bücher.leben: Das Regal. Die Ordnung. Und das große Suchen.
6. März 2009
Korsti hat eine blog-parade ins Leben gerufen, die sich trefflich mit meiner Absicht deckt, etwas über die ab einer gewissen Büchermenge zumindest unmöglich zu schaffende Ordnung in einem Bücherregal zu schwadronieren. Angefangen habe ich ja schon damit anläßlich diverser “~räumen“-Gedanken neulich….
Also, die Ordnung ist wirklich ein Problem. Manches bietet sich einfach an, z.B. all die alten Suhrkamp-TBs in ein Regal…. aber da fängt der Ärger auch schon an, schließlich gibt es von Hesse ja auch noch andere Ausgaben in anderen Verlagen.. und Hesse ist nicht der einzige.. Lem zum Beispiel. Hatte ich neulich doch das “Problem”, daß ich vor lauter verschiedenen Verlagen, in denen er erschienen ist, völlig den Überblick verloren habe (soviel zum Thema: Überblick.. btw: finde ich jetzt auch die Diskussion nicht mehr, die ich seinerzeit mit Eva hatte, wo es um die verschiedenen Romane Lems ging.) Na ja, jedenfalls, jetzt, Monate nachdem ich mir “Solaris” gekauft habe, habe ich das Buch als Altbestand gefunden, bei dtv, schon seit Jahrzehnten bei mir im Regal…
. Egal, sei´s drum, steht er eben zweimal dort rum, ist ja nicht das einzige Büchlein, dem es so geht. Im Grunde genommen sogar etwas positives, muss ich mich doch nicht entscheiden, ob ich “Solaris” nach Autor einordne oder nach Farbe… ein gewisser Trend zum Zweitbuch, käme ja auch den Verlagen sehr zugute…
Zugegeben, es würde die Sache ab und an vereinfachen, würde man strikt nach Autor einordnen, ggf. noch sortiert nach Genre, falls ein Autor sozusagen mehrgleisig fährt. Aber wie sieht denn das aus, alles kunterbunt durcheinander, am Ende noch Taschenbuch und Hardcover zusammen…. kann man nicht machen…. (bei den Büchern von Boyle habe ich es aber gemacht, andererseits schmerzt es mich jedesmal, wenn ich es sehe….).. man will sich ja doch wohlfühlen, wenn man vorm Regal steht und .. ähhh.. ja, eben sucht…. wenigstens wohlfühlen, wenn da, wo das Buch sein müsste – eigentlich – nichts ist ausser anderen Büchern…
(irgendwie erinnert mich das an die Geschichte (von Kishon?), in der die Sekretärin im Büro die Ablage nach assoziativen Gesichtspunkten organisiert: bei “Musik” denkt sie an “Töne” bzw. “Ton”, an “Keramik”, an die alten “Sumerer”, mithin landet alles, was mit Musik zu tun hat, unter “K” wie “Keilschrift”. Nun ja, man kann es sich nicht immer aussuchen…)
Leichter ist dann schon die thematische Ordnung, Romane zu Romanen, Bildbände zu Bildbänden… eine kleine Weltreise (sogar eins über Österreich… ) in einem Regal….
…. oder auch ein Lexikon (ja, ja es gibt nicht nur die Wiki…. ). Ist einfach ein schönes Gefühl, in so einem Buch zu blättern….
…irgendwann sieht dann die Wand so aus ganz thematisch aus und vermittelt auch eine gewisse Sicherheit: jawohl, wer sucht, der findet….
… oder er findet auch nicht, wenn die Ordnung sichtlich gelitten hat. Aber man hat ja auch noch das Großhirn und die “ich-erinner-mich-genau-wo-es-steht”-Funktion. Meistens wenigstens. Oder oft. Na ja, wenigstens ab und zu…..
Hier wird dann einfach reingestopft, draufgelegt, dazwischengequetscht, davor platziert und übereinandergestapelt. Nicht alle Druckwerke eignen sich gleichgut zum Einordnen oder Sortieren, manches hat einfach auch ein schlechtes Format und fällt damit aus dem Rahmen, aber soll man es aus diesem Grund irgendwo verstecken? Nein, sollte man nicht, vielleicht sogar hervorheben durch einen Sonderplatz.
