Simon Beckett: Verwesung
April 27, 2011

Nun ja, ein Geschenk, also habe ich mir dieses neueste Werk von Beckett, dem Mann auf dem “Thron des Krimikönigs” (Die Welt) dann doch angetan, obwohl ich seine bisherigen Romane eher mit einer gewissen Ambivalenz gesehen habe. Und so wurde ich auch hier nicht enttäuscht….
Die Story ist unheimlich… dünn. X minus 8 Jahre: Unser Held David Hunter wird zur Untersuchung einer Leiche in den Moorgebieten von Dartmoor herangezogen. Es ist offensichtlich eine junge Frau, die auf brutalst-äußererste Weise misshandelt wurde, ein Opfer eines Serienmörders, der zwar in Haft sitzt, dessen andere Opfer aber noch nicht gefunden wurden. Natürlich ist Jerome Monk ein Monster, ein Trumm von Mann mit Kraft für drei, mit seelenlosen Fischaugen etc pp… und wie so oft, ist auch Hunter wieder von Menschen, Polizisten und anderen Beamten umgeben, die mit ihm und mit denen er nicht klarkommt. Bis auf eine Ausnahme, eine weibliche….
Anyway, Monk erklärt sich bereit, bei der Suche nach den anderen Opfern zu helfen, aber die Aktion endet im Chaos, Monk flieht ins Moor und kann erst Monate später wieder gefasst werden.
Acht Jahre später… Hunter wird von einem alten Freund (?) bei der Polizei gewarnt, Monk ist ausgebrochen. Und in der gleichen Nacht wird er von : eben! angerufen und um Hilfe gebeten. Der inzwischen tragisch verwitwete zögert nicht, natürlich fährt er, der Dame zur Seite zu stehen… offensichtlich jedenfalls braucht sie Hilfe, denn Hunter findet sie zusammengeschlagen in ihrem Haus…
ok, wie bei Beckett Programm, so auch hier: nichts ist so, wie es aussieht, raider heißt jetzt twix, freunde sind feinde und feine retten einen… und zum schluss klärt sich alles so auf, wie man es irgendwie schon ziemlich früh vermutet….
und doch: trotz dieser dünnen story ist das buch spannend geschrieben, sehr gut gemachte Unterhaltung ohne Tiefgang. Es ist aber auch ein Buch, das ich trotz seines Umfangs in einem Tag gelesen habe, es stellt einfach keine höheren Ansprüche und regt auch nicht weiter zum Nachdenken an.
Facit: als Unterhaltung absolut ok, als Roman kaum erwähnenswert…. worum gings noch mal? ach ja… der jäger ist hinter dem affen her. na wird schon werden!
Simon Beckett
Verwesung
übersetzt von Andree Hesse
Wunderlich, HC, 2011, 448 S.






April 30, 2011 at 1:31 pm
Ich bin noch nicht allzu weit gekommen, weswegen ich zu dem Buch selbst noch nichts sagen kann, doch die Reihe um David Hunter mag ich sehr gerne. Ich erwarte bei derartigen Krimis keine Tiefgründigkeit, sondern möchte einfach nur spannend unterhalten werden und das Vergnügen beschert mir Beckett mit seinen Büchern. Als leichte Unterhaltung zum schnellen, unkomplizierten Lesen finde ich sie also wie du in diesem Fall prima
Mai 2, 2011 at 6:14 pm
@Ada Mitsou Ich gebe dir absolut Recht, bei solch Trivialliteratur erwartet man keinen Tiefgang, keine geistigen Höhen die es zu erklimmen gilt, aber gute Unterhaltung fand ich “Verwesung” leider eben auch nicht. Ich habe die Reihe um David Hunter erst im vergangenen Jahr entdeckt und in einem Rutsch gelesen. Ich war begeistert und habe triviale Literatur in dieser Form erst mit Beckett entdeckt und mich eben sehr auf “Verwesung” gefreut und wurde dann doch jäh enttäuscht. Das Buch baut halbwegs gut auf (die Vorgänger waren m.E. weitaus besser – wenngleich “ekeliger”) und flacht dann sehr schnell und sehr stark ab… ich bin auf deine Meinung gespannt und hatte bereits bei dir entdeckt, das du es gerade liest.
Mai 7, 2011 at 2:27 pm
Hallo Konstantin,
eine Rezension hast du aber nicht geschrieben, oder? Ich habe eben auf deinem Blog danach gesucht, aber nichts gefunden.
Bei mir wird es voraussichtlich noch ein bisschen dauern, da ich in der letzten Woche nur wenig gelesen habe.
Mai 9, 2011 at 12:55 pm
Hallo Ada, nein, eine Rezension habe ich in der Tat noch nicht geschrieben. Für viele Bücher habe ich angefangen und Notizen gemacht aber irgendwie habe ich noch nichts abgeschlossen. Hoffentlich bald, weil so viel im Kopf herumschwirrt und Bücher noch vollkommen unterrepräsentiert sind auf dem Blog