbst in diese Klinik einweisen lassen. Nur mit Mühe kann er seine Geliebte Cathy dazu überreden, sich als seine Schwester auszugeben, mit der er ein inzestuöses Verhältnisch eingehen will. In der Klinik kann er drei “Zeugen” des Mordes identifizieren, die er aushorchen will.
In diesen drei Zeugen konzentriert sich die Kritik Fullers an der amerikanischen Gesellschaft. Diese richtet sich im ersten der Zeugen, einem Mann, der sich für einen Konförderiertengeneral hält, gegen die Militarisierung der Gesellschaft (der Koreakrieg ist noch nicht lange vorbei und
die Veteranen werden von der Gesellschaft nach ihrer Rückkehr schlecht behandelt, ferner wird die Angst vor dem Kommunismus geschürt und instrumentalisiert), gegen die Rassendiskriminierung (der schwarze Patient Trent, ein ehemaliger Student, leidet an der Vorstellung, ein Weißer zu sein, dessen Tochter einen Schwarzen heiratet. Ich denke, die Rassenhass-Monologe, die er im Film von sich gibt, sind wörtliche Zitate aus dieser Zeit, die Figur des Trent, die sich z.B für ein Grundungsmitglied es Ku-Klux-Klan hält, ist am auffälligsten gezeichnet). Im infantilen Physiker Boden, dem letzten der Zeugen, drückt sich die Kritik an der nuklearen Aufrüstung aus.
Barrett gelingt letztlich die Aufklärung des Mordes, aber die Zeit in der Anstalt färbt auf ihn ab, seine Verbissenheit, den Mord aufzuklären, die “medizinische” Behandlung durch die Ärzte (z.B. Elektroschocks) führt dazu, daß er selbst immer mehr Wahnvorstellungen entwickelt. Zum Schluss kann er den Mörder zwar stellen, aber er hat sein eigenes Leben durch seinen Ehrgeiz zerstört.
Der Film spielt im wesentlichen auf dem Flur der Anstalt, nur wenige Szenen sind im Schlafraum bzw. im Behandlungszimmer, daher rührt der Titel des Streifens. Die “Aussenwelt”, repräsentiert durch die Redaktion der Zeitung, für die Barrett arbeitet, ist kalt, abgebrüht und bereit, über Leichen zu gehen. Auf Gefühle, z.B. denen von Cathy, wird keine Rücksicht genommen, das Ziel heiligt jedes Mittel.
Obwohl der Film ja ein ernstes Thema behandelt, ruft er an einigen Stellen ein spontanes Lachen hervor. Zu seltsam sind manche Szenen. An einer Stelle z.B. öffnet Barrett versehentlich die Tür zum Frauentrakt, in dem offensichtlich alle Frauen nymphoman sind. Vor dieser Gefahr wurde Barrett schon vorher gewarnt. Im Gegensatz zum sauberen Flur der Männer sind bei den Frauen auch die Wände mit (für die damalige Zeit) eindeutiger Graffiti, die wohl die erotischen Wünsche der Frauen wiederspiegeln sollen, verziert. Vielleicht ein Bild Fullers für die Doppelbödigkeit der amerikanischen Moral…. jedenfalls wird Barrett von mehreren Frauen in einer Art rituellem Tanz eingekreist, die Frauen nähern sich ihm wie ein Schwarm Piranhas, stürzen sich auf ihn und … also, so wie nachher aussah, waren es eher Kannibalinnen, die sich da auf ihn stürzten und ihn zu Boden rangen. Hoffen wir mal, daß die Damen keinen Appetit auf Hot Dogs hatten…
In gewisser Weise ein Zeitsprung, an dem man doch sehr deutlich die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte festmachen kann, ob sie nun das Verhältnis Mann/Frau betreffen, die Zustände in psychiatrischen Kliniken oder die insgesamt aggressive Stimmung in der Gesellschaft. Natürlich hat sich auch die Art, Filme zu drehen, völlig verändert, auch deswegen oft die unfreiwillige Komik einiger Szenen.
Der Korridor der Anstalt, ein Weg ohne Ziel, ohne Ausgang. Wer einmal dorthin gekommen ist, kommt nicht mehr weg, so wie Barrett, der Journalist. Das Erschrecken der Männer ausserhalb (hier seines Chefs) kommt zu spät, der Frau bleibt nur die Rolle als duldendes, leidendes und hilf- bzw. einflussloses Wesen. Die amerikanische Gesellschaft (der damaligen Zeit): für Fuller eine kranke Gesellschaft in der Sackgasse. Wie würde Fuller das heute sehen?
