Erotische Ex-Libris
Februar 9, 2008

Vor einiger Zeit bin ich durch Zufall auf einen Blogeintrag gestoßen, der sich mit „erotischen ExLibris“ befasste (wie ich feststellen musste, ist der mittlerweile gelöscht) Ich kann mich erinnern, daß ich vor vielen, vielen Jahren (wirklich vielen) mir auch einmal ein erotisches ExLibri machen wollte oder besser machen lassen wollte, was ich dann aber doch natürlich nicht getan habe. Aber vielleicht wäre die Zeit jetzt reif dafür?
Jedenfalls hat mich das Thema im Hinterkopf nicht verlassen und irgendwann neulich habe ich einfach noch mal gegoogelt und natürlich auch Bücher zum Thema gefunden. Im normalen Buchhandel wohl nicht erhältlich weil schon vergriffen oder von Liebhabern herausgegeben, habe ich bei der ZVAB gesucht und bin in vielfacher Weise fündig geworden. (An dieser Stelle im übrigen ein Lob, wie extrem gut und schnell die Bestellung über die ZVAB abgewickelt wurde).
Bestellt habe ich mir erst einmal (zum Test sozusagen) den äußerlich nicht sonderlich attraktiven Band 13 der „Geschichte der Erotischen Kunst“ von D.M. Klinger, der 1983 in Nürnberg, offensichtlich auch als Auktionskatalog konzipiert, herausgegeben wurde. Das Buch enthält 241 Ex-Libris unterschiedlicher Künstler, ein paar Beispiele habe ich hier einfach mal reinkopiert. Jetzt warte ich einfach mal ab, was die anderen Büchlein, die ich noch geordert habe, mir bieten werden.
Dieses jedenfalls hat mir gefallen, und ganz nebenbei, bin ich wohl nicht der einzige, dem erotische ExLibris zusagen. Schaut man sich ein wenig im i-net um, findet man doch einiges zum Thema, angefangen von Privatsammlern/-sammlungen über Ausstellungsberichte bis hin zu Publikationen. Und daß Franz von Bayros einer der wichtigsten Künstler war, habe ich nebenbei auch gelernt….
Kleine Kunstwerke sind sie, individuell, verspielt und charakteristisch für den Eigner und den Künstler, denn in den meisten Fällen dürften es sich ja um Auftragsarbeiten gehandelt haben, die zwischen den beiden ausführlich besprochen wurden und daher auf Rückschlüsse auf die privaten Vorlieben zulassen. Heute, wo das Auge langsam übersättigt ist von nackter Haut, tun diese mit viel Sorgfalt gestalteten Bildchen mit ihren dekorreichen Ausschmückungen gut, sie verlangsamen den Blick, der sich konzentriert, um wahrzunehmen und zu erkennen.



Februar 18, 2009 at 1:38
Ich teile deine Begeisterung für erotische Ex-Libris und ich habe zu diesem Thema auch schon viel im Internet gestöbert. Mich fasziniert auch die Gestaltung bzw. der Hintergrund der Bilder. Gerade, da es sich in den meisten Fällen um Auftragsarbeiten handelt, finde ich den persönlichen Hintergrund der Bilder sehr interesant. Warum gerade diese Position, warum diese Pose, dieser Hintergrund? Wenn man sich die Bilder länger ansieht, baut man sich eine Art Geschichte um das Bild. Jeder kann sich dazu seine eigene Geschichte denken und das finde ich besonders spannend!
Februar 19, 2009 at 7:56
Danke für deinen Kommentar.
Ja, das denke ich auch. Das erotische Ex-Libri ist ein sehr privates Unterfangen, der Öffentlichkeit verborgen, da es vermutlich ja auch nicht in jedem Buch einer Bibliothek prangte, sondern nur in denen, die der „Giftschrank“ beherbergt(e). In der Absprache mit dem Künstler musste sich der Liebhaber also nur wenigen Beschränkungen unterwerfen, konnte seine Vorstellungen also weitgehend verwirklichen, ohne einen Skandal fürchten zu müssen.
Wahrscheinlich können wir aus der heutigen Zeit heraus, die ja ein wenig „oversexed“ ist, garnicht richtig ermessen, ob und wie gewagt ein solches Ex-Libri seinerzeit war, denn uns erscheinen die kleinen Bildch ja eher unschuldig und harmlos.
Aber schön und interessant sind sie allemal. Und – wie du schreibst – für die Fantasie gibt es keine Grenzen…..