Der Leser, also ich, auf der einen Seite, die Buchhandlung, die Bücher auf der anderen – wie kommen sie/wir zusammen?

Am einfachsten ist die Frage zu beantworten, wenn ich in der Buchhandlung bin. Es kommt vor, daß die Buchhändlerin meines Vertrauens mit einem Buch in der Hand auf mich zukommt und sagt: “Herr F., ich glaube, das hier ist was für Sie, schauen Sie es sich doch mal an!” Bei diesen Büchern bin ich eigentlich noch nie enttäuscht worden, da meine Buchhändlerin meinen Geschmack mittlerweile schon recht gut kennt…

Oft richte ich mich auch nach Kritiken, sowohl in Zeitungen, aber auch im Fernsehen, Radio und selbstverständlich auch hier bei wordpress oder im I-net allgemein. Es ist seltsam, oft weiß ich schon nach wenigen Zeilen, daß ich das Buch kaufen und lesen werde, Enttäuschungen habe ich da auch noch wenige erlebt, im Gegenteil, einige Bücher, die zu meinen Lieblingen gehören, habe ich auf diese Art und Weise kennengelert, z.B. das Albaner-Buch von Vorpsi oder von Güngör das Buch über ihre Familiengeschichte.. Heute sind mir aus dem Literaturteil der ZEIT auch wieder zwei Titel ins Auge gesprungen… ;)

Manchmal kennt man den Autor und mag ihn, immer ein guter Grund, ein neues Buch von ihm zu kaufen. Klönne, in gewissem Sinn Boyle oder auf jeden Fall Giovinazzo (gestern 2 bestellt….), die ich hier ja schon vorgestellt habe, gehören auf jeden Fall dazu.

Manchmal habe ich Bücher auch nur gekauft, weil sie mir gefallen haben, äußerlich. Insbesondere zu Studententagen die alten dtv-Bände, bei denen Celestino Piatti die Umschläge gestaltete, waren meine Lieblinge, manches Büchlein habe ich wirklich nur gekauft, weil mir der Einband so gut gefallen hat. Beim letzten Boyle-Buch “Talk Talk” ist mir wieder mal aufgefallen, wie gesichtslos und beliebig die dtv-Büchlein geworden sind…. Schade..

Das Thema/Genre spielt eine Rolle. Habe ich Lust auf z.B. einen Historienroman (was zugegebenermaßen selten vorkommt), werden eben verschiedene angelesen und der mitgenommen, der am besten gefällt. Autor und andere Kriterien sind dann relativ egal, allenfalls wird dann noch die Buchhändlerin gefragt. Ist mir auch schon häufiger vorgekommen, daß andere Kunden sich einge”mischt” haben und ihr Urteil beisteuerten, ich find das schön, wenn sich derart ein kurzes Gespräch unter Bücherfreunden ergibt.

Was habe ich vergessen? Ach ja, A. leiht mir ab und an Bücher, ich vermute ganz leise, auch mit einer gewissen “erzieherischen” Absicht.. hihi…. nein, es sind Bücher ganz anderer Art (z.B. Oskar), die ich immer sehr gerne lese, und die mich auch immer nachdenklich machen. Im Moment lese ich wieder eins von ihr mir geliehenes, ich freue mich schon riesig darauf, es hier beschreiben zu können. Es handelt von einem Geschichtenerzähler, der .. nein, ich warte, bis ich es aufgelesen habe… ;) .

Und dann gibt es last not least die geschenkten Bücher, für die man garnix kann. Das können 100%ige Treffer sein, Wunschbücher oder sie können auch voll daneben liegen, alles ist möglich….

Jedenfalls, und damit bin ich am Schluss, es ist wie beim Hase und dem Igel: der Leser ist der Igel, der immer zu spät kommt, denn der Hase Buch ist immer im Vorteil: es gibt so viele Bücher, die interessant sind, gelesen werden möchten, unbedingt und überhaupt, daß man als Leser nie nachkommt. Meine Kiste wird immer voller, obwohl ich fleissig bin, aber es macht nichts, Bücher sind wie Blumen, die irgendwann erblühen und bis dahin schlafen sie…..

In diesem Sinne….

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