Links und Anmerkungen:
[1] Wiki-Artikel über Samuel Fuller
[2] Wiki-Artikel zum Film
[3] der Trailer zum Film
[4] Fuller, Kafka, Klasen: Warum, wieso, weshalb?
Daniel Alfredson: Vergebung
8. Juli 2010

Eine Trilogie zu verfilmen bedingt entweder, drei Einzelfilme zu machen, die sich an den Motiven des jeweiligen Bandes orientieren oder zu versuchen, deren durchgängige Geschichte zu erzählen. Die Verfilmung des ersten Bandes von Larrsons Erfolgsromanen (“Verblendung“) hat sich an ersterem orientiert: ein Thriller, der sich in den Grenzen der Rahmenhandlung, der Suche nach einem vor vielen Jahren verschwundenen Kind, der Entlarvung eines Serienmörders widmete und nebenbei noch die nationalsozialistische Geschichte Schwedens thematisierte.
“Vergebung” dagegen ist schon von der ersten Minute an nicht ohne den Vorläufer (“Verdammnis”) richtig zu verstehen. Die Rückblenden zu Anfang des Filmes vermitteln den Eindruck, daß da irgendwas geschehen sein muss, ein Kampf, eine Auseinandersetzung, in deren Folge Lisbeth Salander schwerst verletzt in ein Krankenhaus gekommen ist. Eine Erklärung dafür wird nicht mehr geboten.
Für mich war das jetzt kein großes Problem, da ich ja gottseidank die Bücher gelesen hatte. Daß ich dagegen glorreich den zweiten Film versäumt habe, machte mir im Gegensatz zu anderen, die weder das Buch noch dessen Verfilmung kannten, nichts aus. Für diese war z.B. das sporadisch-irrlichternde Auftauchen von Niedermann, den man so ganz heimlich am Boden festtackern kann, ohne daß er aufmuckt, ebenso rätselhaft wie die Motorradgang und selbstverständlich fehlten auch Erläuterungen zur etwas problematische Geschichte der Beziehung zwischen Lisbeth und ihrem Vater. Und inwieweit ihr Vater so wichtig und bedeutend war, auch das wird nur ansatzweise geschildert.
Ich will jetzt nicht die ganze Handlung des Filmes wiedergeben. Sie konzentriert sich auf die sich bekämpfenden Parteien: auf der einen Seite der Investigativjournalist Blomquist mit seiner Zeitschrift, der die Intrige um Lisbeth, die des Mordversuches an ihrem Vater angeklagt werden soll, aufklären will, und auf der anderen Seite diejenigen, die Salander im Gegenzug mund- bzw ganz tot sehen wollen.
Der Film konzentriert sich also auf die Bemühungen Blomquists und seiner Leute, die Mauer des Schweigens um die Geschichte von Lisbeth und ihrem Vater zu durchdringen. Diese ist massiv und hoch, denn sie wurden von einer klandestinen Gruppe des schwedischen Geheimdienstes in den Zeiten des Kalten Krieges errichtet. Diesen sehr interessanten Aspekt des Buches kann der Film natürlich nur anreissen, hier vermittelt Larrson im Buch eine Fülle an Informationen über politische Hintergründe und Vorgänge im damaligen Schweden.
Betrachtet man die Konstellation: eine (wenig kooperative) Angeklagte, die auch nur eingeschränkt mit ihrer Verteidigung zusammenarbeitet, die Verteidigung, die (hier im Doppelpack) jeder Spur nachgeht, um aufzuklären und dabei immer wieder mal Helfer findet, ohne die es nicht geht, die drohende Gerichtsverhandlung, die den Endpunkt aller Bemühungen um die Wahrheitsfindung setzt und dagegen die andere Seite, die Intrigen spinnt, vor Gewalt und Mord nicht zurückschreckt, so sieht man, daß die typischen Merkmale eines Gerichtsfilmes vorliegen. Konsequenterweise findet der Show-Down dann auch im Gerichtssaal statt. Räumt die Dramaturgie in den ersten Sequenzen der Anklage noch Punktgewinne ein, so weiß man als Zuschauer, daß diese nichts zählen, denn die Verteidigung hat das alles entlarvende Dokument in der Tasche und wartet nur darauf, es zum richtigen Zeitpunkt auszuspielen….
Voilá, Ente gut, alles gut….
Facit: ein spannender Thriller (mit einer stets weinerlich aus der Wäsche schauenden Erika Berger…), den man aber nur verstehen kann, wenn man den Inhalt des zweiten Buches kennt bzw. dessen Verfilmung.