So sieht´s also aus in einigen von meinen Regalen. Die nach über 30 Jahren stetem Wachstum immer wieder Überraschungen für mich bereit halten. Und das freut mich!













6. März 2009 at 12:34 nachmittags
[...] aus.gelesen [...]
8. März 2009 at 8:58 nachmittags
Tolle Fotos! Die Suhrkamp-Reihe gefällt mir sehr gut und um deine Bildbände-Sammlung kann ich dich nur beneiden (mir sind die Dinger immer zu teuer).
Ich finde das auch schwer, eine wirklich passende Einteilung zu finden, aber dazu schreib ich dann was wenn ich die Fotos für die Blogparade gemacht habe (und bevor ich das machen kann, muss ich erst noch ein neues Bücherregal kaufen).
Mich würde jetzt wirklich interessieren, wieviele Bücher du hast! Kannst du das abschätzen?
Liebe Grüße! Eva
19. März 2009 at 2:46 nachmittags
na ja, Eva, es sind einige Meter… soviel kann ich jedenfalls sagen….
22. März 2009 at 3:41 nachmittags
[...] aus.gelesen [...]
28. Dezember 2010 at 6:04 nachmittags
Meine Bücher warten in Kartons auf meine Rückkehr. Bislang hatte ich die Romane nach Herkunftsländern sortiert, die Autoren beisammen ohne Rücksicht auf Format (unschön aber nützlich) und die anderen büchern nach Sachgebiet geordnet. Ich muss neue Regale kaufen und da ich mehr als 3500 Bücher unterbringen muss kommen nur Billys in Frage. Mir scheint, als ob sie auf einem Deiner Fotos zu sehen sind. Täusche ich mich? Wenn es wirklich Billys sind, dann staune ich, weil die Regalböden kein bisschen durchhängen. Ohne gegenteiligen Bescheid, werde ich bei meinem Vorhaben bleiben.
28. Dezember 2010 at 7:28 nachmittags
hallo!
es gibt halt kein ordnungssystem, das einen wirklich völlig zufrieden stellen kann.. ein dilemma, mit dem man zu leben lernen muss…
ich habe alle möglichen sorten von regalen, billys sind auch eine menge darunter. sie sind schon älter, aber mit durchhängen ist da nichts. falls sich die qualität nicht geändert hat (was ich nicht sagen kann…), machst du damit nichts falsch. wobei mir jetzt aufgefallen ist, daß ich die wirklich schweren bücher (alte lexika etc) in den 60er billys stehen habe.
viel spaß beim einräumen!
21. Juli 2012 at 4:43 nachmittags
Ein Vielleser kann nie Ordnung, noch dazu ordentliche Ordnung in seiner Bibliothek haben…….
und ein Regal mit wie in einer Kompanie aufgestellten Büchern hinterläßt bei mir den Eindruck, da ist es jemandem eher nach Optik als nach Inhalt zu tun.
mein System, das nur ein grobes ist, ist so: Belletristik von A-Z gebunden und TB und es stört meine Augen nicht, die immerhin schon 71 Jahre auf dem Buckel, nee sie sind ja im Gesicht, haben…, wobei manche Buchstaben bei den Schreiberlingsnamen die Angewohnheit haben, sich sehr zu vermehren und dann müssen die neuen halt quer davor gelegt werden….sonst müsste ich ja A-Z von vorn bis hinten neu aufrollen -:)))
dabei haben Lieblingsschreiber: Schrott, Enzensberger, Hesse, Nooteboom, um nur einige von den vielen zu nennen, ein Brett für sich, meist im Billy das aufgrunder sonstigen Harmoniehöhe übrig gebliebene 5-Löcherfach -:)))natürlich dann quergelegt und gestapelt…
Kunstbände von A-Z, wobei meine Picassosammlung auch an Sekundärliteratur schon 3 Regalmeter beansprucht…
Reiselektüre nach Ländern geordnet, wobei es dabei schwierig wird, denn die Bildbände passen da nicht hinein…..und wie halte ich es mit den Dichtern, die ich speziell zu einem Land lesen wollte, stehen sie jetzt dort oder in A-Z…..
