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„Sich verlieren“, ein Buch aus der KuB, das ich nach einigen Jahren des Wartens doch gelesen habe. Ich hatte es seinerzeit wohl einer Kritik wegen gekauft, vielleicht, weil es in unserem Nachbarland offensichtlich ein großer Erfolg war, es dann aber doch nicht gelesen, weil mir die Seelenschau der Autorin nichts sagte, mich langweilte.

Der Inhalt ist kurz erzählt: die französische Schriftstellerin hat ein Verhältnis mit einem verheirateten russischen Diplomaten. Die Beziehung ist aus praktischen und anderen Gründen nicht unproblematisch, die Frau ist dem Mann verfallen bis hin zu einer Art Hörigkeit. Sie schreibt ein Tagebuch über diese Zeit, in der sie offen und ohne Scheu ihre Gedanken Gefühle, ihre Ängste und Hoffnungen, niederlegt. Dieses Tagebuch wird hier wiedergegeben.

Als Aussenstehender, der mit der Affäre nichts zu tun hat, erkennt man, daß die Gedankenwelt der Frau immer nur um das eine kreist: kommt er, und wenn, wann? Ruft er an oder nicht und wenn er nicht anruft, was bedeutet das? Gefall ich ihm oder nicht? In gewissem Sinn erinnert mich das Buch an Shalevs „Liebesleben„, hier wie dort eine Frau, die einem Mann verfallen ist, sich quält, ihre Selbstständigkeit verliert und sich nur noch über den Mann definiert.

Ich habe das Buch nicht ganz gelesen, ein gutes Drittel, den Rest habe ich durchgeblättert und ab und an reingelesen. Es war zu deprimierend, ein immerwährender Kreis, in dem sich die Frau befand, der keinen Ausgang hatte. Bis auf den einen: die Abreise des Mannes, der die Frau zurückläßt in ihrer Verlorenheit….

Facit: Ein schwieriges Buch, eine kaum nachvollziehbare Gefühlswelt, die auch den Leser belastet.

Annie Ernaux
Sich verlieren
Goldmann 2003
ISBN-10: 3442310032
ISBN-13: 978-3442310036

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