Links:
http://www.vergebung-derfilm.de/film/
http://de.wikipedia.org/wiki/Vergebung_(Film)
Buchbesprechung im Blog
Tim Burton: Alice im Wunderland
14. März 2010
Der Film, dies nur zur Erläuterung, erzählt nicht die Geschichte von Alice im Wunderland, an die man sofort denkt, wenn man den Titel hört, i.e. die des 13 jährigen Mädchens, das durch ein Kaninchenloch in eine unterirdische Welt voller merkwürdiger, phantastischer Geschöpfe gerät. Gut, in diese Welt führt auch dieser Film, sondern er spielt 6 Jahre später…
Alice ist mittlerweile eine junge, unangepasste halbwaise Frau, die auf einer großen Gartenparty bei Lords von nämlichen Hamish gefragt wird, ob sie seine Frau werden wolle. Derart überrascht kann sie sich nicht entscheiden, daß seine junge Lordschaft Verdauungsprobleme hat (wie ihr die garstige Schwiegermutter in spe in einem vorbereitenden Gespräch anvertraute…), macht ihn nicht gerade sympathischer. Während sie noch sinniert, sieht sie im Gebüsch ein Kaninchen vorbeihuschen… diesem läuft sie nach bis sie es in einem großen Loch verschwinden sieht. Natürlich schaut sie in das Loch hinein und – schwuppdiwupp ist sie mitten in einem fulminanten Sturz, der nicht aufzuhören scheint und sie wie in einem Wurmloch in eine andere Welt hinabführt. Sie landet in einer Kammer mit verschiedenen verschlossenen Türen, der Schlüssel, den sie findet, passt zu einer dieser Türen. Aber es ist die kleinste, durch die sie nicht hindurchpasst… Während sie noch hilflos überlegt, hört man im Hintergrund Stimmmen… Zweifel werden laut, ob dies denn die richtige Alice sei, die müsse doch alles wissen vom ersten Mal….
Soweit das Intro, jetzt beginnt der eigentlich Film, denn natürlich gelingt es Alice, das Türchen zu öffnen und in die Welt hinter der Tür zu gehen. Und wieder ist sie in dieser bunten, phantastischen Welt, in der die normalen Gesetze aufgehoben erscheinen, man – wenn man die Zaubermittel hat – beliebt groß oder klein werden kann, in der die Zeit ihre Abfolge aufgehoben sieht. Nur eins ist geblieben: die ewige Auseinandersetzung zwischen “Gut” und “Böse” um die Macht, die hier im Unterland zwischen den beiden feindlichen Schwestern, der Weißen Königin und der Roten Königin tobt. Und das Orakel weissagt, daß nur ein bestimmtes Mädchen diesen letzten Kampf zugunsten des Guten entscheiden kann, nämlich Alice.
Aber leider, leider hat Alice so viel vergessen und als man ihr ihre Aufgabe und Bestimmung sagt, verweigert sie sich, sie würde nicht kämpfen und töten und in der Unterwelt werden die Zweifel immer lauter, ob sie denn die richtige Alice überhaupt sei. Selbst Absolom ist sich nicht sicher, er merkt, daß sie nicht ganz die richtige ist…
Wie immer im Märchen sind die Karten ungleich verteilt. Die Bösen haben (fast) alle Trümpfe in der Hand, die gewaltigen und bösen Kreaturen, sie besitzen die einzige Waffe, mit der der Jabberwocky, das überaus grauslige Ungeheuer, ihre ultimativer Kämpfer im letzten Kampf, das Schwert ?? nämlich und überhaupt sind sie viel skrupelloser ….
Was haben die Weißen ihnen entgegenzusetzen? Ein reines Herz voller Mut, Liebe und Überzeugung, verkörpert vor allem durch den dem Wahnsinn nahen, sentimentalen und mutigen Hutmacher, Gewitzheit und die Überzeugung, daß der letzte Kampf gewonnen werden muss und wird.
Die Geschichte, die erzählt wird, ist also nicht sonderlich originell, eher voraussehbar aus Motiven der Carrollschen Bücher zusammengestellt. Die Figuren bzw. Schauspieler.. nun ja, Depp hat sicherlich wieder eine Rolle, in der er sich mittlerweile heimisch fühlen dürfte in der Zusammenarbeit mit Burton, für mich die sympathischste Figur des Films. Und mein zweiter Liebling ist der komische Hase, March Hare… ach ja, Der Hund Bayard noch und die Ceshire Cat… Die anderen.. was soll man da sagen? So viele, die da auftreten, ins skurrile und groteske überzeichnet, wirklich “ins Herz geschlossen” habe ich keine von ihnen….