und z.B. diese Andere Bibliothek, die ich auch mal gesammelt habe, aber nur ein Drittel davon wirklich gelesen, die habe ich neulich nach Autoren und nicht Erscheinungsbandnummer geordnet, sonst finde ich gar nichts mehr….
der Lyrik gehört ein eigenes von oben bis unten gefülltes 90cm Billy …es gibt nichts Besseres als Billy und durchgebogene Regale kenne ich nicht trotz schwerster Kunstschinken….
und dann gibt es noch so Bücher ums Lesen: den Manguel, den Ecco, den Schwanitz, den Bloom u.a. die stehen im Revolving Bookcase…..und 200 Kinderbücher , die zu sortieren ist noch schwerer…geht nur nach Art des Zustandes von normalen Kinderzimmern -:)))
Garten-, Naturbücher stehen getrennt
und dann ist ein Regal kreuz und quer mit Lieblingsbüchern, die ich immer zur Hand haben möchte und viel Fußboden zum Stapeln der Kunstbände……
und wenn ich ein bestimmtes Buch suche, dann oft: ein Griff ..und die Sucherei geht los….aber wo es in etwa stehen könnte, das weiß ich immer…
es herrscht das schönste nur in meinem Kopf geordnete Chaos in meiner so ca. 2-3000 Bände umfassenden Bibliothek und durch die Sucherei stoße ich dann auf Bücher: ach, die könntest du mal wieder lesen….
und eine der schönsten Dinge am Altwerden ist die, Zeit zu haben zum Lesen, bzw. noch mehr Zeit zu haben, denn ein Tag ohne Lesen….etwas nicht Vorstellbares…..
Kunterbunt wie das Leben….in und außerhalb der Buchdeckel….und armchairtraveln mit Chatwin, Theroux, Nooteboom, Willemsen……
was machte ich ohne Bücher? -:))
und das einzige Buch, das mir nicht ins Haus kommt, ist ein E-Book, wobei ich natürlich einsehe, daß es im Urlaub, U-Bahn, Bahn usw. dafür geeignet ist….
so…ich hoffe . ich habe nicht gelangweilt mit meiner humorigen Darstellung meines Handlings mit den Büchern und habe diese Blogs justement entdeckt und werde auch dort ab und an stöbern….das kostet aber wieder andere Lesezeit….man müßte 7 Leben haben -:))) seuffzzz
Büchwurmige Grüße von der Karin
22. Juli 2012 at 10:24 vormittags
liebe karin,
wie können sie nur darauf kommen, daß mich ihr wunderbar kurzweiliger kommentar (welch eine untertreibung, ihre ausführungen wären einen eigenen beitrag wert…) hätte langweilen können? ich habe mich sehr darüber gefreut und ihn mit viel spaß gelesen, vor allem auch, weil ich mich in einigen passagen selbst wieder gefunden habe… natürlich, ich habe auch gemerkt, was mir selbst alles an unbedingt zu lesendem alles fehlt, aber es geht eben nicht mehr.. ich bin im moment selber dabei, altbestände aus meinen regal zu lesen und merke, wie und daß ich dadurch den kontakt zu aktuellem verliere – ein dilemma! sieben leben – fürwahr und doch: wie bescheiden! und sei es nur das bibliothekchen von babel: sieben würden nicht reichen!
was mein eigenes handling der bücher angeht, so ist der beitrag oben geschichte. mittlerweile habe ich den größten teil der bücher (belletristik) tatsächlich alphabetisch geordnet.. der größte teil, da ich es immer noch nicht fertig bringe, die optisch zusammengehörenden tb-sammlung von z. dtv (alt) oder suhrkamp (alt) auseinander zu reissen. auch die neuen editionen der verlage (dtv zum 50., fischer, btb) wirken erst in der sammlung… thematisches gibt es auch noch, die bücher, die sich mit tod und sterben auseinandersetzen, den kleinen giftschrank mit den pikanteren geschichten…. sie sehen, halbordnung, die immer noch viel gedächtnis verlangt….
