Otfried Preußler: Das kleine Gespenst
Dezember 24, 2011

Auf Burg Eulenstein wohnt das kleine Gespenst, das so weiß ist, weißer als eine Wolke aus Schneestaub.. Es schläft in einer alten Eichentruhe und wird jede Mitternacht von der Rathausuhr des kleinen Städtchens geweckt. Dann steht es auf, muss “Hatzi” machen, weil der Staub und die Spinnweben auf dem Speicher so dicht sind und es in der Nase kitzeln. Es geht dann ins Schloss und spielt mit den Kanonenkugeln, unterhält sich mit den Menschen auf den Bildern, die an der Wand hängen… manchmal schwebt es auch zu seinem Freund, dem Herrn Uhu Schuhu, der trotz aller Freundschaft darauf besteht, mit “Sie” angeredet zu werden. Dann sitzen die beiden auf einem Ast und erzählen sich Geschichten, vor allem auch die, in der das Gespenst erzählt, wie es vor 324.. nein, 325 Jahren, den gefürchteten Schwedengeneral Torsten Torstenson, der die Stadt Eulenberg belagert hatte, verjagte….
Einen großen Wunsch hat das kleine Gespenst bei allem Glücklichsein: es möchte so gerne mal den Tag sehen, wie die Welt bei Tag aussieht. Und obwohl der Herr Uhu Schuhu im abrät, weil er selbst dereinst schlechte Erfahrungen mit dem Tag gemacht hatte, versucht das kleine Gespenst alles mögliche, um einmal, einmal nur, am Tage wach zu werden. Aber nichts gelingt, immer schläft es und wacht zur Mitternachtsstunde auf…
Doch dann eines Tages fällt, als es wieder von dem 12 Glockenschlägen geweckt wird, goldenes Mondlicht auf seinen Speicher. Goldenes Mondlicht? Was hat das zu bedeuten? Und es ist so hell auf dem Speicher…. Das kleine Gespenst schwebt schnell zum Fenster und sieht hinaus und so ganz anders sieht alles aus nach dem ersten Schrecken, mit dem das Licht im Auge wehtat….
Mehr will ich jetzt nicht verraten von der wunderbaren Geschichte Preußlers, in der das kleine Gespenst die Welt, die es jetzt bei Licht sieht, erkundet, welche Abenteuer es erlebt, wie es in den Brunnen kommt und warum im Rathaus alle Bilder mit schwarzer Farbe bemalt sind (apropos schwarz…. das kann das kleine weiße Gespenst auch eine ganze Menge zu sagen…), wieso es im “Eulenburger Anzeiger” immer zornigere Artikel gibt und warum die Polizei den großen Unbekannten doch nicht fangen kann und last not least das große Abenteuer, als das kleine Gespenst seinen alten Gegner, den General Torsten Torstenson wieder trifft. So ist die Zeit des Tages für das Gespenst eine sehr aufregende, aber es bekommt auch Heimweh nach dem Mondlicht, möchte den Herrn Uhu Schuhu so gerne wiedersehen, den Staub in der Nase kitzeln spüren… aber wie kann es zurück in die Nacht? Es ist ja nun ein Taggespenst für die Zeit zwischen Mittag und 1 Uhr….Ja, das ist die Frage und was da Herbert, Kurt und Jutta mit zu tun haben und ob der Herr Uhu Schuhu da vielleicht Hilfe weiß, das verrate ich hier erst recht nicht….
Ein wunderschönes Buch zum sich noch einmal als Kind fühlen… und das man auch sehr gut vorlesen kann, was ich dieses Jahr beim Adventslesen mit “meiner” Klasse ausprobiert habe. Die kannten das Buch zwar fast alle (mit einigen hatte ich gerechnet, aber fast alle??? da fiel mir erst einmal der Herz in die Hose…), aber beim Vorlesen waren sie alle gebannt…. hat viel Spaß gemacht!
Otfried Preußler
Das kleine Gespenst
Thienemann Verlag, HC, 135 S.






Dezember 25, 2011 at 11:44 am
Eines meiner Lieblingskinderbücher : )
Dezember 25, 2011 at 12:37 pm
das kann ich verstehen, ich habe erst jetzt kennen- und lieben gelernt!
Dezember 26, 2011 at 12:03 pm
Haben wir gerade das zweite Mal mit den Kindern gelesen … immer wieder schön!
Dezember 26, 2011 at 10:04 pm
Oh wie schön, verehrter flattersatz! Das Buch wandert auf meine Kinderbuchleseliste. Ich liebäugle schon seit einigen Wochen mit dem Otfried-Preußler-Schuber. Wenn das nicht passt! : )
Herzlichst,
Klappentexterin
Dezember 29, 2011 at 5:00 pm
Ich liebe das Buch auch. Früher gab es glaube ich sogar mal eine Zeichentrickserie dazu. Ich arbeite mich momentan durch die japanische Version – da heißt der “Uhu Schuhu” leider “Mimizuku no Shufu”.
Dezember 29, 2011 at 8:31 pm
ja, gab es als zeichentrick, auf youtube ist das intro noch zu finden, man kann´s auch kaufen…..
japanisch klingt es ja fast wie ein kurzgedicht…
Januar 11, 2012 at 5:40 pm
… ich habe “Das kleine Gespenst” als Kind auch geliebt. Im Frühjahr habe ich wieder einmal “Krabat” von Otfried Preußler gelesen – die Geschichte eines Jungen, der in in eine Mühle im Koselbruch gerät, wo schwarze Magie betrieben wird. “Krabat” gehört zu den Büchern, die ich alle paar Jahre wieder einmal zur Hand nehmen muss. Eine wunderschöne,spannende und poetische Geschichte. LG Beate
Januar 12, 2012 at 5:46 am
ich weiß nicht.. bei krabat scheiden sich die geister. ich kenne auch preußler-liebhaberinnen, die mich vor krabat gewarnt haben, das wäre das einzige buch, welches….
es scheint ein grund zu sein, es selber zu lesen! ha!
liebe beate, ich danke dir für deinen besuch und deinen kommentar bei mir!
dir auch liebe grüße
fs