Interessant ist auch die Rezeption des Films in der Kritik, von durchweg lobend (im SpoN z.B.) bis hin zu de facto Totalverrissen (wie hier bei moviegod.de vgl. auch den imbd-link weiter unten). Und ich denke, beide Positionen sind vertretbar. Man sollte den Film eben nicht unbedingt mit einem Kinderbuchklassiker der besonderen Art vergleichen, sondern als eigenständiges Werk sehen, der seine Qualität aus sich selbst heraus zieht. Deswegen als … ==>
Facit: ..ein “Trotzdem”: der Film ist ein riesiges Sehvergnügen. In 3D (man fühlt sich ein wenig wie die Frau vom “First Man” im Staat…) ist man mittendrin, eine Explosion der Farben, der Formen und Gestalten in einer phantastischen Welt….
Links:
Der Wiki-Artikel zum Buch
Ein Deutungs- und Interpretationsversuch zum Buch
Die Zusammenfassung der Story
Daten zum Film, auch mit ausführlicher Bildersammlung
Der Jabberwocky: Übertragungen des Gedichts ins Deutsche
Fatih Akin: Soul Kitchen
4. Februar 2010

Die Handlung des Films läßt sich eigentlich überall nachlesen (siehe links unten), deshalb hier nur in aller Kürze: Zinos K. ist besitzer eines Essschuppens in einer alten Fabrikhalle in Hamburg. Der Laden läuft mehr recht als schlecht mit seinen Frikadellen und Schnitzeln. Neben diesen geschäftlichen Sorgen quält Zinos auch die Tatsache, daß seine Freundin beruflich länger nach Shanghai fliegt. Im ganzen Trubel verhebt sich Zinos dann auch noch an einer Spülmaschine und demoliert sich seine Bandscheibe. Bingo! Denn da taucht sein lockerer Bruder Illias auf (genial von Moritz Bleibtreu gespielt), der Freigang hat und eine pro forma Bescheinigung braucht, daß er eine Arbeitsstelle hat. Zwischendrin pfändet dann das Finanzamt noch seine Musikanlage…. Den letzten Kick erhalten Zinos und sein Lokal dann, als er den in einen Spitzenrestaurant gefeuerten Koch Shayne einstellt, der leicht genial und nahe am Wahn die deftigeres gewohnten Stammgäste mit seinen Kochkreationen vergrault (hihi.. die wunderbare Eingangsszene, in der er sich (in seinem alten Restaurant) weigert, die Gazpacho für einen Gast heiß zu machen….). Aber immerhin ist es fein laut im Schuppen, denn Lutz, der Kellner, darf die Halle für seine Band als Probenraum nutzen. Und damit kommt dann auch ein ganz neuer Schwung an Gästen, die von der Location begeistert sind.
Ebenso wie Neumann, ein alter Schulfreund von Zinos, jetzt wohl eher als Spekulant tätig. Der hat nämlich ein Auge auf das Gelände geworfen und will es um jeden Preis haben. Zur Not auch mit üblen Tricks, denn Zinos will alles mögliche, nur nicht verkaufen.
Alles könnte so schön sein, wenn nur nicht… nun ja, die Bandscheiben lassen Zinos keine Ruhe, der Kontakt zu Nadine in Shanghai etwas befriedigender wäre und Illias nicht ganz so ein Zocker, der letztlich dann das … ach schaut es euch selber an….
Herrlich auf jeden Fall die Szene im Lokal, in der Shayne das aphrodisierende Pulver in den Nachtisch mischt (darf´s ein bischen mehr sein??), gerade zu dem Zeitpunkt, an dem das Finanzamt wieder auftaucht und sein Geld einfordert. Einfach klasse… ebenso wie der geniale Einbruch von Zinos und Illias bei Neumann… oder der Besuch bei Knochenbrecher-Kemal….
Ich weiß, alles nur Momentaufnahmen, vieles fehlt, aber wie gesagt, wer sich die Überraschungen vorweg wegnehmen lassen will, kann ja unten die Inhaltsbeschreibungen lesen. Aber ich denke, sich den Film anschauen, ist viel besser!
Facit: Ein absoluter Spaß! Schon lange nicht mehr so gelacht, den Film kann ich also jedem nur raten!
Die Filmseite: http://www.soul-kitchen-film.com/
Wike-Seite zum Film: http://de.wikipedia.org/wiki/Soul_Kitchen