aber durch die umordnung der dinge ist da einiges durcheinander geraten. suche ich ein buch, von dem ich weiß, daß ich es habe und finde es nicht, überkommt mich schiere verzweifelung. so geht es mir im moment mit einem kleinen roman von philip roth… das andere vermisste werk habe ich gottseidank gefunden…
im übrigen bin auch ich der meinung, eine private büchersammlung ist erst dann ansehnlich, wenn man beim stöbern werke entdeckt, die einem neu und unbekannt erscheinen oder so “alt”, daß es sie zu lesen wieder lohnt… immer ein schöner moment, wenn dies passiert.
sodele, dann will ich mal wieder.. in den garten, die lesepause beenden!
dann hoffe ich, daß sie sich mit gefallen in meinem blog umgeschaut haben und seien sie jederzeit herzlich willkommen…
mit herzlichen grüßen
fs
23. Juli 2012 at 7:08 nachmittags
Lieber Herr Flattersatz,
flatterhaft kenne ich ja, versuche aber selber es nicht zu sein….und was diesen Begriff anbelangt, habe ich ihn erst in Christoph Ransmayrs Der fliegende Berg kennengelernt……auch ein Autor, den ich heiß und innig liebe, er..nein natürlich seine Werke ,stehen direkt über dem Kopfteil meines Bettes …. ich mag sie alle und eine Lesung mit ihm zu besuchen, ist ein Erlebnis.
die große Flatter, einen Satz machen…das klingt ja alles nach Flucht….aber vielleicht finde ich noch die Erklärung hier zu diesem Pseudonym -:)))
Was Ph. Roth betrifft, er wird m.M. nach mit zunehmendem Alter immer besser, mal abgesehen von dem Ausrutscher Das sterbende Tier und jedes Jahr hoffe ich, daß er endlich den Nobelpreis bekommt. Haben Sie das Büchlein gefunden?
Ich werde hier weiter herumstöbern, jetzt aber diese Sommertage genießen…nicht im Garten, aber auf einer großen Dachterrasse mit überschwänglich blühenden Rosen und ich verabschiede mich in den Abend mit einem Rosengedicht von Yvan Goll
Die Siebente Rose
Die erste Rose ist aus Granit
Die zweite Rose ist aus Rotwein
Die dritte Rose ist aus Lerchenfedern
Die vierten Rose ist aus Rost
Die fünfte Rose ist aus Sehnsucht
Die sechste Rosen ist aus Zinn
Aber die siebente
Die gläubige
Die nächtliche
Die schwesterliche
Wird erst nach deinem Tod
Aus deinem Sarge wachsen
mit netten Wünschen zu rosigen Zeiten
Karin
25. Juli 2012 at 8:35 vormittags
ein schönes gedicht, liebe schutzengelin, auch wenn es ein wenig traurig ist, daß die erfüllung, die siebente rose, erst im tod geschieht/wächst…
was den rüssel angeht, der trend zum gebrauchtbuch wird immer stärker. nein, im ernst, ich finde es sehr positiv, daß man mittlerweile eigentlich fast jedes buch, uns sei es noch so lange aus dem sortiment genommen, über solche buchbörsen, market places etc pp. erhalten kann. gerade, wenn man, so wie ich, ja auch ab und an älteres bücher bespricht, ist das ein beruhigender gedanke: wenn jemandes neugier geweckt wurde, kann er ihr so also nachgehen…
was ihren ransmeyer angeht, die andere welt liegt auf meinem tisch, aber ich muss mich erst einlesen, es ist doch etwas abseits ausgetretener lese- und schreibpfade, was er verfasst…
ach, die sonne scheint, schon wieder viel zu lange vorm rechner.. deswegen verabschiede ich mich für jetzt in den mittwöchlichen sommertag und wünsche ihnen einen selbigen
mit herzlichen und buchstabigen grüßen
fs
26. Juli 2012 at 5:31 vormittags
Guten Morgen, lieber Flattersatz,
für mich ist der Schluß des Goll-Gedichtes eher tröstlich, eine Rose aus meinem Grab…eine wunderbare Vorstellung……, aber ich möchte eh verstreusselt werden, das gäbe dann eher Gänseblümchen, die ich aber auch liebe, selbst im früheren Gartenrasen, da habe ich sie vom Wegrand extra in meinen Rasen eingepflanzt ….
wir …nein ich…komme vom Thema ab: der Herr Ransmayr. Die letzte Welt ist ja auch damals bei der Anderen Bibliothek erschienen ,illustriert von Anita Albus, ist sie Ihnen ein Begriff?
Anläßlich einer Lesung im Völkerundemuseum in Frankfurt erzählte er von seiner Schreibweise, wie lange er an einem Satz herumtüftelt, um die richtigen Worte zu finden und dass diese Verknüpfung der alten und neuen Welt, das Hervorholen der Ovidschen Figuren, Metaphern auch sehr viel mit unserer Gegenwart zu tun hat. Er braucht zum Schreiben die absolute Stille in sich und gab preis, daß er an einem ihn quälenden Tinnitus leidet und deswegen ans tobende Meer zum Schreiben ausgewandert ist, damit die sich brechenden Wellen, den Aufruhr im Ohr übertönen.
Das Schicksal ist oft ungerecht.
Meine Lieblingsfigur in diesem Buch war die Weberin Arachne.
Aus im Flatttersatz geschriebenen Der fliegende Berg laß ich mal einen kleinen Textabschnitt da:
Die Kunst zu schreiben, die Kunst zu lesen,
sagte Nyema, sei wohl das größte Geschenk,
das Menschen einander bereiten könnten,
weil nur diese Fähigkeit ihnen endlich erlaube,
sich nicht nur über Meere und Gipfel,
sondern über die Zeit selbst zu erheben
und aufzufliegen wie der Phur-Ri.
Auf Ihre Besprechung der Anderen Welt freue ich mich schon, 1988 ist es herausgekommen….schon wieder so lange her…
Mit Earlybirdgrüßen verabschiedet sich für heute
der hoffentlich mal für die himmlische Bibliothek zuständige
Schutzengel Karin
26. Juli 2012 at 8:14 vormittags
ebenfalls einen guten morgen lieber schutzengel,
es ist schön, daß sie diese zeilen so tröstlich sehen, als gruß aus dem grab an die zurückgelassene welt… , den man leider nicht selbst erwidern kann… meine wiese vor dem haus ist übrigens auch ein gänseblümchenteppich und eine margaritensteppe voller weißer inseln…
mit ransmayer wird es noch ein wenig dauern.. ich habe im gebrauchtbuchhandel die 89er ausgabe des aufbauverlages, seinerzeit noch ddr…. im übrigen bin ich durch diesen link auf das buch aufmerksam geworden, eine auch sonst hübsche seite… auch der ersteller dieser seite, herr namesi, hat mich schon auf den ransmayerschen flattersatz aufmerksam gemacht… sehr schön, ihnen auch dank dafür! daß ransmayer an tinnitus leidet, ist bitter, weil dieses überwältigende erlebnis der stille ihm dadurch verwehrt bleibt, abgesehen von der schöpferischen kraft, die er daraus zieht…. die andere bibliothek hatte ich seinerzeit nach zwei jahren stetigen abonnements, aber die allermeisten bände blieben ungelesen, wieder abbestellt. soll ich mich darüber ärgern, jetzt, wo es eine beeindruckende sammlung wäre oder soll ich mich an den 24 büchlein freuen, die mein regal zieren? ich habe mich für letzteres entschieden….
“.. die richtigen worte zu finden…” das klingt auf den ersten blick so trivial, aber es passiert mir als leser in letzter zeit häufig, daß ich einen ansonsten schönen text durch ein falsches wort (vllt auch eine ungeschickte übersetzung, ich kann leider nicht im original lesen) beschädigt finde. bei philip roth ist es mir so gegangen, jetzt die woche auch bei foer und seinem illuminatet… bin ich da kleinkrämerisch? aber so ein falsches wort beschäftigt mich viel mehr als der rest des textes.. seltsam, nicht wahr?
“… sich über die zeit erheben.. ” das gelingt mir nicht, sie klopft im mo-/vehement an meine türe, mit anderen worten, ich muss meine antwort beenden und ihrem mahnen folgen…
es hat mich sehr gefreut, ihre zeilen hier zu finden und mich ihnen – wenn auch zu kurz – widmen zu dürfen.
mit herzlichen grüßen und reservieren sie mir unbedingt – wenn es – was noch lange hin sein möge – dann der fall ist – ein leserkärtchen! ;-)
fs
26. Juli 2012 at 5:38 nachmittags
Lieber Flattersatz,
ob die himmlischen Bibliothekare auch schon digitalisieren, denn wie sähe die Ordnung dort aus……die haben dann vielleicht google sky, damit wir das finden, was wir suchen -:))))
Ja die fehlende Zeit und da stiehlt das Internet zusätzlich jeden Tag kostbare Minuten, obwohl ich eigentlich immer Zeit habe…nur wofür ich sie nutze….das ist eine andere Sache. Aber ab und an muß auch die Seele gebaumelt werden mit absolutem Nichtstun, vielleicht mit Musikbegleitung oder einer singenden Amsel als Abendkonzert…..
Mit den Übersetzungen geht es mir wie Ihnen, ich kann auch leider keine Originaltexte lesen.
Welchen Foer haben sie gelesen? Alles ist erleuchtet oder Extrem laut……Tiere essen tu ich mir nicht an….
aber noch lieber als ihn habe ich seine Frau die Nicole Krauss verschlungen: Kommt ein Mann ins Zimmer und Das große Haus.
ich muß hier mal stöbern, vielleicht sind sie ja schon zu finden…-:))) die Buchbesprechungen.
Mit der Anderen Bibliothek bitte keine grauen Haare wachsen lassen (die haben Sie lt. Bild eh schon -:))) die 24 Bände reichen und wenn etwas fehlt…..es gibt sie meist nachzukaufen oder antiquarisch.
Nun verabschiede ich mich in den herrlichen Sommerabend mit einem Fundstück aus meiner Lieblingslyrik*, ich habe das Original und die Übersetzung genommen und entschwebe in meinen Literaturkurs, dort haben wir die Alissa Walser beim Wickel….
engelhafte Grüße…warum gibt es keinen Bücherengel, sondern nur Bücherwürmer und Leseratten?
Karin
*bitte auf die Finger klopfen, wenn das mit den Gedichten hier stört oder den Rahmen sprengt, dann geh ich in mich…..
William Butler Yeats:
Wenn du alt bist
Bist du einst alt und grau und voller Schlaf
Und nickst am Feuer ein, dann nimm dies Buch,
Lies langsam, träume dich zurück und such
Wie mich dein Aug mit seinem Schatten traf.
Wie viele liebten dich im heitren Licht
Und, weil du schön warst, sahn dich mit Begier,
Doch einer liebt` das Pilgerherz in dir,
Die Trauer in dem wechselnden Gesicht.
Und wenn du dich hinunterneigst zur Glut,
Dann flüstre traurig: wie die Liebe floh
Und auf den Bergen hinschritt irgendwo
Und ihr Gesicht verbarg in Sternenflut.
und das Original:
When You Are Old
WHEN you are old and gray and full of sleep,
And nodding by the fire, take down this book,
And slowly read, and dream of the soft look
Your eyes had once, and of their shadows deep;
How many loved your moments of glad grace,
And loved your beauty with love false or true,
But one man loved the pilgrim soul in you,
And loved the sorrows of your changing face;
And bending down beside the glowing bars,
Murmur, a little sadly, how Love fled
And paced upon the mountains overhead
And hid his face among a crowd of stars.